Hat die SVP ihre Aufgaben nicht erfüllt?
Leserbriefe
Was beschäftigt die Region? Leserinnen und Leser teilen ihre Gedanken und Meinungen zu politischen, gesellschaftlichen und lokalen Themen.
6. Juni: Hat die SVP ihre Aufgaben nicht erfüllt?
Autor: Patricio Frei, Gemeinderat Grüne, Uster
Die Bedürfnisse der Aussenwachten würden im neuen Richtplan zu wenig berücksichtigt, wird in einem Pamphlet behauptet, das in den letzten Tagen in allen Ustemer Haushalten verteilt wurde. Der Vorwurf kommt von Mitgliedern der SVP, die selber im Gemeinderat sitzen.
Als Gemeinderat bin ich von dieser Kritik überrascht. Während der monatelangen Behandlung des Richtplans im Gemeinderat hat jemals ein Vertreter der SVP gesagt, dass die Bedürfnisse der Aussenwachten zu wenig berücksichtigt würden. Sie haben auch keinen entsprechenden Antrag gestellt.
Weshalb denn nicht? Es ist doch die Aufgabe einer Politikerin und eines Politikers, sich für die Anliegen der Be-völkerung einzusetzen. Warum aber schweigt die SVP im Parlament und fängt erst an zu poltern, wenn es zu spät ist?
Dass die SVP nicht lösungsorientiert handelt, ist bekannt. Enttäuscht bin ich aber von der FDP: Ist sie sich für plumpen Populismus nicht zu schade?
Tatsache ist: Der neue Richtplan ist ausgewogen und geht sehr wohl auf die Bedürfnisse unserer Aussenwachten ein. Beispielsweise, wenn es um die Entwicklung der Dorfkerne oder um die Anbindung an den öffentlichen Verkehr geht.
Weil ich mich für die Aussenwachten und für die Stadt Uster einsetze, stimme ich am 14. Juni Ja zum neuen Richtplan.
6. Juni: Auf wessen Kosten?
Autor: Gaudenz Vogel, Wetzikon
82 Millionen Franken scheinen mir sehr viele öffentliche Gelder, die meines Erachtens vor allem dem Profit der Grundeigentümer dienen. Manche Details sind mir unerklärlich: Warum plant man Veloabstellplätze unterirdisch, auf die teuerstmögliche Art? Weshalb verlocht man 20 Millionen für die Begradigung einer bestehenden Personenunterführung, statt weiter südlich eine Passerelle als dritten Zugang zu den Perrons zu erstellen?
Immer mehr, immer Neues, immer Aktivismus, nie zufrieden sein mit dem Bestehenden: Das sind eigentlich psychosoziale Störungen der Menschen, die so allgemein sind, dass wir sie nicht als solche wahrnehmen. Sie machen die Menschheit zur gefährlichsten invasiven Art auf diesem Planeten.
Aufwertung von Unterwetzikon: Wollen wir das? Zu wessen Lasten geht sie? Allen, die an der Bahnhof- oder Usterstrasse geschäften, in Robenhausen, Oberwetzikon oder Kempten, empfehle ich, die Vorlage abzulehnen.
6. Juni: Von der Ukraine lernen
Autor: Ernst Eberhard, Dürnten
Es geht diesmal nicht um Drohnen oder Kriegstaktiken, welche die Ukraine in den Kriegsjahren entwickelt hat. Nein, wir können lernen, welche Widerstandskraft ein Land aufbringen kann, wenn es seine Freiheit und Unabhängigkeit nicht aufgeben will.
Viele Schweizer, vor allem die wohlhabenden und die Inhaber prosperierender Firmen in der Schweiz, fürchten sich vor den Konsequenzen, welche der Schweiz drohen, wenn sie die Einwanderung beschränkt und sich nicht der EU durch ein neues Vertragspaket unterwirft.
Was kann geschehen: Freiheit und Unabhängigkeit hatten schon immer ihren Preis, auch diesmal. Es kann neue Schikanen seitens der EU geben, der Handel mit der EU wird umständlicher, gewisse Vorteile werden verloren gehen. Das BIP mag um einige Prozente schrumpfen, schmerzlich. Aber im Vergleich zur Ukraine sind das Peanuts, in den Augen der Alten Eidgenossen wäre es ein Nichts. Denn sie haben mit Blut bezahlt, mit handfesten Kriegen, mit Entbehrungen. Bei uns könnte das Wirtschaftswachstum eine kleine Delle erleiden.
Aber danach ein grosses Aufatmen: Keine automatische Übernahme aller neuen EU-Schikanen. Nur noch begrenzte Zunahme an Schülern, Patienten, Menschen im Altersheim, an Zugfahrenden und Autos im Stau. Mehr freie Wohnungen für Einheimische. Schulen mit funktionierenden Klassen. Eine Schweiz für unsere Kinder, welche noch Ähnlichkeit hat mit dem schönen Land unserer Jugend vor ein paar Jahrzehnten.
6. Juni: Eine Mogelpackung ohne Lösungen
Autorin: Advije Delihasani-Ajdari, Kantonsrätin SP, Wetzikon
Die Diskussion um die «10-Millionen-Schweiz»-Initiative ist emotional – verständlich bei steigenden Mieten, vollen Zügen und Sorgen um die Lebensqualität. Gerade deshalb müssen wir ehrlich bleiben: Diese Initiative ist eine Mogelpackung.
Ich hatte am 26. Mai in Rüti die Gelegenheit, diese Vorlage an einem Podium direkt mit dem «Vater» der Initiative, Nationalrat Thomas Matter, zu diskutieren. Was mich dabei fassungslos gemacht hat: einmal mehr zu hören, wie konsequent komplexe Probleme auf einen Sündenbock reduziert werden – die Migration. Das ist keine Lösung, sondern bewusste Ablenkung.
