Steiner-Beck hält am «Zigeunersalat» fest
Nach Kritik von Juso und SP
Die Kritik an der Bezeichnung eines Wurst-Käse-Salats löste kurz vor Weihnachten heftige Diskussionen aus. Jetzt steht fest, dass die Oberländer Bäckereikette den Namen nicht ändert.
In den Regalen der Bäckereikette Steiner gibt es weiterhin einen «Zigeunersalat» zu kaufen. Auf Anfrage teilt die Steiner-Beck AG mit Sitz in Wetzikon mit, dass sie entschieden habe, den Wurst-Käse-Salat nicht umzubenennen. Das Unternehmen hatte eine Namensänderung geprüft, nachdem die Juso Zürcher Oberland und die SP Uster die Bezeichnung öffentlich kritisiert hatten.
Der Begriff sei rassistisch und eine Beleidigung für Sinti, Roma und Jenische. Er habe daher in keiner Theke etwas verloren, hiess es von den Parteien. Die Kritik schlug schweizweit hohe Wellen und löste unter anderem in den sozialen Medien kontroverse Diskussionen aus. Die Steiner-Beck AG zeigte zunächst Verständnis für den Unmut. Man nehme die Kritik ernst, liess sie verlauten.
Name nicht abwertend gemeint
Jetzt ist klar, dass sich am Status quo nichts ändern wird. «Ein zentrales Argument war die langjährige Tradition des Produkts und der Name, unter dem es bei unserer Kundschaft bekannt ist», schreibt die Steiner-Beck AG auf Anfrage. Der Name des Salats sei in keiner Weise abwertend gemeint und werde auch nicht so wahrgenommen.
Zudem hätten Recherchen gezeigt, dass es unterschiedliche Auffassungen zur Bezeichnung gebe und sich gewisse Gruppen selbst als «Zigeuner» bezeichnen würden. «Diese Uneinheitlichkeit floss in die Beurteilung mit ein.»
Die Steiner-Beck AG verweist dabei auf einen SRF-Bericht aus dem letzten Jahr, in dem sich der Präsident der Zigeuner-Kulturtage auf dem Zürcher Hardturm-Areal zum Tabubegriff äusserte. Alfred Werro sprach sich darin gegen ein Verbot des Begriffs aus: «Ein Zigeuner zu sein, ist doch keine Schande!» Der Begriff definiere seine Person, seine Herkunft, seine Lebensweise.
Unterstützung durch die Kundschaft
Allerdings ist der Ausdruck «Zigeuner» tatsächlich weitherum verpönt. So verweist auch SRF darauf, dass beispielsweise die Pädagogische Hochschule Zürich in einem Lehrmittel festhält: Das Wort sei rassistisch – und deshalb nicht zu verwenden.
Von den Kundinnen und Kunden habe die Steiner-Beck AG zudem ein eindeutiges Feedback erhalten, schreibt das Unternehmen weiter: «Die Rückmeldungen betonten durchgehend, dass der Name als traditionell und nicht als diskriminierend wahrgenommen wird und nicht geändert werden soll.» Auch auf den sozialen Medien hatten sich während der Weihnachtstage viele User ähnlich geäussert.
Trotzdem ist die Bäckereikette weiterhin diskussionsbereit, wie die Medienstelle betont. «Falls sich betroffene Gruppen direkt an uns wenden, sind wir grundsätzlich bereit, das Gespräch zu führen.»