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Gesellschaft

Höchstes Restaurant in Hinwil ist wieder offen

Die Krone des Bachtels erstrahlt in neuem Glanz

Das Restaurant Bachtel-Kulm ist nach 18 Monaten Sanierung wieder offen. Zur «kleinen» Wiedereröffnung am Freitag kamen rund 200 Gäste; die grosse Feier ist für April geplant.

Das Restaurant Bachtel-Kulm ist nach eineinhalb Jahren Sanierung wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Foto: Simon Grässle

Die Krone des Bachtels erstrahlt in neuem Glanz

Höchstes Restaurant in Hinwil

Das Restaurant Bachtel-Kulm ist nach 18 Monaten Sanierung wieder offen. Zur «kleinen» Wiedereröffnung am Freitag kamen rund 200 Gäste; die grosse Feier ist für April 2026 geplant.

Fragt man die künstliche Intelligenz ChatGPT, wie der Bachtel mit Turm aussieht, staunt man nicht schlecht: Plötzlich steht der Eiffelturm in Hinwil, vor einem urigen Berghaus mit Schweizer Fahne.

In der Realität ist es nicht ganz so absurd. Und doch kommt die Spitze Ausflugsbergs seit Kurzem aufgefrischt daher: Nach rund eineinhalb Jahren Sanierung ist das Restaurant Bachtel-Kulm am Freitag feierlich wiedereröffnet worden.

Man sieht den Eifelturm neben einem Gebäude, auf dem Restaurant steht.
Eiffelturm und urchiges Berghaus: Die KI hat eine ganz eigene Vorstellung des Restaurants Bachtel-Kulm.

Seit 1921 gehört das Restaurant Bachtel-Kulm der gleichnamigen Genossenschaft. Martin Vögeli, Liegenschaftsverantwortlicher, und Hubi Rüegg, Genossenschaftspräsident, zeigen sich an der Eröffnung begeistert. «Alle fliegen so gerne auf die Bahamas. Dabei haben wir die schönsten Orte direkt vor der Haustür», schwärmt Vögeli. Rüegg stimmt ihm lachend zu.

Die Freude über das fertige Restaurant ist bei beiden spürbar. «Vor sechs Jahren sprachen wir zum ersten Mal vom Projekt «Bachtel 2025». Eigentlich eine mutige Zeitspanne, um ein so grosses Projekt zu realisieren», sagt Rüegg. Und doch sei es die richtige Entscheidung gewesen, daran festzuhalten: «Wir haben die richtigen Menschen zusammengebracht, die an das Projekt glaubten und bereit waren, viel zu investieren – ob finanziell oder zeitlich. Das ist nicht selbstverständlich.»

Die Sache mit dem Geld

Die Sanierung des beliebten Ausflugziels kostete knapp 6 Millionen Franken. Die Finanzierung basiert auf einem vielschichtigen Modell: Einen grossen Teil übernimmt die Genossenschaft Bachtel‑Kulm mit Anteilscheinen, Spenden und Eigenmitteln. «Wir sind mit 0 gestartet und haben am Ende 4,5 Millionen Franken über Spenden und Darlehen zusammengebracht», erklärt Martin Vögeli.

Dass Privatpersonen wie auch Unternehmen überhaupt bereit waren, Geld zu spenden, liege unter anderem daran, dass man ihnen das Projekt habe nahebringen können. «Geld erhält man, wenn man persönliche Kontakte pflegt. Das haben wir getan.»

Unterstützt wurde das Projekt zudem durch staatliche Gelder: Der Kanton steuert eine Million Franken aus dem Lotteriefonds bei, dazu kommen 350’000 Franken von der Schweizer Berghilfe, die das Vorhaben als kulturell und touristisch bedeutsam einschätzt.

Ein weiterer Teil der Sanierung wird über eine Hypothek gedeckt, wobei die Genossenschaft bewusst auf möglichst niedrige Fremdmittel setzt, um die finanzielle Belastung für die künftigen Pächter tragbar zu halten.

Zwischen 10 und 1000 Personen

Zurück an den Eröffnungsanlass. Die hellen Holzschindeln verleihen dem Gebäude etwas Einladendes, trotz eher grauem Wetter. Im Inneren des Restaurants riecht es nach Holz und frischer Farbe. Der Hauptsaal ist lichtdurchflutet, Weihnachtsdekoration hängt von der Decke. Gäste wuseln umher, um sich Häppchen zu ergattern. Das Spektakel wird von Partymusik begleitet; die Atmosphäre ist ausgelassen.

Martin Vögeli rechnete mit einem Aufmarsch «zwischen 10 und 1000 Personen». Tatsächlich sind es rund 200 Interessierte, die am Freitag ihren Weg zum neuen alten Restaurant gefunden haben. Ein Zeichen für Vögeli und Rüegg, dass das Restaurant ein wichtiges Ziel in der Region ist. «Das Oberland braucht den Bachtel. Ob Familien mit Kindern, die hier grillieren, oder ein Paar, das sich im Restaurant verköstigen lassen möchte – hier findet jede und jeder sein Plätzchen», führt Vögeli aus.

Hohe Erwartungen motivieren das Wirteteam

Eine Philosophie, die auch die neuen Pächter Musti Baskapan und Sahin Albas leben möchten. Sie sind in der Region keine Unbekannten, führen schon das Restaurant Hasenstrick in Dürnten. Wie Sahin Albas sagt, versuchten in den letzten Tagen schon viele Neugierige, einen Blick ins Innere des Lokals zu erhaschen. «Wir liessen sie gerne rein und zeigten ihnen das Restaurant.»

Man sieht vier Personen in Porträtform.
Musti Baskapan (links) und Sahin Albas (rechts) mit einem Teil ihres Teams: Sie wollen das Restaurant «zu einem Ort für alle» machen.

Er, Baskapan, und das gesamte Team wollen einen Ort schaffen, wo sich «der Wanderer wie auch der Banker willkommen fühlt». Sie hätten schon im Voraus gespürt, dass bei potenziellen Gästen hohe Erwartungen vorhanden sind. Verunsichern würde sie das aber nicht – im Gegenteil. «Das ist eine grosse Motivation für uns.»

Schon am ersten Tag wurden die Erwartungen anscheinend erfüllt; von überall waren Komplimente für das Essen, aber auch die baulichen Aspekte des Restaurants zu hören. Andreas Bühler (SP), Gemeindepräsident von Hinwil, schaffte es dann auch, dieser Begeisterung den passenden Ausdruck zu verleihen: «Unser Hausberg hat eine wunderschöne neue Krone erhalten.»

Die grosse Sause kommt erst noch

Das Restaurant Bachtel-Kulm ist seit Freitag, 14. November, wieder offen. Die offizielle Eröffnungsfeier findet am Samstag, 11. April 2026, statt. Das genaue Programm wird in den nächsten Monaten bekannt gegeben; dieses findet im Rahmen eines Tags der offenen Tür statt. Informationen zum Restaurantbetrieb sind unter www.bachtel-kulm.ch zu finden. (tas)


In einer früheren Version dieses Textes schrieben wir von Holzlamellen, die an der Fassade verbaut wurden. Es handelt sich jedoch um Holzschindeln. Ausserdem haben wir den Bachtel zum höchsten Berg des Oberlands gemacht. Selbstverständlich ist immer noch das Schnebelhorn der Spitzenreiter.

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