Hohe Mieten, volle Züge, Zersiedelung – all das hat politische Ursachen. Diese Initiative löst nichts. Sie kaschiert die Realität mit Zahlen.
Besonders gravierend: Sie führt uns zurück zu Zuständen, die wir überwunden glaubten. Menschen sind als Arbeitskräfte erwünscht – aber nicht als Menschen. Familiennachzug würde de facto wieder ausgeschlossen, wie beim Saisonnierstatus. Wer glaubt ernsthaft, dass Fachkräfte – etwa eine Ärztin – ohne ihre Familie kommen?
Ich bin die Tochter eines Saisonniers. Ich weiss, was das bedeutet: Trennung, Unsicherheit, fehlende Rechte. Die Vorstellung, dorthin zurückzugehen, schüttelt mich durch – und reisst bei vielen Menschen alte Wunden auf. Für mich ist klar: Nie wieder Saisonnierstatus. Nie wieder Familien, die auseinandergerissen werden.
Diese Initiative bringt keine Lösungen. Sie lenkt ab, spaltet und schwächt unser Land.
Setzen wir auf Vernunft statt auf Scheinlösungen. Ich stimme daher Nein zur 10-Millionen-Schweiz-Initiative am 14. Juni.
6. Juni: Mohn in voller Blüte
Autorinnen: Natascha Blumer, Gemeinderätin SP, Wetzikon, und Lorina Krasniqi, Wetzikon
Wer heute aufmerksam durch Wetzikon spaziert, wird sie sehen: reisserische Plakate gegen die Zuwanderung mit haltlosen Behauptungen, ohne Quellen oder Faktencheck. Weiss auf schwarz, ein Symbolbild für die Weltanschauung der SVP.
Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Wie wir Zugewanderte wahrnehmen, hängt stark von unserer eigenen wirtschaftlichen Lage ab. Stellen Sie sich vor, Sie leben in einem schönen Quartier, Ihre Miete können Sie sorglos bezahlen. Ihre Arbeit ist sinnstiftend, und Sie verdienen gut. Sie machen sich keine Sorgen um die Kosten der Krankenkasse oder den nächsten Besuch bei der Zahnärztin. Geht es uns gut und verdienen wir anständig, dann fällt uns kaum auf, ob der Busfahrer einen Akzent hat oder die Ärztin einen ausländischen Namen trägt. Das System funktioniert. In einer florierenden Wirtschaftslage brauchen wir keine Sündenböcke.
Aber wenn das System unter Druck gerät, ändert sich das. Wenn Mieten, Prämien und Lebensmittelpreise steigen, suchen wir nach einfachen Erklärungen.
Was ist einfacher, als die Schuld einer ganzen Menschengruppe zuzuschieben? Die Schlussfolgerung lässt sich beinahe logisch herleiten: mehr Leute, mehr Probleme. Aber auf etwas so Komplexes wie die Wirtschaft, bei der die geopolitische Weltlage, der Klimawandel und soziale Bewegungen mitspielen, gibt es leider keine einfachen Antworten.
Wer Migrantinnen und Migranten zum Sündenbock macht, entmenschlicht sie und hat ausserdem nicht verstanden, wie Wirtschaft, Gesellschaft und Solidarität funktionieren. In Zeiten, in denen Ressourcen knapper werden, braucht es weder Spaltung noch Isolation, sondern Menschlichkeit und Zusammenhalt.
Lassen Sie sich nicht von Angstszenarien verunsichern, wie sie von der SVP-Kampagne zur «Keine 10-Millionen-Schweiz»-Initiative verbreitet werden. Werfen Sie stattdessen einen Blick auf Ihr eigenes Umfeld: Vielleicht hat die beste Freundin Ihres Kindes einen Migrationshintergrund, vielleicht eine Lehrperson in der Schule, ein Kollege bei der Arbeit oder die Familie nebenan.
Migration ist kein abstraktes Konzept. Diese Initiative betrifft Menschen, die längst Teil unserer Gesellschaft sind und sie täglich mitgestalten. Bevor Sie Angst vor dem Unbekannten haben, denken Sie an die Menschen, die Sie bereits kennen.
Wenn auch wir finden, dass Angst und Ausgrenzung keine Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit sind, stimmen wir am 14. Juni Nein zur sogenannten «Nachhaltigkeitsinitiative». Wir sind fest überzeugt: Nicht spalten – gestalten!
6. Juni: Ja zur Natur
Autorin: Heidi Spalinger, Wetzikon
Es ist unbestritten, dass Fachkräfte in der Schweiz gesucht sind. Aber keiner der eingewanderten Menschen bringt seine eigene Wohnung mit. Auch keinen Spitalplatz, kein Schulhaus oder seine Kanalisation mit Abwasserreinigung und so weiter. Mehr noch, diese fehlenden Infrastrukturen müssen zum grössten Teil von den hier lebenden Bewohnern finanziert werden.
Jeder, der hier lebt, muss einen Teil seines eigenen Freiraumes abgeben, damit es Platz für die Neuankömmlinge hat. Dies zeigt sich in den Folgeerscheinungen der Zuwanderung deutlich. Sei es Kulturland-Verlust, angespannter Wohnungsmarkt, steigende Krankenkassenprämien, Dichte-Stress, Strom-Mangel …
Auch wenn die SVP ihre Initiative mit dem Label Schweiz versieht, geht es um den Schutz unserer Natur und die Eindämmung der Folgeerscheinungen der ungebremsten Zuwanderung.
