Leserbeiträge

Leserbriefe

Verantwortungsvolle Finanzpolitik statt Schwarzmalerei

Was beschäftigt die Region? Leserinnen und Leser teilen ihre Gedanken und Meinungen zu politischen, gesellschaftlichen und lokalen Themen.

Leserinnen und Leser äussern sich zum aktuellen Geschehen in der Region und darüber hinaus.

Foto: Simon Grässle

Verantwortungsvolle Finanzpolitik statt Schwarzmalerei

Was beschäftigt die Region? Leserinnen und Leser teilen ihre Gedanken und Meinungen zu politischen, gesellschaftlichen und lokalen Themen.

24. Februar: Verantwortungsvolle Finanzpolitik statt Schwarzmalerei

Autor: Jürg Graf, Präsident FDP, Gossau

Ja, die Gossauerinnen und ­Gossauer wollen gesunde ­Finanzen. Dafür steht die FDP seit je ein, und wir begrüssen Haushaltsdisziplin. Doch der jüngste Leserbrief von RPK-Kandidat Christian Weber (SVP) zeichnet ein Bild der ­Gossauer Finanzlage, das ­einem Faktencheck schlicht nicht standhält.

Es wird suggeriert, die ak­tuelle Führung habe die Ausgaben nicht im Griff und steuere auf einen Investitionsstopp zu. Die Realität spricht eine andere Sprache: In den vergangenen acht Jahren resultierte jeweils ein positiver Jahresabschluss. Mehr noch: Die Schulden der Gemeinde konnten in dieser Zeit von rund 30 Millionen auf 15 Millionen Franken halbiert werden. Das ist der Beweis für eine solide und weitsichtige Finanzpolitik.

Die Schuldenbremse ist ein wichtiges Instrument, aber sie darf nicht zum ideologischen Kampfbegriff verkommen. Wer jetzt Panik verbreitet, gefährdet die Entwicklung unserer Gemeinde. Wir müssen weiterhin in der Lage sein, in unsere Schulen, die Infrastruktur und unsere Vereine zu in­vestieren, damit Gossau attraktiv bleibt.

Einfach nur den Rotstift ­anzusetzen, ist keine Kunst. Die Kunst liegt darin, die Balance zwischen notwendigen Investitionen und einem ausgeglichenen Haushalt zu halten – so, wie es in den letzten Jahren erfolgreich geschehen ist.

Lassen wir uns nicht von düsteren Prognosen leiten, sondern setzen wir auf bewährte Kompetenz. Wer gesunde Finanzen will, die auch Investitionen in die Zukunft zulassen, wählt am 8. März die Kandidatinnen und Kandidaten der FDP.


24. Februar: Ärger wegen Grüngutmarke

Autor: Andreas Winkler, Uster

Leider hatte unsere links-grüne Stadtregierung das Finanzielle der Abfallbewirtschaftung nicht im Griff. Nun müssen wir dies teurer bezahlen. Vorher hatte der grüne Blendgedanke die Grüngutabfuhr kostenlos gemacht, weil man ja als Vorbild in der Region als besser gelten wollte. Nun müssen gesundheitsliebende Bürger, die möglichst ohne Elektrosmog und KI leben wollen, sogar noch Computer, Handy und Internetanschluss kaufen, damit sie mit Ach und Weh eine Grüngut­marke erwerben können. Dies natürlich erst nach der Computer-Handy-Kurs-Ausbildung. Vermutlich wäre ein Kurs für die Verwaltungsfunktionäre mit dem Titel «Wie diene ich richtig und volksnah» notwendiger.


24. Februar: Der Sekundarschulgemeinde droht der Verlust der Selbständigkeit

Autor: Urs-Christoph Dieterle, Uster

Als langjähriges Mitglied der damaligen Oberstufenschulpflege Uster (heute Sekundarschulpflege Uster) erlaube ich mir folgenden Kommentar zur Abstimmungsvorlage betreffend Gebietsänderung der Sekundarschulgemeinde Uster und der Oberstufenschulgemeinde Nänikon-Greifensee.

Die Gebietsänderung hat für die Sekundarschulgemeinde (früher Oberstufenschulgemeinde) einschneidende Änderungen zur Folge. Sie verliert damit ihre Selbständigkeit, die sie über viele Jahrzehnte bewahren konnte. Dies, obwohl sie bereits damals gegen das geltende Gemeindegesetz verstiess, da für die Oberstufe ­Uster 1930 eine Organisation mit Grossem Gemeinderat (Parlament) eingeführt wurde. Von daher vermag die Information der Sekundarschulpflege Uster zur Vorlage (Ziffer 1.7, 2. Abschnitt), wonach der Bezirksrat bei Ablehnung der Vorlage in einer oder beiden Gemeinden die Gebietsänderung anordnen müsste, nicht zu überzeugen. Das weitere Schicksal wäre die Eingliederung der Sekundarschulgemeinde Uster in die Organisa­tionsstruktur der Stadt Uster, was zu einem ­übergrossen ­Bildungsressort im Stadtrat führen würde.

Für die Oberstufe wären die Konsequenzen fatal, würde sie doch zum Spielball der politischen Interessen von links (ausufernder Ausbau) und rechts (Sparpotenzial). Schade.


24. Februar: Russiker Strassenproblem

Autorin: Lilian Moschin, Russikon

Der ausgiebige Artikel über die Renovation der Russiker Kantonsstrasse erregt Ärger bei Gemeinde und direkten Anwohnern der Strasse. Es war schon lange bekannt, dass sich viele Bewohner der Wettsteinstrasse über die Situation ärgern und sich laufend beschweren. Da es eine Kantonsstrasse ist, hat unsere Gemeindebehörde nichts damit zu tun. Seit Monaten wird sie aber damit belästigt.

Die Strasse führt direkt am Eggwies-Quartier vorbei. Dessen Häuser erleben den meisten Baulärm und die Obermoosstrasse den anfallenden Dreck. Nie hört man Beschwerden der Bewohner. Man trägt es mit Fassung und wartet auf das Ende der Bauarbeiten. Diese waren notwendig. Eine andere Lösung gab es nicht. Zudem müssen die Busse ihren Fahrplan gewährleisten können. Man hat es den Beanstandern x-mal erklärt, ­jedoch ohne Erfolg.

Mein Rat an den Initianten und die 100 Follower wäre, dass sie die wenigen Monate bis zur Fertigstellung der Strasse akzeptieren lernen. Seien wir doch froh, dass wir in einem so schönen und friedlichen Dorf leben können. Ohne Raketen und ohne Drohnen um die Häuser.


24. Februar: Ein stiller Schaffer für den Gemeinderat

Autor: Marc Métry, Präsident Die Mitte, Dürnten

Ralph Scheidegger gehört aus meiner Sicht zu den stillen Schaffern: In seinen acht Jahren als Elternrat in der Oberstufe Nauen – davon sechs als dessen Präsident – und in den vier Jahren in den Vorständen der Ortspartei Die Mitte Dürnten sowie des Dürntner Solarvereins Unternehmen Dürnten stellt er sich lieber in den Dienst der Sache statt in den Vordergrund.

Sein Bestreben, sich für die Gemeinschaft und die Gesellschaft zu engagieren, konnte er 15 Jahre lang als aktiver Feuerwehrmann in Hinwil ausleben. Heute macht er das sehr gerne auch für die Freizeit-Werkstatt Rüti-Tann-Dürnten.

Er weiss Menschen und Organisationen zu führen und zu entwickeln. Das hat er in ­seinem langjährigen Berufs- und Arbeitsleben in verschiedenen Unternehmen als Abteilungs-, Team- und Projektleiter bewiesen. Seine grösste Stärke ist die Art und Weise, wie er Menschen und Aufgaben ­miteinander verbinden kann. Diese Eigenschaft ist wie ­geschaffen für ein öffentliches Amt, in dem sich damit viel ­bewirken lässt.

Und genau das ist auch der Antrieb für seine Kandidatur als Gemeinderat in Dürnten. Er ist mit Sicherheit ein Gewinn und eine Bereicherung für ­dieses Gremium und gehört deshalb auf jeden Wahlzettel.


23. Februar: Erfahrung zählt – in Bau und Bildung

Autorin: Katharina Morf, Gemeinderätin FDP, Illnau-Effretikon

In Illnau-Effretikon stehen wichtige Wahlen an – und gleich in mehreren Behörden kommt es zu echten Kampfwahlen. Das zeigt: Demokratie lebt. Umso wichtiger ist es, ­genau hinzuschauen, wem wir Verantwortung übertragen.

Für die Baubehörde kandidiert mit Stefan Fässler (FDP) ein fachlich hervorragend ausgewiesener Bewerber. Als Architekt mit Spezialisierung auf ­Sanierung, Restaurierung und Modernisierung kennt er bau­liche Prozesse aus erster Hand. Ebenso ist er mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen bestens vertraut. Dieses Zusammenspiel aus Praxiswissen und rechtlichem Verständnis ist entscheidend, wenn es darum geht, unsere Stadt sorgfältig, nachhaltig und zukunftsgerichtet weiterzuentwickeln. Gerade in Zeiten steigender Anforderungen an Raumplanung, Energieeffizienz und Ortsbildschutz braucht es fundierte Fachkompetenz in der Baubehörde.

Auch in der Schulpflege stellt die FDP starke Kandidaturen. Daniel Imhasly, der sich zur Wiederwahl stellt, sowie neu auch Michael Popov bringen das nötige Rüstzeug und ein fundiertes Verständnis für die komplexen Anforderungen im Bildungsbereich mit. Schule betrifft viele Anspruchsgruppen – Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen, Eltern sowie weitere Fachpersonen. Gute Schulpolitik bedeutet, all diese Perspektiven ernst zu nehmen und ausgewogen einzubeziehen.

Beiden Kandidaten ist ­wichtig, den Fokus klar auf die Schule selbst zu legen: auf ­guten Unterricht, tragfähige Strukturen und faire Rahmenbedingungen für alle Beteiligten. Dabei soll nicht nur Schülerinnen und Schülern mit ­ausgewiesenen Defiziten die nötige Unterstützung zukommen, sondern ebenso jenen mit einem guten Leistungsniveau, damit auch sie gezielt gefördert und auf ihre Zukunft vorbereitet werden können.

Sachkompetenz, Engagement und ein klarer Blick für das Wesentliche – dafür stehen diese Kandidierenden. Sie verdienen Vertrauen und Unterstützung an der Urne.


21. Februar: Hinschauen und wählen

Autor: Roman Zwicky, Gossau

Der Wahlkampf in Gossau ist in vollem Gange, so, wie schon lange – zu lange – nicht mehr. Im Zentrum steht das Gemeindepräsidium, und hier lohnt es sich, einige Aspekte genauer anzuschauen. Der Amtsinhaber Jörg Kündig erklärt sich selber als besser und betont die Wichtigkeit der Kontinuität. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger werden entscheiden, ob diese Aussagen eine siebte Amtszeit legitimieren.

Aus meiner Sicht benötigen wir mit Daniel Wäfler eine frische Kraft, welche uneingeschränkt bei allen anstehenden Themen mitbestimmen kann. Persönlich kenne ich Daniel Wäfler seit mehr als 40 Jahren. Sein Blick für Zusammenhänge, sein Gespür dafür, anstehende Themen klar zu benennen und Lösungen zu entwickeln sowie seine Eigenständigkeit ermöglichen es ihm, tragfähige Konsense auszuarbeiten, welche kontinuierlich zum Erfolg führen.

Themen wie der Schutz des Tägernauer Holzes, die Schuldenbremse für Gossau oder die Verhinderung einer enteignenden BZO sind di­rekte Erfolge zugunsten von Gossau. Kandidaten, welche etwa die Schuldenbremse mit initiierten und sich ebenso an der Umsetzung beteiligen wollen, zeigen kein politisches Kalkül, sondern Mut, für die nächste Generation hinzustehen und Verantwortung zu übernehmen.

Deshalb wähle ich Daniel Wäfler als Gemeinderat und Gemeindepräsident – zusammen mit Markus Weidmann als Gemeinderat.


21. Februar: Daniel Huber und Simon Binder – ein echter Gewinn für den Stadtrat

Autor: Max Binder, alt Stadtrat, Illnau

Am 8. März wähle ich mit Überzeugung die beiden jüngsten Stadtratskandidaten Daniel Huber und Simon Binder in den Stadtrat von Illnau-Effretikon. Einerseits ist es wichtig, dass die SVP als stärkste Partei in die Exekutivverantwortung eingebunden wird, und andererseits stellt sie zwei bestens ausgewiesene Kandidaten zur Wahl. Beide haben als Präsidenten des Parlaments bewiesen, dass sie absolut fähig sind, sich auch in der Exekutive konstruktiv für die gesamte ­Bevölkerung einzusetzen.

Als Landschafts- und Kundengärtner ist der in Effretikon wohnhafte Daniel Huber der Natur verpflichtet und erfährt im täglichen Kontakt mit vielen Leuten, was sie bewegt. Er ist ein echter Vertreter für gute Rahmenbedingungen zugunsten funktionierender und starker örtlicher Gewerbebetriebe. Sie sind die Grundlage für Arbeitsplätze in unserer Gemeinde. Solide Finanzen, eine verlässliche kommunale Infrastruktur und eine vernünftige, pragmatische und gut durchdachte Stadtentwicklung sind ihm wichtig.

Simon Binder lebt mit seiner Familie mit drei Kindern in der Aussenwacht Luckhausen. Er ist der einzige Kandidat aus dem ländlichen Teil der ­Gemeinde und weiss, was es heisst, nicht jede Dienstleistung vor der Haustüre zu haben. Mit seiner verantwortungsvollen Arbeit als Landwirt lebt er mit seiner Familie für und von einer intakten Natur. In seiner Tätigkeit als ETH-Agronom trifft er am Strickhof Lindau als Erwachsenenbildner viele junge Leute und erfährt so in seiner Arbeit, was vor allem die junge Generation im Alltag bewegt. Eine solide Schul- und Weiterbildung sind ihm wichtig. Es ergibt sich fast von selbst, dass er sich vereinsaktiv für ein unterstützendes Umfeld für Eltern und Kinder engagiert.

Zuhören, respektvoll mit dem Gegenüber diskutieren und dann verantwortungsvoll entscheiden: Das zeichnet beide Kandidaten aus. Die Wahl von Daniel Huber und Simon Binder ist ein echter Gewinn für einen konsensfähigen Stadtrat der Zukunft.


21. Februar: Wer fliegt, sollte sich über Starts nicht wundern

Autor: Erich Reichle, Fällanden

Der Widerstand gegen die Südstarts vom Flughafen Zürich weitet sich aus. Die meisten Gemeinden der Bezirke Uster und Meilen sind dem Flugforum Süd angeschlossen, das Südstarts verhindern will. Teilweise wird die Bevölkerung sogar aufgefordert, beim Bundesamt für Zivilluftfahrt Beschwerde einzulegen. Neulich habe ich gelesen, die Schweizer Bevölkerung habe so etwas wie einen Weltrekord im Herumfliegen. Da frage ich mich doch, warum man sich dar­über beschwert und jammert und startende Flugzeuge als belastend empfindet! Kein Flug ohne startende Maschinen, und die machen unweigerlich einen gewissen Lärm. Da müsste man doch als letzte Konsequenz das Fliegen verbieten, was ja eigentlich ein Segen für die Natur wäre und für den extremen Energieverbrauch.

«Auch Weisslingen will keine Südstarts», Ausgabe vom 17. Februar


21. Februar: Klarstellung zum Leserbrief zu den Stadtwerken Wetzikon

Autor: Heinrich Vettiger, Stadtrat Wetzikon

Zur Diskussion im Zusammenhang mit dem Leserbrief über die Stadtwerke ist eine sachliche Einordnung notwendig. Ich erlaube mir daher, einige Punkte klarzustellen.

Im Jahr 2024 lagen die Gesamtkosten des Kunden über ­jenen von 2025 – und dies über sämtliche bezogenen Dienstleistungen hinweg. Dies gilt ausdrücklich auch für die Stromkosten, was angesichts tieferer Strompreise im Jahr 2025 nachvollziehbar ist. Hinzu kommt, dass der Kunde im Jahr 2025 einen anderen Energie­träger in deutlich höherem Umfang bezogen hat als im Vorjahr. Trotz dieses Mehrbezugs fiel die Gesamtrechnung 2025 tiefer aus als 2024.

Die höhere Abschlussrechnung 2025 ist somit nicht auf höhere Gesamtkosten oder höhere Strompreise zurückzuführen, sondern ausschliesslich auf die Struktur der Akontozahlungen. 2024 wurden höhere unterjährige Raten erhoben, weshalb die Schlussabrechnung entsprechend tief ausfiel. 2025 wurden bewusst tiefere Akontozahlungen festgelegt, was zu einer ­höheren Nachzahlung führte.

Eine isolierte Betrachtung der Abschlussrechnung vermittelt daher ein verzerrtes Bild. Massgeblich ist die effektive Jahresgesamtsumme – und diese war 2024 höher als 2025.


21. Februar: Der erneuerte Friedhof in Wetzikon: Einige Fragen

Autoren: Daniel von Orelli und Herbert Bommeli, Kempten/Wetzikon

Als Anwohner haben wir die bauliche Neugestaltung des Friedhofs mitverfolgen können und schauen jetzt auf eine im Ganzen gelungene, moderne Anlage mit aufwendig gestalteten Elementen, die auch von den Gebäuden her technisch den heutigen Anforderungen genügt. Nun haben wir aber ­einige Fragen:

Im Herbst 2023 wurde gebaggert, dann war Stille. Im Frühling wurden Bodenplatten betoniert und sogleich für Leitungen wieder aufgefräst. Darauf wurde manchmal gearbeitet, dann war es wieder lange Zeit still. «Zeitlupen-Baustelle» wurde gesagt. Im September 2024 nahm anscheinend jemand das an die Hand. Ab dann wurde heftig, zum Teil mit Überstunden auch samstags, gebaut. Das Gerüst des Hauptgebäudes war allerdings monatelang unbenutzt und kostete still vor sich hin.

Die Abdankungshalle weist allerdings einige wesentliche Mängel auf. Sie müsste tröstlich und einladend wirken, mit hoffnungsvollen, religionsneutralen Symbolen oder wenigstens freundlichen Farben. Die Halle ist aber sehr lieblos und kalt gestaltet. Die technische Ausstattung ist ungenügend. Es fehlen: ein E-Piano (Musikbeiträge, Lieder), eine Verstärkeranlage (mehrheitlich ältere Zuhörer), ein Beamer für Bilder und eine Musikanlage. Jetzt wurden ein hässlicher Monitor und zwei Lautsprecher auf Stelzen hineingestellt, am Boden liegen offene Kabel. Der Stadtrat hatte von den reformierten und katholischen Pfarrämtern eine Liste mit den Minimalanforderungen an den Raum bekommen. Diese wurde ignoriert. Da leben Experten in der Stadt, die zum Teil Hunderte Abdankungen gestaltet haben. Warum wurden sie nicht konsultiert?

Es ist stossend, dass die ­Stelen mit den Nischengräbern von der Strasse her gut sichtbar um einen grossen Asphaltplatz gruppiert sind, auf dem ein schwerer Lastwagen problemlos wenden kann. Warum geschieht der Ablad der Särge nicht diskret wie früher, sondern für Spaziergänger gut sichtbar von der Strasse her? Warum sind die WCs so de­zentral und am Wochenende erst noch geschlossen? Wozu braucht es über 40 Velo­abstellplätze? Vom Kiesbelag der Parkplätze kann der Schnee nicht geräumt werden. So muss man (z. B. mit dem Rollator) in den Schnee aussteigen. Warum gibt es immer noch keinen Wegweiser «Friedhof» an der Spital­strasse?

Dies einige unserer Ein­drücke vom neuen Friedhof.


21. Februar: Sonntagsruhe – was ist das?

Autorin: Maja Krüttli, Bauma

Bei aller Sympathie für «unsere» Dampfbahn – ich kann die Bedenken von Herrn Grüninger sehr gut nachvollziehen. Die in seinem Leserbrief erwähnte Sonntagsruhe hat doch schon lange keine Bedeutung mehr. Überall, wo am Sonntag Lärm gemacht wird, hat man diesen mit entsprechenden Bewilligungen erlaubt, ohne Rücksicht auf die Anwohner. Wenn ich könnte, würde ich gerne mit Herrn Grüninger tauschen.

Als ich 1988 hier sesshaft wurde, hätte ich nicht im Traum daran gedacht, unter welchen Umständen ich hier mal leben muss. Seit Jahren sind wir von frühmorgens bis spätabends dem Lärm der Agrola-Tank­stelle mit Shop und Autowaschanlage ausgesetzt, und diesan 365 Tagen im Jahr. An Feiertagen wie zum Beispiel Weihnachten und an Sonntagen ist es besonders schlimm. Den ganzen Tag wird gewaschen, Staub gesaugt und Teppiche geklopft. Aufenthalte auf dem Balkon: unmöglich. Geöffnete Fenster: nur mit Kopfhörer. Noch keine Lösung habe ich gefunden für den teilweise widerlichen Geruch des Waschschaums. Ihnen, Herr Grüninger, wünsche ich alles Gute.

Reaktion auf «Bald rollt der nostalgische Baumwoll-Express durchs Oberland», Ausgabe vom 3. Februar und den Leserbrief «DVZO-Pläne und ihre Folgen», Ausgabe vom 14. Februar


20. Februar: Hat unsere politische Klasse die Bodenhaftung verloren?

Autor: Zeno Schärer, Gemeinderat SVP, Wetzikon

Die Teilrevision der Wetziker Gemeindeordnung, über die wir am 8. März abstimmen, wurde im «Zürcher Oberländer» bislang nur am Rande ­behandelt. Eine öffentliche ­Diskussion findet kaum statt. Das erstaunt, denn das Volk würde mit einem Ja seiner ­eigenen Teilentmachtung ­zustimmen. Es dürfte dann über einmalige Ausgaben bis 1,5 Millionen Franken und jährlich wiederkehrende Ausgaben bis 0,4 Millionen Franken nicht mehr abstimmen. Die Befürworter der Revision bezeichnen solche Geldbe­träge als gering. Zeigt das nicht die verloren gegangene Boden­haftung unserer politischen Klasse?

Vom fakultativen Referendum wurde in Wetzikon bisher mit Augenmass Gebrauch gemacht. Stets korrigierte das Volk den Parlamentsentscheid, zuletzt bei der geplanten Einführung von flächendeckendem Tempo 30. Kein Wunder, dass manche diese lästige ­Interventionsmöglichkeit des Souveräns beseitigen möchten. Dazu kann das Volk zweimal nacheinander seine Meinung sagen: am 8. März mit einem wuchtigen Nein zur Teilrevi­sion der Gemeindeordnung – und am 12. April bei den Gemeindewahlen, indem es die bürgerlichen Kräfte stärkt, ­welche die Volksrechte gegen die Demokratie-Abbauer von Mitte-links verteidigen.


20. Februar: Mit der Wahl die Zeichen für die Zukunft stellen

Autor: Katharina Morf, Gemeinderätin FDP, Illnau-Effretikon

Die Bevölkerung von Illnau-Effretikon wählt am 8. März ­ihren Stadtrat und ein 36-köpfiges Parlament. Die FDP Illnau-Effretikon ist unter den neun antretenden Parteien die einzige Ortspartei, die nach 2022 erneut mit einer vollständigen 36er-Liste antritt – ohne Doppelkandidaturen. Jede ­Person steht mit einem eigenen, liberal geprägten Profil zur Wahl.

Auf der FDP-Liste finden sich rund ein Drittel Frauen, wovon zwei Frauen auf den vordersten Rängen kandidieren. Sie wollen als aktive Vorstandsmitglieder zukünftig noch präsenter politische Verantwortung übernehmen. Zudem bildet die FDP-Kandi­datenliste die Breite unserer Stadt repräsentativ ab: verschiedene Altersgruppen und Generationen, Menschen aus städtischen und ländlichen Ortsteilen, Selbständige ebenso wie Angestellte. Diese Vielfalt an Lebens- und Berufserfahrungen ist für eine gute kommunale Politik zentral.

Auffällig ist auch: Auf der 36er-FDP-Liste kandidieren – anders als bei anderen Ortsparteien – keine ehemaligen Re-gierungs-, Kantons- oder Stadträte als Listenfüller. Im Vordergrund stehen engagierte Persönlichkeiten, die mit Frische und Elan die Zukunft von Illnau-Effretikon mitgestalten wollen.

Die Zusammensetzung und die Ausgewogenheit unserer Liste 3 für die Parlamentswahlen von Illnau-Effretikon machen mich stolz. Ebenso freut es mich, dass unsere drei bisherigen, erfahrenen Stadträte zur Wiederwahl antreten – inklusive der Bereitschaft zur Weiterführung des Stadtpräsidiums. Die FDP Illnau-Effretikon mit ihren lokal sehr gut verankerten Persönlichkeiten hat die Unterstützung bei den Erneuerungswahlen verdient.


20. Februar: Weniger Mitspracherechte für die Wetziker Stimmberechtigten

Autor: Pierre Duc, Wetzikon

Am 8. März dürfen wir an der Urne auch zu einer Teilrevision der Gemeindeordnung der Stadt Wetzikon Stellung nehmen. In erster Linie geht es ­darum, die Gemeindeordnung an das neue Gesetz des Kantons anzupassen. Der Stadtrat hat die vorgeschriebene ­Überarbeitung zum Anlass ­genommen, zu überprüfen, ob weitere Anpassungen sinnvoll seien. Dabei wird unter anderem vorgeschlagen, die Bestimmungen zum fakultativen ­Referendum bei finanziellen Ausgaben einzuschränken.

Bei einmaligen Ausgaben bis zu 1,5 Millionen Franken wäre ein fakultatives Referendum nicht mehr möglich. Es ist festzu­halten, dass oft der finanzielle Aspekt bei einer Vorlage nur ein Teilaspekt der Vorlage ist, wie es bei der damaligen abgelehnten Vorlage zur Einführung einer 30er-Zone der Fall war. Es geht oft um ein für die Stadt­bevölkerung wichtiges «sach­liches» Anliegen.

Das fakultative Referendum wurde nach der Abschaffung der Gemeindeversammlung im Jahr 2014 eingeführt. Von diesem Recht wurde in den letzten elf Jahren dreimal Gebrauch gemacht. Bei den Urnenabstimmungen haben die Stimmberechtigten, nebenbei erwähnt, diese drei Vorlagen der Wetziker Behörden abgelehnt.

Die Behörden begründen diese Abschaffung mit einer höheren Effizienz und mit ­einer Schonung der Steuer­gelder. Welche höhere Effizienz es geben sollte, ist für mich kaum verständlich. Zudem wurden die höheren Kosten von rund 20 000 Franken pro fakultatives Referendum bei den drei abgelehnten Vorlagen durch den Wegfall von Aufwendungen x-mal kompensiert. ­Zudem ist es allgemein bekannt, dass das Risiko eines ­fakultativen Referendums die Parlamentarier oft dazu bewegt, konsensfähigere Lösungen vorzuschlagen.

Warum sollten die Stimm­berechtigten auf dieses Mitspracherecht verzichten? Es wäre für die Schweiz sehr untypisch. Die Mitbestimmung ist uns stets sehr wichtig. Lehnen Sie daher am 8. März diese Vorlage ab.


20. Februar: Gewerbeförderung: Bodenhaftung statt Luftschlösser

Autor: Roman Nüssli, Agasul

Illnau-Effretikon verfügt über enormes Potenzial. Vieles ­wurde in den vergangenen ­Jahren mit guten Absichten ­angestossen, doch bei der Umsetzung blieb die Wirkung oft hinter den Erwartungen zurück. Während der aktuelle Stadtrat im Industriegebiet Riet/Langhag in Effretikon von der Ansiedlung interna­tionaler Gross­konzerne auf der «grünen ­Wiese» träumt, geraten die ­Bedürfnisse un­seres hiesigen Gewerbes zu oft in den Hintergrund.

Dabei sind es unsere lokalen Betriebe, die das wahre Rückgrat unserer Stadt bilden. Sie sichern Arbeits- und Lehrstellen vor Ort und tragen massgeblich zu einem lebendigen Gesellschaftsleben bei. Anstatt vagen Prestigeprojekten nachzueifern, sollte die Stadtpolitik jene unterstützen, die bereits hier sind und einen greifbaren Mehrwert für die lokale Bevölkerung schaffen.

Damit wir wieder echte Fortschritte statt nur Visionen erzielen, braucht es im Stadtrat eine stärkere bürgerliche Vertretung mit dem Fokus auf das lokal Machbare. Mit Daniel Huber und Simon Binder kandidieren neu zwei Persönlichkeiten, die genau diese gesunde Bodenhaftung und das nötige Gespür für unser Gewerbe mitbringen. Für eine Stadtentwicklung mit Weitblick und echtem KMU-Bezug empfehle ich, diese beiden Kandidaten als Ergänzung zu den bewährten bürgerlichen Kräften am 8. März neu in den Stadtrat zu wählen.


20. Februar: Rein sportlich betrachtet, sollte öfters gewählt werden

Autor: Beat Gfeller, Nänikon

In drei Wochen stehen Gemeinderatswahlen an. Wer rund um den Greifensee unterwegs ist, merkt das sofort – nicht an ­politischen Debatten, sondern an der Dichte der Wahlplakate. Kaum ein Kilometer ohne freundlich lächelnde Gesichter, die sympathisch, volksnah und kompetent wirken möchten.

Als regelmässiger Velofahrer rund um den See stehe ich ­diesem Wahlkampfgetue normalerweise eher skeptisch ­gegenüber. Auffällig ist dieses Jahr jedoch die starke Präsenz weiblicher Kandidatinnen – zahlenmässig durchaus auf ­Augenhöhe mit den Männern. Und auch wenn Kompetenz und Engagement selbstverständlich im Vordergrund stehen sollten: Als Mann nimmt man den weiblichen Charme auf den Plakaten dann doch ganz besonders wahr. Während ich schweissgebadet, nach Atem ringend, mit hochrotem Kopf und weit entfernt von jeder Wahlplakat-Ästhetik am See entlangfahre, lächeln mich die Kandidatinnen aufmunternd und fast schon persönlich an.

Das motiviert. Die Umrundung fühlt sich kürzer an, der Gegenwind viel weniger hart. Offenbar wirkt politische Sympathie auch leistungsfördernd.

Sollte dies der Beitrag des Wahlkampfs zur Gesundheitsförderung rund um den Greifensee sein, dann kann ich ­damit gut leben. Und ich frage mich, warum eigentlich nicht öfter gewählt wird – rein sportlich betrachtet, versteht sich.


20. Februar: Hinschauen und wählen

Autor: Roman Zwicky, Gossau

Der Wahlkampf in Gossau ist in vollem Gange, so, wie schon lange – zu lange – nicht mehr. Im Zentrum steht das Gemeindepräsidium, und hier lohnt es sich, einige Aspekte genauer anzuschauen. Der Amtsinhaber Jörg Kündig erklärt sich selber als besser und betont die ­Wichtigkeit der Kontinuität.

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger werden ent­scheiden, ob diese Aussagen eine siebte Amtszeit legiti­mieren. Aus meiner Sicht be­nötigen wir mit Daniel Wäfler eine frische Kraft, welche uneingeschränkt bei allen an­stehenden Themen mitbestimmen kann. Persönlich kenne ich ­Daniel Wäfler seit mehr als 40 Jahren. Sein Blick für ­Zusammenhänge, sein Gespür ­dafür, anstehende Themen klar zu benennen und ­Lösungen zu entwickeln, sowie seine Eigenständigkeit er­möglichen es ihm, tragfähige Konsense auszuarbeiten, welche kontinuierlich zum Erfolg führen.

Themen wie der Schutz des Tägernauer Holzes, die Schuldenbremse für Gossau oder die Verhinderung einer ent­eignenden BZO sind direkte ­Er­folge zugunsten von Gossau. Kandidaten, welche etwa die Schuldenbremse mitinitiierten und sich ebenso an der Um­setzung beteiligen wollen, ­zeigen kein politisches Kalkül, sondern Mut, für die nächste Generation hinzustehen und Verantwortung zu übernehmen.

Deshalb wähle ich Daniel Wäfler als Gemeinderat und Gemeindepräsidenten – zusammen mit Markus Weidmann als Gemeinderat.


20. Februar: SRG – keine halben Sachen

Autor: Thomas Wälchli, Uster

Länder wie Italien, Ungarn oder die USA haben vorgezeigt, was eine Schwächung der öffentlich-rechtlichen Medien bewirkt: Von Milliardären finanzierte Medien halten sich an keinerlei Qualitätsstandards.

