Workshop in Turbenthal macht Demenz für Kinder greifbar
Ein Nachmittag im Kopf einer Demenzerkrankten
Die Reformierte Kirche Turbenthal-Wila veranstaltet diese Woche Anlässe zum Thema Demenz. Das grosse Highlight: eine Demenzsimulation. Damit verbringen sogar die Jüngsten einen Nachmittag im Kopf einer Demenzerkrankten.
«Trrrr, trrrr.» Erna Müllers Wecker klingelt. Sie sitzt bereits seit einer halben Stunde auf dem Sofa im Wohnzimmer. «Trrrr, trrrr.» Erna Müller öffnet die Haustür. Komisch, da steht gar niemand. «Trrrr, trrrr.» Was soll sie jetzt machen? Der schrille Klang bereitet ihr Kopfschmerzen. «Trrrr, trrrr.» Wo kommt dieser fürchterliche Ton nur her? Sie setzt sich wieder aufs Sofa. «Trrr, trrr.» Vielleicht hört es ja irgendwann wieder auf.
Erna Müller ist kein echter Mensch, sondern repräsentiert eine an Demenz erkrankte Person. Am Mittwochnachmittag schlüpfen Kinder und Jugendliche während des «Unti» der Reformierten Kirche Turbenthal-Wila in Erna Müllers Schuhe. An einem Workshop mit dazugehörigem Demenzsimulator können die jungen Menschen selber erleben, was die Krankheit alles für Auswirkungen haben kann.
Angestossen wurde der Anlass von Barbara Hefti. Sie ist mitverantwortlich für die Leitung des kirchlichen Unterrichts. «Die Kinder wählten das Thema Demenz selber aus», erzählt sie im Gespräch. Sie behandelten im Unterricht bereits andere «Lebenswelten», wie Gehörlosigkeit oder Sehbeeinträchtigungen. «Das Thema Demenz beschäftigt die Kinder aber sehr stark.»