Deshalb mein Aufruf an die Grünen: Haben Sie den Mut und stimmen Sie dieser Initiative zu. Die Natur wird es Ihnen danken. Und an die Adresse der Sozis gerichtet: Ich bin überzeugt, dass mit der Annahme dieser Initiative eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt eintreten wird. Ich stimme Ja zu einer lebenswerten Schweiz mit einer intakten Natur.
6. Juni: Auf die Sache konzentrieren
Autor: Hans Schenkel, Ottikon
Ausgabe: Zum Leserbrief «Gemeinde-Nachwahlen Gossau – Wahlwerbung», Ausgabe vom 26. Mai
Mit Interesse habe ich den erwähnten Beitrag von Herrn Cometti gelesen.
Ja, meine Werbung ist in derselben Firma entstanden wie diejenige von Debora Heusser. Wenn Herr Cometti daraus konstruierte Schlüsse ziehen möchte, ist das sein gutes Recht. Dass er nun versucht, mit solchen Leserbriefen von eigenen Versäumnissen im Wahlkampf abzulenken, erstaunt mich doch sehr.
Ich persönlich konzentriere mich lieber auf die Sache: Ich bin in unserer Gemeinde sehr gut vernetzt, und meine Werte sowie meine Haltungen sind den Bürgerinnen und Bürgern bekannt.
6. Juni: Wo sind die Grenzen des Wachstums?
Autor: Alfred A. Stutz, Fehraltorf
Ökonomie und Ökologie befinden sich in einem Ringkampf mit vielleicht ungewissem Ausgang. Die Ökonomen haben das beinahe Unmögli-che geschafft: Sie haben das Perpetuum Mobile erfunden (bravo). Mehr Menschen erzeugen mehr Nachfrage nach Energie, Wasser, Wohnraum und Infrastruktur, generieren aber auch mehr Abfall, Verkehr und so weiter. Die Wirtschaft wächst und die Lebenshaltungskosten explodieren. Dies wiederum braucht mehr Fachkräfte. Der Kreis schliesst sich, und der «Meccano» wird zum Selbstläufer.
Die Ökologen wollen keine neuen AKWs, die Landwirtschaft schützen, die Selbstversorgung sichern, keine neuen Autobahnen, und Windräder Ja, aber bitte nicht bei uns.
Fakt ist, dass wir schon jetzt das Doppelte an natürlichen Ressourcen verbrauchen, als uns die Natur zur Verfügung stellt. Ist es vielleicht so, dass Vater Staat Mutter Natur …?
Eigentlich müsste man die Einwohnerzahl der Schweiz halbieren, dann bräuchten wir keine neuen AKWs, Windräder, Autobahnen, Spitäler, Altersheime und noch vieles mehr.
6.Juni: Endlich sind alle für die Unterführung Winterthurerstrasse
Autor: Werner Kessler, Uster
Ausgabe: «Den Verkehr auch auf Hauptachsen beruhigen – oder vielmehr kanalisieren?», Ausgabe vom 1. Juni
Erfreulich, erfreulich. Im obengenannten Bericht von Christian Brändli über den Spaziergang zum Richtplan von Uster steht, dass «alle betonen, dass die geplante Unterführung Winterthurerstrasse für die Umleitung des Durchgangsverkehrs am meisten bringe».
Nun, das weiss man seit mindestens 1986, als die SBB ihre Linie Wallisellen – Uster auf Doppelspur ausbaute. Der Kanton erarbeitete 1983 eine Kreditvorlage zur gleichzeitigen Sanierung aller Niveauübergänge zwischen Dübendorf und Uster. Für Uster war eine Unterführung an der Winterthurerstrasse vorgesehen. Kosten: zirka acht Millionen Franken. Der Kanton hätte die Unterführung also vor 40 Jahren auf seine Kosten erstellt.
Wer war dagegen? Der damalige – und danach unisono alle nachfolgenden – Ustermer Stadträte. Sie alle wollten zusammen mit dem Gemein-derat die damals «Westtangente» oder «Zubringer Nord» genannte «Strasse Uster West».
Selbst als die Ustermer Stimmberechtigten im November 2012 mit 5405 Ja gegen 3622 Nein eine kommunale Volksinitiative für eine Unterführung Winterthurerstrasse annahmen, änderte sich die Haltung der Stadtoberen nicht. Sie alle – zuvorderst vor allem auch die Grünen, Grünliberalen und SP, aber auch die Bürgerlichen, kämpften für die sogenannte Westumfahrung, die schliesslich vom Verwaltungsgericht aus Naturschutzgründen als nicht tolerierbar beurteilt wurde.
In Uster braucht es für gewisse Dinge halt eine etwas längere Zeit als in vergleichbaren Städten. Jedoch: Was diese neue politische Haltung und Erkenntnis mit dem zur Abstimmung stehenden Richtplan zu tun haben soll, ist schleierhaft. Die Winterthurerstrasse ist und bleibt eine Kantonsstrasse, da kann die Stadt Uster wünschen, was sie will. Da bestimmt der Kanton (fast) alleine.
Wie im Übrigen auch auf der Zentralstrasse. Fromme Wünsche für eine Einbahnstrasse sind zwar erlaubt, werden aber kaum je erfüllt. Denn der Kanton stellt sich auf den Standpunkt, dass auf der Zentralstrasse nichts geändert wird, bis die sogenannte Moosackerstrasse – ebenfalls eine kantonale Strasse – erstellt ist.
Es ändert sich also nichts, ob wir dem Richtplan zustimmen oder nicht. Deshalb stimme ich klar Nein zu diesem gegen 300-seitigen Mammut-Werk, an welchem der Stadtrat und die Gemeinderäte mehr als acht Jahre herumgewerkelt haben.