Sie streuen der zunehmend schlecht informierten Bevölkerung Sand in die ­Augen – mit dem Ziel, dass sich ebendiese Milliardäre weiterhin skrupellos bereichern können. Wohin dies führt, verfolgen wir aktuell in den USA mit.

Wir brauchen dringender denn je eine starke, unabhän­gige SRG, welche den Mächtigen auf die Finger schaut. Die Halbierungsinitiative geht in die falsche Richtung. Ich empfehle allen Stimmberechtigten, diese unschweizerische Initiative am 8. März abzulehnen.


19. Februar: Ist Egg bereit für eine Verjüngung des Gemeinderats?

Autor: Markus Gonseth, Egg, Präsident FDP

Für die Gemeindewahlen am 8. März stellen sich in Egg leider nur Männer zur Verfügung. Von den neun Kandidaten sind nur gerade drei unter 45 Jahre jung. Die Frage, ob Egg bereit für eine Verjüngung des ­Gemeinderats ist, greift ein ­Thema auf, das viele Gemeinden betrifft – und das nicht auf ein blosses «Junge gegen Alte» reduziert werden sollte. Erfahrung, Ortskenntnis und Kontinuität sind ohne Zweifel grosse Stärken langjähriger Manda­tarinnen und Mandatare. Gleichzeitig verändern sich ­Gesellschaft, ­Arbeitswelt und Lebensrealitäten rasant, ins­besondere für jüngere Gene­rationen.

Eine echte Verjüngung bedeutet daher nicht den Austausch von Erfahrung gegen ­Jugend, sondern die bewusste Ergänzung. Junge Menschen bringen neue Perspektiven, ­andere Kommunikationsformen und ein Gespür für ak­tuelle Herausforderungen mit – etwa in den ­Bereichen Wohnen, Mobilität, Klima oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Diese Sichtweisen verdienen ­einen Platz in der Gemeinde­politik.

Entscheidend ist letztlich nicht das Alter, sondern die ­Bereitschaft zum Dialog, zur Zusammenarbeit und zur ­Offenheit für neue Ideen sowie der Zeitaufwand. Wenn es gelingt, Erfahrung und frischen Wind im Gemeinderat zu verbinden, kann Egg nur gewinnen. Die kommenden Wahlen bieten die Chance, genau dieses ausgewogene Miteinander zu ermöglichen, und werden hoffentlich auch dazu führen, dass wieder mehr junge Leute an die Urne gehen.


19. Februar: Altersblindheit von ­Gemeindebehörden: Wie lange noch?

Autor: Christian Marti, Fehraltorf

Politik für ältere Menschen oder Politik mit ihnen? Das ist eine Grundsatzfrage.

In vielen Zürcher Gemeinden ist Energiepolitik längst strategisch verankert. 76 von 160 Gemeinden tragen das Label Ener­giestadt. Blickt man jedoch auf die Alterspolitik, zeigt sich ein ganz anderes Bild: Altersleitbilder existieren oft nur auf dem Papier, verbindliche Ziele fehlen fast überall. Angesichts der demografischen Entwicklung erstaunt diese Schieflage.

Während in der Schule Elterngremien selbstverständlich und gesetzlich vorgeschrieben sind, bleiben ältere Menschen von vergleichbaren Mitwirkungsmöglichkeiten ausgeschlossen. In Alters- oder ­Gesellschaftskommissionen sitzen überwiegend Behördenmitglieder – und entsprechend dominiert ein defizitorientiertes Bild des Alters: Sie nehmen alte Menschen einseitig als ­gesundheitlich oder finanziell bedürftig wahr. Dabei erlebe ich im Alltag immer wieder, wie viel Erfahrung, Kompetenz und Engagement ältere Menschen einbringen könnten, wenn man sie liesse.

Zur Abhilfe sollten Gemeinden Gremien schaffen, in denen Seniorinnen und ­Senioren ihre Perspektiven ­einbringen können. Statt aus Behördenmitgliedern sollten sie aus älteren Einwohnerinnen und Einwohnern bestehen. Sie sollten nicht nur eine be­ratende Funktion gegenüber dem Gemeinderat haben, ­sondern auch über ein Antrags- und Mitwirkungsrecht in altersrelevanten Fragen verfügen. Ein solches Gremium vermag nicht nur die Bedürfnisse, sondern auch Ideen, Kompetenzen und Lösungsansätze in die kommunale Politik einzu­bringen.

Alterspolitik verdient denselben Stellenwert wie Energiepolitik. Eine Gemeinde, die ihre älteren Menschen ernst nimmt, stärkt den sozialen Zusammenhalt und nutzt Potenziale, die heute oft ungenutzt bleiben. Dies bedeutet, nicht nur eine verbindliche Alterspolitik zu formulieren, sondern sie auch partizipativ umzusetzen. Alles andere heisst, eine wachsende Bevölkerungsgruppe zu mar­ginalisieren und wertvolle ­gesellschaftliche Ressourcen brachliegen zu lassen.

Die Behördenwahlen stehen bevor. Wird die Alterspolitik weiterhin ein Randthema bleiben, oder erhält sie endlich die Priorität, die sie verdient?


19. Februar: Mehr Busse, weniger Autos – aber zu welchem Preis?

Autor: Daniel Schnyder, Uster, Gemeinderat sowie Präsident SVP

Die Debatte im Gemeinderat über das Bahnhofzentrum zeigt deutlich, wohin die verkehrs­politische Reise in Uster gehen soll: mehr Platz für Busse – und weniger Platz für Autos. Ein hindernisfreier Bushof ist selbstverständlich richtig. Doch das nun ­beschlossene Vorgehen wirft grundsätzliche Fragen auf.

Wenn die Parkplätze an der Bankstrasse durch Bushaltekanten ersetzt werden, wertet das das Areal weder für Fussgänger noch für Autofahrer und schon gar nicht für das ansäs­sige Gewerbe auf. Die Grobkosten für die Teilprojekte liegen bei 15,1 Millionen Franken – bei einer ausgewiesenen Kosten­unsicherheit von plus/minus 30 Prozent. Am Ende könnte es also deutlich teurer werden. In einer Zeit, in der die Stadt bereits hohe Investitionen plant und die Verschuldung steigt, darf man erwarten, dass Prioritäten sorgfältig gesetzt werden.

Hinzu kommt die teilweise Sperrung der Bankstrasse. Of­fiziell bleibt der Bahnhof «erreichbar – über andere Wege». In der Praxis heisst das: Umwege, zusätzliche Verkehrsbelastung in angrenzenden Quartieren und weitere Nachteile für Gewerbe, Lieferdienste sowie Kundinnen und Kunden. Wer Verkehr einfach verlagert, löst kein Problem – er verschiebt es.

Ein Bahnhof ist mehr als ein ÖV-Knotenpunkt. Er ist Eingangstor zur Stadt, Wirtschaftsstandort und Begegnungsort. Eine nachhaltige ­Planung muss deshalb alle Verkehrsteilnehmenden gleichermassen berücksichtigen und darf nicht einseitig priorisieren.

Gerade weil es sich um ein so zentrales Projekt handelt, braucht es Augenmass, finan­zielle Vernunft und eine ausgewogene Interessenabwägung. Dafür setzt sich die SVP Uster konsequent ein. Wer diese Prioritätensetzung unterstützt, hat am 12. April die Möglichkeit, an den Gemeinderatswahlen in Uster teilzunehmen und mit seiner Stimme ein Zeichen zu setzen – Wahlbeteiligung ist kein Selbstläufer, sondern ein demokratisches Privileg.


19. Februar: Stadtwerke Wetzikon – jetzt muss wirklich aufgeräumt werden

Autor: Max Huber, Wetzikon

Schon vor einem Jahr wurde in der Öffentlichkeit und in ­Leserbriefen festgestellt, dass die Situation bei den Stadt­werken Wetzikon in Bezug auf die Kosten für das Gewerbe und die Haushalte unhaltbar ist. Wetzikon wies damals die höchsten Energiepreise im ganzen Kanton auf. 2025 bekam unser Haushalt eine Rechnung von 1300 Franken, einige Quartale zuvor waren es noch 600 Franken.

Kurzfristig wurde es besser. Ich weiss nicht, warum, wahrscheinlich nicht wegen meines Leserbriefs, in dem ich den Stadtrat, das Parlament und die Führung der Elektrizitätswerke scharf kritisiert hatte. Am 24. Oktober 2025 hat mein Haushalt eine Rechnung von 800 Franken erhalten, das war einigermassen in Ordnung. Vor ein paar Tagen nun eine Rechnung von Fr. 1725.20. Das ist also mehr als das Doppelte seit dem letzten Quartal. Ich nehme an, es ist auch anderen Gewerbetreibenden und anderen Haushalten so ergangen.

Es muss den Stadtwerken bewusst sein, dass Gewerbe und Haushalte neben den Steuern, höheren Krankenkassenprämien und höheren Mieten solche exorbitante Rechnungen nicht einfach so hinnehmen. Und die Stadtwerke müssen verstehen, dass Gewerbe und Haushalte Veränderungen ­wollen, unangenehme Veränderungen für die Führung der Stadtwerke.

Es fällt ja nicht einfach so vom Himmel, dass die Energiepreise der Stadtwerke Wetzikon unhaltbar sind. Dahinter stehen Misswirtschaft, eine falsche Strategie und katastrophales Einkaufsverhalten. Jetzt braucht es Veränderungen, es muss rigoros aufgeräumt werden. Ich fordere Stadtrat und Parlament auf, endlich dafür zu sorgen, dass Wetzikon bezahlbare Energiepreise hat. Dazu muss die gesamte Führung der Stadtwerke ausgetauscht werden.

Die ­jetzige Führung hat zu lange versagt und gezeigt, dass sie nicht fähig ist, eine vernünftige Energiepolitik zu betreiben. Gewerbe und Haushalte können diese Energierechnungen schlichtweg nicht mehr bezahlen. Und nur wegen der Unfähigkeit der Stadtwerke in eine andere Gegend zu ziehen, ist auch ­keine Option.

Bald stehen in Wetzikon wieder Wahlen an. Sollten sich Stadtrat und Parlament nicht dazu aufraffen können, endlich eine bezahlbare Energie zu ­liefern, rate ich allen tarif­geschädigten Personen, nicht an die Urne zu gehen. Keine Stimme ist auch ein Zeichen.

Wetzikon muss sich in Bezug auf die Stadtwerke ändern, und zwar schnell und konsequent.


19. Februar: Individualbesteuerung: Gewinner oder doch mehr Verlierer?

Autor: Barbara Schnyder, Hinwil

Am 8. März stimmen wir über die Individualbesteuerung ab. Man versucht uns schmackhaft zu machen, dass wir von diesem Systemwechsel profitieren würden. Vor allem Ehepaare sollen aus der separaten Besteuerung einen Nutzen ­ziehen. Dies trifft jedoch nur bedingt zu. Neben Ehepaaren mit traditioneller Rollenverteilung würden auch kinderlose Alleinstehende stärker belastet. Abgesehen von der Abschaffung des sogenannten Ehe­gattentarifs sieht die Vorlage auch Steuererhöhungen vor, um die Einnahmeausfälle für den Bund zu begrenzen. Auch dies ginge mehrheitlich zulasten der Alleinstehenden. Klas­sische Einverdienerfamilien würden dadurch sogar doppelt belastet.

Vermögenswerte würden künftig nach den Eigentumsverhältnissen besteuert. Das Gleiche gilt für die Schulden und Schuldzinsen.

Wurden die Auswirkungen der geplanten Neuregelung des Besteuerungssystems wirklich kritisch angeschaut und auch auf lange Sicht überprüft?

Es wird geschätzt, dass bei einer Annahme die Verwaltungen gesamtschweizerisch ungefähr 1,7 Millionen zusätz­liche Steuererklärungen zu ­verarbeiten hätten. Dies würde zu hohen Mehr­kosten bei Kantonen und Gemeinden führen. Die Individualbesteuerung würde zu einem signifikant ­höheren personellen und administrativen Aufwand führen. Dies müsste ebenfalls vom ­Bürger finanziert werden.

Der bürokratische Aufwand würde sich auch in der Familie erhöhen, weil beide Ehepartner eine separate Steuererklärung ausfüllen müssten. Die ge­plante Umstellung würde eine Kettenreaktion auslösen und auch Mehrarbeit bei den So­zialdienstleistungen und Ver­sicherungen generieren.

Wäre es nicht sinnvoller, ­unser Steuersystem zu vereinfachen anstatt zu verkompli­zieren? Unser System ist jetzt schon träge, teuer und chronisch überlastet. Deshalb ­empfehle ich ein Nein.


19. Februar: Smart wählen in Illnau-Effretikon

Autor: Ivo Egger, Effretikon

Wer wählt, übernimmt Ver­antwortung – auch in Illnau-Effretikon. Doch bei der Vielzahl an Kandidierenden (ins­gesamt 155 für 36 Sitze) fällt es nicht leicht, den Überblick zu behalten. Mir persönlich hilft es, die Profile auf Smart­vote zu nutzen und die politischen Positionen der Kandidierenden direkt zu vergleichen.

Ich möchte deshalb andere Stimmberechtigte in unserer Stadt ermutigen, sich vor dem Ausfüllen des Wahlzettels ein paar Minuten Zeit zu nehmen und die verfügbaren ­Profile der Kandidierenden ­anzuschauen.

Ihre fundierte Entscheidung stärkt unsere lokale Demo­kratie.


19. Februar: Zauberformel des Stadtrats von Illnau-Effretikon

Autor: Kurt Brüngger, Illnau

Die aktuelle Zusammensetzung des Stadtrats von Illnau-Effretikon entspricht heute einer ausgewogenen Aufteilung: dreimal rechts, zweimal Mitte, zweimal links. Dies entspricht der Zusammensetzung im Stadtparlament und spiegelt somit den Willen der Stimmbevölkerung. Aus meiner Sicht ist diese Zauberformel ein Garant für gute Zusammenarbeit und gute Entscheide und sollte beibehalten werden.

Es freut mich, wie Brigitte Röösli und Samuel Wüst ihre Ressorts Gesellschaft und Bildung mit viel Augenmass und Erfolg führen. So schaut Bri­gitte Röösli zum Beispiel, dass mit den soziokulturellen Angeboten Menschen jeden Alters am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Sie hat auch die Vorgaben der erhöhten Aufnahmequote für Asyl­suchende in aller Stille umgesetzt, und es konnten für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösungen gefunden werden.

Samuel Wüst entwickelt mit seinen Fachpersonen die ­Schule weiter, damit alle Schülerinnen und Schüler eine zukunftsgerichtete Schule be­suchen können. Er führt die Schulleitungen mit viel Umsicht und leitet die Schulpflege kompetent.

Ich bin froh, dass Brigitte Röösli und Samuel Wüst auch für die nächsten vier Jahre für den Stadtrat kandidieren und ihre wertvollen Erfahrungen weiterhin für unsere Stadtgemeinde einsetzen möchten.


18. Februar: Für das Weiterbestehen des GZO Spitals kämpfen

Autor: Heinz Schwitter, Wolfhausen

Seit 2018 bin ich im GZO Spital Wetzikon wegen Herzproblemen in Behandlung. In dieser Zeit hatte ich vier Katheterablationen wegen Herzrhythmusstörungen/Vorhofflimmern. Ausserdem war ich mindestens achtmal in der Notfallstation für Elektroschocks. Ich fühlte mich immer ernst genommen und wurde sehr professionell von allen Ärzten betreut und vom Pflegepersonal aufmerksam gepflegt. Als ich noch gesund war, hätte ich natürlich nie gedacht, dass ich einmal auf das GZO angewiesen wäre.

Aber jetzt möchte ich mich beim gesamten Personal des GZO bedanken für die aufmerksame und einfühlsame Betreuung, die ich dort erleben durfte. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass das GZO noch lange bestehen bleibt, und bitte alle Oberländerinnen und Oberländer, für das Weiterbestehen des GZO zu kämpfen. Bald stehen ja auch Wahlen an.


18. Februar: Wegschauen ist keine Lösung

Autor: Simon Binder, Luckhausen

Unbekannte haben kürzlich in Effretikon reihenweise Autoscheiben eingeschlagen – 21 an der Zahl. Auf der Baustelle unseres neuen Feuerwehrgebäudes kommt es wiederholt zu Einbrüchen und Sprayereien, weshalb nun eine umfassende Videoüberwachung angeordnet werden musste. Selbst unsere lokalen Gastronomen blieben von mutwilliger Zerstörung nicht verschont. Diese jüngsten Vorfälle zeigen ein tieferliegendes Problem: Der Respekt vor fremdem Eigentum schwindet. Das spüre ich auch persönlich: So werden unsere Wahlplakate regelmässig verwüstet. Jenen Plakatständer beim Hotzehuus haben wir nun zum vierten Mal aufgestellt – nicht aus Trotz, sondern weil Vandalismus niemals das letzte Wort haben darf.

Doch machen wir uns nichts vor: Reparaturen, Polizeirap­porte und Videoüberwachungen sind reine Symptombekämpfung – eine teure «Pflästerlipoli­tik» auf Kosten der Allgemeinheit und ein Eingeständnis ­einer gescheiterten Prävention. Wir müssen das Problem endlich an der Wurzel packen. Was es braucht, ist eine konsequente Nulltoleranz gegenüber Vandalen. Anstatt nur den Schaden zu verwalten, müssen die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Wir müssen wieder hinschauen und klare Grenzen setzen.


18. Februar: Prädestiniert fürs Schulpräsidium

Autorin: Eva Weber, Wetzikon

Der amtierende Schulpräsident von Wetzikon, Jürg Schuler, tritt bei den Wahlen vom 12. April nicht mehr an. Nun gilt es, das wichtige und anspruchsvolle Amt des Schulpräsidiums neu zu besetzen. Andrea Grossen-Aerni (Brücke-Fraktion EVP/Die Mitte/GLP) befasst sich seit mehreren Monaten mit den Anforderungen für dieses Amt. Wenn sie aussagt: «Eine starke Schule lebt von motivierten Lehrpersonen, lernfreudigen Kindern und einem leistungsfähigen Schulbetrieb», dann weiss sie, wovon sie spricht. Sie hat während der Schulzeit ihres Sohns im Elternrat mitgewirkt und verfügt über eine mehr als 20-jährige Lehrtätigkeit. Als Wetziker Parlamentarierin ist sie insbesondere Mitglied der Fachkommission Bildung. Zudem setzt sie sich im Kantonsrat stets für gute Bedingungen der Zürcher Volksschule ein.

Andrea Grossen-Aerni verspricht nicht das Blaue vom Himmel, welches dann nicht einzuhalten ist. Dank ihrer kommunikativen Art wird sie den ­Dialog zwischen Bevölkerung, Schule und Politik suchen und politische Verantwortung übernehmen. Mit grosser Überzeugung wähle ich am 12. April sie als neue Schulpräsidentin.


18. Februar: Gute Gründe für ein Ja zum FEB-Kredit

Autor: Richard Sägesser, Uster

Am 8. März stimmt Uster über die Erhöhung des Kredits für die familienergänzende Betreuung (FEB) ab. Für liberal denkende Menschen gibt es meist gute Gründe, Subventionen kritisch zu hinterfragen. Den FEB-Kredit unterstütze ich jedoch. Ich mache mich damit nicht zum Fürsprecher eines bestimmten Familienmodells. Eltern sollen für sich frei wählen können, wie sie die Betreuung ihrer Kinder organisieren wollen. Da gibt es kein richtig oder falsch. Aber es gibt aus meiner Sicht durchaus öffentliche Interessen, die für eine massvolle Subventionierung von Krippenplätzen sprechen: 

Erstens: Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist statistisch ein entscheidender Faktor für die Erwerbsfähigkeit der Elternteile und für die Armutsprävention. Wer früh im Arbeitsprozess integriert bleibt, hat auch später bessere Chancen, Arbeit zu finden. Damit entfallen Kosten für Sozialhilfe oder andere Unterstützungsleistungen.

Zweitens: Aufgrund der demografischen Entwicklung haben wir ein gesellschaftliches Interesse daran, dass junge Menschen Familien gründen. Für Eltern, die nicht auf andere Betreuungsmöglichkeiten ausweichen können, sind bezahlbare Krippenplätze unter Umständen eine Voraussetzung für die Familiengründung.

Drittens: Kinder ausländischer Eltern oder mit schwierigen sozialen Verhältnissen werden durch die Krippe früh und einfach integriert. Das spart Kosten für sonderpädagogische Massnahmen in der Schule.

Mit dem FEB-Kredit investieren wir in diese drei Zielsetzungen, und zwar nicht mit der Giesskanne, sondern mit gezielten, abgestuften Beiträgen. Der bisherige jährliche Kredit von zwei Millionen Franken stammt aus dem Jahr 2003. Seither ist die Bevölkerung von Uster um rund 25 Prozent gewachsen, was der Hauptgrund der Erhöhung ist. Von mir gibt es am 8. März ein Ja.


18. Februar: Wenn eine Wahl keine Wahl mehr ist

Autor: Christian Marti, Fehraltorf

Was bedeutet es für eine Gemeinde, wenn für zentrale Ämter nur so viele Personen kandidieren, wie Sitze zu vergeben sind? Für mich ist das ein beunruhigendes Zeichen – und zwar aus zwei Gründen.

Erstens wirkt es wie ein Verfahren hinter verschlossenen Türen, ein abgekartetes Spiel. Wenn sich vier Ortsparteien im kleinen Kreis einigen, bevor die Bevölkerung überhaupt Alter­nativen sieht, verliert die Wahl ­ihren Kern: echte Entscheidungsmöglichkeiten. Demokratie lebt von Transparenz, Wettbewerb und der Chance, Profile zu vergleichen. Eine Wahl ohne Auswahl ist keine Wahl. Sie ist kein Ruhmesblatt für die Ortsparteien, denn es schwächt das Vertrauen in den politischen Prozess.

Zweitens stellt sich eine noch grundlegendere Frage: Was, wenn schlicht zu wenige Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen? Wenn es immer schwieriger wird, Behörden überhaupt zu besetzen? Eine Gemeinde, die ihre Ämter nur noch knapp füllen kann, verliert an Gestaltungskraft und Zukunftsfähigkeit.

Diese beiden Gedanken lassen mich nicht los. Deshalb lege ich meinen Wahlzettel leer ein – nicht aus Desinteresse, sondern als Protest. Wir brauchen wieder echte Auswahl, echte Diskussionen und echte Beteiligung. So darf es nicht weitergehen.   


18. Februar: Lärmbelastung hat biologische Auswirkungen

Autorin: Eva-Maria Müller, Uster

Über unsere Köpfe hinweg sollen in Zukunft während des ganzen Tages (6 bis 23.30 Uhr) bei Bisenlage Flugzeuge star-ten dürfen. Das bedeutet während bis zu 17 Stunden pro Tag Lärm von 70 Dezibel oder mehr.

Lärmbelastung hat biologische Auswirkungen, auch wenn sie unbewusst erfolgt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist darauf hin, dass laute Geräusche nicht nur Hörschäden verursachen, sondern auch Stressreaktionen, Bluthochdruck, Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Störungen der kognitiven Entwicklung begünstigen.

Schon Pegel, die wir oft als «normal laut» empfinden, wirken auf unseren Körper: Der Lärm aktiviert unbewusst das vegetative Nervensystem – Cortisol und Adrenalin (Stresshormone) werden freigesetzt, der Blutdruck steigt, und über längere Zeit gerät das Gleichgewicht zwischen Stress und Erholung durcheinander. Darüber hinaus zeigt sich, dass Lärm den Schlaf stört, selbst wenn man denkt, man höre ihn nicht. Also: Lärm ist unsichtbar, aber keineswegs neutral.

Über unsere Köpfe hinweg will nun das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) mit dem SIL (Sachplan Infrastruktur Luftfahrt) entscheiden, dass ein Grossteil der Zürcher Bevölkerung einer anhaltend gesundheitsschädlichen Lärmbelastung ausgesetzt wird. Der SIL ist ein Koordinationsinstrument des Bunds für die zi-vile Luftfahrt in der Schweiz. Er unterliegt direkt dem Bundesrat, das heisst, er liegt ausserhalb des Einflussbereichs des Parlaments. Wer damit nicht einverstanden ist, dem bleibt nur der juristische Weg. Bei dieser Konzeptänderung soll aber Einsprachen die aufschiebende Wirkung entzogen werden. Das ist zutiefst undemokratisch.

Bis gestern war es möglich, Einsprache zu erheben gegen die Änderung des Konzepts für den Flughafen Zürich bei Bisenlage. Je mehr Menschen sich dagegen wehren, desto grösser ist die Chance, dass das Bazl seine Absichten ändert.

«Gemeinden und Bevölkerung laufen Sturm gegen geplante Südstarts» vom 12. Februar


17. Februar: Gemeinderat muss die Schuldenbremse umsetzen

Autor: Christian Weber, Grüt

Im vergangenen September hat die Gossauer Stimmbevölkerung mit überwältigender Mehrheit der Schulden­bremse zugestimmt. Irgendwann war zwar auch die FDP und der ­Gemeinderat für die Schuldenbremse, doch angestossen ­wurde dieses wichtige Instrument von der SVP.

Der Auftrag des Stimmvolks ist klar, und die Schulden­bremse muss nun umgesetzt werden. Bisher zeigte der Goss­auer Gemeinderat aber keine Tendenzen, dass man geeig­nete Massnahmen zur Einhaltung ergreift. Es wurde vor allem plakativ erwidert, ob man aufhören solle zu investieren.

Gemäss dem Budget 2026 wird die Schuldenbremse im Jahr 2029 ihre Wirkung entfalten. Ohne rechtzeitige und sinnvolle Massnahmen ­könnte es dann effektiv zu einem Investitionsstopp kommen, da dieser schnell umsetzbar wäre. Nachhaltig ist das aber nicht!

Unserer Gemeindeführung scheint es noch nicht einmal in den Sinn zu kommen, die laufenden Ausgaben in den Griff zu bekommen, damit genügend Geld für Investitionen übrig bleibt. Daher ist es jetzt ­höchste Zeit für einen Wechsel. Sowohl im Gemeindepräsidium, im Gemeinderat als auch in der Rechnungsprüfungskommission braucht es frische ­Kräfte, die für nachhaltige finan­zielle Verhältnisse in Gossau sorgen. Es braucht eine Fokussierung auf die Interessen unserer Bevölkerung und unserer Vereine. Dieses Potenzial steht mit den SVP-Kandidaten bereit, und sie verdienen eine ­Chance, um nun Verantwortung zu übernehmen. Wer gesunde Gemeindefinanzen will, wählt am 8. März SVP.


17. Februar: Weder Turbenthal noch Zell haben von sich aus die Fusion angestrebt

Autor: Bruno Piffrader, Ehrikon

Es ist erstaunlich, wie Redaktor Noah Salvetti in seinem Artikel und im Kommentar zum demokratischen Nein der Fusion der Kirchgemeinden Turbenthal und Zell in Turbenthal schnell weiss, wo die «Schuldigen» zu suchen sind: Zuerst einmal die Nein-Stimmenden pauschal als «Rückwärtsgewandte» abzukanzeln, ohne überhaupt zu wissen, was diese Stimmenden zu ihrem Nein bewogen hat, ist recht gewagt und sehr verletzend. 57 Prozent der Stimmenden klammern sich angeblich an das Bewährte, anstatt sich den Veränderungen im Glauben zu öffnen. Was für ein merkwürdiges Verständnis von Mehrheiten! Herr Salvetti sollte zudem wissen, dass es im Glauben keine Veränderungen geben kann, es sei denn, wir werfen die Heilige Schrift ins Altpapier!

Auch hat Herr Salvetti vergessen zu erwähnen, dass weder Turbenthal noch Zell von sich aus eine Fusion angestrebt haben. Vielmehr hat die Staatskirche in Zürich dieses Vorgehen «gewünscht». Dies hat viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürger (zu Recht) misstrauisch gemacht.

Und noch zum Vorwurf des «anonymen Inserats» im «Zürcher Oberländer»: Herr Salvetti hätte sich sachkundig machen sollen – dass der Name des Inserenten nicht genannt wurde, war ein Fehler des «Zürcher Oberländers». Da sollte nichts verheimlicht werden. Dasselbe Inserat fand sich auch im «Landboten», selbstverständlich mit Namensnennung.

«Katholiken aus Turbenthal verwerfen Fusion mit Zell» und «Sich die Hände reichen, das ist jetzt mehr denn je gefragt», Ausgabe vom 13. Februar


14. Februar: Stille Wiederwahl – und wo blieb die Opposition?

Autor: Felix Züger, Rüti

Mit Interesse habe ich im ZO gelesen, dass der Gemeinderat von Rüti still wiedergewählt wurde. Dieser Umstand wirft für mich Fragen auf – insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich im vergangenen Jahr eine Gruppe der «Besorgten Bürger» formiert hatte, die sich kritisch zu verschiedenen Projekten äusserte.

Damals hatte ich den Eindruck, dass sich in Rüti eine lebendige demokratische Diskussion entwickelt: kritische Stimmen, konstruktive Vorschläge und Engagement für die Gemeinde. Umso überraschender erscheint nun die stille Wiederwahl des gesamten Gemeinderats. Diese kann durchaus als Zeichen der Zufriedenheit und Wertschätzung gegenüber der bisherigen Arbeit verstanden werden.

Gleichzeitig bedaure ich, dass aus dem Kreis der «Besorgten Bürger» offenbar niemand den Schritt zur aktiven Mitarbeit oder gar zu einer Kandidatur gewagt hat. Gerade darin hätte eine grosse Chance gelegen, Verantwortung zu übernehmen, mitzugestalten und die angesprochenen Anliegen direkt in die politische Arbeit einzubringen. Kritik allein ist wichtig – Demokratie lebt aber ebenso vom Mitmachen.

So bleibt der Eindruck, dass eine Möglichkeit zur Vertiefung der politischen Debatte und zur aktiven Mitwirkung ungenutzt geblieben ist.


14. Februar: Steht bald die einst jüngste Gemeinderätin Dürnten vor?

Autor: Hugo Müller, Bürger und Präsident der FDV Dürnten

Frau Jasmin Aeschbacher hat sich in den acht Jahren im Gemeinderat Dürnten engagiert und sich fundiertes Wissen ­angeeignet. Sie ist zielstrebig, erfrischend, freundlich, entscheidungsfreudig, sicher in Dossiers und kann gut zuhören. An der Gemeindeversammlung hat sie ihr Geschäft souverän vertreten und den Mitwirkungsanlass «Flugplatz Hasenstrick» aus ihrem Ressort eindrücklich geleitet und somit ihre Führungsqualitäten bewiesen. Die Papi-Tage ihres Mannes nutzt sie für ihr Amt und um sich mit einem Teilzeitstudium in Angewandtem Recht weiterzubilden. Sie steht für zukunftsorientierte Lösungen ein. Mit ihr gewinnen wir eine junge und engagierte Präsidentin. Jasmin Aeschbacher gehört als Gemeinderätin und Gemeindepräsidentin auf jeden Stimmzettel in Dürnten.


14. Februar: DVZO-Pläne und ihre Folgen

Autor: Arthur Grüninger, Bäretswil

Die sonntäglichen Fahrten ­zwischen Bauma und Bäretswil sollen für die Einführung eines Baumwoll-Express nach Neu­thal massiv ausgeweitet werden.

Mit diesem Vorhaben ist für die Bäretswiler Anrainer an die Bahnlinie wahrscheinlich eine ebenso massive und ärgerliche Zunahme der Störung der Sonntagsruhe durch die beim DVZO übliche Pfeifferei verbunden. Dies ist nicht akzeptabel. Dass es auch anders geht, belegt der Bahnhof Zürich-Stadelhofen. Der Einsatz von Elektroloks und Dieseltraktoren entspricht zweifelsohne nicht dem ursprünglichen Sinn und Zweck. Es stellt sich daher die Frage, ob der DVZO überhaupt über eine entsprechende Konzession verfügt.

«Bald rollt der nostalgische Baumwoll-Express durchs Oberland», Ausgabe vom 3. Februar


13. Februar: Die Halbierungsinitiative und ihre Folgen fürs Radio

Autor: Ueli Bodenmann, Wila

Am 8. März kommt die sogenannte Halbierungsinitiative zur Abstimmung. Was oft übersehen wird: Sie betrifft nicht nur das Fernsehen, sondern in erheblichem Masse auch das Radio.

