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Gesellschaft

Neue Schul- und Sportanlage

In Bubikon wird das Generationenprojekt in Angriff genommen

Die Bubiker legen seit einigen Jahren Geld auf die Seite, um die anstehenden Investitionen bezahlen zu können. Nun wird das Grossprojekt einer neuen Schulanlage projektiert.

So soll die neue Schul- und Sportanlage in Bubikon aussehen: Es sollen drei neue Gebäude gebaut werden.

Foto: Gemeinde Bubikon

In Bubikon wird das Generationenprojekt in Angriff genommen

Neue Schul- und Sportanlage

Die Bubiker legen seit einigen Jahren Geld auf die Seite, um die anstehenden Investitionen bezahlen zu können. Nun wird das Grossprojekt einer neuen Schulanlage projektiert.

Der Aufmarsch der Bubiker Stimmberechtigten zur Gemeindeversammlung vom Mittwoch war so gross, dass die Schüler der 3. Sek die Turnhalle Geissberg verlassen mussten. Eigentlich wollten sie vor Ort mitverfolgen, wie es mit den Schulanlagen in ihrer Gemeinde weitergeht. Immerhin konnten sie das Geschehen aber per Videoübertragung von einem benachbarten Saal aus beobachten.

«Aus feuerpolizeilichen Gründen dürfen hier in der Turnhalle maximal 400 Personen sein», meinte Gemeindepräsident Hans-Christian Angele (FDP) entschuldigend. Ganz so viele waren es dann doch nicht. Mit 324 Frauen und Männern waren aber immerhin rund 6 Prozent der Stimmberechtigten zugegen. Der Grossaufmarsch korrespondierte mit dem Grossprojekt, das die Bubiker nun in Angriff nehmen wollen.  

Anlage kostet mehr als ein Jahresbudget

Auf dem Areal des Schulhauses Mittlistberg zwischen dem Schulhaus Bergli und der Feuerwehr sollen bis 2033 in drei neuen Gebäuden Schulräume, zwei Turnhallen sowie eine Schwimmhalle entstehen. Wie Reto Frey (GLP), Vorsteher Ressort Liegenschaften und Sicherheit, vorrechnete, dürfte das alles – inklusive der Gebäude, die abgebrochen werden sollen – gut 67 Millionen Franken kosten. Die Kostengenauigkeit liegt dabei bei plus/minus 30 Prozent.

Um diese Summe in Relation zu stellen: Für 2026 rechnet die Gemeinde Bubikon im Budget mit einem Gesamtaufwand von rund 53,6 Millionen Franken. Die Investitionen in dieses Vorhaben übertreffen also die «normalen» gesamten Jahresausgaben. Und dabei hat Bubikon in den nächsten Jahren auch noch weitere Investitionen eingeplant, etwa für ein neues Werkgebäude und Infrastrukturbauten. Insgesamt 88 Millionen Franken stehen in der längerfristigen Planung.

Eine leichte Entlastung von 3,1 Millionen Franken bringt einzig das Nein der Bubiker vom vergangenen Sonntag zur Erhöhung ihrer Beteiligung am GZO Spital. Gemäss Angele erlaubt dies, dass im Jahr 2026 die Gemeinde kein weiteres Fremdkapital aufnehmen muss, um die Investitionen tätigen zu können.  

Geld auf die Seite gelegt

Angesichts der räumlichen und finanziellen Dimensionen der geplanten Schul- und Sportanlage fiel in der Diskussion auch der Begriff «Generationenprojekt». Tatsächlich bereitet sich die Gemeinde seit einigen Jahren auf die gewaltigen Investitionen vor, indem sie Ertragsüberschüsse einplant und erzielt. 2026 sollen etwa 4,2 Millionen Franken zusätzlich in die Kasse kommen.

Finanzvorsteherin Susanne Berchtold (FDP) rechnete denn auch vor, dass die Gemeinde ihre Nettoschuld bereits 2024 in ein Nettovermögen verwandeln konnte. Möglich gemacht hat das ein seit 2021 stabiler Gesamtsteuerfuss von 118 Prozent. In jenem Jahr wurde er um 6 Prozentpunkte erhöht. Auf diesem Niveau wird er auch im Jahr 2026 bleiben. Das haben die Bubiker am Mittwoch beschlossen.

Doch mit den hohen Neuinvestitionen dürfte die Gemeinde laut Berchtold schon 2028 wieder zurück in eine Nettoschuld fallen. Diese dürfte dann 2032 die Spitze erreichen.  

Bedenken wegen Kostenungenauigkeit

Am Mittwoch hatten die Bubiker allerdings noch nicht über den Baukredit für die neue Schul- und Sportanlage zu befinden – das wird erst Ende 2028 mit einer Urnenabstimmung der Fall sein –, sondern lediglich über einen Projektierungskredit von 4,36 Millionen Franken.

In der Diskussion wurde das aus einem Wettbewerb hervorgegangene Siegerprojekt der Waldrap AG für die gelungenen Proportionen und die optische Erscheinung gelobt. Auch der Bedarf für die neuen Bauten wurde angesichts der wachsenden Schülerzahlen bejaht. Doch einzelne Stimmen hegten Bedenken wegen der gewaltigen Summen, die auf die Gemeinde zukommen.

Die Grafik zeigt eine Übersicht über die geplante Schul- und Sportanlage in Bubikon.
In der Nähe von Kirche und Gemeindehaus (oben im Bild) soll in Bubikon ein ganzes Schul- und Sportareal geschaffen werden. Nun ist für das Vorhaben ein Projektierungskredit genehmigt worden.

So rechnete Maja Tanner, die frühere Präsidentin des Frauenvereins, vor, dass mit der grossen Spanne bei der Kostengenauigkeit von 30 Prozent im schlimmsten Fall mit Kosten von 87 Millionen Franken für die neue Anlage zu rechnen sei. Wenn dieser Fall eintrete, bleibe nur noch die Ablehnung des Vorhabens. «Und dann hätten wir den Projektierungskredit in den Sand gesetzt.» Deshalb fragte sie, ob sich die Limite von 67 Millionen Franken nicht noch im Projektierungskredit festschreiben liesse.  

Der Gemeindepräsident verneinte dies, meinte jedoch, dass der Gemeinderat den Architekten die Vorgabe mache, dass mit Gesamtkosten von 67 Millionen Franken geplant werden müsse. Ein Rückweisungsantrag mit dem Ziel, dass für das Vorhaben drei statt der jetzt zwei Bauetappen vorgesehen werden sollen, wurde deutlich abgelehnt.

Auch wenn Tanner dafür plädiert hatte, bei einem Verzicht auf die Festschreibung des Kostendachs von 67 Millionen im Projektierungskredit diesen abzulehnen, folgte die überwiegende Mehrheit der Anwesenden dem Antrag des Gemeinderats. «Das ist ein grosser Schritt für Bubikon», hielt Angele denn auch fest. Und er versprach, dass er laufend über den Fortschritt der Planung des Generationenprojekts informieren wolle.    

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