6.Juni: Richtplanabstimmung – Uster wie weiter?
Autor: Alex Muheim, Uster
Wer den Richtplan wirklich beurteilen will, muss sich nebst der Abstimmungsweisung (Zusammenfassung ohne Detailpläne und Details) in weitere 14 (!) umfangreiche PDF-Dokumente und Pläne einlesen. Hinzu kommen noch zig weitere Dokumente zum «Stadtentwicklungskonzept (STEK)». Ein Monsterprogramm, welches wohl die wenigsten Stimmberechtigten auf sich nehmen. Diese schiere Masse an Unterlagen auch noch auf die tatsächlichen Auswirkungen hin einzuordnen, ist wohl für viele Stimmberechtigte die nächste Hürde.
Dazu schreibt der Stadtrat/die Stadtverwaltung lapidar: «Die Richtplankarten, die Richtplantexte und die ergänzenden Berichte können auf der Website der Stadt aufgerufen werden:» www.uster.ch/richtplan-unterlagen.
Geradezu einer Verniedlichung gleich kommt die Aussage des Stadtrats über die Auswirkungen bei Annahme des Richtplanes daher. Aussage im Wortlaut: «Die Ziele und Festlegungen des kommunalen Richtplans sind für die Behörden verbindlich. Die Massnahmen sind von den Behörden direkt oder als Vorgaben für die nächste Planungsstufe umzusetzen. Die Realisierung von Projekten unterliegt dabei den üblichen Finanzkompetenzen. Für die nachfolgende Umsetzung muss der Richtplan den zuständigen Behörden den nötigen Ermessensspielraum geben, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Der Richtplan entfaltet keine Rechtswirkung für Private.»
Diese Aussagen mögen inhaltlich nicht falsch sein. Sie suggerieren aber, alle Auswirkungen des Richtplans unterlägen weiterhin der Mitsprache von Parlament und Stimmvolk und könnten jederzeit wieder geändert werden. Das stimmt jedoch nicht für die dem Richtplan zu Grunde liegendeWachstumsstrategie von mindestens 42 000 Einwohnern und 21 000 Arbeitsplätzen bis 2035, inklusive aller negativen Folgen, die daraus abgeleitet worden sind (neue Baugebiete, mehr Verkehr etc.).
Alles also in bester Ordnung, wird suggeriert. Blöd nur, dass negative Auswirkungen des grossen Wachstums, wie der zusätzliche hausgemachte Verkehr, die Überbauung im Eschenbühl oder bereitsmittelfristig das neue Baugebiet zwischen Moosackerstrasse/Riedikerstrasse, ebenfallsbehördenverbindlich umzusetzen, respektive zu bewilligen sind. Bauherren und Landbesitzer reiben sich wohl bereits die Hände.
Aus meiner anfänglich positiven Haltung zum Richtplan ist nach Einsicht in die umfangreichen Dokumente ein Nein geworden.
6.Juni: Masterplan Stadtraum Bahnhof Wetzikon – wieso schon wieder verhindern statt aktiv gestalten?
Autor: René Rothe, Gemeinderat EVP, Wetzikon
Unter der Führung des Stadtrates Wetzikon wurde ein Planungsprozess gestartet, welcher alle involvierten Parteien zusammenbrachte und endlich ein Zukunftsbild für den Stadtraum beim Bahnhof Wetzikon zeigt, das von allen Betroffenen abgestützt ist.
Ein grosses Bild zeigt dann halt auch die ganze Wahrheit. Es zeigt, wo partikuläre Interessen einem Kompromiss weichen mussten und was dieser kostet. Ist das schlecht? Ich finde: nein. Endlich können wir über ein fundiertes Gesamtbild entscheiden.
Natürlich melden sich jetzt all diejenigen, welche wissen, wie man es besser und kostengünstiger machen könnte. Typisches Beispiel ist die Behauptung, der Masterplan baue Langzeitparkplätze ab. Wer glaubt, diese Parkplätze würden wegen des Masterplans abgebaut, irrt. Das heutige Park-and-Rail-Angebot steht auf attraktivem Bauland der SBB – eine Parkplatzlösung, welche nie und nimmer für alle Zukunft bestehen bleiben wird.
Dank dem Masterplan können aber vorausschauende Lösungen gesichert werden: 20 Parkplätze im Untergeschoss der SBB-Überbauung, weitere 35 Parkplätze auf dem privaten Areal von Bosshard Bühler sowie zusätzliche Parkplätze im Zusammenhang mit privaten Bauprojekten, zum Beispiel für Anlieferungen. Der Masterplan baut also nicht einfach Parkplätze ab, sondern zeigt die Realität und sichert mögliche Lösungen.
Mit dem Masterplan wissen wir, wie wir den ganzen Stadtraum rund um den Bahnhof entwickeln können und was die einzelnen Elemente kosten. Wir wissen auch, dass gut ein Drittel der Kosten durch Beiträge von Bund, Kanton und privaten Partnern gedeckt werden kann. Und private Investoren erhalten Gewissheit, wie es weitergehen soll – was wiederum Investitionen in Wetzikon auslösen wird. Mir gibt ein solches Vorgehen Vertrauen.
Ich sage: Chapeau zu diesem Masterplan. Genau so sollten wir Zukunft gestalten. Meine Bitte: Lassen Sie sich nicht von einzelnen Stimmen beirren, sondern prüfen Sie das Gesamtprojekt. Ich stimme beherzt Ja zu diesem Zukunftsplan nur empfehlen.