Als ehemaliger Musikredaktor des drittgrössten Schweizer Radiosenders, des Musik-, Brauchtums- und Kultursenders SRF Musikwelle, möchte ich diesen Sender exemplarisch hervorheben.

Die SRF Musikwelle leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Förderung der Jodel-, Blasmusik- und Chorszene. Sie ­berichtet über neue Projekte, stellt neue Musik vor und gibt Künstlerinnen und Künstlern in Interviews eine Stimme. Sie organisiert den Folklorenachwuchswettbewerb und das Älpler-Wunschkonzert und überträgt bedeutende Anlässe wie das Heirassa-Festival, das Bündner Ländlertreffen, das Appenzeller Ländlertreffen sowie zahlreiche weitere Veranstaltungen. Zudem ist sie Me­dienpartnerin vieler Konzerte, unter anderem von Oesch’s die Dritten oder Heimweh.

Einzigartig ist auch ihre ­Rolle für die Schweizer Schlagerszene: Ob etablierte Namen oder neue Talente – die SRF Musikwelle bietet ihnen eine Plattform in einer Grössenordnung, die es sonst nirgends gibt. Ihre Musik wird gespielt, gehört und wahrgenommen. Schweizer Musikerinnen und Musiker werden zu Gesprächen eingeladen, und Veranstaltungen von Vereinen aus allen Regionen der Schweiz erhalten mediale Aufmerksamkeit.

Einen besonderen Stellenwert hat die tägliche Gratula­tionssendung ab 9 Uhr. Menschen ab 95 Jahren sowie Ehepaare ab dem 60. Hochzeitstag erhalten persönliche Grüsse und Wertschätzung. Zusätzlich gibt es – ausser samstags – täglich drei Stunden Wunschkonzert. Hervorzuheben ist ins­besondere das Visitenwunschkonzert, welches kranken Mitmenschen Freude und Nähe schenkt.

Nicht zu unterschätzen ist die Bedeutung der Moderatorinnen und Moderatoren. Mit grossem Feingefühl führen sie durch das Programm, recherchieren Themen und Gespräche speziell für ältere Menschen und werden für viele zu wichtigen Bezugspersonen. Es gibt Hörerinnen und Hörer, die in handgeschriebenen Briefen danken, weil die SRF Musikwelle ihr einziger täglicher Begleiter ist und sozialen Halt gibt.

Ein Ja zur Halbierungsinitiative würde diesen wertvollen Dienst massiv schwächen – zum Schaden der Vereine, der Musikkultur, des Brauchtums, der Schweizer Interpretinnen und Interpreten sowie der ­vielen treuen Hörerinnen und Hörer der SRF Musikwelle.


13. Februar: Warum Unterbach bleiben muss

Autorin: Patricia Hofmann, Wernetshausen

Mit Interesse habe ich den ­Bericht zur Schule Unterbach gelesen. Als Mutter von schulpflichtigen Kindern in Wernetshausen ist mir die Schule gut bekannt. Die Kindergartenkinder aus Unterbach besuchen nämlich gemeinsam mit den Kindern aus Wernetshausen den Kindergarten. Soweit ich es erlebt habe, wechselte in den letzten Jahren jeweils ein stattliches Grüppchen Kinder für die 1. Klasse ins Schulhaus Unterbach. Das ist toll für die Familien aus Unterbach, denn so können ihre Kinder den Schulweg selbständig bewältigen und müssen nicht mehr mit dem Schulbus hingefahren werden. Gut ist es auch für die Schule Wernetshausen, die in den letzten Jahren jeweils eine übervolle 1. Klasse hatte und bereits Kinder aus Platzgründen in andere Schulen umteilen musste.

Doch wo würden die Unterbacher Kinder in Zukunft zur Schule gehen? Für sie wäre es wichtig, gemeinsam ins gleiche Schulhaus zu wechseln. Damit die Gspänli aus der Nachbarschaft auch weiterhin ihre Gspänli bleiben – und damit Familien nicht mehrere Kinder auf verschiedene Schulen ­verteilen müssen. Soweit ich weiss, hat jedoch keine Schule fix Platz für alle Kinder.

Was mir im Artikel fehlte, ist die Information, dass die kleine Schule Unterbach auch von Hinwiler Kindern besucht wird. Sie ist eine beliebte Schule für Kinder, die eine Tagesschule brauchen oder ein kleineres, überschaubareres Umfeld, weil sie in grösseren Schulen «aus dem Rahmen gefallen» sind.

Abgesehen davon, dass mit der Schliessung ein Stück Kultur verloren ginge, ist die ­Schule auch aus weiteren Gründen sehr wertvoll. Die neuesten Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie – etwa nach Gordon Neufeld – zeigen, dass altersdurchmischte Kindergruppen deutlich weniger anfällig für viele bekannte ­Konflikte sind, die sich in nicht altersdurchmischten Gruppen oft bilden. Kinder haben unterschiedliche Bedürfnisse: Die ­einen kommen in einer grös­seren Schule gut zurecht, für andere ist eine kleinere Gruppe wirklich sehr hilfreich. Die Schule Hinwil kann mit der Schule Unterbach genau eine solche Möglichkeit bieten. Was für ein Geschenk für die Kinder, die ihre Schulzeit an einem so wunderschönen Ort verbringen dürfen.

Ebenso fehlte mir im Artikel ein Vergleich der Kosten: Wie stehen die Renovations- und Betriebskosten aus Sicht der IG gegenüber denjenigen der Schulpflege?

«Jetzt soll eine Einzelinitiative die Schule Unterbach retten», Ausgabe vom 5. Februar


10. Februar: Einseitiges Übergewicht im Gemeinderat verhindern

Autor: Markus Gwerder, Wald

Das jüngste Podium hat es deutlich gezeigt: Die FDP Wald greift nach den Sternen und will mit drei Kandidaten in den Gemeinderat einziehen. Dass Patrick Motsch dabei den Sitz des abtretenden Albert Hess (SVP) für den bürgerlichen Block sichern soll, ist aus Parteisicht verständlich, für eine ausgewogene Dorfführung aber riskant. Drei Sitze für die FDP – würde die Linke ein solches Übergewicht anstreben, wäre der Vorwurf, «realitätsfremd» zu sein, sofort zur Stelle.

Wer eine lösungsorientierte und Brücken bildende Politik will, sollte den Blick auf Victor Locher (SP) richten. Er bringt als kompetenter Fachmann genau das mit, was Wald guttut: einen frischen Blick von aussen und die Fähigkeit, über die Parteigrenzen hinweg zu vermitteln. Während die FDP das Ri­siko einer Übervertretung eingeht, bietet Locher eine echte inhaltliche Ergänzung. Ein ­Gemeinderat braucht unterschiedliche Perspektiven, nicht eine Einheitsfarbe. Für mich ist klar: Drei von der FDP sind ­einer zu viel. Victor Locher ­gehört auf den Wahlzettel.


10. Februar: Bewährte Teamarbeit weiterführen

Autor: Stephan Wild-Eck, Illnau-Effretikon

Der Illnau-Effretiker Stadtrat hat in den letzten vier Jahren seine Aufgaben un­aufgeregt und als Team bestens erledigt. Es braucht da keine grundlegende Veränderung. Neben den sechs bisherigen Stadtratsmitgliedern steht mit Andreas Hasler ein Kandidat bereit, der das bestehende Team optimal ­ergänzt.

Er beweist als Präsident der kantonsrätlichen Kom­mission für Energie, Verkehr und Umwelt sowie als Vertreter von Pro Natura bei vielen komplexen Vorhaben im Kanton, wie er konstruktiv mit den Bedürfnissen und Ansprüchen unterschiedlicher Menschen oder Anspruchsgruppen umzugehen imstande ist. So trägt er als vermittelnde Stimme zu breit akzeptierten Lösungen bei.

Und genau solche Lösungen braucht Illnau-Effretikon. Die bewährte und konstruktive Arbeit des Stadtrats kann mit der Wiederwahl aller Bisherigen und der Wahl von Andreas Hasler weitergeführt werden, was das Beste für Illnau-Effretikon ist.


10. Februar: Ein Antiheld wider Willen

Autor: Otto Herter, Hittnau

Der Tausendsassa Robert Kälin ist zu beneiden. Er nimmt sich mutig eine dreijährige Auszeit, unternimmt mehrere Reisen mit dem Camper in Europa und besucht dabei mehrere Länder. Über den Mittleren Westen der USA hat er ein Buchprojekt geplant. Kälin war drei Jahre im Kantonalvorstand der Grünen, hat aber den Austritt gegeben, weil er «nur wenig ausrichten» konnte. Er ist stolz auf sich, dass er schon so viele Orte auf der ganzen Welt gesehen hat: Südspanien, Portugal, Island, USA, Australien. Patagonien würde ihn noch reizen.

Für die Leserin, den Leser ist klar: Kälin plagt es, dass sich seine Reiselust nicht mit seiner sozialen und grünen Gesinnung vereinbaren lässt. ­Damit es ihn vor lauter Widersprüchen nicht zerreisst, gibt es eine Lösung: verzichten. Oder gerne auch «akademisch»: statt reflektieren – reduzieren.


7. Februar: Tragödie mit Folgen

Autor: Remo Meier, Uster

Es ist manchmal leider so, dass zuerst etwas Schlimmes passieren muss, bevor man richtig handelt, damit sich ein solches Unglück nicht wiederholt. Ein trauriges Beispiel dafür ist für mich die Brand­katastrophe in Crans-Montana, bei der nach dem Unglück mehrere Sicherheitsmängel ans Licht kamen.

«Fasnacht unter verschärften Sicherheitsauflagen» Ausgabe vom 30. Januar


7. Februar: Ein Stadtrat für alle Generationen

Autor: Heinz Fischli, Effretikon

Mit meinen 76 Jahren verfolge ich die politischen Entwicklungen in Illnau‑Effretikon schon seit der Einführung des Stadtrechts. Zu meiner Lebenserfahrung gehört auch die Erkenntnis, dass jede Generation ihre Zeit hat. Es ist ein Zeichen von Weitblick, wenn man auch den Jüngeren ihren Platz in der ­Politik lässt, damit Wissen und Erfahrung rechtzeitig weiter­gegeben werden können.

Ein Stadtrat sollte ein Spiegelbild unserer gesamten Gesellschaft sein. Dazu braucht es in unserer Regierung aber auch die Perspektive jener, die heute mitten im Berufsleben stehen, in der Bevölkerung verankert sind und junge Familien gründen. Wir brauchen Persönlichkeiten, die die kommenden Jahrzehnte unserer Stadt nicht nur miterleben, sondern aktiv prägen wollen – und von den langfristigen Auswirkungen ­ihrer Politik selbst direkt betroffen sind.

Oft heisst es, die Jungen wollten keine Verantwortung mehr übernehmen. Umso mehr schätze ich diejenigen, die mit frischer Energie und einem ausgewiesenen politischen Leistungsausweis vorangehen und unser Milizsystem hochhalten.


7. Februar: SVP-Hass hat keinen Platz

Autorin: Aurelia Venere, Effretikon

Im Wahlkampf zu den Erneuerungswahlen des Parlaments und der Gemeinderäte startet die SVP eine Hetzkampagne gegen Ausländer und Ausländerinnen – und der ZO druckt sie fügsam ab.

Die grossen SVP‑Themen: Sicherheit und Sparen. Der ständige Sündenbock: Ausländer und Ausländerinnen. Um wessen Sicherheit es dabei genau gehen soll, bleibt jedoch unklar. Gewalt an Frauen beispielsweise scheint keine Priorität zu haben (siehe Bundesbudget 2026). Gleichzeitig wird mit jeder weiteren Sparmassnahme die Menschlichkeit hintenangestellt.

Im Dezember druckte der ZO unter ebenjenem Titel die SVP‑Kampagne gegen Ausländer und Ausländerinnen ab. Diese gefälschte Statistik, getarnt als Annonce, suggeriert, dass die Asylausgaben der Gemeinden ins Unermessliche steigen würden. Ein Blick in die Gemeindebudgets zeigt jedoch klar: Es wurden budgetierte und tatsächliche Aufwände miteinander verglichen. Dieses Nebeneinanderstellen willkürlicher Zahlen widerspricht jedem wissenschaftlichen Standard. Zudem wurden die Rückzahlungen des Kantons schlicht nicht berücksichtigt.

In Zeiten, in denen rechtspopulistische Narrative in der breiten Gesellschaft an Akzeptanz gewinnen, ist es umso wichtiger, dass Medienhäuser dagegenhalten und für Grundrechte einstehen. Die Hetzkampagne, welche die SVP im Oberland gegen Ausländerinnen und Ausländer führt, ist keine Meinung – sondern menschenverachtend. Ich wünsche mir ein Zürcher Oberland, in dem die Gemeinschaft durch soziale Projekte gestärkt wird und wir gemeinsam eine Zukunft gestalten können. Alle haben Platz – nur der Hass nicht.


7. Februar: Güselsack in Uster wieder teurer, Finanzplanung der links-grünen Politik

Autorin: Renata Streit, Riedikon

Frei nach der Einstellung der links‑grünen Politik wird Geld, das ihnen nicht gehört, mit vollen Händen ausgegeben. Reicht es nicht, erhöht man einfach Steuern, Abgaben und Gebühren. Diese staatlichen Einnahmen dienen den Linken als Notausgang, wenn es im politischen Tagesgeschäft wieder einmal nicht rund läuft.

Jüngstes Beispiel in Uster: Die Abfallsäcke werden teurer – zum dritten Mal in Folge. Und als wäre das nicht genug, werden gleich auch noch die Grundgebühren erhöht. Der nicht nachvollziehbare Wechsel des Entsorgungsdienstleisters während der laufenden Vertragszeit und die damit verbundenen Mehrkosten von 800 000 Franken sprechen nicht für eine bürgernahe Politik des Stadtrats von Uster und der zuständigen Stadträtin Fehr. Offenbar macht man sich in Usters linker Exekutive wenig Gedanken um das Portemonnaie der Bevölkerung.

Die Konsequenzen politischer Fehlentscheide – wie die Wahl eines neuen Entsorgungsdienstleisters – werden schlicht weiterverrechnet. Die Bürgerinnen und Bürger zahlen es ja. Dass der Stadtrat weder finanzielles Wissen noch ein finanzielles Gewissen hat, zeigt sich in einem weiteren Geschäft: der geplanten Beschaffung von Kommunalfahrzeugen im Wert von ­einer Million Franken als «gebundene Ausgabe». Zum Glück wurde er zurückgepfiffen. Doch was steht als Nächstes an?

«Deshalb muss Uster die Abfall­gebühren wieder stark erhöhen», Ausgabe vom 23. Januar, und «Bezirksrat stoppt E-Fahrzeug-Kauf in Uster», Ausgabe vom 28. Januar


7. Februar: Unsere Stadt braucht mehr bezahlbare Wohnungen

Autor: Dominik Mühlebach, Illnau-Effretikon

Wohnen in Illnau‑Effretikon wird immer teurer. Für viele Menschen ist es heute kaum mehr möglich, auf dem Gemeindegebiet eine bezahlbare Wohnung zu finden. Diese Entwicklung bereitet uns Sorgen. Diverse Neubauten und Sanierungen haben Wohnungen im günstigen Preissegment verdrängt. Gleichzeitig hat sich das Wohneigentum von Privatpersonen hin zu institutionellen Anlegern verschoben. Dadurch wird Wohnen zunehmend als Anlage verstanden, die der Vermieterin eine möglichst hohe Rendite einbringen soll.

Dabei verstösst die reine Marktmiete gegen das geltende Mietrecht. Für Mieterinnen und Mieter bestehen jedoch hohe Hürden, um einen rechts­widrigen Mietzins anzufechten. Darum ist es wichtig, dass in unserer Gemeinde wieder mehr Wohnungen zur Verfügung stehen, mit denen keine Rendite erwirtschaftet wird. Insbesondere der genossenschaftliche Wohnungsbau soll stärker gefördert werden.

Würde die Stadt ihren ­Boden Genossenschaften im Baurecht überlassen, könnten zahlreiche bezahlbare Wohnungen entstehen. Allein das Areal des «Alten Werkhofs» bietet Platz für bis zu 80 solcher Wohnungen. Deshalb darf dieses Grundstück unter keinen Umständen an Immo­bilienkonzerne verkauft werden, die stattdessen Luxuswohnungen errichten würden. Denn Wohnungen sind zum Wohnen da – nicht als Rendite­objekte.

Dafür setzt sich die SP seit Jahren ein. Für mich ist deshalb klar: SP wählen – für eine Stadt mit mehr bezahlbaren Wohnungen.


7. Februar: Bahn unter den Boden

Autor: Albert Egli, Pfäffikon

Eine Einzelinitiative von Chris­tian Wettstein würde ich begrüssen. Die Bahn unter dem Boden wäre eine ganzheitliche Lösung. Die bisher angedachten Varianten sind leider nur teure Flickwerke. Der Autoverkehr und die Staus werden weiter zunehmen, die Bahn im Viertelstundentakt verschärft das Problem zusätzlich. Technisch wäre eine Untertunnelung trotz Wasserströmen machbar. Auch wenn das Ganze utopisch erscheint, sollte gegenüber den SBB Druck aufgebaut werden.

Zum Leserbrief «Bahn in den Boden: Ja oder Nein?», Ausgabe vom 30. Januar


7. Februar: Wer heute im sozialen Bereich spart, zahlt morgen drauf

Autorin: Esther Hildebrand, Effretikon

Kürzlich hat Thomas Hildebrand (FDP) eine Interpellation eingereicht, in der die Stellenplanerhöhungen der letzten Jahre im Ressort Gesellschaft der Stadt Illnau‑Effretikon infrage gestellt werden. Dabei entsteht der Eindruck, dass der Interpellant von der Materie wenig Ahnung hat. Denn ein Blick auf die Resultate zeigt ein deutlich anderes Bild.

Dank gezielter Beratung und enger Begleitung von Sozial­hilfeempfangenden konnten in den vergangenen Jahren zahlreiche Anschlusslösungen gefunden werden. Die Wirkung dieser Arbeit ist messbar: Die Sozialhilfeausgaben sind von 3,9 Millionen Franken im Jahr 2020 auf 1,8 Millionen Franken im Jahr 2024 gesunken. Diese Entwicklung ist direkt auf die erfolgten Stellenerhöhungen zurückzuführen.

Auch in der Abteilung Alter und Gesundheit konnten die Beratungstätigkeiten ausgebaut werden – ein Angebot, das von der Bevölkerung rege genutzt wird. Angesichts der demografischen Entwicklung ist dies zentral: Die geburtenstarken Jahrgänge kommen ins hohe ­Alter, und wir gehen davon aus, dass sich die Zahl der über 90‑Jährigen in unserer Stadt in den nächsten zehn Jahren verdoppeln wird. Deshalb ist es ­erstrebenswert, dass Menschen mit geringem Pflegebedarf möglichst lange zu Hause betreut werden können. Diese Form der Betreuung ist nicht nur bedarfsgerechter, sondern in der Regel auch personal- und kosteneffizienter als stationäre Lösungen.

Wir sollten uns deshalb frühzeitig für die Zukunft rüsten und nicht ausgerechnet dort abbauen, wo langfristig das grösste Sparpotenzial liegt.

Wenn die FDP nun darauf ­abzielt, Stellen im Ressort Gesellschaft zu streichen, wird dies mittel- und langfristig zu deutlich höheren Kosten führen.


7. Februar: Gleiche Sicherheit für alle

Autorin: Monika Flattich, Dürnten

Letztes Jahr gab es in der Schweiz rekordhohe 25 Femizide. Doch wie viele Tötungen von LGBTQ-Menschen? Mit ­dieser provokanten Frage ­möchte ich weder eine Gruppe gegen die andere ausspielen noch den Massnahmenplan grundsätzlich infrage stellen. Im Zentrum steht die Verletzung der menschlichen Integrität – und diese ist niemals okay, egal, welcher Gruppe das Opfer angehört.

Dass die zwölf Massnahmen noch nicht einmal zur Prävention von Femiziden umgesetzt sind, nun aber besondere Aufmerksamkeit den LGBTQ‑Themen gilt, wirkt irritierend – zumal nicht einmal klar ist, was deren spezifische Bedürfnisse sind. Bei Gewalt gegen Frauen ­hingegen sind diese bestens ­bekannt, und trotzdem werden sie nicht umgesetzt. Bis vor Kurzem sah sich der Bund gar nicht zuständig. Zwar wurde nun eine Präventionskampagne gegen Gewalt an Frauen lanciert, doch von einem eigenen Massnahmenplan ist man weit entfernt – falls es überhaupt je dazu kommt.

«Zwölf Massnahmen sollen besservor Hassverbrechen schützen», Ausgabe vom 29. Januar


7. Februar: Teurer Fehlentscheid

Autor: Roland Käser, Wetzikon

Im Artikel vom 23. Januar, «Deshalb muss Uster die Abfallgebühren wieder stark erhöhen», musste ich doch einige Male leer schlucken. Die Verantwortlichen der Abteilung Entsorgung Uster haben den Vertrag mit dem bisherigen Entsorgungsunternehmen wegen «gewisser administrativer Prozesse» gekündigt – und nun einen neuen Anbieter gefunden, der, man staune, 800 000 Franken teurer ist als der alte. Wer bezahlt diese Fehlplanung? Natürlich die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Uster.

Für diese Mehrkosten hätte man problemlos eine zusätzliche Stelle schaffen können – und es wäre immer noch günstiger gewesen. Aber was solls: Man kann ja einfach die Gebühren erhöhen. Konsequenzen hat das sonst keine.

«Deshalb muss Uster die Abfall­gebühren wieder stark erhöhen», Ausgabe vom 23. Januar


7. Februar: Die neue Heiratsstrafe?

Ernst Eberhard, Dürnten

Nationalrätin Karin Bärtschi will die Individualbesteuerung einführen – auch wenn dabei das traditionelle Familienmodell mit einem Verdiener und einer Hausfrau bzw. Mutter verliert.  Sie meint: Es betreffe nur noch eine kleine Minderheit. Eine Minderheit also, die man offenbar ohne Weiteres benachteiligen und diskriminieren darf. Beschämend!

Sie sagt zudem: Wir subven­tionieren eigentlich die Nicht­erwerbstätigkeit. – Halt mal. Was hat sie da gerade gesagt? «Nichterwerbstätigkeit». Was sie offensichtlich meint: Alle, die im Haushalt und in der Familie ­täglich ar­beiten, damit der ­Partner oder Ehemann seinem Beruf nach­gehen kann – all ­diese hart ­arbeitenden Frauen seien «nichts» oder noch weniger wert.

Dabei leisten sie viel und ­arbeiten zuverlässig, ohne finan­zielle Forderungen zu ­stellen. Für das Funktionieren des Haushalts und der Familie sind sie genauso unverzichtbar wie der Lohn des auswärts arbeitenden Mannes.


6. Februar: Fusion der Kirchgemeinden Turbenthal und Zell?

Autor: Bruno Piffrader, Ehrikon

Dem Leserbrief von Felix Caduff zur geplanten Fusion der Kirchgemeinden Turbenthal und Zell muss widersprochen werden: Einerseits verschweigt Caduff, dass schon die erste Abstimmung zu diesem Thema mit fast einer Zweidrittelmehrheit ab­gelehnt wurde. Aufgrund eines Rekurses muss die Abstimmung nun leider wiederholt werden. Auch verschweigt er, dass zwischenzeitlich zwei von fünf Kirchenpflegemitgliedern zurückgetreten sind. Warum wohl? Weiter vermittelt er den Eindruck, dass mit der Fusion die Pfarreien verändert würden (offene Kirche usw.). Das ist falsch. Gemäss Fusionsvertrag bleiben die beiden Pfarreien zumindest vorläufig genau so bestehen, wie sie heute sind. Beide Pfarrer bleiben in ihrer Pfarrei. Die Fu­sion betrifft ausschliesslich die Kirchgemeinden – also die Verwaltung. Es wäre deshalb ehr­licher, zuzugeben, dass es hier nicht primär um die Fusion an sich geht, sondern um die ­«Ausrichtung» der Pfarrei.

Und noch etwas: Ich war am Sonntag, 1. Februar, im Gottesdienst in Turbenthal. Es war schön, so viele Gläubige zu treffen. Und von wegen angeblich dogmatischer theologischer Ausrichtung – der Priester hat die heilige Messe so gefeiert, wie es im Messbuch der Römisch-katholischen Kirche vorgesehen ist und weltweit gilt: nicht mehr, nicht weniger. Keine Showein­lagen, keine lustigen Sprüche, kein Jekami (jeder kann mit­machen). Nach dem Gottesdienst standen die Leute trotz Kälte auf dem Vorplatz, ­begrüssten sich, sprachen mit­einander – Menschen unterschiedlicher Nationen, junge und alte. Das nenne ich leben­dige Kirche. Und um das klar zu sagen: Ich stimme am 11. Februar auf jeden Fall mit Nein zur Fusion.

Zum Leserbrief «Fusionsabstimmung spaltet die Kirchgemeinde», Ausgabe vom 30. Januar


6. Februar: Erfahrungen mit Demenz

Autorin: Vreni Hertig, Wald

Zuerst möchte ich mich bei den Veranstaltenden dieser speziellen Unti-Lektion ganz herzlich bedanken. Falls eines der teilnehmenden Kinder Kontakt zu einer Person hat, die an einer Form von Demenz leidet, wird es ihm künftig einfacher fallen, diesen Menschen zu verstehen.

Meine um neun Jahre ältere Schwester leidet an einer Mischform der Demenz. Die Diagnose erhielt sie vor fünf Jahren. Sie lebt noch in unserem Elternhaus; dank der Unterstützung meiner mittleren Schwester, der Spitex und einem kleineren Teil von mir ist dies möglich. Meine mittlere Schwester übernimmt die Hausarbeiten und den Einkauf, die Spitex den pflegerischen Teil. Ich begleite meine Schwester zu Arztterminen oder anderen wichtigen Anlässen. Oft spielen wir gemeinsam Karten oder lassen durch Fotos alte ­Erinnerungen aufleben. Gerade Letzteres ist eine gute «Medizin». Seit einiger Zeit erhält ­meine Schwester ein Medikament, das den Verlauf der Krank­heit spürbar verlangsamt.

In den Medien wird immer wieder betont, dass wir im Jahr 2050 mit vielen Demenzfällen rechnen müssen. Ich sehe das anders. Da wir immer älter werden, hat die Pharmaindustrie ein grosses Interesse daran, wirksame Medikamente für diese Patientengruppe zu entwickeln. Die Forschung arbeitet intensiv, und es befinden sich bereits Medikamente in der Pipeline. Ich glaube, dass wir im Jahr 2050 wirksamere Behandlungsmöglichkeiten gegen verschiedene Demenzformen haben werden.

«Workshop in Turbenthal macht Demenz für Kinder greifbar», Ausgabe vom 30. Januar


6. Februar: Fusionsabstimmung spaltet die Kirchgemeinde

Autor: Josef Stocker, Madetswil

Die Abstimmung (Wiederholung) am 11. Februar um 19.30 Uhr im Pfarrsaal Turben­thal betrifft die beiden ­Katholischen Kirchgemeinden Zell und Turbenthal. Der oben erwähnte Leserbrief wirft zur ­Fusion und zur zukünftigen Pastoral in der Kirchgemeinde verschiedene Fragen auf.

Synergien nutzen – dieses Argument wird häufig bemüht, wenn Fusionen gelingen sollen. Die Frage ist nur: Welche Syner­gien meint man eigentlich? Materielle, personelle oder finanzielle? Bei Fusionen von Kirchgemeinden sind es jedoch oft die emotionalen und weltanschaulichen Aspekte, die am stärksten bewegen. Das zeigt sich auch an den unterschied­lichen Abstimmungsergebnissen: Zell hat Ja gesagt, während Turbenthal am 22. Juni 2025 mehrheitlich abgelehnt hat. Aufgrund eines gutgeheissenen Rekurses muss die Abstimmung nun wiederholt werden. Wäre ich stimmberechtigt, würde ich klar Nein sagen.

Im Leserbrief setzt sich Felix Caduff besonders für eine «offene Kirche» ein. Dazu ­stellen sich mir jedoch einige Fragen: Offen für wen und für was? In welcher Form? Mit wem – und zu welchem Zweck? Ist die angedachte «offene ­Kirche» auch jene Kirche, die Jesus gemeint und begründet hat? Was bedeutet «offene Kirche» überhaupt? Die Antworten darauf könnten sehr unterschiedlich ausfallen: Für die ­einen ist es eine zu vage Bezeichnung ohne klare Inhalte; andere sind begeistert; wieder andere sagen: Nein danke.

Zum Leserbrief «Fusionsabstimmung spaltet die Kirchgemeinde», Ausgabe vom 30. Januar


6. Februar: Die Primarschulgemeinde Turbenthal unter Druck

Autor: Hansruedi Stahel, Turbenthal

Am 3. März 2024 stimmte Turbenthal mit grosser Mehrheit dafür, einen Vereinigungsprozess zur Einheitsgemeinde zu starten. Kurzfristig brachte die Primarschulpflege am selben Tag das Projekt «Kreisschule Mittleres Tösstal» vor die Stimmbevölkerung – ohne eine Stichfrage zu stellen. Auch ­diese Vorlage fand eine Mehrheit. Da jedoch nicht beide Vorhaben gleichzeitig realisiert werden können, wären früh­zeitige Absprachen und eine koordinierte Planung zwischen den Verantwortlichen umso wichtiger gewesen.

Kurz nach der Abstimmung trat ein Mitglied der Primarschulpflege zurück. Die Vakanz ist bis heute unbesetzt, ohne dass öffentlich über die Gründe informiert wurde. Dies erstaunt, zumal offenbar eine fachlich qualifizierte Person ­Interesse am frei gewordenen Ressort bekundet hatte.

Zusätzlich sorgt die Dis­kussion um einen möglichen Wechsel von Jahrgangsklassen zu altersdurchmischten Klassen im Schulhaus Hohmatt für Verunsicherung. Der Schulleiter informierte die Eltern, ein solcher Wechsel werde geprüft. Unklar bleibt, wer diesen überhaupt anstrebt: Die Lehrpersonen, der Schulleiter oder vielmehr die Schulpflege?

Eine Schulgemeinde zu füh­ren, ist keine leichte Aufgabe; man kann es nie allen recht machen. Umso wichtiger ist es, dass Entscheide der Be­hörde nachvollziehbar sind, dass alle Beteiligten in den Entscheidungsprozess ein-bezogen werden und dass transparent kommuniziert wird.

Ich sehe die kommenden ­Behördenwahlen vom 8. März daher als Chance – als Chance, seine Stimme Personen zu geben, die für ein Miteinander ­stehen und Wert auf offenen Austausch sowie klare Kommunikation legen.


6. Februar: Nichtkirchgänger spalten die Pfarrei

Autorin: Margreth Koch, Wila

Gemäss dem Flyer der Kirchenpflege findet die wichtige Kirchgemeindeversammlung zum geplanten Zusammenschluss der Katholischen Kirchgemeinde Turbenthal mit der Katholischen Kirchgemeinde Zell/Kollbrunn am Mittwoch, 11. Februar, um 19.30 Uhr statt. Für uns ältere Kirchgängerinnen und Kirchgänger ist eine Fusion keine gute Entwicklung. Es wird zwar behauptet, dass sich nichts ändere, doch das kann ich nicht glauben. Ich bin überzeugt, dass in ein bis zwei Jahren eine Pfarrei ohne eigenen Pfarrer geführt wird und wir dann an einem Sonntag nach Turbenthal und am anderen nach Zell/Kollbrunn zur Messe müssen.

Für Personen mit Auto ist das kein Problem. Für Menschen ohne Auto wird es hingegen deutlich schwieriger. Wir wissen alle, dass man sich im Alter oft wieder mehr Zeit für Kirchgänge nimmt und diese bewusst pflegt. Wir haben in Turbenthal eine intakte und schöne Kirchgemeinschaft sowie genügend Behördenmitglieder – und ich möchte, dass das so bleibt. Darum bitte ich alle Stimmberechtigten: Helft mit, den Zusammenschluss zu verhindern.

Kommt bitte am Mittwoch, 11. Februar, an die Kirchgemeindeversammlung und stimmt Nein zur geplanten Fusion. Es ist eine wichtige Entscheidung für die Zukunft.


