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Gesellschaft

Jahresrückblick 2025: November/Dezember

Neue Prioritäten in der Deponieplanung

Lautes Feuerwerk, ein Spital in Finanznöten, neue Deponiepläne, Unfälle, die Gastroszene oder Platz für SBB-Serviceanlagen: Das zu Ende gehende Jahr 2025 hat in der Region viel zu reden gegeben. Heute der sechste und letzte Teil des Rückblicks.

Mit spektakulären Aktionen kämpften Anwohner gegen eine Deponie im Tägernauer Holz. Nun rutscht dieser Standort in der Prioritätenliste nach hinten.

Foto: Tanja Bircher

Neue Prioritäten in der Deponieplanung

Rückblick 2025: November/Dezember

Lautes Feuerwerk, ein Spital in Finanznöten, neue Deponiepläne, Unfälle, die Gastroszene oder Platz für SBB-Serviceanlagen: Das zu Ende gehende Jahr 2025 hat in der Region viel zu reden gegeben. Heute der sechste und letzte Teil des Rückblicks.

Die ersten Autos rollen über die neue Tössbrücke

Zwei Brücken und ein Kran stehen an der Töss.
Die Autos rollen über die neue Tössbrücke, während das Provisorium mit einem grossen Kran demontiert wird.

13. November: Die ersten Autos brausen über die neue Brücke bei Wila. Nur einen Tag später wird die provisorische Hilfsbrücke über die Töss abgebaut: Das Strassenstück wird per Kran angehoben. Die Verkehrsführung wird bis Mitte Dezember einspurig durch eine Lichtsignalanlage geregelt. Anschliessend soll der Betrieb wieder normal laufen. Der definitive Deckbelag wird voraussichtlich im kommenden Frühjahr eingebaut. Seit Mitte Dezember 2024 war die alte Brücke ausrangiert. Sie war baufällig und musste einem Neubau weichen. Das kantonale Tiefbauamt ersetzte die 70-jährige Strassenbrücke, die über die Töss führt, für 10,4 Millionen Franken.

Restaurant auf dem Oberländer Hausberg Bachtel wiedereröffnet

Leute stehen in einer Reihe und halten ein breites Band.
Nach langer Umbauzeit wird das neu gestaltete Restaurant Bachtel-Kulm wiedereröffnet.

14. November: Nach 18 Monaten Sanierung öffnet das Panoramarestaurant Bachtel-Kulm wieder seine Türen. Rund 200 Gäste feiern die Wiedereröffnung. Knapp 6 Millionen Franken hat die umfassende Sanierung gekostet; getragen wird dies von der Genossenschaft, Spenden sowie Beiträgen vom Kanton Zürich und von der Berghilfe. Die neuen Pächter Musti Baskapan und Sahin Albas wollen das Restaurant zu einem Ort machen, an dem sich Wanderer wie Banker gleichermassen willkommen fühlen.

Keine Windkraft aus Bubikon

Visualisierung des Windrads Hombergchropf bei Bubikon.
So weit wird es nicht kommen: Der Windradstandort Hombergchropf ist aus der Planung des Kantons gestrichen worden.

20. November: Der Kanton Zürich bremst seine Windkraftpläne. Das vorgesehene Potenzialgebiet Hombergchropf in Bubikon ist vollständig aus der Richtplanvorlage gestrichen worden. Die Gemeinde, bei der sich der Gemeinderat gegen die Anlage gewehrt hat, reagiert erleichtert. Der Regierungsrat reduziert die Zahl der Gebiete auf 19 und streicht zudem alle provisorischen Zwischenergebnisse. In der Region verbleiben somit noch zwei Standorte: auf dem Batzberg zwischen Wald und Rüti sowie in der Schönwis zwischen Wetzikon und Hinwil.

Kanton buchstabiert bei seinen Deponieplänen zurück

Karte mit dem Deponiestandort Leerüti bei Egg.
Die geplante Deponie Leerüti zwischen Egg, Gossau und Mönchaltorf steht im Zentrum der neuen Pläne des Kantons.

27. November: Die geplante Deponie Leerüti bei Egg machts möglich: Nach den neusten Plänen des Kantons kann dort auf Egger, Gossauer und Mönchaltorfer Boden Abfall aller Kategorien gelagert werden. Dadurch braucht es andere Standorte noch nicht so bald. Das Tägernauer Holz auf Gossauer und Grüninger Boden sowie das Büelholz bei Hinteregg sollen noch Ersatzdeponien sein. Die geplante Deponie Erzacher auf Egger und Oetwiler Territorium erhält die tiefste Priorität. Die neue Priorisierung des Kantons hat auch Auswirkungen auf die Deponiestandorte in Volketswil und Lindau, wobei der Kanton Erstere priorisiert hat.