6. Juni: Funktionierender Bushof ist Grundinfrastruktur
Autor: Thomas Ineichen, Gemeinderat FDP, Wetzikon
In der Nein-Kampagne zum Masterplan wird der neue Bushof als überrissen oder falsch geplant dargestellt. Für mich greift das zu kurz. Der Bahnhof Wetzikon ist einer der wichtigsten Verkehrsknoten der Region. Wer will, dass mehr Menschen den öffentlichen Verkehr nutzen, muss dafür sorgen, dass das Umsteigen einfach, sicher, barrierefrei und zuverlässig funktioniert.
Ein moderner Bushof ist kein Luxusprojekt. Er ist Grundinfrastruktur für eine wachsende Stadt. Heute sind die Abläufe am Bahnhof nicht optimal: enge Räume, schwierige Wege, unbefriedigende Aufenthaltsqualität. Der Masterplan schafft hier Ordnung und verbindet Bushof, Bahnzugänge, Fuss- und Veloverkehr sowie Stadtraum.
Auch aus grüner Sicht ist das wichtig. Mehr ÖV entsteht nicht durch Sonntagsreden, sondern durch gute Infrastruktur im Alltag. Wer bequem vom Bus auf den Zug umsteigen kann, wer mit dem Velo sicher zum Bahnhof kommt und wer sich zu Fuss besser bewegen kann, nutzt nachhaltige Mobilität eher.
Natürlich müssen wir bei der Umsetzung auf Stadtklima, Entsiegelung, Schatten und Grünräume achten. Aber ein Nein macht den Bahnhof nicht automatisch grüner. Es verhindert vor allem eine koordinierte Lösung und erhöht das Risiko, dass später wieder Stückwerk entsteht – und Grünräume komplett vergessen gehen.
Der Bushof ist deshalb kein unnötiger Betonklotz, sondern ein zentrales Element einer funktionierenden Verkehrsdrehscheibe. Darum sage ich Ja zum Masterplan.
6. Juni: Der Masterplan ist nicht veraltet – er hilft der Entwicklung von Wetzikon
Autorin: Damaris Schmid, Wetzikon
Man kann den Masterplan kritisieren. Aber ihn als «veraltet» zu bezeichnen, geht an der Realität vorbei. Veraltet ist nicht die Idee, den Bahnhofsraum neu zu ordnen. Veraltet ist vielmehr der heutige Zustand: unübersichtliche Wege, wenig Qualität im öffentlichen Raum, zu wenig Platz für Velos und ein Bahnhofumfeld, das mehr Durchgangsort als Stadtzentrum ist.
Wetzikon wächst. Damit verändern sich auch die Anforderungen an den Bahnhof. Es genügt nicht mehr, wenn Bus, Zug, Velo und Fussverkehr irgendwie nebeneinander funktionieren. Diese Angebote müssen besser ineinandergreifen und sich ergänzen, ohne neue Brennpunkte zu schaffen. Genau dafür schafft der Masterplan die Grundlage.
Besonders wichtig ist dabei der Veloverkehr. Wer will, dass mehr Menschen mit dem Velo zum Bahnhof fahren, muss auch sichere Velowege und genügend gute Abstellmöglichkeiten schaffen. Das ist kein Detail, sondern Teil einer glaubwürdigen Mobilitätsstrategie.
Der Masterplan ist deshalb keine rückwärtsgewandte Planung. Er ist ein Schritt hin zu einem Bahnhof, der besser funktioniert, die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmenden berücksichtigt und dem Anspruch einer wachsenden Stadt eher gerecht wird. Wetzikon sollte diese Chance nutzen.
5. Juni: Schöne Begegnungen und spannende Informationen
Autorin: Vreni Hertig, Wald
Zum Artikel «Viel mehr als eine einfache Gewerbeausstellung», Ausgabe vom 1. Juni
Ich kann dem obenstehend erwähnten Bericht nur zustimmen; das «Gwerb-Fäscht» war viel mehr als eine Ausstellung. Vor allem für eine ältere, seit langem in Wald lebende Person war es viel mehr als eine Ausstellung. Der Anlass bot, wie auch der «Walder Märt», Gelegenheit, Leuten zu begegnen, welche man sonst nicht jeden Tag trifft.
Und natürlich interessierten mich die Informationen der einzelnen Gewerbe. Ich bin dankbar für viele handwerkliche Betriebe in unserem Dorf. Dankbar aber war ich auch, als ich in einem Zelt (es war jenes der Schule) von drei freundlichen Schülern Auskunft über neue Berufe erhielt. Nicht nur die Schüler, sondern auch gut lesbare Plakate wiesen auf Berufe hin, welche es in jener Zeit, in der ich noch in die Schule gegangen war, in dieser Art noch nicht gab. Einer der Auskunft Gebenden war einer meiner Enkel; ist ja klar, dass das Grossmami in diesem Zelt am längsten blieb!
Mit vielen guten Eindrücken kehrte ich heim, wo mich meine Katze natürlich fragte: «Warst du auch am «Tierfutter-Stand» und hast du Gratismuster erhalten?»
5. Juni: Gedanken zur «Nachhaltigkeitsinitiative
Autor: Jean-Pierre Ruckstuhl, Hittnau
Die anstehende Abstimmung über die «Nachhaltigkeitsinitiative» bringt die Abstimmenden in ein Dilemma. Die Auswirkungen dieser Initiative sind ungewiss, die bisherige Politik spüren wir fast täglich.
Es besteht zwar mehrheitlich Konsens, dass die Schweiz ein Wachstumsproblem hat, aber wie ist dies zu lösen? «Notstopp» oder «Nichtstun» und weiter wie bis anhin?
Unsere Parlamentarier in Bern hätten die Möglichkeit gehabt, einen ausgewogenen Gegenentwurf zu erstellen, um den Sorgen der Bevölkerung Rechnung zu tragen.