5. Februar: Probleme diskutieren statt funktionierende Strukturen opfern

Autor: Ueli Pfister, Egg, Sicherheitsvorstand von 2004 bis 2014, Kantonsrat, SVP Esslingen

Die durch den Gemeinderat Egg organisierte Informationsveranstaltung zur Einzelinitiative «Abschaffung der Gemeindepolizei Egg» von Beat Rüegg (SVP) lockte erfreulicherweise viele Egger in den Hirschensaal. An dieser Stelle muss festgehalten werden, dass es sich nicht um eine Initiative der SVP, sondern um eine Einzel­initiative von Beat Rüegg und Mitunterzeichnern handelt.

Jan Gubser zeigt in seinem Kommentar gut auf, dass es sich grundsätzlich um ein Problem zwischen dem Gemeinderat und der RPK handelt. Die Gemeindepolizei wurde nun im Zusammenhang mit der kritisch hinterfragten Beschaffung des neuen Polizeifahrzeugs zum Spielball. Im Gespräch mit verschiedenen Mitunterzeichnern zeigte sich teilweise auch eine Unzufriedenheit mit einzelnen Begegnungen dieser Personen mit der Polizei. Ob sich diese geschilderten Vor­fälle so zugetragen haben, kann nicht verifiziert werden, ist hier auch immer nur die Sicht einer Partei wiedergegeben.

Es darf aber nicht sein, dass eine gut funktionierende Polizei, welche in der Gemeinde wertvolle Dienste leistet, wegen einer Zerstrittenheit innerhalb der Behörden geopfert wird. Die Gemeindepolizei Egg leistet neben vielen anderen Aufgaben jährlich zirka 100 Interventionen und hat über 500 Schalter­kontakte. Dies zeigt, dass die Gemeindepolizei ein fester Bestandteil und ein akzeptierter Partner für die Sicherheit der Bevölkerung in Egg ist. Eine Auflösung der Egger Polizei würde eine grosse Lücke hinterlassen.

Sollten wirkliche Probleme ­bestehen, müssen diese angesprochen und ausdiskutiert werden. Aus einer Laune heraus dürfen funktionierende Strukturen nicht geopfert ­werden. Lehnen Sie darum am 8. März die Einzelinitiative ab und geben Sie uns allen eine Chance für einen Neuanfang.

Bezug auf den Artikel «Streit um die Polizei in Egg ­hinterlässt tiefe Narben», Ausgabe vom 28. Januar


5. Februar: Peperoni oder nicht?

Autorin: Kathrin Molinari, Esslingen

Ist Ihnen aufgefallen, dass es immer Leute sind, die sich über Rassismus, Übergriffigkeit oder Diskriminierung aufregen, die es gar nicht betrifft? Dass es immer Leute sind, die ungefragt meinen, andere Leute «verteidigen» zu müssen, die das vielleicht gar nicht wollen? Oft stören solche Bezeichnungen die Betroffenen selber gar nicht. Das ist in meinen Augen übergriffig! Zudem assoziieren genau diese «Gutmenschen» Worte mit Beleidigungen, somit entspringt der Gedanke dazu doch in deren Kopf. Meine Stiefmutter, die ursprünglich eine Jenische ist, sagt mit Stolz von sich, dass sie aus einer ­Zigeunerfamilie komme.

Ja, liebe Juso, sie ist nicht ­beleidigt, sie ist sogar stolz ­darauf. Und zum «Zigeuner» im Wurst-Käse-Salat: Damit unterscheidet man übrigens, ob es Peperoni drin hat oder nicht. Mir kommt zum ganzen Thema noch eine andere Sache in den Sinn: Warum regt sich eigentlich niemand über die Bezeichnung von der Verhütung bei der Fortpflanzung auf?

Bezug auf Artikel «Steiner-Beck hält am ‹Zigeunersalat› fest», Ausgabe vom 22. Januar


5. Februar: Verkehrskollaps vor Ihrer Haustür? Die Strassenlaternen sind Ihr kleinstes Problem!

Autor: Ulrich Schmid, Uster, Gemeinderat SVP

Nach dem Desaster der ewigen Strassensanierung und dem Schildbürgerstreich mit den Strassenlaternen in der Fahrbahn kommt es für Ihr Quartier Rännenfeld noch viel schlimmer:

Der rot-grüne Stadtrat plant auf der Kreuzstrasse und der Wermatswilerstrasse ein Einbahnregime, das den ­gesamten Verkehr ­nordwärts auf die Kreuzstrasse lenkt. Neben den ­Einschränkungen für Ihre ­eigene Routenwahl ist das Verkehrschaos in ­Ihrem Quartier garantiert!

Die SVP Uster hat sich von Anfang an gegen dieses ­unsinnige Verkehrskonzept gewehrt. Unsere Einwen­dungen zum Projekt wurden links liegen gelassen. Unsere Anträge im Gemeinderat und in den Kommissionen wurden von der linken Mehrheit abgeschmettert.

Gerade die Politiker, die sich aktuell medienwirksam angeblich für das Quartier einsetzen, haben am 15. Dezember 2025 im Gemeinderat die finanziellen Mittel für das Einbahnregime durchgestiert und somit Ihrem Quartier den verkehrstechnischen ­Todesstoss versetzt. Die SP, die Grünen, die GLP und die EVP wollen es so.

Für eine vernünftige Verkehrspolitik in Uster wählen Sie am 12. April 2026 die SVP mit der Liste 2.

Bezug auf Artikel «Strassenlaternen entzünden Debatten in Uster», Ausgabe vom 14. Januar


3. Februar: Dialog statt Sachbeschädigung

Autor: Simon Binder, Luckhausen

In diesen Wochen prägen Wahlplakate wieder das Bild von Illnau-Effretikon. Man kann es durchaus verstehen: Alle vier Jahre stehen sie an jeder Ecke, sie sind bunt, und es mag manchen Bürger irritieren, dass die Politiker beim Plakateaufstellen oft anscheinend schneller sind als bei der Lösung brennender Probleme. Doch diesen temporären «Plakatwald» muss un­sere Demokratie im Sinne der Meinungsvielfalt aushalten.

Umso bedauerlicher ist es, wenn statt des Gesprächs die Zerstörung gewählt wird. Nicht einmal 24 Stunden hatten unsere Plakate beim Rössli-Kreisel Bestand, ehe sie bereits ­zerrissen wurden und in der Kempt landeten. Die Diagnose: fehlender Anstand zum Leidwesen unserer Umwelt und der politischen Kultur in unserer Stadtgemeinde.

Vandalismus ist keine Frage der politischen Gesinnung, sondern des Anstands. Unsere Stadt lebt vom Milizengagement vieler Menschen, die viel Herzblut in ihre Arbeit investieren. Man darf und soll über den richtigen Weg für unser «Ilef» streiten, aber bitte mit Argumenten statt mit Sachbeschädigung. Wahre politische Energie sollte besser in den konstruktiven Dialog fliessen als in rohe Gewalt. Pflegen wir den respektvollen Umgang, der unsere Stadt Illnau-Effretikon seit je auszeichnet und stark macht.


3. Februar: Private Spitex – Hohe Gewinne als Hinweis auf fehlende Aufsicht

Autorin: Brigitte Rösli, Kantonsrätin und Stadträtin, SP, Illnau-Effretikon

Die Strategie «ambulant vor stationär» ist eine wichtige Grundlage der Gesundheits­politik. Viele Menschen möchten sowieso möglichst lange zu Hause leben können – oft betreut von engagierten Spitex-­Fachpersonen oder von pflegenden Angehörigen, die täglich Enormes leisten. Dieses Engagement verdient Anerkennung und Unterstützung.

Im Kanton Zürich sind die Gemeinden gemäss Pflege­gesetz für eine bedarfsgerechte Pflegeversorgung verantwortlich und müssen die ungedeckten Kosten tragen. Gleichzeitig liegen die zentralen Steuerungs- und Kontrollinstru­mente beim Kanton. Er vergibt Betriebsbewilligungen und legt Pflegenormkosten fest. Als Grundlage dienen Kostenrechnungen, welche von den Spitex-Organisationen selbst geliefert werden. Die Gemeinden zahlen ohne wirksame Einflussmöglichkeiten.

Künstlich aufgebläht

Ein Bericht der Gesundheitskonferenz des Kantons Zürich vom Januar 2026 ist alarmierend. Die Analyse von 64 pri­vaten Spitex-Organisationen ohne kommunalen Leistungsauftrag zeigt massive Mängel: Rund 80 Prozent halten sich nicht an die Vorgaben zur Rechnungslegung. Pflege­fremde Kosten werden der Pflege zugerechnet. Dadurch werden die Pflegenormkosten, die durch die Gemeinden bezahlt werden müssen, künstlich aufgebläht. Die Folge sind ungerechtfertigte Belastungen für Gemeinden. Besonders stossend ist, dass rund 20 Prozent dieser Organisationen ­erhebliche Gewinne erzielen. Das ist kein Zeichen von Effi­zienz, sondern ein Hinweis auf fehlende Aufsicht.

Auch bei den pflegenden Angehörigen sehe ich Handlungsbedarf. Es ist richtig und wichtig, dass pflegende Angehörige entlöhnt werden – aber es darf nicht zum Geschäftsmodell werden. Wenn neue Spitex-Organisationen fast ausschliesslich entstehen, um Angehörige anzustellen und hohe Restkosten abzurechnen, läuft etwas falsch. Hier geht es nicht um Fürsorge, sondern um Profit auf Kosten der Allgemeinheit. Die Gemeinden haben nur begrenzte Möglichkeiten, diese Fehlentwicklungen zu korrigieren. Zudem ist es ineffizient und teuer, die Abrechnungen in allen Gemeinden einzeln zu überprüfen. Der Kanton muss handeln. Es braucht eine kantonale, zentrale Prüfung der Rechnungen und verlässliche Pflegenormkosten sowie wirksame Sanktionen bei Missbrauch. Deshalb fordere ich, dass der Kanton seine Verantwortung wahrnimmt und nicht einfach auf die Gemeinden ­verweist.


30. Januar: Fusionsabstimmung spaltet die Kirchgemeinde

Autor: Felix Caduff, Turbenthal

Die beiden Kirchgemeinden Zell und Turbenthal müssen aufgrund eines Rekurses die Abstimmung zur Fusion wiederholen. Der Hauptgrund für den Rekurs war die massive Verspätung von 25 Minuten ­einer Gruppe von Kirchgängern bei der ersten Abstimmung. Dies führte dazu, dass Mitglieder diese Verspätung inakzeptabel fanden und nach einiger Zeit den Sitzungsraum verliessen. Der danach eingereichte Rekurs wurde gutgeheissen. Ein Mitglied der Kirchenpflege reichte daraufhin eine Beschwerde beim Bundesgericht gegen den Rekurrenten und den Entscheid der Rekurskommission ein.

An der Informationsveranstaltung vom 19. Januar 2026 zeigte sich in einer stark emotionalen Sitzung eine deutliche Spaltung in der Kirchgemeinde Turbenthal. Gegner einer Fusion wollen wegen früherer schwieriger Situationen in der Kirchenpflege Zell keine Zusammenarbeit mit Zell und befürchten die Übernahme von Kosten, die primär die Kirchgemeinde Zell betreffen. Stark in der Kritik steht bei den Gegnern aber auch die Kirchenpflege Turbenthal. Die eigentlichen Gründe für die ­Ablehnung einer Fusion liegen meiner Meinung nach anderswo. Es gibt zahlreiche Erfahrungen und Rückmeldungen von Kirchenmitgliedern, die sich wegen der derzeit dogmatischen theologischen Ausrichtung der Pfarrei klar distanzieren. Die Befürworter einer Fusion hoffen auf eine grössere Vielfalt und Synergien in der Zusammenarbeit. Und vor allem auf eine of­fene Kirche, die ganz verschiedene Menschen anspricht. Als Vertreter einer offenen und integrierenden Kirche stimme ich am 11. Februar 2026, 19.30 Uhr im Pfarrsaal der Kirchgemeinde mit Überzeugung Ja zur Fusion.


30. Januar: Warum die Bodenkrise auch unsere Region betrifft

Autor: Adi Patscheider, Effretikon

Die SP-Fraktionschefin Annaheim schildert in ihrem Leserbrief sehr verständlich die Vorteile der SP-Initiative «Boden erhalten, Zukunft gestalten». Es ist ein gutes, zukunftsorientiertes Projekt für eine ausgewogene Wohnungspolitik. Das SRF hat am 22. Januar einen Film zum Thema Wohnungskrise der Stadt Zürich ausgestrahlt. Frau Professor Gabriela Debrunner, Planung und Wohnen, Uni Lausanne, hielt darin fest, es gebe «keine Wohnungskrise, sondern eine Boden­krise». Die Bodenpreise steigen im freien Markt auf unsägliche Höhen. Damit steigt der Preisdruck auf den Boden- und Wohnungsmarkt nicht nur in Zürich, sondern auch in Städten unserer Region.

Es ist zu hoffen, dass die SP-Initiative die erforderliche Zustimmung erhält. Dass dies schwierig wird, wenn nicht unmöglich, zeigt der Verkauf des alten Werkhofareals. Der Stadtrat hatte dafür die Auf­lage vorgesehen, dass 50 Prozent der Wohnungen als Kostenmiete zur Verfügung ­gestellt werden. Die FDP lancierte – vielleicht angetrieben sowohl von interessierten ­Investoren als auch von am­tierenden FDP-Stadträten – eine Initiative dagegen, mit­getragen von der SVP. Das Stadtparlament stimmte mit 18 (SVP, FDP und EVP) zu 15 Stimmen gegen den vom Gesamtstadtrat erdachten kostengünstigen Wohnraum.

Die Geldgier, die hier zum Ausdruck kommt, ist bedenklich, auch wenn andere Argumente vorgeschoben werden. Es ist wichtig, wie die Kräfteverhältnisse im Stadtrat und im Stadtparlament aussehen. Am 8. März liegt es in der Hand der stimmberechtigten Bevölkerung, für welches ­Lager sie sich entscheidet. Es ist zu hoffen, dass es keine Mehrheit für die SVP/FDP/EVP-Koalition gibt, weder im Stadtparlament noch im Stadtrat.

Leserbrief «Ja zu einer starken Stadt mit eigenem Land», Ausgabe vom 24. Januar


30. Januar: Bahn in den Boden: Ja oder Nein?

Autor: Christian Wettstein, Auslikon

In Bezug auf das Verkehrs­konzept im «Zürcher Oberländer» vom 26. Januar und die Wünsche der Parteien gibt es eine Lösung: Bahn in den ­Boden.

Mehr Platz für Strassen, Velowege, Fusswege und die Bahnen. Keine Staus und Unfälle an Barrieren (8 Stück in Pfäffikon) mehr! Die Bahn kann mehr Züge fahren lassen (Doppelspur – SBB können Bauland auf den Gleisen für Strassen und Häuser verkaufen. So würde auch kein Land für Ein- und Ausfahrten verschwendet. Ich habe den Gemeindeschreiber beauftragt, eine Initiative für eine Abstimmung «Bahn in den Boden» auszuarbeiten.

Bei einem Ja beauftragt der Stimmbürger den Gemeinderat, bei den SBB zu verlangen, dass die Bahnunterführung auf Kosten der SBB ausgeführt wird. Denn die Strasse war schon zur Zeit der Römer da. Die Bahn ist erst vor zirka 150 Jahren gekommen. Der heutige Zustand mit den Barrieren und dem Zugverkehr ist nicht mehr tragbar.

«Die Quadratur des Kreises», Ausgabe vom 26. Januar


29. Januar: Warum die Esel im Eselriet bleiben sollten

Autor: Christoph Willi

Vermutlich bin ich nicht der Einzige, der über den Stadtratsentscheid, die lange Tradition der Eselhaltung im Effre­tiker Eselriet aufzugeben, enttäuscht ist. Wie oft habe ich erlebt, wie diese liebenswerten Grautiere einen wohltuenden Effekt auf die Schulkinder (inklusive der eigenen Kinder und Enkelkinder) ausgeübt haben, und ich denke, dass der Einblick in eine Tierhaltung für Grundschulkinder sehr lehrreich ist.

Daneben kann ich etwas ironisch feststellen, dass der Stadt trotzdem die Esel nicht ausgehen werden: Wir Steuerzahler bleiben unserer Verwaltung ja erhalten. Die Sanierung des Stallgebäudes hätte bei gutem Willen nicht einem Planungsbüro in Auftrag gegeben werden müssen; die Einholung ­eines Kostenvoranschlags durch eine ortsansässige ­Baufirma hätte gereicht. Als Steuer­zahler möchte ich wissen, wie viel das Planungsbüro für seinen «Masterplan Eselstall» bekommen hat; die 700 000 Franken Baukosten zeugen ja nicht gerade von ­einem empfindsamen Kostenbewusstsein. Die fortlaufende Eselhaltung bedeutete auch ­einen personellen Mehraufwand. Ich bin überzeugt, auf eine entsprechende Suche hätten sich mehrere Freiwillige gemeldet, welche ehrenamtlich und tatkräftig die Stallarbeiten unterstützt und den Tierkontakt genossen hätten.

Ich weiss, das Leben ist kein Eselhof, aber die Schule, die darauf vorbereiten will, sollte nicht so leicht mit einer guten Tradition brechen.

Illnau-Effretikon verzichtet künftig auf Esel im Eselriet, Ausgabe vom 24. Dezember 2025


29. Januar: Greifensee-Schiffe fahren weiter – die Herausforderungen bleiben

Autor: Heidi Hunziker-Kaiser, Uster

Eigentlich ist das eine traurige Botschaft, die nachdenklich stimmt. Denn was liegt näher als der schöne Greifensee? «Eine Schifffahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön, ja da kann man sehr viel Wasser und auch andere Dinge sehn.» Ich kann diesem Lied nur zustimmen. Mit dem ehrwürdigen Dampfschiff einen runden Geburtstag gefeiert – ein unvergessliches Erlebnis. Die ­obligate Fahrt mit meinen Enkeln. Im Dezember 2024 die schöne Jubiläumsfahrt mit dem Shanty-­Men-Chor Stäfa. Bereits ist eine Schifffahrt in Planung mit einer Gruppe. Ja, als Rheinkind vom Zürcher Unterland bin ich dem Wasser treu geblieben. Leider ist der Mensch so, dass er Regionales nicht unterstützt. Aber wehe, wenn die Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee aus finanziellen Gründen kürzertreten müsste – dann das grosse Gejammer.

Zeigen wir Solidarität und machen dieses Jahr eine Schifffahrt auf dem Greifensee! Es gibt viele Angebote. Nicht zuletzt in Uster, der Wohnstadt am Wasser. Fliesst doch alles Wasser aus Uster in den See. Unterstützen wir, was wir lieben: für «öise See, für öisi Lüüt».

Greifensee-Schiffe fahren weiter – die Herausforderungen bleiben, Ausgabe vom 24. Januar 2026


29. Januar: Baustellenpolitik kurz vor der Wahl

Autor: Daniel Römer, Grüt

Seit Januar 2025 wird in Gossau an der Grütstrasse gebaut – ein Stresstest für Gewerbe und Anwohner. Im März 2026 kommt es in Gossau und dem Grüt zur Erneuerungswahl des Gemeinderats – ein populistischer Poli­tiker bringt sich in Stellung.

Vor seiner Kandidatur als Gemeindepräsident war von SVP-Kantonsrat Daniel Wäfler wenig bis nichts zu hören bezüglich der Grossbaustelle. Drei Monate vor der Wahl und zwölf Monate nach Bau­beginn verlangten Wäfler und eine Parteikollegin vom Regierungsrat Antworten zum Bauprojekt.

Jetzt, nach einem Jahr Bauerei, in dem die Arbeiten zur Hälfte fortgeschritten sind, entdeckt das Polit-Duo die Sorgen und Nöte der von der Baustelle Betroffenen – ein Schelm, der Arges dabei denkt. Die Goss­auerinnen und Gossauer haben Besseres verdient als Politiker, die sich solch durchsichtiger Manöver bedienen.

Zerstörungen bei Verkehrs- und Ortsschildern reissen in Gossau nicht ab, Ausgabe vom 21. Januar 2026


29. Januar: Gedanken nach dem Podium mit Bischof Bonnemain

Autor: Agatha Gachnang, Rüti

Ausführlich wurde in dieser Ausgabe bereits über das ­Podiumsgespräch mit unserem Bischof Joseph Maria ­Bonnemain in unserer Pfarrei berichtet. Auch berichtete er über seine vielseitigen Verbindungen über die Schweiz hinaus. Leider war die Zeit zu kurz für drängende Fragen von unserer Seite über die Kirche zur Welt, namentlich über die notwendige Rehabilitation der Sexualität: Seit Jahrhunderten korrumpiert die Kirche phasenweise die Sexualität mit Verteufelung, was einen würdigen Umgang – dann auch mit anderen Personen – folglich erschwert. Wo doch auch Jesus immer ganz als Mensch gesehen wurde, bestätigt beim Konzil von Chalcedon (451 n. Chr.).

Schmerzlich ist auch die jahrzehntelange päpstliche, entmündigende Verurteilung der «Pille». Dies stellt einen krassen Übergriff auf Lie­bende dar, welche die Verantwortung über ihre Nachkommenschaft wahrnehmen möchten. Und weiter sollte die Kirche doch endlich die Männer in die Pflicht nehmen, statt die Abtreibung von in Not geratenen Frauen kategorisch zu verurteilen.

Ach, die Voten ortsfremder Jungadoleszenten forderten zu viel Raum! Ich habe sie später angesprochen und erschrak über ihre fordernde Deutungsmacht der «Katholizität».

Da dachte ich mir, dass der Rückgriff auf Pauschalen wohl einfacher sei als der mühsamere Weg hin zu einem Konsens.

«Ein lange erwarteter Besuch und ein offenes Gespräch», Ausgabe vom 16. Januar 2026


27. Januar: Bundesrat Rösti macht die Bauern krank

Autor: Lorenz Grischott, Bäretswil

In den letzten Wochen gab es gerade mehrere interessante Beiträge zum Thema Pflanzenschutzmittel in den Me­dien. So wurde darüber berichtet, dass es im Bundesamt für Umwelt 2025 Bestrebungen gab, neu eine Obergrenze für die Anwendung von zwölf hochgiftigen Pestiziden in der Landwirtschaft einzuführen.

Auf Druck des Bauernverbands wurden vier Pestizide vom Grenzwert ausgenommen, ­unter anderem Deltamethrin.

Kürzlich dann ein Beitrag auf Radio SRF («Echo der Zeit» von Montag, 12. Januar):

«Pestizide als Krankmacher – der regelmässige Umgang mit Pestiziden kann die Krankheit Parkinson befördern». Eine Vielzahl von Studien belegt ­einen Zusammenhang der Krankheit mit Pestiziden. Gerade das nun weiterhin ohne Grenzwert zugelassene Deltamethrin gehört zu den Pestiziden, die nach diversen Studien im Verdacht stehen, Parkinson auslösen zu können. So ist auch in verschiedenen Ländern (unter anderem Deutschland, Frankreich und Italien) Parkinson als Berufskrankheit von Bauern anerkannt (in der Schweiz aber bisher nicht).

Und nun vergangene Woche in den Medien Berichte über die seit 1. Dezember gültige revidierte Pflanzenschutzmittel-Verordnung. Damit wird die Zulassung eines neuen Pflanzenschutzmittels vereinfacht, wenn es in einem Nachbarland zugelassen wird. An die 500 sollen momentan auf eine Zulassung warten. Dem Bauernverband wäre es am liebsten, wenn alle in der EU zugelassenen Spritzmittel ­automatisch auch in der Schweiz eingesetzt werden dürften. Dies ist momentan nicht der Fall. Die kleinräumigere Schweiz hat bisher andere Gesundheits- und Gewässerschutzgesetze und sollte auch die Zulassung chemischer ­Pestizide restriktiver regeln dürfen als die EU-Länder – das ist im Interesse der Umwelt und auch im Interesse der ­Bauern selber.

Sinnvoll wäre es meiner Meinung nach, verstärkt auf andere Massnahmen zu setzen, statt auf den Pestizideinsatz. Und bei den Pestiziden sollten wir die hoch problematischen vermeiden und neue mit Vorsicht prüfen und zulassen.

Ist Bundesrat Rösti und dem Bauernverband die Gesundheit der Bauern egal beziehungsweise die der Kartoffeln wich­tiger? Anders kann ich mir ­diese Prioritätensetzung nicht erklären.


27. Januar: Ein rachsüchtiger, bösartiger Mann

Autor: Roland Burkhart, Uster

Der US-amerikanische Präsident Donald Trump ist ein alter, rachsüchtiger, bösartiger Mann. Die europäischen Politiker sehen seine Pläne immer noch nicht. Aus seiner Sicht wurde die EU nur gegründet, um die USA zu bescheissen, also hasst er sie. Und auch die Nato ist für Trump nur ein Klotz am Bein, weil er nicht deren Oberbefehlshaber sein kann.

Wahrscheinlich hat Trump im letzten Sommer bereits ­einen Deal mit dem russischen Präsidenten Putin abgeschlossen: «Du machst in Europa, was du willst, und lässt mich sonst in Ruhe.» Später hat er, geografisch eher nicht so bewandert, gemerkt, dass Grönland zu Europa gehört. Darum muss er jetzt Grönland an sich reissen. 


27. Januar: Ein «Eselspalast» für 700 000 Franken?

Autor: Ueli Kuhn, Bisikon

Der jüngste Beschluss des ­Illnau-Effretiker Stadtrats zur Tierhaltung beim Primar­schulhaus Eselriet lässt einen fassungslos zurück: Dass für die Sanierung eines Stalls für lediglich zwei Esel und vier ­Ziegen Planungskosten von 80 000 Franken bewilligt wurden und ein Projekt für sage und schreibe 700 000 Franken resultierte, ist an Weltfremdheit kaum zu überbieten. Wer einen Bezug zum landwirtschaftlichen Bauen hat, kann über solche Summen nur den Kopf schütteln.

Ein herkömmlicher, moderner Stallbau in der Landwirtschaft rechnet mit Kosten von etwa 20 000 bis 30 000 Franken pro Grossvieheinheit (GVE). Beim geplanten Projekt im Eselriet – man muss es fast schon als «Eselspalast» bezeichnen – wären die Kosten um mehr als ein Faktor 20 ­höher ausgefallen. Es ist offensichtlich: Im aktuellen Stadtrat fehlt jegliches Gespür für Verhältnismässigkeit und den haushälterischen Umgang mit Steuergeldern.

Dass das Projekt nun im Rahmen des Sparpakets gestoppt wurde, ist die einzig logische Konsequenz. Doch allein die Tatsache, dass eine solche Luxus-Planung überhaupt so weit vorangetrieben wurde, zeigt das aktuelle Defizit im Gremium auf: Es fehlt an ­Mitgliedern, die wissen, was Bodenständigkeit bedeutet. Mit Daniel Huber und Simon Binder stellen sich zwei Kandidaten zur Wahl, die mit beiden Beinen im Leben stehen und sicherstellen, dass künftig wieder mit Vernunft und Augenmass geplant wird.

Dies sind die beiden letzten Esel der Stadt Illnau-Effretikon, Ausgabe vom 24. Dezember 2025


27. Januar: Dankbar fürs ohne Bedingungen nutzbare WC

Autorin: Vreni Hertig, Wald

Den Leserbriefschreiber mit dem Thema «WC nur mit Karte» kann ich gut verstehen.

Da hatte ich am vorletzten ­Wochenende viel mehr Glück. Ich war mit Sohn und Enkelin unterwegs in einem Einkaufszentrum. Nach feinem Kaffee mit Gipfeli meldete sich meine nicht mehr allzu junge Blase. Die WCs waren sehr sauber und ohne jegliche Bedingungen benutzbar. Alles war ziemlich neu, so auch der meiner Meinung nach nicht funktionierende Seifenspender. Eine freundliche Angestellte half mir – und plötzlich floss die Seife.

Da Händewaschen für mich das oberste Gebot ist, verliess ich mit erleichterter Blase und Dankbarkeit das WC. Der Kommentar meiner vierbeinigen Mitbewohnerin dazu: WC ist längst nicht das Wichtigste – was zählt, ist der Fressnapf!

«WC nur mit Karte», Leserbrief in der Ausgabe vom 19. Januar


21. Januar: Uster bläht die Verwaltung auf – die Steuerzahler bezahlen es

Autor: Daniel Schnyder, SVP-Gemeinderat Uster und Präsident SVP Uster

Uster liegt mit einem Steuerfuss von 112 Prozent an der Spitze des Bezirks – und das bei steigenden Schulden und wachsender Verwaltung. Dübendorf, eine vergleichbare Stadt, kommt mit 92 Prozent aus. Wie ist das möglich?

Ein Blick in die Zahlen zeigt es deutlich: In Uster betragen die Ausgaben pro Einwohner rund 8890 Franken – in Dübendorf nur etwa 7750 Franken. Das ist ein Unterschied von über 1100 Franken pro Kopf! Und besonders sticht ein Bereich hervor: die Verwaltung.

In Uster wächst die Verwaltung seit Jahren überpropor­tional. Immer neue Stellen, Abteilungen und Projekte blähen den Apparat auf – ohne dass dies für die Bevölkerung spürbare Vorteile bringt. Währenddessen steigen Gebühren, Abgaben und der Druck auf das lokale Gewerbe. Das kann so nicht weitergehen.

Die SVP Uster fordert, dass die Stadt endlich Prioritäten setzt: schlanke, effiziente Strukturen statt ständiger Ausbaus des Behördenapparats.

Das Geld der Ustermerinnen und Ustermer muss wieder mit mehr Respekt behandelt werden. Es ist höchste Zeit, dass Uster wieder lernt, sorgsam mit Steuergeldern umzugehen.

«Die Steuerfüsse marschieren nach unten», Ausgabe vom 9. Januar


21. Januar: Verantwortung für die Stadt von morgen

Autor: Maxim Morskoi, SP-Gemeinderat Illnau-Effretikon

Bei den kommenden Wahlen ist es entscheidend, zukunftsgerichtete Parteien zu unterstützen. Unsere Stadt steht vor grossen Herausforderungen: steigende Wohnkosten, wachsender Druck auf den Boden sowie eine Infrastruktur, die gut unterhalten und dort, wo es nötig ist, weiter ausgebaut werden muss. Dafür braucht es Weitsicht und Verantwortungsbewusstsein.

Die SP hat in den letzten vier Jahren im Stadtparlament und im Stadtrat genau diese vorausschauende Politik verfolgt. Ihre Exponentinnen und Exponenten haben sich für eine sozial gerechte Stadtentwicklung eingesetzt, für Investitionen in den Service public und für eine Wohn­baupolitik, die der Spekulation mit Boden und Wohnraum entgegenwirkt.

Ziel ist eine Stadt, die auch für kommende Generationen lebenswert bleibt. Diese Arbeit sollte konsequent weitergeführt werden. Deshalb ist es wichtig, die SP ­erneut ins Stadtparlament zu wählen und ihre beiden Vertreter im Stadtrat wiederzuwählen. Kontinuität und eine klare Ausrichtung auf die Zukunft sind gerade jetzt von zentraler ­Bedeutung.


21. Januar: Zwischen Parodie und Realität

Autor: Ernst Eberhard, Dürnten

Viele von uns haben die Szenen und Figuren aus der TV-Serie «Tschugger» noch lebhaft vor Augen. Und es ist uns klar: Das war eine Parodie, eine krass übertriebene Darstellung, mit einfach viel Unterhaltungswert. Aber es stellt sich doch eine Frage: Zu welchem Kanton der Schweiz würde diese Darstellung besser passen als zum Wallis? Wir urteilen subjektiv, aus dem Bauch. Wir spüren, wie eine Region tickt. Bei der Serie «Tschugger» haben wir gelacht. Aber nach dem Inferno von Crans-Montana lacht niemand, und die nächste Folge von «Tschugger» wird kaum so bald ausgestrahlt werden.

Wir lieben das Wallis und die Walliser. Aber wir hoffen, dass in der Gesellschaft wie in der Politik – dort vor allem – ein Wandel der inneren Werte stattfindet. Nicht, dass nicht auch in anderen Kantonen Saue­reien passieren können, bewahre! Aber dem Wallis ist eine besondere Gesundung zu wünschen.


19. Januar: WC nur mit Karte

Autor: Rudi Blessing, Uster

Am Bahnhof Uster abends 21 Uhr ausgestiegen und sollte dringend aufs WC. An den drei Kabinen angekommen, musste ich erst auf einem DIN-A4-Blatt lesen, nur mit Karte oder Handy zahlbar. Möglichkeit, eine WC-Karte zu lösen, ist am Getränkeautomat – 25 Meter weit entfernt. Erst musste die Zahl der Karte gesucht werden, dann mühsam ein Schieber gezogen werden, den Franken einwerfen, dann folgte eine Wartezeit von mindestens zwei Minuten, bis die Karte fiel. Zurück zum WC, Karte hingehalten, nichts passiert. Noch zweimal probiert. Aber das WC öffnet sich nicht.

