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Das müssen Sie über die Windradgebiete im Oberland wissen

Im Oberland gibt es nicht viele mögliche Standorte für Windräder. Die drei Eignungsgebiete im Steckbrief.

Noch steht kein Windrad im Oberland. Doch geht es nach dem Kanton, gibt es drei geeignete Standorte. (Symbolbild)

Foto: Pixabay

Das müssen Sie über die Windradgebiete im Oberland wissen

Drei Standorte, sechs Windräder

Batzberg, Schönwis und Hombergchropf: Diese Gebiete sind laut dem Kanton geeignet für Windräder. Eine Übersicht.

Am Dienstag hat der Kanton die Eignungsgebiete für Windkraftanlagen präsentiert. Das Oberland bleibt dabei weitestgehend verschont. Es gab in der Region zwar 16 Potenzialgebiete, doch nur 3 davon sollen vorerst als mögliche Standorte für Windkraftanlagen im Richtplan eingetragen werden.

Selbst wenn der Eintrag erfolgt ist, ist noch offen, ob die Standorte dereinst genutzt werden. Ein mögliches Projekt muss ein Bewilligungsverfahren durchlaufen. Dazu gehört auch eine Prüfung, ob das Projekt für die Umwelt verträglich ist. Zudem müssen Investoren oder Energieunternehmen das Vorhaben finanzieren.

Wir stellen die einzelnen Eignungsgebiete im Oberland vor.

Batzberg

Anzahl Anlagen: drei Windräder mit 220 Metern Höhe.

Möglicher Gesamtertrag: 26 Gigawattstunden. Das entspricht etwa dem aktuellen Verbrauch der Gemeinde Wald mit etwas mehr als 10’000 Einwohnern im Winterhalbjahr.

Der Batzberg liegt zwischen Wald und Rüti und hat seine höchste Erhebung auf 779 Metern über Meer. Das Eignungsgebiet auf der Erhebung ist mit drei möglichen Windrädern voraussichtlich das ertragreichste in der Region. Es liegt westlich des höchsten Punkts und damit grösstenteils auf Rütner Gemeindegebiet.

Hier könnte ein Windrad gebaut werden.
Auf dem Batzberg gibt es bereits Forststrassen.

Der Kanton stuft die Erschliessung des Gebiets für den Windradbau- und -betrieb als machbar ein. Bereits jetzt gibt es auf dem Batzberg Forststrassen.

Der Transport für den Bau könnte über die Autobahn nach Eschenbach SG und dann weiter nach Laupen erfolgen. Von dort ginge es weiter zum Weiler Hiltisberg für den südlichen Teil und nach Güntisberg für den nördlichen Teil des Eignungsgebiets.

Der Batzberg ist Teil des Kantonalen Inventars der Landschaftsschutzobjekte, da er in einer sogenannten Schichtrippenlandschaft liegt. Dies bezeichnet eine Geländeform, die sich durch Rippen und Täler auszeichnet.

Schönwis

Anzahl Anlagen: zwei Windräder mit einer Höhe von 220 Metern.

Möglicher Gesamtertrag: 16 Gigawattstunden. Das entspricht etwa dem jährlichen Stromverbrauch von Weisslingen mit gut 3500 Einwohnern.

Das Eignungsgebiet Schönwis liegt oberhalb von Wetzikon und Hinwil im Waldgebiet auf der Luftlinie zwischen Ettenhausen und Ringwil. Der grösste Teil liegt auf Wetziker Boden, wo auch der Gigerbach durchfliesst.

Waldstück
Das Gebiet Schönwis könnte sich als Standort für zwei Windräder eignen.

Auch die Erschliessung dieser Gegend stuft der Kanton als machbar ein. Diese erfolgt nach der Autobahnausfahrt in Hinwil voraussichtlich über Ettenhausen oder Ringwil, wo es bereits Forstwege gibt.

Das Eignungsgebiet liegt in einem Wildtierkorridor für Dachs, Feldhase, Gämse, Iltis, Reh, Rothirsch und Wildschwein. Diese Korridore sind wichtig für den Wildwechsel und sollen den Tieren ermöglichen, ihren Lebensraum zu durchwandern. Er gilt bereits jetzt als beeinträchtigt, unter anderem durch die Hauptverkehrsachse zwischen Wetzikon und Hinwil.

Hombergchropf

Anzahl Anlagen: ein Windrad mit einer Höhe von 220 Metern.

Möglicher Gesamtertrag: 9 Gigawattstunden. Das entspricht etwa einem Fünftel des Stromverbrauchs in der Gemeinde Bubikon mit rund 7500 Einwohnern.

Man sieht eine Waldstück und eine Siedlung, im Hintergrund einen grossen See.
Steht auf dem Hombergchropf bald ein Windrad?

Der Hombergchropf liegt zwischen den Dörfern Bubikon und Wolfhausen und ist mit 568 Metern über Meer der höchste Punkt auf dem Gemeindegebiet. Auf dem Osthang des Hügels, also oberhalb des Gestüts Homberg, könnte dereinst ein Windrad zu stehen kommen.

Das Gebiet ist laut dem Kanton bereits gut erschlossen. Für Transporte ginge es nach der Autobahnausfahrt in Rüti durch Bubikon weiter in Richtung Bürg. Von dort gibt es bereits bestehende Feld- und Forstwege.

Durch das Gebiet verläuft jedoch auch ein Wildtierkorridor für Dachs, Feldhase, Iltis, Reh und Wildschwein. Dieser Korridor gilt laut dem Kanton bereits jetzt als beeinträchtigt, beispielsweise wegen Siedlungen.

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