Was hat die Mehrheit des Parlaments (eigentlich die Vertreter des Volkes) beschlossen: Nichts! Sie reicht den «Schwarzen Peter» einfach dem Stimmvolk weiter. Dies zur Einstellung und Qualität der Mehrheit unserer Vertreter in Bern.
5. Juni: Fakten statt Polemik
Autor: Urs Weisskopf, Turbenthal
Die Abstimmung am 14. Juni über die «10-Millionen-Initiative» ist ein Kampf zwischen der Wirtschaft und der Schweizer Bevölkerung. Jede Seite argumentiert aus vollen Überzeugungen, Fakten bleiben eher in der Minderheit. So versuche ich, mit nachfolgenden Fakten zu überzeugen.
Fakt 1: Zum Beispiel die Mär in den Pflegeberufen. Der hohe Wechsel in diesen Berufen liegt oft an den strukturellen Rahmenbedingungen. In der Schweiz verlassen 42,5 Prozent des Pflegefachpersonals im Laufe ihrer Karriere den erlernten Beruf frühzeitig. Mit Verbesserungen könnte diese Fluktuation verringert werden.
Fakt 2: Ich wurde mit weiteren Mitarbeitenden mit 52 Jahren von einer Schweizer Firma entlassen. Nach vier Jahren klagte der CEO auf Tele Züri, er fände keine Facharbeiter. Wahrscheinlich hatte er vergessen, dass er diese vor Jahren entliess. Gute Facharbeiter gibt es, aber sie sind anscheinend zu teuer oder zu alt. Seit diesem Ereignis lebe ich bescheiden. Bundesrat Jans spricht von einer reichen Schweiz. Er weiss wohl nicht, wie gross die Schere zwischen Reich und Arm ist.
Fakt 3: Die EU plant einen Systemwechsel. Dieses Gremium hat eine Reform beschlossen, nach der das Arbeitslosengeld künftig dort bezahlt werden soll, wo die Beiträge eingezahlt wurden – also am Arbeitsort, dies auch in der Schweiz. Wer bezahlt die Mehrausgaben?
Auch nach einem Ja zur Vorlage wäre weiterhin ein Netto-Wanderungssaldo von rund 40 000 Personen pro Jahr möglich, um den Bedarf der Schweizer Wirtschaft an Fachkräften zu decken. Gemeinden wie Dübendorf und Volketswil haben einen Ausländeranteil bis fast 30 Prozent. Vielen Schweizerinnen und Schweizern ist dies einfach zu viel. Ich möchte in der Zukunft in Begegnungen noch meinen Schweizer Dialekt brauchen, ohne dass ich dies in einer anderen als in der Schweiz üblichen Sprache tun muss.
5. Juni: Bäume wachsen nicht in den Himmel
Autor: Ruedi Gnädinger, Wila
Bei der Diskussion über die Nachhaltigkeitsinitiative wird mit vielen Wiederholungen vor einer nicht mehr wachsenden Wirtschaft und sinkendem Wohlstand gewarnt. Diese materiellen Kriterien enthalten aber keine Aussagen über den generellen Nutzen oder die Vorteile einer ständig wachsenden Wirtschaft.
Wenn zum Beispiel ein gut erhaltenes Mehrfamilienhaus aus den 1960er Jahren wegen des propagierten verdichteten Bauens abgerissen wird, kostet das neue Gebäude nach dem Baukostenindex der Gebäudeversicherung (GVZ) etwa 3,9-mal mehr. Dabei sind die Abbruchkosten nicht berücksichtigt. Auch das ist Wirtschaftswachstum.
Selbst bei einer reinen Kostenmiete stellt sich die Frage, ob der höhere Mietzins im Neubau auch in einem gesunden Verhältnis zu einem möglichen Mehrnutzen steht. Die Antwort überlasse ich dem Leser.
Welchen Nachteil haben Kinder, wenn sie neu in einem mehrstöckigen Wohnsilo in einer verdichteten Agglomeration logieren müssen, wo spontane Erkundigungen in der freien Natur kaum noch möglich
sind? Gamen und konformes Verhalten im dichten Verkehr sind sicher kein gleichwertiger Ersatz.
Damit für alle Arbeit da ist, muss bei der ständig wachsenden Bevölkerung auch mehr exportiert werden. In einer Zukunft mit gesättigten Märkten wird dies zunehmend schwieriger, weil unsere Konkurrenzfähigkeit kaum besser wird und die Abnehmerländer auch ihre Ansprüche geltend machen.
«Amerika zuerst» wird wahrscheinlich kein Einzelfall bleiben, denn Staatsverträge haben nur Bestand, solange sie vorteilhaft sind und deren Vorteile auch plausibel sind. Werden Abkommen trotz den Idealen der regelbasierten Welt nicht mehr eingehalten, müssen die benachteiligten Staaten eine Lösung finden.
Wir müssen daher das Personenfreizügigkeitsabkommen nicht kündigen, sondern zuerst Massnahmen umsetzen, welche eine Zuwanderung wieder in vernünftige Bahnen lenkt. Sollte das die EU nicht goutieren, ist es an ihr, das Abkommen zu kündigen. Das wird sie jedoch kaum tun, denn sie kann ja nur wählen zwischen einer reduzierten oder keiner Personenfreizügigkeit.
5. Juni: Wollen wir zurück ins Armenhaus Europas?
Autor: Peter Herger, Bäretswil
Noch vor rund 150 Jahren galt die Schweiz als Armenhaus Europas. Hunderttausende Schweizerinnen und Schweizer wanderten aus, weil sie in ihrer Heimat keine Perspektive sahen. Die Lebenserwartung lag um 1900 bei knapp 50 Jahren, viele Familien lebten in einfachen Verhältnissen, und Armut war weit verbreitet.