Es hat knapp nach Hause gelangt. Ich kenne eine Person, die eine Behinderung hat. Sie hat kein Handy, keine Karten, kann aber mit Bargeld umgehen. Es ist traurig, dass es so etwas gibt. Also SBB, ändern sie das so, dass der Batzen direkt am WC eingeworfen werden kann.


«Bargeld soll nicht Pflicht werden», Ausgabe vom 13. Januar

19. Januar: Alte Idee – neuer Einsatz?

Autor: Uwe Scheibler, Wetzikon

Ja, das waren noch Zeiten! Christian Brändli beschreibt anschaulich die Entwicklung und den Betrieb mit den Trambähnli im Oberland und durch das Strassendorf Wetzikon. Vor 87 Jahren verschwand die «Bünzli-Trucke» leider aus dem Wetziker Stadtbild. Seither ergiesst sich eine immer grössere Autolawine durch die Bahnhofstrasse. Die Ortsplanungsrevision beschäftigt viele Gemüter, und an allen Veranstaltungen war zu vermerken, dass der motorisierte Verkehr als grosse Belastung empfunden wird. Die meisten Fahrten finden im Siedlungsgebiet statt. Es ist also nicht einmal weit gegriffen, wenn wir das Trämli in moderner Form als Alternative prüfen würden.

«Als das Tram quer durch das Oberland fuhr», Ausgabe vom 10. Januar


19. Januar: Toller Silvester

Autor: Max Frey, Wetzikon

Begonnen hat es schon am ­Vorabend des Schulsilvesters. Einige Gofen wussten nichts Besseres, als auf dem Spielplatz Feuerwerk zu zünden. Dadurch wurde mein Hündchen derart erschreckt, dass es sich im Schlafzimmer zu verstecken versuchte.

Voller böser Vorahnungen wegen der kommenden Knallerei, sah ich sehr besorgt dem Abend entgegen. Dies besonders, weil mein Hündchen tagsüber zunehmend an Durchfall litt. Als dann die Knallerei so ­richtig losging, versuchten wir, hinter geschlossenen Rollläden und Fenstern Schutz im Badezimmer zu finden. Nach einer Stunde auf dem harten WC-­Deckel zitterte und jaulte das Hündchen trotzdem. So beschloss ich, mal mit dem Auto im Oberland einen stillen Ort zu finden. Es war aber vergebens, nach zwei Stunden kehrte ich wieder ­zurück.

So gegen Mitternacht versuchten wir, weil es langsam ruhiger wurde, mal zu schlafen. Aber so gegen 3 Uhr hörte ich meinen Kameraden würgen, was sich dann auf dem billigeren Teppich als dreifache Magenentleerung herausstellte. Auf dem teuren Teppich hatten sich zwei Haufen Durchfall ­bereits in den Noppen festgesaugt. Na ja, ich musste das hinnehmen, weil während der Knallerei war ein Gassi ­gehen unmöglich. So nach ­einer Stunde war vom Schaden nichts mehr zu sehen und zu riechen!

Gegen Abend kam dann richtig Unruhe auf. Ich entschloss mich, bei der Kleintierpraxis Animalia Hilfe zu holen, was perfekt gelang. Der Befund war ein­deutig Angst. Mit ein paar Medikamenten, einer Spritze und nicht geplanten Ausgaben gings nach Hause. Ganz herz­lichen Dank. Die ­beiden nächsten Nächte verliefen wie die erste Nacht. Kaum eingenickt, durfte ich wie der Blitz raus an die frische Luft.

Wenn Komponenten im Wetziker Parlament keine ­Ahnung von der Tierschutz­verordnung haben, sondern Tradition, die keine ist, als wichtiger erachten, wird sich das Leiden der Tiere nicht ändern. Darum erwarte ich, dass bei den nächsten Wahlen diese ausnahmslos ersetzt ­werden. Das Tierschutzgesetz (TSchG) in der Schweiz schützt das Wohlergehen und die Würde von Tieren und legt klare Vorschriften für den Umgang mit ihnen fest.

Inzwischen hat sich mein Hündchen erholt, die Angst bleibt aber ein Leben lang.


19. Januar: Badewannen im Winter

Autorin: Kathrin Molinari, Esslingen

Das Winter-Open-Air-Kino ­finde ich an und für sich eine coole Sache. Finde die Idee mit Decken und Feuer schön. Aber: Da spricht man gross von Klimaerwärmung, Energieknappheit, ermutigt zum sparsamen Umgang mit Energie, der Bundesrat droht zeitweise, dass ­gewisse Geräte im Haushalt nicht mehr benutzt werden dürfen. Jede Person, die schon in einer Badewanne sass, weiss, wie schnell das Wasser dort drin kalt wird. Wenn so eine Wanne draussen in der Kälte steht, wird das Wasser noch schneller kalt, es braucht also enormen Stromverbrauch, um das Wasser warm zu halten. Bravo, macht ihr gut.

«‹Der Winter verleiht dem Open-­Air-Kino seinen ganz eigenen Charme›», Ausgabe vom 9. Januar


16. Januar: Was läuft falsch in unserem Land?

Autor: René Bachmann, Wetzikon

Als Schweizer Bürger, auf­gewachsen und wohnhaft in Wetzikon, mache ich mir ernsthafte Gedanken über die grundsätzlichen Bedürfnisse und Lebensfragen, wenn ich die täglichen Themen im «Zürcher Oberländer» lese.

Das Globale klammere ­ich hier einmal aus, denn schon das Regionale sollten wir ­genauer unter die Lupe nehmen.

In der Ausgabe vom Mittwoch, 7. Januar, erfahre ich vom Milliardengewinn der Schweizerischen Nationalbank, und am Donnerstag, 8. Januar, ist wieder – wie schon seit Langem – vom Dilemma des GZO Spitals Wetzikon die Rede.

Auf der einen Seite Riesengewinne, auf der anderen Seite Spitalschliessungen schweizweit. Zwar ist für uns die Gesundheit etwas vom Wichtigsten, doch sie darf möglichst nichts kosten. Alle Gemeinden ausser Bubikon, die im Einzugsgebiet des GZO liegen, haben sich für den weiteren Erhalt mit den entsprechenden Beteiligungen ausgesprochen. Jedoch ist das, was der Bevölkerung wichtig ist, nicht bis zur Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich gelangt. Oder höchstens auf taube Ohren ­gestossen.

Natürlich hat die Schweizerische Nationalbank mit dem GZO nichts zu tun. Dennoch stellt sich die Frage, wofür die riesigen Gewinne eingesetzt werden könnten. Ob für die Menschen und die Gesundheitsversorgung – oder um die Gewinnspirale weiter ­anzutreiben …


«Milliardengewinn für Bund und Kantone», 7. Januar

6. Januar: Die langfristige Zukunft der Schweiz

Autor: Bernhard Girsberger, Uster

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sind gut beraten, sich frühzeitig über die sogenannten Bilateralen-3-Verträge mit der EU zu informieren. Dazu bedarf es nicht der Mühe, alle über 2000 Seiten zu lesen. Sie sind auf der Website des EDA mit den Stichworten «Vernehmlassung», «EU», «Paket» via Google leicht auffindbar.

Wir werden vermutlich 2028 darüber abstimmen. Es bleibt also noch Zeit genug, dass sich jeder ein Bild über die Folgen machen kann. Insbesondere weil die teilweise Übernahme von EU-Recht ein Paradigmenwechsel darstellt, ist auch unbedingt das Ständemehr erforderlich, denn diese Abkommen greifen tief in unser Staats­wesen ein: In den wichtigen ­Bereichen wie Gesundheit, Lebensmittel, Strom und Zuwanderung geben wir unsere Gesetzgebung aus der Hand. Weder das Parlament noch das Volk können dann darüber entscheiden. Wollen wir das?

Die Schweiz wird ohne diese Verträge nicht untergehen, im Gegenteil. Auch bei der EWR-Abstimmung wollte man uns weismachen, dass bei einem Nein die Schweiz verarmen würde. Das Gegenteil ist ein­getreten. Oder etwa nicht? Wir heben uns heute wohltuend von den serbelnden Mitgliedsstaaten ab. Die EU braucht uns, und wir brauchen durchaus auch die EU, so einfach ist das. Ein Freihandelsabkommen, wie mit ­vielen anderen Staaten bereits reali­siert, genügt. Wir haben ja mit der Union eines seit 1972.

Es geht hier um die Seele der Schweiz; nicht nur um kurz­fristige wirtschaftliche Interessen einiger weniger, sondern um den Erhalt unserer einmaligen direkten Demokratie. Das sollte jedem Schweizer Bürger bewusst sein.


6. Januar: Zigeunersalat ein Problem?

Autor: Erich Reichle, Fällanden

Die Juso Zürcher Oberland und die SP Uster haben wieder einmal ein gravierendes, weltbewegendes Problem entdeckt. Sie stören sich am Begriff Zigeunersalat, den die Bäckerei Steiner seit Jahren für ihren Wurst-Käse-Salat verwendet und der bei ihren Kunden bis jetzt problemlos vertraut war.

Aber nun kommt der Juso-Hammer: Der Begriff sei seit Jahrhunderten eine Beleidigung für Sinti, Roma und Jenische. Er werde von diesen als eine mit Klischees überlagerte Fremdbezeichnung verstanden und als rassistisch aufgefasst.

Da frage ich mich: Warum eigent­lich nur den Zigeuner­salat? Wir haben doch noch eine ganze Reihe dieser ach so diskriminierenden und rassistischen Ausdrücke: Frankfurterli, Wienerli, Berliner, Hamburger, Luxemburgerli und so weiter. Da haben die Juso aber noch einiges zu tun, quasi eine Lebensaufgabe, um all diesen armen diskriminierten Menschen zu einem würdigeren Dasein zu verhelfen.

«Bäckerei Steiner prüft Namensänderung für ‹Zigeunersalat›», Artikel vom 24. Dezember


6. Januar: Vorreiterfirma soll an die Kasse kommen

Autor: Jürg Brändli, Wald

Das Kantonsgericht Zug lässt eine Klage von vier indonesischen Fischern gegen den Schweizer Zementkonzern Holcim zu, weil dieser mitverantwortlich für den Klimawandel sei, der bereits massive Schäden auf der Insel Pari, nordöstlich von Jakarta, angerichtet habe. Das Hilfswerk der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz unterstützt die Kläger. Das ist bedauerlich.

Ausgerechnet das Unternehmen Holcim, das bei der Dekarbonisierung als Vorreiter gilt, das bis 2050 klimaneutral produzieren will und den Ausstoss von CO2 seit 2015 um 50 Prozent gesenkt hat, soll an die Kasse kommen, während die grössten Klimasünder China, die USA, Indien und Russland verschont bleiben.

Schon die «Klimaseniorinnen», bestehend aus 2500 Schweizer Pensionärinnen und unterstützt von Greenpeace, klagten im April 2024 vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte aus Klimaschutzgründen erfolgreich gegen die Schweiz, obwohl das Land auf dem Klimaschutz-­Index immerhin Platz 21 von 67 belegt.

Massnahmen gegen Klimaschäden sollten nicht lokal auf dem gerichtlichen Weg erwirkt werden, sondern Re-sultat von weltweiten politischen und demokratischen Prozessen sein. Ansonsten sind jene vorbildlichen Länder die Dummen, in denen es juristisch am meisten zu holen gibt. Die liberale Rechtspflege der Schweiz wird dann zum Bumerang.

«Kantonsgericht tritt auf Klimaklage gegen Holcim ein», Ausgabe vom 23. Dezember 2025


30. Dezember: Was ist mit Berliner, Mailänderli und Co.?

Autor: Romeo Steiner, Hinwil

Das darf doch nicht wahr sein! Haben die Juso in der heutigen Zeit keine grösseren Probleme zu lösen? Was folgt als Nächstes? Berliner, Mailänderli, Spitzbuebe, Meitschibei, Züri-Gschnätzlets, St. ​Galler Bratwurst oder Bündnerfleisch? Bald gibt es wahrscheinlich, wenn es nach den Juso geht, auch kein dunkles Holzofenbrot, keinen hellen Pfünder und kein Pariserbrot mehr. Ich hoffe sehr, der Steiner-Beck macht diesen Unsinn nicht mit. Es ist traurig, dass man so reisserische Themen aufgreifen muss, um von den Medien wahrgenommen zu werden.

«Bäckerei Steiner prüft Namensänderung für ‹Zigeunersalat›», Artikel vom 24. Dezember


28. Dezember: «Eine Weihnachtsbotschaft, von der sich viele Gemeinden etwas abschauen könnten»

Autor: Jean-Pierre Kousz, Wila

Manchmal sagt eine kleine Geste mehr über eine ­Gemeinde aus als jede Hochglanzbroschüre: ein paar ­warme Worte, ehrlich formuliert, und ein Zeichen, dass das Engagement der Bevöl­kerung nicht als selbstverständlich betrachtet wird. ­Genau dieses Gefühl hat bei mir die Weihnachtskarte des Gemeinderats Wila ausgelöst.

In der Botschaft wird nicht nur «frohe Festtage» gewünscht, sondern eine klare Haltung gezeigt: Wärme schenken – gerade in unruhigen Zeiten, in denen es einem «manchmal frösteln» kann. Gleichzeitig wird daran erinnert, wie gut wir es hier haben.

Was mich besonders überzeugt: Der Dank ist nicht nur formell, sondern spürbar. Der Gemeinderat würdigt das Engagement in Vereinen, Behörden und Projekten und erwähnt sogar die Geduld der Bevölkerung, falls die Ver­waltung Fehler macht. Das wirkt menschlich und stärkt Vertrauen.

Ein weiterer schöner Punkt: Die Karte (und die Socken als Geschenk) wurden von Schülerinnen und Schülern der ­Sekundarschule gestaltet. Damit wird Jugend nicht nur ­erwähnt, sondern sichtbar einbezogen.

Ich finde, viele Städte und Gemeinden könnten sich daran ein Beispiel nehmen: rechtssicher kommunizieren, ja – aber gleichzeitig warm, respektvoll und verbindend. Denn genau diese Mischung macht schliesslich Gemeinschaft stark.


22. Dezember: Budgetdebatte im Gemeinderat Uster: Mehr als nur Zahlen

Autor: Richard Sägesser, Uster

Am Montag habe ich die Debatte zum Budget 2026 im Gemeinderat Uster mitverfolgt. Ein Budget ist keine öde Formalie; es geht um die zentrale Frage, wofür unser Steuergeld eingesetzt wird und wo wir als Gesellschaft Prioritäten setzen. Das ist zumindest der Anspruch.

In der Realität diskutiert das Parlament aber eher über einzelne Positionen als über die grossen Linien. Diese sind nur schwer zu steuern – nicht zuletzt, weil dem Parlament das Insiderwissen der Verwaltung fehlt, weil viele Rahmenbedingungen von übergeordneten Stellen vorgegeben werden oder wegen der schieren Fülle von städtischen Aufgaben, die es zu durchleuchten gilt. Der Tanker «Uster» fährt so ungeachtet der gemeinderätlichen Budget-Retuschen mehr oder weniger unbeirrt weiter – und wächst. Der Gesamtaufwand pro Einwohner in Uster ist von 2020 bis 2024 aus verschiedenen Gründenum rund 10 Prozent gewachsen. Um die Grössenordnung zu verdeutlichen: Der Gesamtaufwand von Uster liegt für 2026 bei rund330 Millionen Franken, plus 4,7 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr.

Es ist daher nicht verwunderlich, wenn die bürgerlichen Kräfte im Parlament versuchen, das stete Ausgabenwachstum in seinen Grundzügen zu begrenzen, etwa durch eine Senkung des Steuerfusses oder eine Kopplung des maximalen Personalwachstums der Verwaltung an die Einwohnerzahl – was am Montag beides von knappen Links-Mitte-Mehrheiten abgelehnt wurde. Auch wenn der Vorstoss zur Eindämmung des Personalwachstums abgelehnt wurde, hat er eine gewisse Wirkung entfaltet: Der Stadtrat hat die Bremse angezogen und sieht für 2026 fast keinen Personalausbau vor. Aber wie geht es 2027 weiter, wenn kein solches Damoklesschwert mehr im Ratssaal hängt? Ich würde mich jedenfalls freuen, in Zukunftals Stadtrat die grossen Linien mitgestalten zu können.

Und noch dies: Dass Steuereinnahmen sprudeln, ist keine buchhalterische Selbstverständlichkeit. In Uster liefern nur 19 Prozent der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ganze 61 Prozent der Steuereinnahmen von natürlichen Personen ab. Für die Stadtfinanzen sind diese 19 Prozent der Bevölkerung «systemrelevant». Und für diese (und solche, die sich einen Zuzug nach Uster überlegen) dürfte der Steuerfuss ein zentrales Standortkriterium sein – für Firmen sowieso. Ein haushälterischer Umgang mit unseren Steuergeldern ist daher auch zum Erhalt der Steuerkraft geboten. Tragen wir denen, die viel einzahlen, Sorge – zum Vorteil von allen.


22. Dezember: Abgestimmt ist abgestimmt

Autor: Remo Meier, Uster

Unglaublich. Da wird über etwas abgestimmt, und immer wieder gibt es Leute, wo das Abstimmungsresultat anfechten wie jetzt in Dübendorf wegen Tempo 30 auf Quartierstrassen. Wir leben in einer Demokratie, und dann muss man halt mal ein Abstimmungsresultat akzeptieren, auch wenns einem nicht passt.


20. Dezember: Weihnachtsbäume sind keine Wegwerfartikel

Autorin: Vreni Hertig, Wald

Diesem Mann möchte ich ein herzliches Dankeschön sagen; er spricht mir aus der Seele.

Ich liebe Nadelbäume nicht nur in der Adventszeit, sondern das ganze Jahr über. Die meisten von ihnen verhelfen vor ­allem im Winter im Wald neben vielen nackten Bäumen zu schönem Grün. Ich finde es toll, dass Herr Kunz diesen «Farbspendern» zu einem längeren Leben verhilft.

Vor Weihnachten werden sie geschmückt oder gar gestylt; nach Weihnachten (manchmal bereits vor Neujahr) liegen sie wie ein Wegwerfartikel neben ­Kehrichtsäcken. Sie liegen dort nicht allein, sondern manchmal auch in Gesellschaft von Spielzeugen, die man durchaus noch nutzen könnte. Ein Puppenwagen jedoch ist ein totes Objekt, ein Nadelbaum nicht.

Wenn wir ihn im Topf kaufen oder mieten, ermöglichen wir ihm, auch nach den Festtagen weiterzuleben. Hat er nicht auch ein Recht darauf? Die Gedanken meiner Katze schweifen in eine andere Richtung: «Wieso hängen die Menschen farbige Kugeln an die Äste? Würden sich farbige, mit Cat-Chips gefüllte Stoffsäcklein nicht besser eignen?»

Na ja, jeder hat halt seine eigenen Wünsche, auch in der Weihnachtszeit!

«Mieten statt fällen – er schenkt Christbäumen ein langes Leben», Ausgabe vom 16. Dezember


20. Dezember: Der vergessene Kern von Weihnachten

Autor: Heinrich Vettiger, SVP, Stadtrat Wetzikon

Seit nahezu zwei Jahrtausenden steht Jesus für Christen im Zentrum ihres Glaubens. Und doch ist die Geschichte des Christentums von Spaltungen, Streit, Krieg und gegenseitigen Verurteilungen geprägt, und besonders tragisch ist das ­deshalb, weil sie sich auf Jesus berufen, der Liebe und Frieden verkündet hat.

Vielleicht liegt es daran, dass wir Menschen seine ­Botschaft nicht verinnerlicht haben oder sie unsere Ängste, eigenen Interessen und Machtansprüche verdrängen.

Es mag viele schockieren, aber Jesus selbst hat keine Religion gegründet – nirgends in der Bibel ist davon die Rede. Jesus hat auch keine Dogmen gelehrt. Seine Botschaft, die er verkündet und gelehrt hat, ist unmissverständlich: Liebe, Barmherzigkeit, Demut und die Bereitschaft, den anderen anzunehmen, auch wenn er anders denkt oder lebt.

Die Weihnachtszeit ist geradezu prädestiniert, in sich zu gehen, die Botschaft Jesu aufzunehmen und darüber nachzudenken, worum es wirklich geht. Weihnachten ist kein ­Besitzstand der Gotteshäuser, sondern eine Einladung, im eige­nen Herzen mit dem Frieden und der Liebe zu beginnen.

Nur wenn alle Menschen diesen Geist in sich erblühen lassen, kann Weihnachten vielleicht wirklich das werden, was es von Anfang an sein sollte: ein festlicher Beginn eines dauerhaften Friedens innerhalb der Menschheits­familie.

Ich wünsche Ihnen allen ein friedvolles, besinnliches, in­spirierendes, aber auch nachdenkliches Weihnachtsfest.


19. Dezember: Wetziker Stadtplanung – mutlos und wirkungslos

Autor: Quartierverein Oberwetzikon

Kaum irgendwo klaffen schöne Worte und die Realität weiter auseinander als in der Wetziker Stadtplanung. «Mehr Grün und weniger Verkehr, mehr Arbeitsplätze und eine bessere Ver­sorgung der Stadtquartiere» predigt der Stadtrat. Dagegen stehen herbe Grünflächenver­luste, mehr Verkehr, weniger Arbeitsplätze für die stark zunehmende Bevölkerung und eine ständige Abwanderung von Fachgeschäften.

Wir schreiben das Jahr 2025, und der Stadtrat plant beim Oberwetziker Hauptproblem Verkehr einzig eine Verlagerung auf andere Strassen mit dem Zeithorizont 2035. Der Quartierverein Oberwetzikon fordert dagegen jetzt eine ernst­hafte Auseinandersetzung mit der Belastung durch täglich 18 000 Fahrzeuge.

«Aufwertung Oberwetzikon» titelt das verheissungsvolle Projekt, das seit 2018 vor sich hindümpelt. Als aufsehenerregendste Ergebnisse stehen einige neue Bänke und meh­rere schon vergreiste «Bäumli im Chübeli» etwas verloren zwischen Migros und dem «Löwen»-Komplex. Das schon lange geschlossene öffentliche WC wurde ganz entfernt, notabene ersatzlos, die Asphaltfläche vergrössert und dafür eine der unbeliebten Metallbänke hingestellt.

Das alles mit einem Aufwand von mehreren hunderttausend Franken. Eine wirklich beachtliche Leistung der Wetziker Stadtplanung.

Nachdem der Stadtrat mit Argumenten aus der Mottenkiste der «autogerechten Stadt» die behindertengerechte Anpassung der Bushaltestelle Oberwetzikon um Jahre verzögert hat – dasselbe Spielchen übrigens in Unterwetzikon am Wildbach –, sollen nun dekorative Gestaltungselemente die verkehrspolitische Untätigkeit verschleiern.

Schon mehrfach wurden der Stadtverwaltung Konzeptvorschläge für ein verkehrs­armes Oberwetzikon oder eine Fussgängerzone vorgelegt, alle landeten folgenlos in irgend­einer Schublade. Der Quartierverein Oberwetzikon verlangt jetzt eine offene Herangehensweise und eine partizipative Mitwirkung der Öffentlichkeit zur Problemlösung in abseh­barer Zeit.


18. Dezember: Rechtzeitig die Reissleine gezogen

Autor: Ruedi Menzi, Rüti

Es braucht Mut, um zuzugeben, dass man den falschen Weg eingeschlagen hat, aber manchmal hilft das Portemonnaie, den richtigen Weg zu finden.

Ich spreche vom Fernwärmenetz in Rüti. Die Reissleine ­gezogen hat aber die Energie Zürichsee Linth AG. Dem Gemeinderat Rüti hätten sicher der Mut, aber auch die Einsicht und die Weitsicht gefehlt, diesen Schritt zu machen.

Die Reaktion vom Gemeinderat: Er macht sich Sorgen, wie man nun die Klimaziele ­erreichen kann (Energiestadt Gold). In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass es an der Zeit wäre, diesem ­Verein den Austritt mitzuteilen. Fernwärme im kleinen Rahmen und mit kurzen Leitungen rund um die Ara Rüti, also Wärme, die man selber produzieren kann, um damit Liegenschaften mit Wärme zu versorgen, ist in Ordnung.

Zukunft gehört der Autarkie

Das heisst Selbstversorger mit Strom und mit Wärme, das ist die Zukunft für jedes Haus oder kleinere Häusergruppen ­zusammen, die in nächster Nähe stehen. Die Hersteller von Wärmepumpen und Solarzellen produzieren in kurzen Intervallen immer bessere ­Produkte, damit dieses Ziel in nächster Zukunft ohne ­grössere Investitionen möglich ist, dies ist absehbar.

Eine Schlüsselstellung nimmt die Speicherung von Strom ein. Nach Experten­ansicht wird es in kurzer Zeit möglich sein, Natrium-Ionen-Akkumulatoren herzustellen zu einem Preis von 10 Franken pro Kilowatt. Somit wird es möglich, Solarstrom für ­Wochen oder Monate kostengünstig zu speichern.


18. Dezember: Wen wundert’s?

Autorin: Heidi Hunz-Kaiser

Wer mich kennt, weiss, dass ich eine grosse Befürworterin davon bin, vor Ort beim Händler einzukaufen. Als ehemalige ­Detailhändlerin ist klar: Ich bin gegen Online-Einkäufe.

Vor Ort einkaufen, dies machte ich am letzten Wochenende. Und wenn ich schon mit dem Auto ins Zentrum fahre, verbinde ich alles miteinander.

Eine Stunde Freiwilligeneinsatz, mit Gleichgesinnten das Restaurant besuchen, zudem noch diverse Einkäufe und ein Besuch auf dem Weihnachtsmärt. Übrigens ist er dieses Jahr sehr schön! Eine Empfehlung, dies auch in Zukunft im Stadtpark zu machen.

Insgesamt fünf Stunden Parkzeit ergeben einen Betrag von 14 Franken. Ja hallo denn! 14 Franken?! Wen wunderts, wenn die Kaufkraft abwandert, dorthin, wo es Gratisparkplätze gibt. Ich fühle mich bestraft, indem ich alles miteinander verbinde und vor Ort einkaufe. Es gab einmal den Slogan «Uster hat mehr, als man denkt».

Uster vertreibt Autofahrer, städtische Parkplätze werden abgebaut, und die Parkhäuser rüsten auf. Wen wunderts?!


17. Dezember: Ausweitung der Mountainbike-Strecken

Autor: Max R. Homberger, Wetzikon

Regierungsrat und Kantonsrat sind gewillt, die aktuell 15 Kilometer Mountainbike-Strecken im Wald auf 50 bis 80 Kilo­meter zu erweitern. Ein Skandal! Die IG Mountainbike Kanton Zürich vertritt angeblich 180 000 Biker (ich bin nicht dabei) und fordert in kommunistischer Manier, die öffent­lichen Wälder und die über 50 Prozent Privatwälder zum Rummelplatz zu öffnen. Die Baudirektion brach als ­Erste ein und bestellte ein Rechtsgutachten. Es enthält ­eigentlich nichts Neues. Gemäss Bundesverfassung Art. 78 Abs. 4 erlässt der Bund Vorschriften zum Schutz der Tier- und Pflan­zenwelt und zur Erhaltung ihrer Lebensräume in der natürlichen Vielfalt. Das Waldgesetz erlaubt das Reiten und Radfahren nur auf Strassen und Wegen. Rückegassen und Tram­pelpfade zählen nicht dazu. Das Betretungsrecht umfasst das Betreten zu Fuss, zu Pferd, mit Skiern und Schlitten. Velofahrer haben kein «Betretungsrecht». Damit ist die Rechtslage glasklar. Und an dieser soll nicht gerüttelt werden. Das sollten die Biker akzeptieren. Diese ganze Übung ist abzubrechen. Dem Wild sollen die letzten Rückzugsorte erhalten bleiben. Die Waldeigentümer sind in ihren Eigentümerrechten zu schützen. Wald-Erhalter und Jägerkreise sind gehalten, gehörig politischen Druck gegen jede Ausweitung des «Wald-­Bikings» aufzubauen.


«Mountainbiker bekommen mehr Platz im Wald», 12. Dezember

15. Dezember: Budget 2026: Kostendisziplin ist gefragt!

Autor: Simon Binder, Luckhausen, Mitglied Stadtparlament und Rechnungsprüfungskommission

Vergangene Woche erfolgte die Parlamentsdebatte zum Budget 2026 der Stadt Illnau-Effretikon. Was wie ein reizloser Verwaltungsakt klingt, hat sehr wohl eine gewisse Brisanz: Denn unser städtischer Haushalt kratzt im kommenden Jahr an der Schuldenobergrenze.

Und obschon wir bereits jetzt 15 Steuerprozente über dem kantonalen Mittel liegen, will die Stadtregierung in ihrer aktuellen Zusammensetzung den Steuerfuss per 2027 abermals erhöhen. Um einer Überschuldung vorzubeugen, schnürte die Stadtverwaltung ein sorgfältig austariertes Sparpaket im ­Umfang von rund 2 Prozent des Globalbudgets, welches die Ratslinke nur schon aus Prinzip bekämpfen musste –glücklicherweise ohne Erfolg.

Auch wollte sich die linke Parlamentshälfte nicht an den Sparbemühungen beteiligen, indem sie sogar eine moderate Kürzung des eigenen Sitzungsgelds bekämpfte. Eine frustrierte Minderheit wollte zuletzt sogar das gesamte Geschäft zurückweisen, was ein Notbudget nach amerikanischem «Vorbild» zur Folge gehabt hätte.

Zukünftig wünsche ich mir, dass zuerst Sparbemühungen erfolgen, noch bevor beim Steuerzahler die hohle Hand gemacht wird. Natürlich ist Letzteres bequem und einfach, aber es ist die Aufgabe der gewählten Parlamentarier, die Kostendisziplin auch in schwierigen Budgetjahren zu wahren. Hier hoffe ich für die Zukunft auf eine lösungsorientierte ­Zusammenarbeit über alle Parteien hinweg – zum Wohle ­unserer Stadt.


13. Dezember: Ein Dorf gerät unter die Räder – Planungsscherz oder bitterer Ernst?

Autor: Hansueli Gfeller, Fällanden, Mitbegründer Arbeitsgemeinschaft Wohnliches Schwerzenbach

Eigentlich kenne ich niemanden in Schwerzenbach, der den gewachsenen dörflichen Charakter des Dorfs infrage stellen oder sogar zerstören möchte. Im Gegenteil, die grosse Mehrheit der Bevölkerung ist sich darin einig, dass der gewaltig gewachsene Verkehrsstrom im Glattal durch sanfte Massnahmen in Zukunft zu beruhigen wäre.

Was hier mit der nun vor­liegenden Planung der kantonalen Planer zur Ortsdurchfahrt Schwerzenbach beabsichtigt wird, ist ein totaler Frontalangriff auf die noch vorhandene Wohnqualität unserer Dörfer. Noch schlimmer, was in Schwerzenbach geschehen könnte, droht auch in Zukunft in vielen anderen Landgemeinden des Kantons. Es ist offensichtlich, die Planer der kantonalen Verwaltung pflegen weiterhin ein Verkehrsleitbild aus den frühen 1970er Jahren, das damals einem ungebremsten Verkehrswachstum auf unseren Kantonsstrassen huldigte. Diesen Irrweg dürfen wir nicht beschreiten.

Dank engagierten Gemeindebehörden wie auch entschlossenen EinwohnerInnen hoffe ich, dass solche unsinnigen Planungsabsichten letztlich auch wegen knappen Finanzen des Kantons nochmals überdenkt werden. Eine autobahnähnliche Dorfdurchfahrt in Schwerzenbach – wie auch in anderen Dörfern des Glattals – wäre an Absurdität kaum zu übertreffen.


12. Dezember: Wer trägt die Last wirklich?

Autorin: Regula Hess, SP, lllnau-Effretikon

An der letzten Stadtparlamentssitzung wurde über das Budget und den Steuerfuss debattiert. Es wurde immer wieder der Begriff Opfersymmetrie erwähnt. Wenn damit gemeint ist, dass, um eine Steuererhöhung zu vermeiden, welche naturgemäss (Verfassung) immer die hohen Einkommen überproportional betrifft, dafür die Eintrittspreise der Badi erhöht werden, ist das für mich keine Opfersymmetrie. Sondern eine Steueroptimierung der oberen Einkommen zulasten der tiefsten Einkommen.

