Warum im Kampf gegen die Deponien in Egg kein Ende in Sicht ist
Mit der Teilrevision des kantonalen Richtplans soll Egg einen vierten Deponiestandort erhalten. Zwar darf von nun an nur noch eine Deponie pro Region betrieben werden. Doch das allein reicht dem Gemeinderat nicht.
Dass sich in Egg gut Abfall vergraben lässt, ist keine bahnbrechende Erkenntnis. Chrüzlen, Leerüti, Büelholz: Allein im aktuell gültigen Richtplan weist die Gemeinde am Pfannenstiel drei Deponiestandorte aus. Nun soll die Zahl mit dem Standort Erzacher, den der Kanton im April 2024 in einer Gesamtschau zusätzlich ins Spiel brachte, gar auf vier steigen.
Ein Dorf, eingekreist von Deponien? Tatsächlich hat die Baudirektion mit ihrem Vorschlag zur Teilrevision des Richtplans dieses Szenario vor drei Wochen manifestiert – aber auch gleichzeitig relativiert: Da nämlich neu unabhängig vom Abfalltyp nur noch eine Deponie pro Region offen sein darf, entfällt die Möglichkeit, dass mehrere Standorte gleichzeitig betrieben werden.
Konkret sieht der Kanton vor, dass nach der Schliessung der Deponie Chrüzlen in etwa fünf Jahren die Deponie Leerüti geöffnet wird. Diese kommt auf Mönchaltorfer, Gossauer und Egger Boden zu liegen und soll nicht nur wie einst angedacht wenig belastete Bauabfälle (Typ B), sondern auch Abfallschlacke aufnehmen (Typen B bis E, siehe Box Abfalltypen). Ihr Volumen würde zudem von 1,3 Millionen auf 2,1 Millionen Kubikmeter aufgestockt.
Die fünf Deponietypen
Typ A: unverschmutzter Aushub von Baustellen
Typ B: schwach belasteter Aushub und Abfälle wie Isolationen von Baustellen
Typ C: restmetallhaltige, schwer lösliche Reststoffe (zum Beispiel Schleifmittel) aus der Industrie
Typ D: Schlacken und Aschen aus der Abfallverwertung
Typ E: stark belastete Rückstände von Baustellen oder aus der Industrie