Heute gehören wir zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Die Lebenserwartung liegt bei über 80 Jahren, wir verfügen über eines der besten Gesundheits- und Bildungssysteme, und unsere soziale Sicherheit gehört zu den stärksten weltweit.
Diese Entwicklung war kein Zufall. Sie entstand durch Bildung, Innovation, Unternehmertum, Fleiss und die Fähigkeit, sich immer wieder an neue Herausforderungen anzupassen.
Umso mehr erstaunt mich die aktuelle Diskussion rund um die 10-Millionen-Schweiz. Natürlich bringt Bevölkerungswachstum Herausforderungen mit sich. Diese müssen ernst genommen und gelöst werden.
Wer jedoch glaubt, unser Wohlstand sei durch weniger Menschen gesichert, verwechselt Ursache und Wirkung. Seit 2001 ist die Zahl der AHV-Rentnerinnen und AHV-Rentner auf über 2,6 Millionen angestiegen. Gleichzeitig werden wir immer älter. Wer soll in Zukunft unsere Renten finanzieren? Wer arbeitet in unseren Spitälern, Pflegeheimen, Schulen und Unternehmen?
Dabei verändert sich die Situation bereits heute. Künstliche Intelligenz, Automatisierung und neue Technologien erhöhen die Produktivität. Viele Unternehmen werden künftig mit weniger Mitarbeitenden mehr leisten können. Das bedeutet auch, dass der Druck auf die Zuwanderung langfristig eher sinken dürfte.
Die eigentliche Gefahr liegt deshalb nicht darin, dass zu viele Menschen in die Schweiz kommen. Die Gefahr besteht darin, dass wir Innovation, Unternehmertum und technologische Entwicklung immer stärker regulieren, verhindern oder verteuern. Denn Unternehmen können ihren Standort wählen. Wenn die Wertschöpfung abwandert, verschwinden früher oder später auch die Arbeitsplätze, die Steuereinnahmen und der Wohlstand.
Die Schweiz wurde nicht reich, weil sie sich abgeschottet hat. Sie wurde erfolgreich, weil sie offen war für Menschen, Ideen, Technologien und Veränderungen.
Wer die Schweiz bewahren will, sollte deshalb nicht nur über Grenzen sprechen. Er sollte vor allem erklären, wie wir in Zukunft Wertschöpfung, Innovation und Wohlstand sichern wollen.
Denn die eigentliche Gefahr ist nicht die 10-Millionen-Schweiz. Die eigentliche Gefahr ist eine Schweiz, die vergisst, warum sie erfolgreich geworden ist.
5. Juni: Richtplanung in Uster: Es geht nicht um staatlichen Wohnungsbau
Autor: Jean-Pierre Kuster, Uster
Von bürgerlicher Seite wird suggeriert, dass mit dem Richtplan staatlicher Wohnungsbau gefördert und durch Regelungen, Bürokratie, Enteignung und Bevormundung der private Wohnungsbau ausgebremst werde. Weiter habe die Stadt bewiesen, dass sie gar nicht kostengünstig bauen könne.
Von wo SVP-Gemeinderat Andreas Ott diesen Beweis her hat, entzieht sich meiner Kenntnis, weil die Stadt ja keine Wohnungen baut, sondern Bauträger fördert, meist Genossenschaften, mit Darlehen oder der Abgabe von Land zu günstigen Konditionen, in der Regel im Baurecht.
In meiner Tätigkeit im Wohnungsbau war ich federführend bei den von der Stadt unterstützten Überbauungen im Werk und an der Brandstrasse tätig. Und heute, nach gut 20 Jahren, zeigt sich der Effekt der Kostenmiete: Die rund 130 Wohnungen sind im Vergleich zu Objekten mit Marktmiete ausgesprochen kostengünstig.
Ich habe den Richtplan, Kapitel S5, Nutzungen, sorgfältig studiert und finde nichts, was die Thesen der Gegner stützen würde. In den Allgemeinen Festlegungen (Bst. i, S. 31) wird einzig festgehalten, dass bei Ein- und Aufzonungen oder Sondernutzungen ein Teil des zusätzlichen Potentials in der Regel für preisgünstiges oder gemeinnütziges Wohnen (inklusive Alterswohnen) vorzusehen sei. Dahinter steckt die Überlegung, dass die Eigentümerinnen und Eigentümer ohne Erbringen einer Leistung grosse Profite einstreichen können, insbesondere auch, weil diese Möglichkeit nur in Gebieten von mittlerer, hoher und sehr hoher Dichte besteht.
Die Möglichkeit, diese Zonen zu schaffen, basiert auf dem kantonalen Planungs- und
Baugesetz (PBG 49b). Der Ustermer Souverän hatte dieser neuen Gesetzesbestimmung 2014 mit 60 Prozent zugestimmt.
Die Umsetzung dieser Massnahme, insbesondere auch die Festlegung des Anteils an preisgünstigen Wohnungen, wird ja erst im späteren Planungsprozess festzulegen sein, im Richtplan wird nur der Grundsatz festgehalten.
Im kantonalen Gesetz wird den glücklichen Landeigentümerinnen und -eigentümern zudem eine «angemessene Rendite» zugesichert. Die Berechnung der zulässigen Mietkosten hat der Regierungsrat in einer Verordnung vom 11. Juli 2018 geregelt.
5. Juni: Den Richtplan überarbeiten: Mehr Wohnraum braucht weniger Hürden
Autor: Marc Thalmann, Gemeinderat FDP, Uster
Das Ziel von genügend und bezahlbarem Wohnraum teile ich wohl mit den meisten. Kritischer sehe ich jedoch die geplante Festlegung von Quoten für preisgünstigen Wohnungsbau.
