Sich die Hände reichen, das ist jetzt mehr denn je gefragt
Kommentar zur gescheiterten Kirchenfusion
Das Nein aus Turbenthal zur Kirchenfusion wirkt wie aus der Zeit gefallen. Dabei ist es jetzt nicht nur im Umgang mit Nachbarn angezeigt, einander entgegenzukommen, findet unser Redaktor.
Jeder, der schon einmal in Rom war, kennt es: das weltberühmte Fresko «Die Erschaffung von Adam» von Michelangelo an der Decke der Sixtinischen Kapelle. Vermutlich eines der symbolträchtigsten Gemälde in der Kunstgeschichte.
Im Zentrum reicht Gott Adam die Hand. Um symbolisches Händereichen ging es auch bei der Fusion der Kirchgemeinden Zell und Turbenthal: Die Schaffung einer grösseren Gemeinde mit zwei Pfarreien hätte der krisengebeutelten Gemeinschaft in Zell eine neue Perspektive verschafft.
Ein Ja in Turbenthal wäre aber nicht nur karitativ gewesen. Es hätte auch die Möglichkeit geboten, den seit je ungelösten Grenzkonflikt in Rämismühle und Zell beizulegen. Und den Beweis, dass Vertrauen und Hoffnung in der Kirche nicht nur geglaubt, sondern auch gelebt werden.

