Neue Seerestaurant-Betreiber planen Take-away-Stand beim Hafen in Uster
Während Bau des Restaurants
Noch wird am neuen Seerestaurant gebaut. Auf Essen und Trinken müssen die Ausflügler in diesem Sommer aber trotzdem nicht verzichten.
Im November erfolgte der Spatenstich für das neue Seerestaurant beim Hafen in Niederuster. Inzwischen stehen bereits die Grundmauern. Doch noch gibt es viel zu tun. Die Eröffnung ist erst im Herbst vorgesehen.
Dazwischen liegt ein ganzer Sommer. Und damit die Zeit, in der sich am Greifensee Schiffsausflügler, Spaziergänger und Badende tummeln. Für sie gibt es nun gute Nachrichten. Denn auf einen spontanen Snack oder ein erfrischendes Getränk müssen sie trotz der Bauarbeiten auch heuer nicht verzichten.
Take-away und Bootsvermietung
Bereits in wenigen Wochen soll beim Schiffssteg ein provisorischer Kiosk stehen. Das Baugesuch für den Container ist eingereicht und liegt momentan auf. Der neue Pächter Päde Hofstetter plant mit seiner Gastro Buddies AG bis zur Eröffnung des Restaurants Essen und Getränke zum Mitnehmen anzubieten. Zudem soll im Container auch die Bootsvermietung unterkommen.
«Eigentlich hätten wir gerne schon im Oktober ein Provisorium eröffnet», sagt Päde Hofstetter, der mit dem «Pirates» in Hinwil, dem «Porter House» in Uster und der «Werkstatt 6» in Gossau bereits mehrere Restaurants in der Region betreibt. Allerdings sei das Bewilligungsverfahren kompliziert und mit vielen Auflagen verbunden gewesen, da sich die Ustermer Hafenanlage mitten in einer Natur- und Gewässerschutzzone befindet.
Eröffnung schon im Frühling
Jetzt ist Hofstetter aber zuversichtlich. Er hat einen Kniff gefunden. Der Container ist in einer Ecke des Baustellenareals geplant. So bleibt die Natur unbeeinträchtigt. Läuft alles nach Plan, könnte die Baubewilligung bereits Ende März vorliegen. Dann soll es schnell gehen. Hofstetter peilt den 1. April als Eröffnungstag an. Ob das klappt, ist allerdings noch offen. «Es ist ambitioniert, aber wenn die Bewilligung kommt, bringen wir das hin», sagt der Gastro-Unternehmer.
Zum Angebot gehören voraussichtlich unkomplizierte Esswaren wie beispielsweise Würste, Burger, Hot Dogs, Salate und Glaces. Explizit ausgeschlossen sind Pommes frites oder Chicken Nuggets, die vor Ort frittiert werden müssten. Dies lasse der Gewässerschutz an diesem Standort nicht zu, erklärt Hofstetter. «Wenn das Frittieröl in den See läuft, wäre das ein Problem.» Möglich ist allerdings, dass gewisse Speisen vorgekocht und vor Ort aufgewärmt werden.
Aus «Schifflände» wird Restaurant im Schilf
Bereits für das Provisorium hofft Päde Hofstetter auf Mitarbeitende vom Werkheim Uster. Die wohltätige Institution hatte das ehemalige Restaurant am See betrieben. «Wir würden uns freuen, wenn eine Zusammenarbeit zustande kommt», sagt Hofstetter. Das gelte auch für das künftige Restaurant. Unterschrieben sei aber noch nichts.
Der Kiosk soll bei gutem Wetter täglich geöffnet sein; unter der Woche von 10 bis 19 Uhr, am Wochenende bis 23 Uhr. Theoretisch könnte der provisorische Betrieb im Herbst verlängert werden, sollte das neue Restaurant nicht rechtzeitig fertig werden.
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Inzwischen ist auch klar, wie das neue Restaurant heissen soll. Bisher lief das Projekt noch unter dem Namen «Schifflände». Das sei aber etwas ungünstig, weil es auf der anderen Seeseite in Maur ebenfalls eine «Schifflände» gebe, findet Hofstetter. Man habe sich darum für Restaurant im Schilf entschieden. Der Name passe zum Gebäude und sei auch mit einem Augenzwinkern zu verstehen.
Stadt Uster realisiert unsichtbares Kunstwerk für Schmetterlinge
Das neue Seerestaurant in Niederuster soll nicht nur kulinarisch, sondern auch künstlerisch hervorstechen. Die Stadt Uster gibt nun bekannt, dass sie nach einer Wettbewerbsausschreibung für Kunst am Bau ein Gewinnerprojekt gekürt hat. Entschieden habe man sich für das Projekt «Ins Blaue» der Künstlerin Ursula Palla.
Das Spezielle daran: Das Kunstprojekt ist fast unsichtbar. Ursula Palla lege eine imaginäre Spur vom Seerestaurant zum Ried, schreibt die Stadt. Dort lebe der Kleine Moorbläuling. Ein Schmetterling, der vom Aussterben bedroht ist.

Auf das Kunstwerk hinweisen werde lediglich eine kleine Emaille-Plakette am Restaurant, die vom Moorbläuling inspiriert sei. Das Budget für das Projekt, rund 27’000 Franken, werde grösstenteils in den Erhalt und die Pflege der Riedwiesen investiert.
Denn diese seien für das Überleben des Schmetterlings zentral. Das Weibchen könne seine Eier nur in die Blütenknospen des Lungenenzians ablegen, der ausschliesslich im Ried wachse. Folglich könne der Moorbläuling ohne Ried nicht überleben.
Das Werk soll bis zur Eröffnung des Restaurants realisiert werden. Bereits am 25. Juni findet ein Künstlerinnengespräch mit Ursula Palla beim Schiffssteg statt. Auch die Vorschläge der anderen beiden Kunstschaffenden, die Projekte ausgearbeitet hatten, werden bei dieser Gelegenheit ausgestellt. (lel)