Das Ende der «Metzg» – Russikon verliert seine letzte Dorfbeiz
Noch zwei Wochen
Die Tage des Restaurants zur Metzg in Russikon sind gezählt. Der Verkauf des Hauses steht unmittelbar bevor, die neuen Besitzer haben kein Interesse an der Beiz.
Am 29. November endet ein Teil der Geschichte Russikons. Wenn gegen Mitternacht die letzten Gäste das Restaurant zur Metzg verlassen haben, wird Walter Ehrenbold zum letzten Mal den Geschirrspüler einräumen, zum letzten Mal die Eingangstüre abschliessen und zum letzten Mal aufstuhlen.
Dann ist Schluss. 90 Jahre, nachdem Ehrenbolds Grossvater, ebenfalls Walter mit Vornamen, das stattliche Gebäude erworben und eine Metzgerei und ein Restaurant eingerichtet hatte. «Das Haus wird auf Ende Januar verkauft. Für mich stimmt es so, jetzt ist der richtige Zeitpunkt», sagt der 64-Jährige und trinkt einen Schluck Kaffee. An diesem Dienstagmorgen sitzt er in der leeren Gaststätte – seit dem vergangenen Frühjahr führt er den Betrieb zu reduzierten Öffnungszeiten. Die «Metzg» ist nur noch am Montag und am Mittwoch offen.
Die Käufer des Gebäudes im Zentrum von Russikon kann und will Ehrenbold nicht namentlich nennen, da der Verkauf noch nicht ganz abgeschlossen ist. «Es ist eine Gruppe von Privatinvestoren», mehr gibt er nicht preis. Diese Investoren haben Interesse am Haus mit seinen sechs Mietwohnungen, nicht aber am Restaurant im Erdgeschoss.