Können Laternen in der Fahrrinne der Kreuzstrasse die Sicherheit aller gewährleisten?

Autor: Marco Kranner, Uster

Die Argumentation, dass die Entwässerungsrinne «in der Regel» nicht befahren wird, verkennt die betriebliche Realität einer Zufahrtsstrasse. Ge­rade in beengten Situationen beim Kreuzen von Lastwagen oder beim Lieferverkehr, die den Fahrraum einschränken, wird die Rinne sehr wohl zum notwendigen Fahrraum. Die Aussage, sie diene als «Warteraum» beim Kreuzen mit ­einem Lastwagen, bestätigt indirekt, dass Fahrzeuge gezwungen sind, sie zu benutzen. Hier entsteht das von den Anwohnern kritisierte Gefahrenmoment: Fahrer werden zu plötzlichen, unkoordinierten Ausweich­manövern in die Rinne gezwungen, wo sie unvermittelt auf ­einen starren Hindernispfosten treffen.

Die Verweisung auf VSS-Normen und vergleichbare ­Projekte ist nachvollziehbar, ­jedoch kein alleiniger Sicherheitsbeweis.Verkehrsteilnehmer gewöhnen sich nicht an ein objektiv erhöhtes Risiko, sie sind ihm lediglich ausgesetzt. Die nachträgliche Sicherung durch Pfosten mit Reflektorenbändern ist eine erste, wichtige Gefahrenminderungsmassnahme, die unsere Kritik jedoch implizit anerkennt. Sie macht das Hindernis sichtbarer, beseitigt es aber nicht aus der kritischen Konfliktzone.

Wir appellieren daher erneut an den Stadtrat, die praktische Verkehrsführung an dieser ­Stelle nicht nur «aufmerksam zu beobachten», sondern präventiv und korrigierend tätig zu werden, bevor es zu einem Unfall kommt. Das Ziel einer be­ruhigten und gestalterisch ansprechenden Strasse wird durch eine Planung, die regelmässig gefährliche Ausweichmanöver provoziert, ad absurdum geführt. Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer inklusive der Fahrzeugführer muss oberste Priorität haben und sollte durch eine Umsetzung der Beleuchtungskörper ausserhalb des faktischen Fahrraums gewährleistet werden.


11. Dezember: Die Zürcher Kantonsfahnen waren korrekt aufgehängt

Klarstellung: Stadt Uster, Abteilung Präsidiales

Der Reformierten Kirche Uster und der Stadt Uster wird im genannten Leserbrief vorgeworfen, dass die Zürcher Kantonsfahnen während des Uster Märt nicht korrekt ausgehängt gewesen seien. Dem ist nicht so. Für die korrekte Hängung gilt gemäss der Staatskanzlei des Kantons Zürich und der Reformierten Kirche Uster: Das blaue Dreieck der Zürcher Fahne muss am unteren Fahnenrand und an der Stangenseite anliegen. Die blaue Seite der Zürcher Fahne muss immer an der Stange ausgerichtet sein, da Blau die «Ehrenseite» ist. Am Kirchturm sind die Fahnen an einer Stange befestigt, die leicht nach oben zeigt. Dadurch wirken sie anders als an einem senkrechten Mast, erfüllen aber die genannten Regeln. Für die Reformierte Kirche Uster und die Stadt Uster ist die Einhaltung der offiziellen Vorgaben zur Hängung der Fahnen wichtig.

Zum Leserbrief «Die Schande von Uster», Ausgabe vom 2. Dezember


10. Dezember: Chlor, Salz und Poulet

Autor: Alexander Beck, Brüttisellen

Im ZO/AvU vom 1. Dezember geisselt Ernst Eberhard aus Dürnten das, was er als «Chlorhuhn-Hysterie» bezeichnet. Für ihn ist der Genuss von mit Chlor behandelten Hühnern genauso unbedenklich wie die Verwendung von schweizerischem Kochsalz.

Ich kenne die Zusammensetzung des bei uns verwen­deten Speisesalzes, das aus Natriumchlorid (NaCl), Ka­liumiodid (Jod) und Antiklumpmittel (zum Beispiel ­Natriumferrocyanid, E535) besteht. Mir ist auch bekannt, dass Natriumchlorid (NaCl) eine gebundene, harmlose Form von Chlor ist, weil es durch die Verbindung des Metalls Natrium (Na) mit Chlorid (Cl-) entsteht.

Der «Beweisführung» von Ernst Eberhard mag ich mich auch mit diesem Wissen nicht anschliessen. Ich will nämlich nicht, dass man beim Lesen einer solchen Argumentation die amerikanischen Chlorhühner mit dem schweizerischen Kochsalz gleichsetzt.

Die Zutaten unseres Speisesalzes, das massvoll verwendet ein Genussmittel ist, machen das Produkt perfekt. Die Chlordesinfektion der amerikanischen Schlachthühner ist dagegen alles andere als appetitlich und nach schweizerischen Massstäben auch unangebracht.

Zum Leserbrief «Chlorhühner, eine neue Rasse?», Ausgabe vom 1. Dezember


9. Dezember: Jörg Kündig hat hervorragende Arbeit geleistet

Autor: Mario Cometti, Grüt

Was bewegt Herrn Huber aus Wetzikon, sich in die Politik von Gossau einzumischen? Kennt Herr Huber unsere wunderschöne Gemeinde?

Die Aufgaben unseres Gemeindepräsidenten haben nichts zu tun mit seinen damaligen Aufgaben am GZO Spital Wetzikon. Ich wohne seit über 30 Jahren in Gossau. Ich er­laube mir deshalb, die Arbeit unseres Gemeindepräsidenten zu beurteilen.

Jörg Kündig hat in seiner Funktion als Gemeindepräsident hervorragende Arbeit ­geleistet und die Gemeinde Gossau auf Vordermann gebracht. Er hat die Gemeinde in seiner bisherigen Amtszeit sehr gut geführt. Es ist ihm gelungen, die Finanzen stabil zu halten. Zusammen mit seinen Gemeinderatskolleginnen und -kollegen hat er in den vergangenen Jahren verschiedene Herausforderungen gemeistert (Corona, Asylunterkünfte, grosse Sportanlässe, Oberlandautobahn, Deponie Tägernau usw.). Jörg Kündig ist in der Gossauer Bevölkerung als Person und als erfahrener Politiker beliebt und sehr geschätzt. Es ist die freie Entscheidung eines jeden Politikers, für eine weitere Amts­periode zu kandidieren oder nicht zu kandidieren.

Ungewöhnliches Vorgehen

Der Gegenkandidat für das ­Gemeindepräsidium ist als ­gewählter Kantonsrat ein sehr erfahrener Politiker. Er hat sich für die Gemeinde Gossau schon vielfach eingebracht. Trotzdem: Ist eine direkte Kandidatur als Gemeindepräsident nicht eher ein ungewöhnliches Vorgehen? Wäre der Weg anfänglich als Gemeinderat, um in der Gemeindepolitik Erfahrungen zu gewinnen, nicht vorteilhafter für eine politische Karriere auf Gemeindeebene?

Mal auch das Wort ergreifen

Betreffend GZO erlaube ich mir noch die folgende Bemerkung: Wo waren in all diesen Jahren unsere Vertreter der Gemeinden? Hätte da nicht der eine oder andere Gemeindevertreter an einer der GZO-Zusammenkünfte das Wort ergreifen müssen?

Meine persönliche Emp­fehlung zum Schluss lautet deshalb: ein klares Ja für die Wiederwahl von Jörg Kündig als Gemeindepräsidenten in ­Gossau am 8. März 2026. Mit seiner grossen Erfahrung und dem breit verankerten Netzwerk bringt er die Gemeinde Gossau auch in den kommenden vier Jahren weiter.

Zum Leserbrief «Griff nach dem Gemeindepräsidentensitz», Ausgabe vom 25. November


5. Dezember: Die SVP gehört in den Illnau-Effretiker Stadtrat

Autor: Ruedi Anderhub, Illnau

Am 8. März 2026 finden die nächsten Gemeindewahlen statt. Dass die SVP Illnau-Effretikon die zwei Kandidaten ­Simon Binder und Daniel Huber für den Stadtrat ins Rennen schickt, stimmt mich positiv. Denn für unsere Stadt­regierung wünsche ich mir endlich wieder «frischen Wind» und nicht ein Gremium nur aus Pensionierten und Sesselklebern.

Eigentlich ist es über alle Parteien hinweg unbestritten, dass in unserer Konkordanz­demokratie die SVP als stärkste Partei auch in der Exekutive vertreten sein muss. Der Grund ist so einfach wie simpel: Über jeden Entscheid von grösserer finanzieller Tragweite hat sowieso das Parlament das letzte Wort. Damit mehrheitsfähige Anträge zustande kommen, sollten im Stadtrat die Parteistärken entsprechend abgebildet sein.

Mit den Personen Simon Binder und Daniel Huber stehen zwei konsensorientierte Kandidaten zur Wahl, deren bisheriges politisches Enga­gement weit über die Partei­grenzen hinaus geschätzt wird. Meine Wahl steht jedenfalls fest.


4. Dezember: Buslinie von Turbenthal nach Sitzberg soll eingestellt werden, Turbenthal sucht Alternative

Autor: Felix Caduff, Mitglied der AG Mobilität, Turbenthal

Mit dem Fahrplanwechsel 2026/2027 soll die Postauto­verbindung 807 nach Sitzberg nicht mehr vom Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) und von der Postauto AG finanziell unterstützt werden. Damit wird die dünn besiedelte Randregion gänzlich vom öffentlichen Verkehr abgeschnitten.

Dies ist besonders gravierend für die nicht motorisierten Zielgruppen von älteren Menschen, Jugendlichen und Pendlern. Die seit 2024 vom Gemeinderat eingesetzte Arbeitsgruppe (AG) Mobilität hat sich dieses Jahr schwerpunktmässig mit den Verbesserungen der Postautoverbindungen in der Gemeinde auseinandergesetzt und ein Fahrplanbegehren an den ZVV eingereicht.

Die Postauto AG verspricht zum Fahrplanwechsel nur für die Buslinie 806 nach Seelmatten Verbesserungen mit einem Stundentakt und der Wiedereinführung eines Zweistundentakts am Wochenende. Leider hat die Postauto AG das Begehren für die Buslinie 807 nicht aufgenommen. Die AG Mobilität ist klar der Überzeugung, dass alle Gebiete einer Gemeinde mit einem minimalen öffentlichen Grundangebot bedient werden müssen.

Sie hat sich daher mit der Alternative des Mobilitätsangebots des schweizweit engagierten Vereins Mybuxi auseinandergesetzt und begrüsst einstimmig diese Alternative für die Region Sitzberg, aber auch für die Verbesserung der Lokalverbindungen in Turbenthal. Bei Mybuxi handelt es sich um eine Mischung aus Bus und Taxi, es kann via App gebucht werden und soll sich an den Betriebszeiten des ÖV orientieren, sodass die bisherigen Verbindungen nach Sitzberg sicher­gestellt werden können.

Die AG Mobilität beantragt an der Gemeindeversammlung vom 8. Dezember 2025, den im Budget eingestellten Betrag von 50 000 Franken um 150 000 Franken auf gesamthaft 200 000 Franken zu erhöhen. Ziel ist es, mit der höheren Budgetsumme einen nahtlosen und reibungslosen Übergang vom Postauto zum Mybuxi zu gewährleisten.


3. Dezember: Augenwischerei

Autorin: Edith Rohrer, Laupen

Am 30. November wurde über die Vorlage zur GZO-Kapital­erhöhung abgestimmt. Mit insgesamt 50 Millionen sollten die Aktionärsgemeinden das Spital vor der Insolvenz retten. Vorgesehen war, dass die Gemeinden anteilig, je nach ­Grösse, ihren Beitrag leisten.

Bereits im Vorfeld wurde an Info-Veranstaltungen und in den Medien ­verkündet, falls nicht alle Gemeinden zustimmten, wäre die regionale Gesundheitsversorgung durch das GZO künftig in Gefahr. Mache nur eine Gemeinde nicht mit, werde das ganze Unterfangen scheitern.

Nun hat sich das Stimmvolk von Bubikon mehrheitlich gegen eine Unterstützung mit 3,12 Millionen für das GZO entschieden. Folgt nun das Aus? Nein doch nicht, da in den 50 Millionen bereits ein Puffer von 5 Millionen eingerechnet worden ist, was gegenüber den Stimmberechtigten nie offiziell kommuniziert wurde.

Ausserdem, so die GZO-Verantwort­lichen, könnte auch eine der ­anderen Gemeinden gewillt sein, ihren Beitrag aufzustocken. Was wohl kaum eine Op­tion ist, da sich die Gemeinden für ihren regulären Beitrag ­bereits verschulden müssen.

Angstmacherei: Kein regionales Spital mehr zu haben, erzeugt Druck. Als Stimmbürgerin fühle ich mich getäuscht. Hinzu kommen die drohende Anhebung des Steuerfusses und steigende Krankenkassenprämien. Wohin führt diese Entwicklung?

Vor Jahren wurden die «kleinen» Spitäler in Rüti, Wald und Bauma geschlossen. Aus Kostengründen, hiess es. Hätte man sie nicht unter einer zentralen, kostengünstigeren Verwaltung weiterführen können? Allenfalls als Spezialklinik? So war Bauma bekannt für seine professionellen Knie- und Hüftprothesenoperationen. Möglicherweise wäre uns dann das jetzige Dilemma ­erspart geblieben.


2. Dezember: Die Schande von Uster

Autor: Georg Schanz, Uster

Alle Jahre wieder werden am Kirchturm der reformierten Kirche in Uster die Kantonsfahnen angebracht – als Zeichen der Erinnerung an jene Bürger, die 1831 die neue Zürcher Kantonsverfassung einleiteten. Umso bedauerlicher ist es, dass die Fahnen erneut falsch aufgehängt wurden, dies, obwohl ich Frau Stadtpräsidentin Thalmann bereits persönlich auf diesen Missstand aufmerksam gemacht habe. Einige der Menschen, die den Ustertag und den Uster Märt besuchen, dürfte dies ärgern oder zumindest befremden. Da dürfte es den Verantwortlichen doch zuzumuten sein, die Kantonsfahnen korrekt anzubringen. Für die drittgrösste Stadt des Kantons ist ein solcher Fehler eigentlich eine Schande.


2. Dezember: «Bravo Gossau

Autorin: Susan Kappeler, Wetzikon

Endlich eine Gemeinde, die dem helllichten Zauber zu Unzeiten den Riegel schiebt! Die helle Aufregung beschränkt sich wohl auf ein paar wenige, die es gerne hell haben. Die meisten anderen freuten sich schon jetzt auf den ersten Adventssonntag, wenn die festlichen Lichter zum ersten Mal brennen! Vorfreude nennt man das. Und es heisst ja schliesslich Adventsbeleuchtung und nicht Novemberbeleuchtung. Und am Dreikönigstag, wenn die Festtage vorbei sind, gehen die Lichter wieder aus. Voilà! Ebenso freut es die Umwelt, weil Lichtverschmutzung nun definitiv gar nicht mehr geht. Es ist fast sechs Wochen lang erlaubt, die Weihnachtsbeleuchtung anzuzünden. Wo liegt denn also das Problem? Übertreibt es da jemand mit der Aufregung? Und dann gleich eine Petition starten? Der Entscheid der Gemeindeversammlung ist klar zu respektieren.

Gossau gebührt mein Bravo für seinen Mut, endlich Nägel mit Köpfen zu machen und nicht immer nur davon zu reden. Vom Energiesparen spreche ich und vom verantwortungsvollen Umgang mit künstlichem Licht. Solch eine Regelung in die Polizeiverordnung zu schreiben, macht Sinn, so ist sie verbindlich und für alle einsehbar. Meine Wohngemeinde Wetzikon ist leider viel weniger mutig. Obwohl wir offenbar gerade dran sind, die Polizeiverordnung neu zu verfassen, will der Stadtrat kein Verbot gegen lautes Feuerwerk hineinschreiben. Viele Nachbargemeinden haben dies bereits getan, weil es einem wachsenden Bedürfnis und Bewusstsein entspricht. Die Stadt Wetzikon wartet lieber ab und macht schön so weiter wie bisher. Ganz im Gegensatz zu Gossau. Bravo noch einmal!

«In Gossau herrscht helle Aufregung wegen der Weihnachtsbeleuchtung», Ausgabe vom 25. November


1. Dezember: Die Verantwortlichen haben nicht hingeschaut

Autorin: Andrea Marzan, Bäretswil

Herr Huber schreibt in seinem Leserbrief vom Groll auf den Verwaltungsratspräsidenten – irgendwie verständlich, und er ist sicher nicht der Einzige. Ich möchte jedoch noch ­anfügen, dass das oberste ­Kontrollorgan einer AG die ­Aktionärsversammlung ist – Aktionäre des GZO sind die ­Gemeinden.

Wo haben die Gemeinde­rätinnen und -räte sowie die RPK-Mitglieder, die jetzt so weit den Mund aufreissen, all die Jahre hingeschaut?

All diese gewählten Leute wären also genauso in derPflicht gewesen.

Zum Leserbrief «Griff nach dem Gemeindepräsidentensitz», Ausgabe vom 25. November


28. November: Vergrösserung Huebbach – gesunder Menschenverstand oder nur künstliche Intelligenz?

Autor: Ruedi Gnädinger, Wila

Nach über 10 Jahren Planungszeit (Leistung ca. 50 Meter je Jahr) können die Stimmberechtigten von Wila nun über einen stolzen Kredit von rund 4,6 Millionen Franken (ca. 9000 Franken je Laufmeter) für die Realisierung abstimmen. Wenn man sich so viel Zeit lässt, muss die angebliche Überschwemmungsgefahr doch nicht so gross sein – die Lust auf hohe Ausgaben aber umso mehr.

Bäche werden im Wesentlichen durch die Natur und dementsprechend naturnah und ohne Ingenieure geformt. Bei Starkregen wird Erde mitgerissen und führt zu einer Absenkung der Bachsohle. Dieses Geschiebe setzt sich im unteren und flacheren Teil wieder ab und führt zu Verlandungen und Überschwemmungen. Daher haben unsere Vorfahren die ­Bäche in Eigenregie auf ihren Grundstücken ausgebaut, um ihr Hab und Gut zu schützen. Dieser Ausbau war weitsichtig und mit Augenmass, denn die Handarbeit war mühsam, und niemand wollte unnötig Land vergeuden. Anschliessend haben sie mit regelmässiger Instandhaltung (Bachputzete) die Funktionsfähigkeit erhalten.

Heute behaupten unerfah­rene Meinungsmacher, ein Bachunterhalt sei nicht mehr nötig, sondern man könne ihn der Natur überlassen. Auch Wila vernachlässigt den Bachunterhalt sträflich und setzt lieber auf teure Projekte.

Zur Klärung des nötigen Ausbaugrads eines Bachs muss der zu erwartende Volumenstrom (Kubikmeter Wasser je Sekunde) prognostiziert werden. Dieser Volumenstrom wird von folgenden massgebenden Faktoren bestimmt: die Fläche innerhalb der Wasserscheidengrenze, die Niederschlagsintensität (Millimeter je Stunde), die Niederschlagsdauer, das Wasseraufnahmevermögen des Bodens (Infiltrationsgeschwindigkeit, Feldkapazität, Wasserabgabe an den Untergrund). Nur mit diesen Daten kann das Defizit von Wasserzufluss und Wasseraufnahmevermögen, welches zum Anschwellen der Bäche führt, prognostiziert werden. Die oben erwähnten Faktoren werden in einem ­Rechenprogramm (künstliche Intelligenz) zum gesuchten Volumenstrom «verwurstet». Bei Programmen, welche komplexe Vorgänge in der Natur darstellen sollen, habe ich generell meine Zweifel und setze persönlich lieber auf die Naturbeobachtung mit Messungen und dem Vergleichen mit ähnlichen Situationen.

Da die massgebenden Fak­toren zur Prognostizierung des Volumenstromes in den Abstimmungsunterlagen nicht enthalten sind, muss ich die Katze im Sack kaufen. Ob ich das aber will?


27. November: Wozu soll das Nebengebäude (Regal) beim Zeughaus dienen?

Autor: Werner Kessler, ehemaliger Gemeinderat Soziales und Sicherheit, Uster

Die Initiative «Rettet unserer Bäume auf dem Zeughaus­areal» verlangt vom Stadtrat, dass er alles unternimmt, damit die stadteigene, zweireihige Baumallee auf dem Zeughausareal vollständig erhalten bleibt. Die Initianten wollen nicht, dass der Hauptbau verschoben wird, sondern nur ein Nebengebäude. Um was für ein Gebäude handelt es bei diesem «Regal» genannten Nebengebäude überhaupt?

In der Abstimmungsweisung zur Abstimmung vom 9. Juni 2024 wird es so beschrieben: «Das ‹Regal› ist der Ersatz für das Kulturhaus Central. Im Erdgeschoss befindet sich der kleine Saal. Die Bühne ist ebenerdig und rund 100 Quadratmeter gross. Die 120 Sitzplätze sind auf einer Tribüne angeordnet.

Die Bühnentechnik ist so ausgelegt, dass sie bei rund 70 bis 80 Prozent der Veranstaltungen ausreicht. Nutzungsoptionen für den kleinen Saal sind in erster Linie Theater- und Tanzproduktionen, Lesungen, Comedy-­Vorstellungen oder Vorträge. Denkbar ist aber auch eine Nutzung bei grösseren Tagungen, wenn zusätzliche Räume benötigt werden.

Die beiden Kinosäle verfügen über 80 beziehungsweise 36 Plätze. Sie befinden sich im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss. Der grössere Saal hat eine kleine Bühne für Präsentationen oder Filmgespräche. In den Kinos werden Publikums- und Autorenfilme gezeigt. Die Kinos können auch genutzt werden für Präsentationen, Firmenschulungen, Bildungszwecke oder private Vorführungen.

Das Restaurant im Erdgeschoss hat je 80 Innen- und Aussenplätze. (…). Die «Terrasse» liegt im ersten Obergeschoss. Dieser gedeckte Aussenraum ersetzt den heutigen offenen Unterstand. Nutzungsoptionen sind Ausstellungen, Märkte, Public Viewings, Zeughausfester, H2U-Festival und andere temporäre Nutzungen. Der Ausstellungsraum befindet sich im zweiten Obergeschoss. Er ersetzt den Kunstraum im Zeughaus K2. Zum Ausstellungsraum gehören ein Lagerraum und der Balkon als Aussenraum. (…)».

Sicher ist, dass das bisherige Qtopia-Team nicht in dieses «Regal» einziehen wird, weil es finanziell nicht zu stemmen wäre. Das Gebäude soll immerhin 10 Millionen Franken kosten. Ob nun die neuen Klein­kinos je betrieben werden können, ist nicht bekannt. Über konkrete Angebote von Betreibern hat man noch nie etwas gehört. Vielleicht wäre es ja auch möglich, dass die Stadt das Central käuflich übernimmt. Damit wäre eigentlich alles gelöst.

Bis konkrete Betreiber bekannt sind, darf das «Regal» ohnehin nicht gebaut werden. Damit kann die Initiative unaufgeregt behandelt und zur Abstimmung gebracht werden.  


26. November: Klares Nein zu Gemeindehaus-Neubau

Autoren: Dieter Sigrist und Eduard Thöny, Mönchaltorf

In der Stellungnahme im besagten Bericht im ZO/AvU erwähnte Urs Graf, Gemeindepräsident von Mönchaltorf, dass die Kosten für das neue Gemeindehaus effektiv nicht einmal 9’000’000 Franken betragen würden. Die diversen Abklärungen zeigten jedoch andere Zahlen, und zwar im Antrag und beleuchtenden Bericht an die Stimmberechtigten, welcher im Stimmcouvert als Beilage dabei war. Kommunale Urnenabstimmung siehe Abstimmungsvorlagen auf Seite 3.

Kosten Anteil Neubau Gemeindehaus 8’755’000 Franken, Tiefgaragenplätze für Gemeindehaus Anteil 21 von 30, entspricht 1’225’000 Franken von 1’750’000 Franken. Im Weiteren wurde für den Landanteil von 2030 Quadratmetern ein reduzierter Betrag von nur 510 Franken pro Quadratmeter eingesetzt, was einen Betrag von 1’035’300 Franken auslöst. Kosten für Einrichtungsergänzung 260’000 Franken; der Anteil an der Bauherrenvertretung beläuft sich auf 100’000 Franken, der Anteil an der Reserve entspricht 60’000 Franken. Die totalen Kosten für das neue Gemeindehaus belaufen sich also auf 11’435’300 Franken.

Falsche Zahlen

Die aufgerechneten Kosten sind somit um mehr als 2’400’000 Franken höher, als es Gemeindepräsident Urs Graf angegeben hat. Das Projekt wird mit falschen Zahlen schmackhaft gemacht. Die Abstimmungsvorlage der Gemeindeverwaltung Mönchaltorf ist falsch und irreführend. Zur Erinnerung: der Preis für den Verkauf des Grundstücks als Standort für das geplante neue Gemeindehaus bei total 2668 Quadratmetern und einem Preis von mindestens 1200 Franken pro Quadratmeter beläuft sich auf 3’201’600 Franken. Diese Summe kann für ein neues, ­reduziertes Gemeindehaus an einem anderen Standort verwendet werden. Das Bauen von Wohnungen ist privaten Immo-Firmen zu überlassen und ist nicht Sache der Gemeinde. Aus diesem Grund muss das Projekt Gemeindehaus am kommenden Wochenende an der Urne abgelehnt werden.

«Jetzt kommt Kritik am geplanten Gemeindehaus in Mönchaltorf auf», Ausgabe vom 13. November


25. November: Griff nach dem Gemeindepräsidentensitz

Autor: Max Huber, Wetzikon

Ich kann der SVP Gossau nur gratulieren, dass sie mit Daniel Wäfler einen Gegenkandidaten für das Gemeindepräsidentenamt in Gossau portiert. Nie war die Chance so gross, diesenSitz zu ergattern, nachdem der bisherige Gemeindepräsident die Unverfrorenheit hatte, nochmals zu kandidieren, nachdem er als ehemaliger ­Verwaltungsratspräsident dem GZO das grösste Debakel inder bald hundertjährigen Geschichte des Spitals Wetzikon eingebrockt hatte.

Wir erinnern uns an die Fakten. Vor elf Jahren nahm das Spital Wetzikon eine Anleihe von 170 Millionen für den Neubau des Spitals auf. Das haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger bestimmt, dafür kann der ehemalige Verwaltungsratspräsident nichts. Aber ohne irgendwelche Pläne zur Rückzahlung der Anleihe hat der Verwaltungsratspräsident zehn Jahre lang einfach nichts getan. Erst drei Wochen vor der Rückzahlungsfrist hat der ­Verwaltungsratspräsident die Regierungsrätin Natalie Rickli gebeten, sie solle doch bitte so rasch wie möglich 180 Millionen überweisen, es sei nun dringlich. Zu Recht hat sie das nicht getan, und der Schlamassel war da.

Grosser Groll

Nun müssen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger entscheiden, ob sie mit Millionenbeträgen das Spital Wetzikon retten wollen. Viele haben einen grossen Groll gegen den ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten und werden dem Antrag nicht zustimmen. In einem früheren Leserbrief habe ich bezweifelt, dass Wählerinnen und Wähler eine gesalzene Steuererhöhung für die Spitalrettung in Kauf nehmen werden, und ich würde dem Antrag nicht zustimmen.

Ich habe nun meine Meinung mit Zähneknirschen geändert, und hoffe, dass eine Mehrheit trotz grossem Groll gegen den früheren Verwaltungsratspräsidenten der Rettung des Spitals zustimmt, denn wir brauchen das GZO.

Generell meine ich aber, dass der Gesetzgeber strengere Regeln in Bezug auf die Besetzung von Verwaltungsratspräsidenten bei systemrelevanten Institutionen wie beispielsweise Spitälern erlässt. Es darf nicht sein, dass ungeeignete ­Jekami-Verwaltungsratspräsidenten schnell mal für fünf Sitzungen im Jahr Zehntausende von Franken abholen und solche Schäden anrichten. Es darf nicht sein, dass Personen wie beispielsweise Ärzte mit mehrjährigem anspruchsvollem ­Studium von Verwaltungsräten mit weitaus geringerer Bildung geleitet werden. Das kann so nicht gut gehen.

Der Gesetzgeber ist in der Verantwortung. Ein solches Debakel wie beim GZO darf sich nie wiederholen.


24. November: Dem Sanierungsplan für das GZO eine Chance geben

Autor: Andreas Köberl, Wald

Wie kann es sein, dass immer wieder postuliert wird, dass das GZO Spital keine Zukunft hat? Warum sind einige Gemeindevertreter klüger als alle anderen?

Vor einigen Jahren war das Spital Uster genau gleich weit, und die Partnergemeinden mussten auch viele Millionen einschiessen, um das Weiterbestehen zu ermöglichen. ­Heute steht das Spital Uster ­offenbar wieder solid da. Wieso soll das in Wetzikon nicht auch gelingen?

Natürlich sind beim GZO Spital viele Annahmen über zukünftige Auslastung und rentables Weiterbestehen getroffen worden. Wer weiss das schon ganz genau? Die Auslastung wird aber sicher nicht kleiner, weil die Bevölkerung steigen wird im Zürcher Oberland.

Einige Fragen sollte man sich schon stellen:

Wollen wir allen Ernstes ­riskieren, den Stau in den Notfallaufnahmen der umliegenden Spitälern zu vergrössern? Wollen wir einen Neubau ­ungenutzt verkommen lassen oder der Spekulation über­lassen? Wollen wir tatsächlich auf notwendige Behandlungen immer länger warten, weil die Kapazitäten überall ausgeschöpft sind?

Geben wir dem vorgeschlagenen Sanierungsplan doch eine Chance und stimmen den Krediten zu.


23. November: Ja zum GZO-Kredit

Autor: Philippe Casutt, Präsident FDP Bezirk Hinwil

Als Liberaler setze ich mich mit Überzeugung für ein Ja zum GZO-Kredit am 30. November ein. Die Kapitalerhöhung von 50 Millionen Franken ist entscheidend für die Zukunft des Spitals und die Grundversorgung im Zürcher Oberland.

Ich fordere oft weniger Staat. Aber wenn nicht die Notfall- und Gesundheitsversorgung eine Kernaufgabe des Gemeinwesens ist – was dann? Jetzt geht es um Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze und Verantwortung für unsere Region. Die Region wächst. Wir brauchen künftig mehr und nicht weniger Spitalkapazitäten. Das GZO ist das zentrale ­Spital im Zürcher Oberland. Eine Schliessung würde zu ­längeren Wegen, überlasteten anderen Spitälern und einer schlechteren Notfallversorgung führen. Das können wir uns nicht leisten.

Am GZO hängen viele ­Arbeitsplätze – medizinische Fachkräfte, Pflegepersonal, Lernende, technische und administrative Berufe. Ein Konkurs hätte gravierende Folgen: Verlust von Stellen, Know-how-Abfluss und weniger Wertschöpfung für Gewerbe und Dienstleister. Der Sanierungsweg ist kein «Fass ohne Boden», sondern an Bedingungen geknüpft: Die Gemeinden sprechennur Kapital, wenn mit den Gläubigern ein Schuldenschnitt gelingt.

Das GZO verpflichtet sich zu strikter Kostendisziplin und Sanierung. Erst wenn diese Voraus­setzungen erfüllt sind, fliesst das Geld. So wird sichergestellt, dass Steuergelder gezielt eingesetzt werden und das Spital auf eine tragfähige Basis kommt. Der Staat soll sich aus vielen Bereichen heraushalten, in denen Private es besser können. Die Notfall-Grundversorgung gehört nicht dazu.

Die Spitalversorgung kann nicht einfach dem Markt überlassen werden – schon gar nicht in einer Re­gion, die kaum auf alternative Angebote ausweichen kann. Am 30. November entscheiden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in den Aktionärsgemeinden, ob das GZO eine Zukunft hat – oder ob unsere Region ihr Spital und damit ein zentrales Element der Grundversorgung verliert.

Ich empfehle ein klares Ja zum GZO-Kredit. Für eine ­verlässliche Gesundheitsversorgung. Für Arbeitsplätze in unserer Region. Für Verant­wortung statt kurzfristige Sparreflexe.