Eine fast unendliche Ustermer Geschichte endet im «Schilf»

Das Seerestaurant im Schilf in Uster von aussen: Man sieht das Gebäude mit dem charakteristischen sechsteiligen Dach und davor Boote, die mit blauen Blachen abgedeckt sind.
Das neue Seerestaurant im Schilf am Quai in Niederuster besticht durch sein sechsteiliges Dach.

28. November: Der Name ist Programm: Das neue Ustermer Seerestaurant im Schilf öffnet seine Türen. Damit endet eine mehr als 20-jährige Entstehungsgeschichte. Im Lokal finden drinnen 50 Gäste Platz. Für ebenso viele hat es draussen Sitze. Der Bau hat das Potenzial, zum neuen Wahrzeichen von Uster zu werden.

Die letzte Beiz in Russikon verschwindet

Das Restaurant zur Metzg in Russikon von aussen.
Wohnungen und Büros statt Restaurant: Die «Metzg» in Russikon schliesst.

29. November: Uustrinkete in der «Metzg» in Russikon: Die 4600 Einwohner verlieren ihre letzte Dorfbeiz. Das Restaurant zur Metzg wird verkauft, aus der Gastwirtschaft sollen Wohnungen oder Büros werden. Wirt Walter Ehrenbold hat Käufer für die stattliche Liegenschaft mit sechs Wohnungen und dem Restaurant im Erdgeschoss gefunden. Seine Hoffnung, dass die Investoren das Restaurant weiterführen, hat sich nicht erfüllt.

Elf Gemeinden stehen hinter dem GZO, nur aus Bubikon kommt ein Nein

Blick auf das GZO Spital in Wetzikon.
Die Zukunft des GZO Spitals in Wetzikon bleibt unsicher: Bubikon hat eine Zusatzfinanzierung abgelehnt.

30. November: In neun Trägergemeinden des GZO Spitals Wetzikon geht das Stimmvolk an die Urne, um über eine für das Gesundheitsinstitut so wichtige Aktienkapitalerhöhung zu entscheiden. Diese kommt nicht wie erhofft vollständig zustande. 46,88 statt 50 Millionen Franken: So viel Geld erhält das GZO Spital von seinen zwölf Aktionärsgemeinden. Das GZO steht seit Dezember 2024 in der definitiven Nachlassstundung und muss saniert werden. Nur aus Bubikon kommt ein Nein zur Aktienkapitalerhöhung. 51,2 Prozent der Stimmbeteiligten verwehren dort dem GZO die Unterstützung. Mit dem Nein aus Bubikon fehlen dem Spital 3,12 Millionen Franken.

Knappes Ja zu neuem Gemeindehaus in Mönchaltorf

Visualisierung des neuen Gemeindehauses Mönchaltorf.
So wird das neue Gemeindehaus von Mönchaltorf aussehen.

30. November: Für rund 16,5 Millionen Franken kann in Mönchaltorf ein neues Gemeindehaus gebaut werden. An der Urne stimmen die Einwohner einem entsprechenden Investitionskredit zu. Die Zustimmung allerdings ist mit einem Ja-Anteil von 53,7 Prozent verhältnismässig knapp ausgefallen. Kritisiert worden ist im Vorfeld der Abstimmung nicht zuletzt der Standort des Neubaus, der weniger zentral liegt.

Sammelstelle in Weisslingen kann saniert werden

Blick auf die Wertstoffsammelstelle Weisslingen, die direkt an einer Durchgangsstrasse liegt.
Das Ende der in die Jahre gekommenen Wertstoffsammelstelle in Weisslingen naht.

30. November: Die Wertstoffsammelstelle in Weisslingen beschäftigt die dortige Bevölkerung schon lange. Sie ist stark veraltet und entspricht nicht mehr den heutigen Sicherheitsanforderungen. Nun setzt der Souverän ein Zeichen: An der Urne entscheidet sich das Stimmvolk für die Optimierung und Sanierung der Anlage.

Rütner sagen deutlich Ja zu neuem Schulhaus

Man sieht eine Visualisierung des neuen Primarschulhauses in Rüti.
Im Rütner Ferrach wird eine neue Schulanlage erstellt.

30. November: Die Rütner lassen sich von einem Preisschild von gut 30 Millionen Franken nicht abschrecken. Sie sagen an der Urne mit 62,6 Prozent deutlich Ja zum Neubau der Schul- und Sportanlage Ferrach. Da die Baubewilligung bereits im August 2024 erteilt worden ist, soll mit dem Bau noch im Sommer oder spätestens im Herbst 2026 gestartet werden. Der Bezug ist für den Start des Schuljahrs 2028/2029 vorgesehen. Der Bau wurde notwendig, weil der Gemeinde der Schulraum ausgeht. So rechnet die Schule Rüti in den kommenden 15 Jahren mit einem Zuwachs von sechs Schulklassen.