23. November: Initiative Präzisierung des Stiftungszwecks Wohnen im Alter in Hinwil

Autor: Kurt Miescher, Hinwil

Als ich die Unterlagen zur Abstimmung vom 30. November 2025 erhielt, las ich, dass nur das Wort «primär» im Stiftungszweck geändert werden sollte. Es ist mir nicht klar, warum sich der Gemeinderat gegen die kleinliche Änderung wehrt! Der Gemeinderat lehnt die Initiative ab.

Aber warum? Er schreibt ja selber, dass die Ergänzung des Stiftungszwecks durch das Wort «primär» keine praktische Wirkung erzielen würde. Diese Aussage im Beleuchtenden Bericht gibt mir zu denken. In den Argumenten des Gemeinderats stehen der Leistungsauftrag sowie die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund und nicht die Unterkunft älterer Menschen.

Nur so kann ich mir vorstellen, dass neben dem Haupteingang zum Schättihaus ein Schlüsselkasten für Airbnb angebracht ist. Wirtschaftlichkeit steht anscheinend im Vordergrund. Die Stiftung Wohnen im Alter bietet auch Wohnungen für nicht pflegebedürftige Menschen an. Es werden aber nur die 120 Pflegeplätze in den Abstimmungsunterlagen erwähnt. Der beleuchtende Bericht bringt nicht viel Licht ins Dunkel.

Aus meiner Sicht ist die Zustimmung der Initiative klar. Bitte sagen auch Sie Ja zur ­Initiative und nehmen an der Abstimmung teil. Eine hohe Stimmbeteiligung würde zeigen, dass die Stiftung Wohnen im Alter uns wichtig ist.


23. November: Warum ich die zusätzlichen 50 Mio. für das Spital GZO Wetzikon ablehne?

Autor: Paul Vonlanthen, Wolfhausen, pensionierter Chef Spitalplanung der Gesundheitsdirektion Kanton Zürich

Auch ich wünschte mir, dass das finanziell angeschlagene Spital GZO weiter betrieben werden könnte, aber nicht so wie vorgesehen .Leider wurde das Spital in den letzten 10 Jahren finan­ziell an die Wand gefahren, sodass es heute hoffnungslos überschuldet ist und vor dem Konkurs steht. Das Spital fordert nun von den 12 Aktionärsgemeinden insgesamt 50 Mio. Franken, über die am 30. November an der Urne ­abgestimmt wird.

Folgende Gründe bewegen mich für ein Nein:

  • Gemäss §3 des Spitalplanungs- und Finanzierungsgesetzes ist die Spitalversorgung Aufgabe des Kantons und nicht der Gemeinden! Also müsste jetzt der Kanton sich aktiv einbringen. Warum die Gesundheitsdirek­tion des Kantons auf Tauchstation ist und das Spital in das Chaos schlittern lässt,ist für mich unerklärlich.
  • Seit vielen Jahren erwirtschaftet das Spital einen ungenügenden Gewinn und konnte deshalb seine Investitionen seit 10 Jahren nicht mehr selbst finanzieren. In der Folge verschuldete es sich mit 230 Mio., die es nicht zurückzahlen kann. Zusätzlich meldeten Lieferanten und Personal beim Schuldenruf im Rahmen der gerichtlichen Nachlassstundung weitere 132 Mio. nicht bezahlte Rechnungen an.
  • Gemäss Sanierungsplan will das GZO die für das künftige Überleben notwendige Ertragssteigerung durch eine unrealistische Steigerung der Patientenzahlen im stationären Bereich erzielen. Tatsächlich ermöglicht aber der medizinische Fortschritt immer mehr Operationen im kostengünstigeren ambulanten Bereich. Das heisst, dass es künftig weniger Betten­stationen braucht, also den Neubau nicht! Und trotzdem will das GZO fast die Hälfte des geforderten neuen Ak­tienkapitals in den Rohbau stecken, für den es zurzeit keine Verwendung gibt. Für die Fertigstellung des Neubaus müssten dann wieder weitere Kredite aufgenommen werden, und die Verschuldung des Spital würde von Neuem beginnen!
  • Die Vision eines Spitalverbunds Zürich Ost mit den umliegenden Spitälern Uster und Männedorf ist unrealistisch, haben diese doch bereits eine koordinierte Zusammenarbeit ohne das GZO Spital begonnen. Da ist der Zug abgefahren.

Fazit: Die im Sanierungsplan budgetierten Gewinne sind zu klein für eine mittelfristig wirtschaftlich erfolgreiche Weiterführung des Spitalbetriebs. Es besteht ein grosses Risiko, dass die Aktionärs­gemeinden wieder zusätzliche Finanzmittel einschiessen müssen. Die beantragte Aktienkapitalerhöhung von 50 Mio. ist deshalb abzulehnen.


23. November: ETH tötet sinnlos harmlosen Dachs – Keine Spenden mehr an die ETH

Autor: Max Huber, Wetzikon

Die Forscherin einer Aussenstelle der ETH Zürich liess in Eschikon bei Lindau einen harmlosen Dachs töten. Sinnlos, einfach so. Angeblich soll der Dachs trotz Absperrungen um das Forschungsgebiet zu nah an ihre Forschungsfelder herangekommen sein. Es liesse sich nicht vermeiden, das arme Tier zu töten, so die Forscherin, die aussagte, die Ergebnisse der Forschung wären stark gefährdet gewesen, wegen ­eines Dachses.

Ich gehe mal davon aus, dass es tausend Möglichkeiten gegeben hätte, die so wichtigen Forschungsergebnisse vor dem Dachs zu schützen. Aber es ist natürlich günstiger und ein­facher, das Tier abzuknallen, als aufwendigere Lösungen zu finden. Die ETH hätte es sich wahrscheinlich leisten können, eine geeignete Lösung zu finden. Und der Steuerzahler wäre wahrscheinlich auch damit einverstanden gewesen, das zu finanzieren. Aber nein, abknallen, und das Problem ist gelöst.

Auch der Wildhüter ist seiner Verantwortung nicht zu entziehen. Anstatt aus vorauseilender Gehorsamkeit den Forderungen der ETH und seiner Vorgesetzten unverzüglich zu folgen und das arme Tier sofort abzuknallen, hätte er das vorschnelle töten hinterfragen müssen. Aber wahrscheinlich kann man das von einem, dessen Berufung es ist, zu töten, nicht erwarten.

Es ist nicht anzunehmen, dass für den Abschuss des Dachses oberste Dringlichkeit bestand, Forschungen dauern Jahre. ETH und die Forscherin hätten sich mit Tierschützern und Vereinen von Dachsen an einen Tisch setzen und in Ruhe Möglichkeiten ausloten müssen. Das sofortige Abknallen des armen Tiers ist ein Skandal und ein Armutszeugnis für die ETH und die Forscherin.

Ich fordere alle Tierfreunde, Institutionen, Gönner und Sponsoren der ETH Zürich auf, eine lange Weile keine Spenden mehr an die ETH zu entrichten. Der ETH Zürich empfehle ich, die Forscherin, die das Töten des Dachses anordnete, sofort zu entlassen. Forscherinnen, die keine ­Empathie für Tiere haben, brauchen wir an unserer ETH wirklich nicht.

Ich hoffe, der Fall ist noch nicht abgeschlossen. Tierschützer und Vereine für Dachse dürfen so abscheuliche ­Taten nicht einfach so durchgehen lassen. Dem armen Tier nützt es leider nichts mehr, aber es muss mit allen Mitteln verhindert werden, dass eine solche schändliche Tat nicht nochmals vorkommt.


22. November: Ja zum GZO-Kredit

Autor: Philippe Casutt, Präsident FDP Bezirk Hinwil

Als Liberaler setze ich mich mit Überzeugung für ein Ja zum GZO-Kredit am 30. November ein. Die Kapitalerhöhung von 50 Millionen Franken ist entscheidend für die Zukunft des Spitals und die Grundversorgung im Zürcher Oberland.

Ich fordere oft weniger Staat. Aber wenn nicht die Notfall- und Gesundheitsversorgung eine Kernaufgabe des Gemeinwesens ist – was dann? Jetzt geht es um Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze und Verantwortung für unsere Region.

Die Region wächst. Wir brauchen künftig mehr und nicht weniger Spitalkapazitäten.

Das GZO ist das zentrale ­Spital im Zürcher Oberland. Eine Schliessung würde zu ­längeren Wegen, überlasteten anderen Spitälern und einer schlechteren Notfallversorgung führen. Das können wir uns nicht leisten.

Am GZO hängen viele ­Arbeitsplätze – medizinische Fachkräfte, Pflegepersonal, Lernende, technische und administrative Berufe. Ein Konkurs hätte gravierende Folgen: Verlust von Stellen, Know-how-Abfluss und weniger Wertschöpfung für Gewerbe und Dienstleister.

Der Sanierungsweg ist kein «Fass ohne Boden», sondern an Bedingungen geknüpft:

Die Gemeinden sprechennur Kapital, wenn mit den Gläubigern ein Schuldenschnitt gelingt.

Das GZO verpflichtet sichzu strikter Kostendisziplin und Sanierung.

Erst wenn diese Voraus­setzungen erfüllt sind, fliesst das Geld.

So wird sichergestellt, dass Steuergelder gezielt eingesetzt werden und das Spital auf eine tragfähige Basis kommt.

Der Staat soll sich aus vielen Bereichen heraushalten, in denen Private es besser können. Die Notfall-Grundversorgung gehört nicht dazu. Die Spitalversorgung kann nicht einfach dem Markt überlassen werden – schon gar nicht in einer Re­gion, die kaum auf alternative Angebote ausweichen kann.

Am 30. November entscheiden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in den Aktionärsgemeinden, ob das GZO eine Zukunft hat – oder ob unsere Region ihr Spital und damit ein zentrales Element der Grundversorgung verliert.

Ich empfehle ein klares Ja zum GZO-Kredit. Für eine ­verlässliche Gesundheitsversorgung. Für Arbeitsplätze in unserer Region. Für Verant­wortung statt kurzfristige Sparreflexe.


22. November: Initiative Präzisierung des Stiftungszwecks Wohnen im Alter

Autor: Kurt Miescher, Hinwil

Als ich die Unterlagen zur Abstimmung vom 30.November 2025 erhielt, las ich, dass nur das Wort «primär» im Stiftungszweck geändert werden sollte.

Es ist mir nicht klar, warum sich der Gemeinderat gegen die kleinliche Änderung wehrt! Der Gemeinderat lehnt die Initiative ab. Aber warum? Er schreibt ja selber, dass die Ergänzung des Stiftungszwecks durch das Wort «primär» keine praktische Wirkung erzielen würde. Diese Aussage im Beleuchtenden Bericht gibt mir zu denken.

In den Argumenten des Gemeinderats stehen der Leistungsauftrag sowie die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund und nicht die Unterkunft älterer Menschen.

Nur so kann ich mir vorstellen, dass neben dem Haupteingang zum Schättihaus ein Schlüsselkasten für Airbnb angebracht ist. Wirtschaftlichkeit steht anscheinend im Vordergrund. Die Stiftung Wohnen im Alter bietet auch Wohnungen für nicht pflegebedürftige Menschen an. Es werden aber nur die 120 Pflegeplätze in den Abstimmungsunterlagen erwähnt. Der beleuchtende Bericht bringt nicht viel Licht ins Dunkel.

Aus meiner Sicht ist die Zustimmung der Initiative klar. Bitte sagen auch Sie Ja zur ­Initiative und nehmen an der Abstimmung teil. Eine hohe Stimmbeteiligung würde zeigen, dass die Stiftung Wohnen im Alter uns wichtig ist.


22. November: Warum ich die zusätzlichen 50 Mio. für das Spital GZO Wetzikon ablehne?

Autor: Paul Vonlanthen, Wolfhausen, pensionierter Chef Spitalplanung der Gesundheitsdirektion Kanton Zürich

Auch ich wünschte mir, dass das finanziell angeschlagene Spital GZO weiter betrieben werden könnte, aber nicht so wie vorgesehen.

Leider wurde das Spital in den letzten 10 Jahren finan­ziell an die Wand gefahren, sodass es heute hoffnungslos überschuldet ist und vor dem Konkurs steht. Das Spital fordert nun von den 12 Aktionärsgemeinden insgesamt50 Mio. Franken, über die am 30. November an der Urne ­abgestimmt wird.

Folgende Gründe bewegen mich für ein Nein:

Gemäss §3 des Spitalplanungs- und Finanzierungsgesetzes ist die Spitalversorgung Aufgabe des Kantons und nicht der Gemeinden! Also müsste jetzt der Kanton sich aktiv einbringen. Warum die Gesundheitsdirek­tion des Kantons auf Tauchstation ist und das Spital in das Chaos schlittern lässt,ist für mich unerklärlich.

Seit vielen Jahren erwirtschaftet das Spital einen ungenügenden Gewinn und konnte deshalb seine Investitionen seit 10 Jahren nicht mehr selbst finanzieren. In der Folge verschuldete es sich mit 230 Mio., die es nicht zurückzahlen kann. Zusätzlich meldeten Lieferanten und Personal beim Schuldenruf im Rahmen der gerichtlichen Nachlassstundung weitere 132 Mio. nicht bezahlte Rechnungen an.

Gemäss Sanierungsplan will das GZO die für das künftige Überleben notwendige Ertragssteigerung durch eine unrealistische Steigerung der Patientenzahlen im stationären Bereich erzielen. Tatsächlich ermöglicht aber der medizinische Fortschritt immer mehr Operationen im kostengünstigeren ambulanten Bereich. Das heisst, dass es künftig weniger Betten­stationen braucht, also den Neubau nicht! Und trotzdem will das GZO fast die Hälfte des geforderten neuen Ak­tienkapitals in den Rohbau stecken, für den es zurzeit keine Verwendung gibt. Für die Fertigstellung des Neubaus müssten dann wieder weitere Kredite aufgenommen werden, und die Verschuldung des Spital würde von Neuem beginnen!

Die Vision eines Spitalverbunds Zürich Ost mit den umliegenden Spitälern Uster und Männedorf ist unrealistisch, haben diese doch bereits eine koordinierte Zusammenarbeit ohne das GZO Spital begonnen. Da ist der Zug abgefahren.

Fazit: Die im Sanierungsplan budgetierten Gewinne sind zu klein für eine mittelfristig wirtschaftlich erfolgreiche Weiterführung des Spitalbetriebs. Es besteht ein grosses Risiko, dass die Aktionärs­gemeinden wieder zusätzliche Finanzmittel einschiessen müssen. Die beantragte Aktienkapitalerhöhung von 50 Mio. ist deshalb abzulehnen.


21. November: Warum ist das Spital Wetzikon in Schieflage geraten? Und was passiert nach dem 30. November?

Autor: Hansruedi Preid, Bubikon

Als Bürger von Bubikon und Wald möchte ich aus meinem Blickwinkel heraus betonen, dass wir das Spital Wetzikon im Zürcher Oberland brauchen.

Aber warum ist es überhaupt zu diesem Debakel gekommen? Die Aktionärsgemeinden haben seinerzeit (2014) dem damaligen GZO-Verwaltungsrat und dem CEO für den Neubau Unterstützung zugesagt, sonst hätte man das 170-Millionen-Projekt gar nicht in Angriff nehmen können. Und warum schert jetzt ein Teil der Aktionäre, namentlich Bubikon, Rüti und auch die RPK von Gossau und Wetzikon, bei der Nachschussforderung für neues ­Aktienkapital aus? Grundsätzlich haben die damaligen Gemeinderäte einfach genickt, weil ja einer ihrer Vertreter an der Spitze des GZO stand. Vermutlich, das mag allenfalls eine Unterstellung sein, hat man nicht mal den damaligen Businessplan und die ordent­liche Rückzahlung der Kreditaufnahme am Finanzmarkt genau studiert, ansonsten hätte man damals schon feststellen können, dass das ganze Projekt mindestens eine Schuhnummer zu gross war. Für eine Schuldentilgung oder Rückzahlung von Darlehen braucht es Gewinne, und diese nicht zu knapp.

Wer trägt hier eigentlich die Verantwortung? Das wäre einer Klärung würdig.

Heute ist Tatsache, dass das GZO Spital in Nachlassstundung ist und die neue Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat versuchen, das Beste aus dem Dilemma herauszu­holen, es stehen ja auch einige hundert Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Dass sich nun die oben genannten Gemeinden aus dem Spiel nehmen, grenzt für mich an Verweigerung von Verantwortung und ist auch nicht im Sinn von Fairness zu ver­stehen, unabhängig von den eigenen Gemeindeprojekten. Natürlich anerkenne ich die ­hohen Kosten für eine Weiterführung, aber was nachher auf uns zukommt, wenn der Konkurs ansteht, diese Details wurden bis heute wohlweislich ausgeklammert. Nie wurde dar­auf hingewiesen, was ein Konkurs kostet und wer die Kosten ausser den Handwerkern und den ursprünglichen Investoren tragen wird. Der Umstand, dass das bisherige Aktienkapital bei den meisten Gemeinden bereits abgeschrieben wurde, heisst noch nicht, dass kein Verlust entsteht. Welche Kosten kommen auf uns zu, wenn das GZO nicht mehr ist? Diese Abschätzung ist und war leider nie Gegenstand von Diskussionen. Das Motto «Es wird sich dann schon irgendwie lösen» ist eine Vogel-Strauss-Politik, die nicht tragbar ist. Die Kosten zahlen einfach die Steuerzahler, die Versicherten respektive die Krankenkassen. Und da heulen schon wieder die Prämienzahler auf, zu Recht. Quintessenz: Geben wir dem GZO Wetzikon und der heutigen Mannschaft Kredit und sprechen uns für die Beteiligung an der Aktienkapitalerhöhung aus. Demzufolge ein klares Ja fürs GZO.


20. November: Primär – ein Wort mit grosser Tragweite

Autoren: Walter und Edith Gschwendtner-Volz, Hinwil

Demnächst wird in Hinwil über zwei Initiativen abgestimmt: Einerseits über den Kredit zur «Rettung» des Spitals in Wetzikon, möglicherweise sinnvoll, in den Augen des Gemeinderats unbedingt empfehlenswert, aber sehr teuer in Anbetracht der Gemeindefinanzen. Die zweite mit Sicherheit sinnvolle Initiative dreht sich nur um das Wort «primär» und kostet die Gemeinde nichts. Es geht dabei einfach um die Präzisierung des Stiftungs­zweckes der Stiftung Wohnen im Alter. Die Stiftung, gegründet mit der Absicht, die Verantwortung, über damals hauptsächlich das Altersheim, auszulagern, einem Stiftungsrat zu übergeben. Einem Gremium, das seine Verantwortung im Rahmen des dazu erstellten Reglements von Anfang an sehr gewissenhaft wahrgenommen hat, in letzter Zeit ­jedoch in der Bevölkerung mit einer gewissen Skepsis wahrgenommen wird.

Auffallend an dem Reglement ist jedoch, dass darin nicht präzisiert ist, dass es sich dabei um eine von Hinwilern für Hinwiler errichtete Stiftung handelt. Die Ergänzung im Reglement mit dem Wort «primär» soll präzisieren, dass es sich um eine Stiftung vor allen für Hinwiler handelt und diese im Alter, sofern sie das beabsichtigen, ihren letzten Lebensabschnitt in ihrer gewohnten Umgebung, ihrer Gemeinde verbringen können, und nicht nur dann, wenn dort zufällig noch Platz vorhanden ist.

Dabei handelt es sich nicht um einen Eingriff in die Arbeit des Stiftungsrats, auch kostet es nichts (ausser den Kosten, die durch diese unnütze Abstimmung entstanden sind, welche vom Gemeinderat mit Kopfnicken verhindert hätte werden können).

Warum sollte man also diese Initiative ablehnen? Ich sehe keinen Grund dafür. Und …es ist auch eine Gelegenheit, wieder einmal zu zeigen, wer schliesslich hier bestimmt: Wir, die Einwohner von Hinwil.


20. November: ETH tötet sinnlos harmlosen Dachs – keine Spenden mehr an die ETH

Autor: Max Huber, Ort

Die Forscherin einer Aussenstelle der ETH Zürich liess in Eschikon bei Lindau einen harmlosen Dachs töten. Sinnlos, einfach so. Angeblich soll der Dachs trotz Absperrungen um das Forschungsbiet zu nah an ihre Forschungsfelder herangekommen sein. Es liesse sich nicht ver­meiden, das arme Tier zu töten, so die Forscherin, die aussagte, die Ergebnisse der Forschung wären stark gefährdet gewesen, wegen eines Dachses.

Ich gehe mal davon aus, dass es tausend Möglichkeiten gegeben hätte, die so wichtigen Forschungsergebnisse vor dem Dachs zu schützen. Aber es ist natürlich günstiger und einfacher, das Tier abzuknallen, als aufwendigere Lösungen zu ­finden. Die ETH hätte es sich wahrscheinlich leisten können, eine geeignete Lösung zu finden. Und der Steuerzahler wäre wahrscheinlich auch damit einverstanden gewesen, das zu finanzieren. Aber nein, abknallen, und das Problem ist gelöst.

Auch der Wildhüter ist seiner Verantwortung nicht zu entziehen. Anstatt aus vorauseilender Gehorsamkeit den Forderungen der ETH und seiner Vorgesetzten unverzüglich zu folgen und das arme Tier sofort abzuknallen, hätte er das vorschnelle Töten hinterfragen müssen. Aber wahrscheinlich kann man das von einem, dessen Berufung es ist, zu töten, nicht erwarten.

Es ist nicht anzunehmen, dass für den Abschuss des Dachses oberste Dringlichkeit bestand, Forschungen dauern Jahre. ETH und die Forscherin hätten sich mit Tierschützern und Vereinen von Dachsen an einen Tisch setzen und in Ruhe Möglichkeiten ausloten müssen. Das sofortige Abknallen des armen Tiers ist ein Skandal und ein Armutszeugnis für die ETH und die Forscherin. 

Ich fordere alle Tierfreunde, Institutionen, Gönner und Sponsoren der ETH Zürich auf, eine lange Weile keine Spenden mehr an die ETH zu entrichten. Der ETH Zürich empfehle ich, die Forscherin, die das Töten des Dachses anordnete, sofort zu entlassen. Forscherinnen, die keine Empathie für Tiere haben, brauchen wir an unserer ETH wirklich nicht.

Ich hoffe, der Fall ist noch nicht abgeschlossen. Tierschützer und Vereine für Dachse dürfen so abscheuliche Taten nicht einfach so durchgehen lassen. Dem armen Tier nützt es leider nichts mehr, aber es muss mit allen Mitteln verhindert werden, dass eine solche schändliche Tat nicht nochmals vorkommt.

«Warum musste ein Dachs in Eschikon erschossen werden?», 13. November


20. November: Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen sind effizienter als solche mit einer Erdsonde

Autor: Boda Kulendik, Fehraltorf

Die Feststellung, dass ein Erdreich über die Jahre durch den Wärmeentzug mit Erdsonden bis auf minus 8 °C ausgekühlt werden kann, überraschte mich. So war ich sehr froh, dass in der Gemeinde Fehraltorf fast überall Erdsondenbohrungen verboten sind. Deshalb kamen zur Bauzeit unseres Quartiers im Jahr 1988 lediglich Luft-Wasser-Wärmepumpen (LW-WP) infrage.

Als es bei uns um den Ersatz der in die Jahre gekommenen WP ging, wurde ich ebenfalls überrascht, fand ich doch im Portal «topten.ch» ganz neue Luft-Wasser-Wärmepumpen, die über die Heizperiode betrachtet effizienter sind als ­Sole-Wasser-Wärmepumpen.

In der Fachsprache nennt man den Leistungskoeffizienten – das Verhältnis zwischen erzeugter Wärmeenergie und verbrauchter elektrischer Energie – COP (coefficient of performance/power). Da dieser Koeffizient von der Aussenluft- und der Heizwassertemperatur abhängt, müssen diese beiden Werte mit angegeben werden. Beispiel: COP (A2W35) von 4 bedeutet, dass bei einer Aussenlufttemperatur von 2 °C und Heizwassertemperatur von 35 °C mit einer 1 kWh elektrischer Energie 4 kWh Wärmeenergie erzeugt wird. Die enorme Steigerung der Effizienzder LW-WP neuster Generation resultiert, weil man u. a. effi­zientere, umweltfreundlichere Kältemittel, etwa Propan (R290, Naturgas) mit geeigneten ­Verdichtern einsetzt und die Wärmepumpenleistung dem Wärmebedarf automatisch anpasst, indem die Drehzahl variiert wird (modulierende WP).

Schliesslich entschied ich mich für die kompakte, sehr leise arbeitende und für eine Heizung schön aussehende LW-Wärmepumpe der österreichischen Firma Lambda. Diese Wärmepumpe hat einen COP (A-7W35) von 3,8, womit ich Herrn Albert entscheidend widersprechen muss, der im Artikel aussagt, dass man ab minus 3 °C faktisch mit Strom heize. Wie die Erfahrung nach einem Jahr Betrieb bestätigt, kommt meine WP bei minus 8 °C Aussenluft- und 20 °C Raumtemperatur in einem EFH (175 qm) für alle Aggregate, d. h. Verdichter, Ventilator und Umwälzpumpe mit weniger als 2,4 kW elektrischer Leistung aus und liefert dabei über 8,5 kW Heizleistung. Bei A2W35 beträgt der COP 5.2. Das «Geheimnis» dieser fantastischen Effizient liegt u. a. darin, dass der Aussenluft lediglich 3 °C Wärme entzogen werden, d. h. bei Aussenluft von 4 °C bläst die Wärmepumpe die Luft mit 1 °C aus. Bei solchem technischen Stand braucht es keine Erdbohrungen für Sole-Wasser-WP mehr.


20. November: Ein Jugendparlament hat in Uster Tradition

Autor: Heinz Bertschinger, Gutenswil

Zwei junge Personen aus Uster wünschen sich ein ­Jugendparlament, damit die junge Generation ihre Interessen besser einbringen kann. Mir wäre es lieber, wenn diese Gruppierung neben ihren Interessen auch vermehrt darüber nachdenken würde, welchen Beitrag sie an die Gesellschaft leisten will. Wünsche anbringen und Forderungen stellen können nämlich alle. Im ZO/AvU vom 13. November steht, dass es in Uster bereits einmal ein Jugendparlament gab, welches aber 2001 mangels Engagement der Jugendlichen eingestellt wurde. Das ist nur die halbe Wahrheit. Schon in den 1960er Jahren war ich selber Mitglied eines Ustermer ­Jugendparlamentes. Wir haben sogar eine eigene «Zeitung» mit dem Namen «Das freie Wort», sofern ich mich richtig erinnere, produziert. Aber auch unsere Institu­tion ist einmal sang- und klanglos untergegangen.

Angesichts der heutigen Kommunikationsmöglichkeiten sollte es doch den ­Initianten möglich sein, die Idee zu beleben. Eine volle Seite im ZO/AvU haben sie doch schon einmal aktiviert.

«Uster wäre die ideale Stadt für ein Jugendparlament», 13. November


20. November: Notfallpatienten in langer Warteschlange

Autor: Carl Schnetzer, Grüt

Noch gibt es ein Spital im hinteren Zürcher Oberland. Bald könnte es anders sein, wenn die Aktionärsgemeinden die Kapitalerhöhung für das GZO Wetzikon ablehnen ­sollten.

Unter den Gegnern der ­Kapitalerhöhung sind leider auch Behördenmitglieder. Sie versprechen der Stimmbevölkerung eine bessere und billigere Gesundheitsversorgung. Das gesamte Gesundheitssystem sei in der Krise! Allerdings, so meine ich, in einer Kriseauf hohem Niveau.

Dass sich in der medizinischen Versorgung vieles ändern muss, ist uns längst bewusst. Alle, welche der neuen GZO-Leitung Konzeptlosigkeit vorwerfen, haben jedoch selbst noch keinen ausgearbeiteten Plan für einen Weg in die ­Zukunft.

Als Beispiel für eine zukunftsfähige Versorgung wird gerne Dänemark genannt. Dort seien kleine Spitäler geschlossen worden und zentrale Megaspitäler eröffnet worden.

Wie lange dauerte jedoch in Dänemark die Planungszeit, bevor das Resultat umgesetzt werden konnte? Ich weiss es nicht. Ich habe jedoch den Eindruck, dass bei uns die ernsthafte Planung noch gar nicht begonnen hat. Solange unsere Zukunft so ungeplant ist, wäre es fahrlässig, Spitäler einfach abstürzen zu lassen, und dazu die Litanei des freien Markts zu singen.

Weil wir uns offensichtlich in einer Übergangszeit befinden, muss wohl oder übel die Spitalversorgung mittelfristig aufrechterhalten werden. So viel Realitätssinn sollten wir aufbringen und deshalb der Kapitalerhöhung zustimmen. Von den Behördenmitgliedern auf allen Ebenen erwarte ich als Steuerzahler, dass sie weniger neoliberale Versprechungen, sondern viel mehr echten Einsatz bringen in der lang­fristigen Planung. Eines ist ­sicher, billig wird die Zukunft so oder so nicht.

Wer im Moment wirklich ­einen konkreten Einsatz bringt, ist die aktuelle Spitalleitung und der Verwaltungsrat. Ihnen sei ein grosser Dank ausgesprochen.


20. November: Leere Betten im GZO

Autor: Wilhelm Damm, Hinwil

4. Oktober 2024: Ich wurdeim USZ behandelt und hätte ins GZO zurückverlegt werden können/sollen. Kein Bett zur Verfügung. Zwei zusätzliche Tage im USZ.

27. Oktober 2025: Ich wurde im USZ behandelt und hätte ins GZO zurückverlegt werden künnen/sollen. Kein Bett zur Verfügung. Vier zusätzliche Tage im USZ.

Wohin sollen die Patienten zu liegen kommen, wenn das GZO schliesst?


20. November: Nur noch zu Höchstpreisen

Autor: Jürg Kägi, Wetzikon

Das heiss diskutierte Vorkaufsrecht für Gemeinden wird von den Initianten als Arznei gegen hohe Mietpreise gesehen. Ist es das? Man lese bitte zuerst die Packungsbeilage: Zwei oder mehrere Kaufinteressenten überbieten sich, bis am Ende eine Partei und Verkäuferschaft einig sind. Das Grundbuchamt ist gezwungen, das Verfahren zu sistieren und die Standortgemeinde zu informieren. Es vergeht Zeit, bis die zuständige Exekutive entschieden hat und meldet: «Hä, hä, nix da – wir kaufen, und zwar zum Höchstpreis plus Spesen inkl. Zinsen».

Auf eine solche Idee muss man erst mal kommen. Der vorgesehene Mechanismus stellt sicher, dass die öffentliche Hand Liegenschaften nur noch zu Höchstpreisen kauft. Es ist zu befürchten, dass so die Preise noch befeuert werden. In der Folge müssen hohe Beträge abgeschrieben werden, um überhaupt kostengünstige Wohnungen zu erhalten. Das ist Steuergeldvernichtung pur. 


20. November: Wetzikon hat Geld zum Verschleudern

Autor: Brigitte Rohrbach, Wetzikon

Kennen Sie die Recyclingstelle hinter der Migros? Unauffällig am Bahndamm? Von dort wird eine neue Wegverbindung geplant. Hinter dem Parkhaus der Migros, hinter dem Impulsdem Bahndamm entlang zur Strandbadstrasse.

Das sagt Ihnen nichts? Da sind Sie nicht allein, diesen Weg – eingeklemmt zwischen einem hohen Maschendrahtzaun und dem noch viel ­höheren Bahndamm – wird wohl von niemandem be- nutzt ­werden. Ausser von ein paar Hunden, die sich verirrt haben, denn ihr Meister oder ihre Besitzerin wird wie immer den Weg auf der anderen Seite des Bahndammes gehen, der schon lange besteht, gut ausgebaut ist und der auch eine Fortsetzung zur Usterstrasse hat.

Ein Vernetzungskorridor?

Ich bin sehr gespannt, wie sich Wildtiere, Pflanzen und Kleinlebewesen dem Bahndamm entlang vernetzen sollen, wenn auf beiden Seiten ein breiter Weg verläuft, der in der Regel mit einem hohen Maschendrahtzaun von den privaten Flächen abgegrenzt wird.

Aber eben – wenn eine Stadt zu reich ist, dann ist sie genötigt, das Geld irgendwie zu verlochen. 650 000 Franken – ein Pappenstiel. Und das für knappe 136 Meter. Nachdem auch für 130 000 Franken ein völlig unnötiger neuer Zugang zum Tödipark gebaut werden soll, obwohl dieser erst vor drei Jahren für budgetierte 180 000 Franken an leicht verschobener Stelle erstellt wurde.