Generationenvorhaben in Bubikon wird projektiert

Man sieht Visualisierungen der neuen Schul- und Sportanlage in Bubikon.
Mit dem Segen der Bubiker Gemeindeversammlung wird die neue Schul- und Sportanlage projektiert.

3. Dezember: Im Juni ist das Siegerprojekt für die neue Schul- und Sportanlage in Bubikon vorgestellt worden. An der Budgetgemeindeversammlung im Dezember heissen die Stimmberechtigten den Projektierungskredit von knapp 4,4 Millionen Franken für das 67 Millionen Franken teure Grossvorhaben gut. Bis 2033 sollen in drei neuen Gebäuden Schulräume, zwei Turnhallen sowie eine Schwimmhalle entstehen.

Ponti sammelt Medaillen für den SC Uster

Noè Ponti zeigt seine drei Goldmedaillen und die Silbermedaille, die er in Lublin gewonnen hat.
Noè Ponti zeigt seine drei Goldmedaillen und die Silbermedaille, die er in Lublin gewonnen hat.

7. Dezember: An der Kurzbahn-EM in Polen macht sich Noè Ponti vom SC Uster zum Überflieger. Der Tessiner holt drei Goldmedaillen und eine Silbermedaille.

 «Ast Süd» des Kezo-Fernwärmeprojekts wird gekappt

Man sieht eine Grafik vom geplanten Fernwärmenetz.
Die zwischen der Kezo und Rapperswil-Jona geplante Fernwärmeleitung wird nicht realisiert.

9. Dezember: Die Energie Zürichsee Linth AG hatte zwischen der Kezo in Hinwil und Rapperswil-Jona Grosses vor. Nun stoppt sie die Pläne für das Fernwärmeprojekt. Während Wetzikon vorwärtsmachen kann, haben Rüti und Dürnten das Nachsehen. Bereits früher hat sich Bubikon aus dem Vorhaben verabschiedet.

Frau stirbt bei Frontalkollision im Aatal

Man sieht das Wrack eines silberfarbenen Autos. Im Hintergrund ein beschädigter Lkw.
In diesem Auto stirbt am 11. Dezember eine 26-jährige Frau.

11. Dezember: Es ist der schwerste Unfall in einer ganzen Reihe von Kollisionen, die sich 2025 im Aatal ereignen. Kurz nach 16.30 Uhr fährt eine 26 Jahre alte Frau in ihrem Personenwagen auf der Aathalstrasse von Uster nach Wetzikon. In einer leichten Rechtskurve gerät ihr Auto auf die Gegenfahrbahn und prallt dort frontal mit einem entgegenkommenden Lastwagen zusammen. Durch den heftigen Aufprall wird die Lenkerin schwer verletzt und stirbt später. Die Aathalstrasse bleibt wegen des Unfalls mehrere Stunden gesperrt. Die Feuerwehr löst das Aathal-Konzept aus. Dieses kommt im Jahr 2025 mehrfach zum Zug, so etwa im Oktober und im November, als drei Autos zusammenstossen. Im Februar gibt es gleich fünf Verletzte bei einer Kollision. Gleichwohl gilt die Strecke von Uster nach Wetzikon nicht als Unfallschwerpunkt.

Sauber verschwindet

Zwei Rennautos des Sauber-Rennstalls fahren auf einer Rennstrecke.
In Abu Dhabi sind am 12. Dezember letztmals Autos des Sauber-Rennstalls unterwegs.

12. Dezember: Mit dem Saisonfinale in Abu Dhabi endet ein bedeutendes Kapitel der Schweizer Motorsportgeschichte. Als auf dem Yas Marina Circuit die Zielflagge geschwenkt wird, taucht der Name Sauber zum letzten Mal in einem Klassement der Formel 1 auf. Der Hinwiler Rennstall startet ab nächster Saison als Audi-Werksteam.

Bubiker rast in die Weltspitze

Der Abfahrer Alessio Miggiano in voller Fahrt.
Der Bubiker Alessio Miggiano fährt in Val Gardena auf den fünften Platz.

20. Dezember: Als Fünfter in der Abfahrt von Gröden fährt der Bubiker Alessio Miggiano erstmals mitten in die Weltspitze – in seinem erst siebten Weltcup-Rennen.

Indian Land Museum in Gossau schliesst

Ausstellungsobjekte im Indian Land Museum in Gossau.
Das Indian Land Museum in Gossau schliesst mangels Besucher seine Türen.

31. Dezember: Nach 30 Jahren verliert das Oberland per Ende 2025 eine spezielle Kulturstätte. Einst zog das Indian Land Museum in Gossau 7000 Besucher pro Jahr an. In den letzten Jahren sanken die Besucherzahlen allerdings drastisch. Es ist das wohl grösste Indianermuseum der Schweiz. Als Gründe für den Niedergang werden die Pandemie, aber noch mehr die viel diskutierte kulturelle Aneignung genannt.

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