Geld für Fachkräfte fehlt

Mit diesem Geld könnte man stattdessen auch für einige Jahre gutes Personal einstellen. Zum Beispiel in der Schule. Oder noch dringender im Bauamt, um zu verhindern, dass solche Geldvernichtungslöcher geplant werden. Und dass dafür der Natur und den Bäumen mehr Raum gelassen wird.

Dort wird nämlich nur wenig selbst geplant. Dafür stellt die Planungsabteilung sehr teure Planungsbüros an, damit die ärgerlichen Baustellen auch ­gewiss nie ein Ende nehmen. Geplant wurde dort allerdings schon einmal. Zum Beispiel ein vorbildliches Grünraumkonzept – das dann mit genau solchen Projekten sabotiert wird.

Armes Wetzikon.


18. November: GZO Spital Wetzikon: Realistische Chancen für nachhaltigen Erhalt sind verpasst

Autor: Reto Hubacher, Wetzikon

«Investieren Sie in Ihre Gesundheit» – so lautet der Slogan zur Rettung des Spitals Wetzikon. Doch hat eine Investition von Steuergeldern inden Altbau tatsächlich etwas mit unserer Gesundheit zu tun?

Waren Sie sich bewusst, dass die nun geplanten 50 Millionen Franken aus Steuer­geldern keineswegs zur Fertigstellung des Neubaus eingesetzt werden? Dieser beträcht- liche Betrag dient in erster ­Linie dazu, akute finanzielle Engpässe zu überbrücken. Ein langfristiges Konzept ist darin kaum zu erkennen: Mittel­fristig setzt man auf die Hoffnung, durch einen Spital­verbund das Überleben zu ­sichern. Erst auf lange Sicht – und mit nicht garantierten zukünftigen Gewinnen oder weiteren Zuschüssen – könnte die Fertigstellung des Neubaus möglich sein. Es besteht also das Risiko, dass erneut die Steuerzahler für fehlende Mittel einspringen müssen.

So sehr ich mir ein Spital in direkter Nähe wünschen würde: Die realistischen Chancen für einen nachhaltigen Erhalt sind aus meiner Sicht verpasst.

Deshalb gilt für mich der Slogan: «Totgesagte sterben länger – aber sie überleben nicht.»


15. November: SP hinterfragt Zugang zu Grundstückdaten

Autor: Jürg Kägi, Wetzikon

In seiner Interpellation will Saamel Lohrer namens der SP wissen, wieso nicht öffentlich sei, wem in Wetzikon welches Grundstück gehöre. Der Text der Interpellation benötigt hierfür fünf mit Vorwürfen und Unterstellungen behaftete Fragen. Wieder einmal wird dadurch deutlich, wie Parlamentarier, Parlamentarierinnen und Parteien bei verschiedenen Verwaltungsstellen und Behörden Aufwand und Kosten verursachen.

In diesem Fall lautet der allgemeine Wissensstand doch: GIS-Browser Kanton Zürich/Geoportal öffnen, und mit wenigen Klicks ist man in der amtlichen Vermessung sowie den Eigentümerauskünften. Und – schwups – liest man, wer Eigentümerin oder Eigentümer ist. So kurz wird hoffentlich auch die (eigentlich unnötige) Antwort des Stadtrats an die Interpellanten ausfallen. Die Bürgerinnen und Bürger würden so handeln, gewisse Parteien offenbar nicht.

«Stadtrat bekommt grünes Licht für Verhandlungen mit der Spitex», 12. November


15. November: Und schon wieder das Klima

Autor: Bruno Piffrader, Ehrikon

Vor einigen Tagen wurde eine Studie der ETH Zürich (u. a.) veröffentlicht, die voraussagt, dass sich in der Schweiz die Temperaturen bis zur Jahrhundertwende um 5 Grad erhöhen werden. Die Folgen: Hitzesommer und praktisch kein Winter mehr. Man könnte fast meinen, diese Studie wurde jetzt veröffentlicht, um das Formtief der Grünen zu beheben …

Denn kaum ist die Studie ­veröffentlicht, fordert z. B. Frau Aline Trede, grüne Nationalrätin, sofort eine nationale Klimakonferenz, einen runden Tisch, etc. Sofortiges Handeln sei nun das Gebot der Stunde.

Ja, Handeln ist wirklich das Gebot der Stunde. Wir werden immer mehr Menschen in diesem Land und verbrauchen immer mehr Strom. Nach wie vor verbrauchen wir zigtausend Tonnen Erdöl für Heizungen, Fahrzeuge, Flugzeuge, etc. Und was tun wir dagegen? Gerade auch aus Grünen-Kreisen wird vieles, was unsere Energiebilanz verbessern und den CO2-Ausstoss reduzieren könnte, blockiert: Wasserkraftwerke, Solarkraftwerke, Windkraftanlagen!

Und wenn Bundesrat Rösti meint, das mit neuen Kernkraftwerken lösen zu können, wird das letztlich nur ein frommer Wunsch bleiben. Wir haben bis heute noch keine endgültige Lösung für den «alten» Atommüll und sollen jetzt schon wieder für neuen Müll sorgen? Zudem wollen die Stromanbieter keine Atomanlagen finanzieren, weil einfach zu teuer.

Wenn also Frau Trede davon spricht, dass wir jetzt eine nationale Klimakonferenz brauchen, dann vor allem, um die ständigen Blockaden und Einspruchsverfahren zu bodigen. Wir brauchen eine klare Forderung und Förderung für die Modernisierung von Heizungen, ein klares Bekenntnis zum Elektroauto und ein klares, schnelles Ja zu grossen Solaranlagen. ­Ansonsten ist auch diese geforderte nationale Klimakonferenz nichts weiter als weiteres Beschäftigungsprogramm für ­Parlamentarier.


14. November: Keine Feierlaune, sondern Rücksichtslosigkeit

Autor: Elmar Weilenmann, Gemeinderat (Die Mitte), Wetzikon

Im Vorschlag der neuen Wetziker Polizeiverordnung ist in Art. 13 das Abbrennen von Feuerwerk am 1. August und 31. Dezember erlaubt. Den Wunsch eines grösseren Teils des Parlaments, ein Verbot für knallendes Feuerwerk zu erlassen, hat der Stadtrat ignoriert.

Für mich ist ausschlaggebend für ein Verbot die Motivation der Lärmverursacher. Die folgenden Erkenntnisse werden wohl die meisten Verbotsbefürworter teilen:

Wer Feuerwerk zündet, weil es laut ist, will keine Stimmung schaffen, sondern Aufmerksamkeit erzwingen – auf Kosten aller anderen.

Das Argument der «Festfreude» zieht nicht: Wenn schon Tage vor dem 1. August oder dem Jahresende Böller in Quartieren losgehen, ist das keine Feierlaune, sondern Rücksichtslosigkeit.

Knallfreudige Jugendliche und kindlich gebliebene Erwachsene verwechseln Lärm mit Lebensfreude – und zwingen der ganzen Stadt ihren Krach auf. Ich hoffe, dass das Parlament den Vorschlag des Stadtrats entsprechend korrigieren wird.


14. November: ImmobilienKein Vorkaufsrecht für den Staat

Autorin: Kathrin Molinari, Esslingen

Wenn der Staat das Vorkaufsrecht auf Immobilien haben soll, um bezahlbare Wohnungen zu garantieren, klingt das erst einmal nobel und sozial. Doch mir kommt da als Erstes die Corona-Zeit in den Sinn, als Gemeinden – prominentestes Beispiel war Seegräben – einheimische, langjährige Mieter rauswarfen, um Geflüchtete in «würdigen» Wohnungen oder einem temporären Mittagshort einzuquartieren. In einer staatlichen Wohnung ist man also nie seines Zuhauses sicher. Ein weiteres Beispiel aus dem Oberland (ich muss gestehen, ich weiss die Gemeinde nicht mehr), als bezahlbare Alterswohnungen versprochen wurden, welche dann zugunsten rentablerer doch nicht realisiert wurden. Ein Vorkaufsrecht ist meiner Meinung nach auch ein Eingriff in unsere Freiheit zur Selbstbestimmung.


14. November: Ja zu neuem Gemeindehaus

Autorin: Marianne Grunder, Mönchaltorf

Am 30. November entscheiden die Mönchaltorfer Stimmbürgerinnen und -bürger über den Neubau des Gemeindehauses und eines zusätzlichen Wohngebäudes. Es handelt sich dabei um ein Generationenprojekt, seit 25 Jahren diskutiert, mit Weitblick und Sorgfalt geplant – und bereit für die Umsetzung. Der Standort ist ideal mit der Nähe zu Schule und Dorfzentrum, taugliche Alternativstandorte gibt es nicht.

Die Realisierung erlaubt eine effiziente Verwaltung, und durch die Vermietung der Wohnungen wird ein grosser Teil der Folgekosten gedeckt. Aufgrund der soliden Finanzlage der Gemeinde kann das Projekt ohne Steuererhöhung umgesetzt werden, statt Konsum entsteht nachhaltiger Sachwert – und mit dem Wohngebäude dringend benötigter Wohnraum für die ältere Generation. Nun ist der richtige Zeitpunkt! Deshalb stimme ich am 30. November Ja.


14. November: Lediglich ein Wort, aber mit grosser Wirkung

Autorin: Mafalda Hoch, Hinwil

Das Kleingedruckte oder das Nichtgedruckte hat schon manchen «auf die Welt gebracht». Beispielhaft kann uns das die bevorstehende Abstimmung in Hinwil über eine Ergänzung in den Statuten der Stiftung Wohnen im Alter lehren. Lediglich ein Wort soll neu eingefügt werden, noch bevor die Frist endet, welche das gesetzlich erlaubt.

Seien wir dankbar, dass es Bürgerinnen und Bürger gibt, die auch sogenannte kleine Fische bemerken. Es kann für alle in Hinwil Wohnenden nur von Vorteil sein, wenn das Wort «prioritär» eingefügt wird. Haben doch alle mit Steuerabgaben beigetragen, das Pflegeheim aufzubauen, also bevorzugte Behandlung verdient. Diese Einfügung garantiert Ihnen vor Auswärtigen ein Anrecht auf einen Pflegeplatz. Es erschliesst sich mir die ablehnende Haltung der Amtsträger nicht.


14. November: GZO Spital Wetzikon – Businessplan ist bereits wieder Makulatur

Autor: Sven Zollinger, Wetzikon

Kaum ein halbes Jahr ist der neue Verwaltungsrat im Amt, und den Aktionärsgemeinden ist die Steuerung des Verwaltungsrats des GZO bereits wieder aus den Händen entglitten.

Ende November sollen die Stimmbürger total 50 Millionen Franken für die finanzielle Sanierung des Spitals sprechen. Die Gemeindepräsidenten werben mit einem Businessplan, welcher von renommierten Unternehmen erarbeitet und bewertet wurde.

Der Businessplan zeigt auf, dass es das Spital mit Ach und Krach über die nächsten zehn Jahre schafft, unter Berücksichtigung, dass der Neubau nicht fertiggestellt, nur das Notwendigste investiert wird und der Betrieb weiterläuft wie bisher.

Nur ist dieser Businessplan – zumindest für den Verwaltungsratspräsidenten – bereits wieder Makulatur. An den Info-Veranstaltungen der Gemeinden wirbt er mit der Fertigstellung des Neubaus. Nur wie er dies finanziell bewerkstelligen will, darüber hält er sich bedeckt, und der Businessplan sieht dieses Szenario explizit nicht vor. Ein Blick in die Region zeigt, dass auch die «gesunden» Spitäler ihre Investitionen aus dem Betrieb nicht finanziert bekommen. Uster verkaufte Liegenschaften, in Männedorf bürgen die Gemeinden. Da sowohl das GZO als auch die Aktionärsgemeinden akzeptierten, dass das Spital als «nicht unverzichtbar» klassifiziert wurde, dürften wohl auch in Wetzikon entweder die Liegenschaften oder erneut die Gemeinden als Sicherheit den Kopf hinhalten.

Auf alle Fälle entspricht dies bei Weitem nicht der Vorlage, wie sie im Abstimmungsbüchlein steht. Eine andere derart unausgegorene Vorlage hätte schon lange Schiffbruch erlitten. Aufgrund der Emotionalität des Geschäfts ist das Ja zur Vorlage aber so klar wie das Amen in der Kirche. Ich empfehle trotzdem aus Überzeugung ein Nein.


14. November: Stadtbäume sind nicht ersetzbar

Autor: Uwe Scheibler, Wetzikon

Der Stadtrat Uster hat eine sehr simple Vorstellung von Stadtbäumen: Ein Baum weg – kein Problem. Es wird einfach ein neuer gepflanzt. Ersatz vorhanden, Problem erledigt? Mitnichten! Was beim Auto bestens funktioniert, nämlich ein Ersatz eins zu eins, klappt bei den Bäumen nicht.

Warum nicht? Weil das, was wir an Bäumen in der Stadt so schätzen, sich erst über eine lange, eine sehr lange Zeit hin entwickelt. Unsere Linden, Buchen oder Ahorne brauchen mindestens 50 Jahre, um nur schon eine wesentliche klimatische Wirkung – zum Beispiel Schatten, Kühlung, Windbremse – zu entwickeln. Und als Luftfilter, Stadtbildprägung und Wert für die urbane Biodiversität benötigen sie weitere 50 bis 100 Jahre. Damit liegt der Zielhorizont für grosse Stadtbäume bei fast 200 Jahren.

Wenn nun ein solcher Baum gefällt wird, bräuchte es theoretisch 2000 Jungbäume allein zum Ersatz der klimatischen Funktionen. Mit einem Ersatz Baum für Baum schwindet das Grünvolumen langsam, aber sicher. Das erlebt zurzeit die Stadt Zürich, die sehr viel Geld für den Stadtbaumbestand einsetzt und trotzdem die Abnahme nicht verhindert.

Geld allein reicht also nicht. Neben der Anpassung der Bau- und Zonenordnungen müssen jetzt ganz viele Bäume gepflanzt werden. Nur so wird die städtische Lebensqualität auch nach dem Jahr 2080 noch günstig bleiben.

Alternativ könnten wir dann natürlich auch in den Untergrund zügeln. Tiefgaragen werden ja genug gebaut ​…


«Baumersatz in Uster», 8. November

14. November: Ja zum GZO: Wir brauchen eine sichere Gesundheitsversorgung

Autorin: Astrid Keusch, Wetzikon

Am 30. November stimmen die Gemeinden über die dringend benötigten Kredite für das GZO ab. Diese Abstimmung ist weit mehr als eine finanzielle Entscheidung – sie ist eine Weichenstellung für die gesamte Gesundheitsversorgung unserer Region. Das GZO erfüllt heute zentrale Aufgaben in der medizinischen Grund- und Notfallversorgung. Es behandelt jedes Jahr Tausende Patientinnen und Patienten, bietet modernste medizinische Leistungen und ist eine Säule des Gesundheitswesens. Das GZO ist unverzichtbar, weil:

– Ein Spital in der Region bedeutet kurze Wege, medizinische Sicherheit für alle und schnelle Notfallversorgung.

– Das GZO bietet ein breites Leistungsspektrum – von der Chirurgie über die Innere Medizin bis zur Geburtshilfe. Das Personal ist hervorragend ausgebildet und engagiert.

– Das GZO erwirtschaftet operativ einen Gewinn – es wäre falsch, ein funktionierendes Spital wegen vergangener Entscheidungen aufzugeben.

– Ein besonderer Vorteil ist das mit zwei Operationssälen und 320 Betten ausgerüstete GOPS (Militärspital). Es wird aktuell zwar nicht betrieben, kann aber im Krisenfall rasch aktiviert werden, auch wenn das mit finanziellen Aufwendungen verbunden ist. Es ist das Grösste ausserhalb der Stadt Zürich.

– Sollte das Spital schliessen, müssten möglicherweise Betten und Kapazitäten an anderen Orten neu geschaffen werden, die heute gar nicht vorhanden sind. Der Neuaufbau wäre um ein Vielfaches teurer als der jetzt beantragte Kredit.

– Das GZO sichert zahlreiche Arbeitsplätze vom ärztlichen, vom pflegerischen und vom technischen Personal.

– Jährlich werden zahlreiche Menschen ausgebildet. Damit investiert das GZO direkt in die Zukunft der Pflege und der Medizin.

– Das Spital stärkt die lokale Wirtschaft, schafft Aufträge für Zulieferer und sorgt für Wertschöpfung in der Region.

Darum ist es für mich unverständlich, dass in zwei Gemeinden die Exekutive Ablehnung empfiehlt. Eine solche Haltung ist nicht nur kurzsichtig – sie gefährdet die Sicherheit und Versorgung der Bevölkerung und verschiebt die Kosten letztlich zulasten kommender Generationen. Verantwortung bedeutet, über den heutigen Tag hinauszudenken – im Interesse unserer Familien, unserer Kinder und unserer älteren Mitmenschen. Ich wünsche mir, dass wir als Region zusammenstehen und zeigen, dass uns die Gesundheit und die Menschen wichtiger sind als kurzfristige, gefährliche Sparrechnungen.

Darum sage ich mit voller Überzeugung Ja zum GZO.


14. November: Kapitalerhöhung für das GZO Spital ist schlecht investiertes Geld

Autorin: Maya Düscher, Rüti

Als jüngere Alte (71-jährig) bin ich mit verschiedensten Diagnosen (multimorbide Patientin) konfrontiert. Muss ich wegen irgendeines meiner körperlichen Probleme hospitalisiert werden, wird es sehr schwierig und aufwendig für mich und für meine sehr engagierte Hausärztin. Neben der leidigen Krankenkassenfrage (Finanzierung) – ambulante Eingriffe sind bei mir aus Sicherheitsgründen nicht möglich – steht jedes Mal die Frage im Vordergrund, welches Spital für das aktuell zu behandelnde Problem am besten qualifiziert ist und die Sicherheit gewährleisten kann, die die Komplexität meiner Erkrankungen erfordert. Die Spitäler Wetzikon, Uster und auch Männedorf fallen deshalb bereits von Anfang an aus dem Raster, auch wenn diese Spitäler zukünftig als Spitalverbund mit Schwerpunkt zusammenarbeiten würden. Die Kapitalerhöhung durch die Gemeinden zugunsten des Spitals Wetzikon ist deshalb schlecht investiertes Geld, da es schon jetzt und vermehrt in Zukunft so sein wird, dass Menschen immer häufiger komplex erkranken und differenziert therapiert werden müssen wegen der längeren Lebenserwartung respektive der hoch entwickelten spezialisierten Medizin. Aus Sicherheits- und aus Qualitätsgründen für Patientinnen und Patienten sowie für die Leistungserbringenden haben kleinere Spitäler somit keine Zukunft und sind auch Verbunde eine schlechte Lösung. Zudem ist es ein Luxus und völlig unnötig, alle medizinischen Angebote in nächster Nähe haben zu wollen.


12. November: Gesundheitsversorgung, Arbeitsplätze und Sicherheit

Autor: Beat Stricker, Wald

Ich, Beat Stricker aus Wald, sehe bei einem Nein zum GZO-Kredit die Gesundheitsversorgung im Zürcher Oberland in Gefahr.

Liebe GZO-Trägergemeinden und liebe Stimmbürger, am 30. November Ja stimmen, sonst gibts eine Katastrophe. Es gibt keinen Plan B. Zudem wurden ja schon unsere Spitäler in Wald, Rüti, Bauma und Pfäffikon geschlossen.

Wenn nicht alle Trägergemeinden Ja sagen zum GZO-Kredit, ist der Konkurs unumgänglich. Das bedeutet, dass innerhalb von einem Monat bei einem Konkurs der Betrieb eingestellt werden müsste und alle stationären Patienten verlegt würden. Der Notfall sogar noch schneller. Das Spital Wetzikon verfügt über 150 Betten.

Aber die umliegenden Spitäler haben die nötigen Kapazitäten nicht. Schon gar nicht für den Notfall, das würde zu einer regelrechten Katastrophe führen. Zudem müssten meiner Meinung nach die anderen Spitäler, zum Beispiel Uster und Männedorf, bauen, um die Kapazitäten aufnehmen zu können. Macht das Sinn?

Das GZO Spital Wetzikon bietet mehr als 900 Menschen Arbeit und Auskommen, die gesichert bleiben müssen. Es geht um die gesicherte Gesundheitsversorgung im Oberland mit dem GZO Spital Wetzikon. Sowie die Sicherung der Arbeits- und Ausbildungsplätze. Wir müssten, wenn wir etwa von Wald her per Ambulanz nach Uster wollten, durchs Nadelöhr Aatal und dort lange Wartezeiten in Kauf nehmen, wodurch wir endgültig nicht überlebten. Das wäre dann ein Beitrag gegen die hohen Gesundheitskosten. Mit jährlich zirka 10‘000 stationären und über 100’000 ambulanten Versorgungen ist die Systemrelevanz des GZO Spitals Wetzikon eindeutig da, trotz anderer Meinung des ­Regierungsrats. Die Spitäler Uster und Männedorf sagen, sie wüssten nicht, wie sie die rie­sige Zunahme der Notfälle aus Wetzikon meistern könnten, ist doch der Notfall an beiden ­Orten jetzt schon am Anschlag. Das Kantonsspital Winterthur, das auch als Ausweichspital genannt wird, wäre zu weit weg und ist ebenfalls schon ausgelastet. Zudem spitzt sich die ­Situation mit dem Bevölkerungswachstum und der Überalterung noch massiv zu.

«Die Schweiz macht Regional- statt Gesundheitspolitik», 7. November


11. November: Wohin mit den 21 000 Notfällen, wenn das Spital Wetzikon geschlossen wird?

Autor: Hanspeter Jacober, Rüti

Am 30. November stimmt Rüti über die Kapitalerhöhung von 6,72 Millionen Franken zugunsten der GZO AG ab. Die GZO AG bearbeitet 21’000 Notfälle pro Jahr. An der Info-Veranstaltung vom 18. Oktober im Breitenhof erklärte die Gemeindepräsidentin von Rüti, der Notfall sei nicht das Pro­blem der Gemeinden, sondern sei Sache des Kantons.

Die Spitäler Uster, Männedorf und Wetzikon sind am ­Anschlag und ausgelastet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Kanton ein Konzept hat, wohin er mit den 21’000 Notfällen soll, wenn das Spital Wetzikon geschlossen wird.

Und nun der Grund für ein Ja zur Kapitalerhöhung: Der Betrag wird nur bei erfolgreichem Nachlassvertrag fällig. Um diesen Nachlassvertrag zu erreichen, braucht der Verwaltungsrat Zeit. Dazu gehören Sanierungskonzept, Schuldenschnitt, Businessplan, Zukunft des Erweiterungsbaus, eventuell ein Spitalverbund und so weiter. Sagt die Gemeinde Rüti zur Kapitalerhöhung Nein, nimmt sie dem Verwaltungsrat (welcher von sämtlichen Aktionärsgemeinden einstimmig gewählt wurde) die benötigte Zeit, um die oben erwähnten Punkte zu bearbeiten und den Sachwaltern glaubhaft vorzulegen. Gelingt dies dem Verwaltungsrat nicht, geht die GZO AG in Konkurs, das Spital wird geschlossen. 900 Angestellte verlieren ihren Arbeitsplatz. Rund 6000 stationäre Notfallpatienten jährlich müssten in anderen Häusern untergebracht werden.

Noch eine Anmerkung zu den Finanzen. Müssen die 6,72 Millionen Franken fremdfinanziert werden, ergibt das eine Zinslast unter 100’000 Franken pro Jahr. Zum Vergleich: Das Eigenkapital der Gemeinde Rüti beträgt 132 Millionen, der Aufwand der Gemeinde betrug im Jahr 2022 zirka 136 Millionen, im Jahr 2025 zirka 160 Millionen (Budget), das ist also ein Plus von zirka 24 Millionen Franken.

Betrachte ich den Mehraufwand von 24 Millionen, dann finden die 100’000 Franken für unsere direkte Gesundheits­versorgung sicher gut Platz.


11. November: Nur Empfehlungen

Autor: Werner Meier, Rüti

Der Abstimmungssonntag vom 30. November ist reich befrachtet, und eine wichtige Initiative für die Gemeinde Rüti droht ­dadurch in den Hintergrund zu geraten. Die Einzelinitiative Leo Keller schlägt vor, die Gemeindeordnung durch die Ausweitung der Prüfaufgaben der Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission (RGPK) auf lau­fende und abgeschlossene ­Geschäfte zu ergänzen.

Für die Stimmbevölkerung liegen die Vorteile auf der Hand. Eine auf laufende Geschäfte erweiterte Prüftätigkeit stärkt die demokratischen Rechte der Stimm­berechtigten und erlaubt es der RGPK, alle zur Verfügung stehenden Instrumente der politischen Prüfung zu nutzen. Die Abgrenzung zwischen Gemeinderat und RGPK bleibt unangetastet. Die RGPK macht nur Emp­fehlungen – entscheiden tut nach wie vor der Gemeinderat. Ich stimme daher überzeugt Ja zur Initiative.


7. November: Unnötiger Abschuss eines Dachses

Autorin: Iris Lüscher, Effretikon

Im Sommer ist in der Hecke nahe beim Strickhof ein Dachs eingezogen. Ich sah ihn manchmal über die Wiese laufen oder hörte ihn im Maisfeld und ­freute mich riesig. Leider gelangte der Dachs durch ein Loch aufs eingezäunte ETH-Areal. Die Leute von der ETH informierten den Jäger, und der Dachs wurde erschossen. Wenn jemand die Zauntore geöffnet hätte, wäre er bestimmt in seinen nahen Bau geflüchtet.

Die Wildtiere haben keine Lobby, die Jäger sind allmächtig.


6. November: Initianten verhindern das Pflanzen von Laubbäumen

Autor: Werner Reichle, Uster

Gemeinderat Paul Stopper gefällt das geplante, baubewilligte und etwa fünfmal von der Ustermer Bevölkerung an der Urne abgesegnete Kulturzentrum-Projekt nicht. Er versucht nun, mit dem Initiativkomitee «Rettet unsere Bäume auf dem Zeughausareal» das Vorhaben zu verhindern.

Das prämierte Projekt ist über Jahre mit Begleitung aus der Politik und der Kulturszene (Echoräume) entstanden. Es ist ausgereift und steht kurz vor Baubeginn. Warum haben sich der Initiant und seine Gefolgschaft das Projekt nicht schon vor zwei Jahren genauer angeschaut?

Die vorgebrachte Argumentation enthält etliche Unwahrheiten. Richtig ist: Es werden lediglich zwei gesunde Platanen und eine kranke Kastanie gefällt. Die Baumallee bleibt bestehen, sie ist immer noch im Bauminventar. Die Allee wird durch das Verschwinden der Parkplätze (Tiefgarage) sogar aufgewertet. Im Projekt ist eine Neupflanzung von 61 Bäumen vorgesehen.

Das Gebäude «Regal» ist das Herzstück des Kultur- und Begegnungszentrums, und die Namensgebung mindert es nicht zum Nebengebäude, das einfach verschoben werden kann. Es besteht eine rechtsgültige Baubewilligung. Fertig gedacht: Mit der Initiative verhindern die Initianten das Pflanzen von über 60 Laubbäumen und damit das Reduzieren von Hitzeinseln.

Und: Stopper unterstützt auch das Referendum gegen den Richtplan. Man findet seine Aussage, dass die Bevölkerung das letzte Wort haben solle. Wie ist es nun, wenn sich die Bevölkerung schon mehrfach positiv zum Kultur- und Begegnungszentrum geäussert hat?

Zu den Leserbriefen «Zeughausallee stehen lassen, nicht umhacken», 31. Oktober, und «Ein lösbares Problem», 1. November


6. November: Wertvolle Arbeit für Jugendliche

Autorin: Esther Suter, Fehraltorf

Wie habe ich mich über diesen positiven und wertvollen Artikel gefreut! Die beiden Leiterinnen Linnéa Grimm und Dany Hermel leisten extrem wertvolle Arbeit für Jugendliche. Sie bringen jedes Potenzial der Kinder zum Erfolgserlebnis, indem sie die Geräte selber machen, einander gegenseitig helfen, anerkennen und unterstützen. Die jungen Frauen und Männer lernen diverse Taktiken kennen, werden in Toleranz zum anderen Geschlecht gefördert und profitieren von einem vorbildlichen Teamgeist mit dem Komplimentenkreis! Ich gratuliere ihnen zu den wunderbaren Erfolgen und wünsche weiterhin viel Freude!

«Quadball ist ein ernst zu nehmender Sport», 30. Oktober


5. November: Falsche Prioritäten beim ÖV-Ausbau?

Autorin: Silvie Hauser, Wetzikon

In Wetzikon stehen Tafeln, die darauf hinweisen, dass seit Anfang November die Bushaltestelle Talhof umgebaut wird. Soweit man das den Markierungen auf der Strasse entnehmen konnte, soll diese auf die Fahrbahn verlegt werden. Das ist an sich schon mal unverständlich, da es beim Talhof wirklich keinen Grund dazu gibt (ausser die anderen Verkehrsteilnehmer zu schikanieren). Stau gibt es immer nur bis zum Ochsenkreisel, und alles oberhalb ist nie tangiert. Es ist also völlig unproblematisch, wenn andere Verkehrsteilnehmer hier am haltenden Bus vorbeifahren können.

Was mich aber viel mehr aufregt, ist, dass diese Haltestelle völlig unnötigerweise priorisiert wird, während es in Wetzikon noch mehrere Haltestellen hat, die massiv von ­einer Verlegung auf die Fahrbahn profitieren würden. Etwa die Binzackerstrasse und die Kreuzackerstrasse wären tolle Beispiele, wo der Stau die ­Busse jeden Abend lahmlegt und täglich zu Verspätungen führt. Die Kreuzackerstrasse wäre zudem eine Haltestelle, die direkt vor einem Altersheim liegt und immer noch keine erhöhte Haltekante hat, obwohl dies laut Gleichstellungsgesetz seit Anfang 2025 bei allen Bushaltestellen umgesetzt sein sollte und es dort aufgrund der Lage wirklich viele Fahrgäste hat, die mit Rollatoren zusteigen. Es wäre doch super, wenn bei solchen Bauprojekten auch diejenigen priorisiert werden könnten, bei denen wirklich viele Menschen von der Umsetzung profitieren würden …


4. November: Warum Abschreckung kein Kriegstreiben ist

Autor: Bernhard Waser, Wetzikon

Obwohl sich der Leserbrief auf die EU bezieht, drängt sich hier eine Replik auf. Der Verfasser schreibt, dass in seiner Jugendzeit schon immer «von der Gefahr aus dem Osten gesprochen wurde, und heute hört man wieder dasselbe Narrativ, nur mit neuen Schlagzeilen». Die Länder sollten zwar verteidigungsfähig sein, sich aber nicht auf ­einen Krieg vorbereiten. Denn wer Krieg plane, sei gefährlich und ziehe ihn letztlich an. Weiter vermisst der Leserbriefschreiber die Friedensbewegung und deren Demonstrationen wie auch die kritische Presse, welche das erwähnte Narrativ hinterfragt.

Mit «der Gefahr aus dem ­Osten» möchte ich Herrn Vettiger Folgendes in Erinnerung rufen: ungarischer Volksaufstand 1956, wo die Sowjetarmee mit ihrem Einmarsch die demokratische Bewegung brutal niederschlug. Oder 1968, wo die Truppen des Warschauer Pakts unter russischer Führung den Demokratisierungsprozess in Ungarn mit Panzern beendeten (Prager Frühling). Oder 2014, wo Russland die zur Ukraine gehörende Halbinsel Krim annektierte, sowie der illegale Einmarsch in die Ukraine, wo Russland nun seit 2022 gegen ein unabhän­giges Land Krieg führt. Wenn Russland unter Putins Führung die Möglichkeit sieht und den Eindruck hat, das alte sowjetische Imperium wiederherstellen zu können, dann wird es dies probieren. Ein solches Szenario kann nur eine glaubwürdige Abschreckung seitens der EU verhindern. Und da die vorhandenen Verteidigungslücken nicht über Nacht geschlossen werden können, tut die EU (wie auch die Schweiz) gut daran, die seit Jahren vernachlässigte Modernisierung der Armeen schnellstmöglich zu beenden.

Leserbrief «Die EU rüstet auf – und niemand fragt, warum?», 29. Oktober

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.