Auf den ersten Blick mag dies sympathisch klingen. Doch in der Praxis droht genau das Gegenteil: Wer Wohnraum schaffen will, wird mit zusätzlichen Auflagen konfrontiert. Betroffen sind nicht nur grosse Immobilienfirmen, sondern auch private Eigentümerinnen und Eigentümer.
Wer beispielsweise ein älteres Haus ersetzen oder eine bestehende Liegenschaft besser nutzen möchte, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, muss künftig ab drei oder vier Wohnungen damit rechnen, eine Wohnung preisgünstig anbieten zu müssen. Die Folge: Es ist mit mehr Bürokratie und höheren Kosten zu rechnen.
Dabei gilt eine einfache wirtschaftliche Realität: Werden vergünstigte Wohnungen vorgeschrieben, werden die fehlenden Erträge oft über die übrigen Wohnungen kompensiert. Das verteuert letztlich den Wohnraum für die grosse Mehrheit.
Uster braucht dringend mehr Wohnraum. Dies gelingt aber nicht mit zusätzlichen Vorschriften, sondern mit vernünftigen Anreizen. Solche Instrumente bestehen bereits heute – etwa über die kantonale Wohnbauförderung oder mit städtebaulichen Verträgen.
Selbst der Richtplan erwähnt solche Anreizsysteme. Aber leider nur in einem Nebensatz. Doch diesen Weg sollten wir konsequent verfolgen. Mehr bauen ermöglichen statt erschweren – das wäre im Interesse von Uster. Daher stimme ich Nein zum überladenen Richtplan am 14. Juni – als Chance für eine bessere Lösung.
4. Juni: Steht die Schweiz vor dem Absturz ins Chaos?
Autor: Arthur Pünter, Forch
Zurzeit wird in der Öffentlichkeit aus allen Rohren auf die SVP-Initiative «Keine 10-Milionen-Schweiz» geschossen. In einmütiger Entschlossenheit kämpfen Linke mit den rechten Wirtschafts- und Wachstumseuphorikern gegen die Initiative an.
Bundesrat Beat Jans versteigt sich gar zur Aussage, die Schweiz würde mit der Annahme der Initiative ins Chaos stürzen, die FDP und weitere bürgerliche Kreise reden von Abschottungsinitiative. Dagegen sagt Heidi Z’Graggen, die Urner Mitte-Ständerätin, «Eine Verschnaufpause täte uns gut» und kritisiert das starke Bevölkerungswachstum.
Die Aufgeregtheit in der Debatte lässt sich erklären, denn die Linke fühlt sich legitimiert zu mehr Staatsinterventionismus, denn der zunehmende Dichtestress zum Beispiel im Privatverkehr begünstigt weitere Regulierungen, Einschränkungen und Verbote.
Die FDP und weitere Rechtsparteien befürchten Einschränkungen bei Wachstum und Wohlstand. Da werden Ängste geschürt, beispielsweise steigende Wohnkosten, sogar auf die IV und AHV würde sich eine Annahme der Initiative negativ auswirken.
Der Ökonom Mathias Binswanger fragt in der NZZ vom 16. Mai «Sind wir bereit, für einen nur noch leicht wachsenden Wohlstand Einbussen bei der Lebensqualität in Kauf zu nehmen?»
Solange das Mantra von Wohlstand in Abhängigkeit von Wachstum von Ökonomen verbreitet wird, wenn behauptet wird, dass bezüglich der IV Einwanderer gemäss Studien mehr in die Sozialwerke einzahlen als sie an Leistungen beziehen, wird ausser Acht gelassen, dass diese Menschen im Alter die gleichen Leistungen beziehen wie die übrige Bevölkerung.
Gemäss Binswanger ist übers ganze Leben gesehen das Beitragsverhältnis sogar ungünstiger als bei den Schweizern. Die Vorschläge der Initiativgegner verfangen nicht – sowohl die Verschärfung der Lex Koller als auch kreative Massnahmen zur Einschränkung der Einwanderung gemäss Bundesrat bleiben wirkungslos.
Mit der weiter steigenden Einwanderung steigt auch der Fachkräftebedarf in allen Bereichen, wie im Gesundheitswesen. Und die Infrastrukturkosten bei Strassenverkehr, Bildung und so weiter steigen an. Die Spirale dreht sich weiter bis zu dem Punkt, wo die Schweiz ohne wirkungsvolle Begrenzung, vielleicht schneller als denkbar, in einen ungeordneten, regellosen gesellschaftlichen Zustand geraten könnte. werde ich die Initiative annehmen.
4: Juni: Wer Stadtentwicklung sagt, soll auch transparent sein
Autor: Jonathan Assenberg, Gemeinderat SP, Wetzikon
Wer unter dem Namen «Stadtentwicklung Wetzikon» auftritt, sollte klar sagen: Das ist keine offizielle Stelle der Stadt, sondern eine private politische Position. Das ist selbstverständlich legitim. Aber wer anderen Propaganda vorwirft, sollte selbst besonders sauber und transparent auftreten.
Gerade deshalb stört mich, wie in der Nein-Kampagne zum Masterplan der Eindruck erweckt wird, der Masterplan sei vom Stadtrat durchgedrückt worden. Das stimmt so nicht. Der Masterplan wurde von einer Spezialkommission des Parlaments intensiv und fundiert begleitet. Alle Parteien konnten sich einbringen.
Auch Eigentümerinnen und Eigentümer sowie die Bevölkerung wurden im Prozess wiederholt abgeholt und konnten ihre Inputs, Anliegen und Haltungen kundtun. Am Ende wurde die Vorlage im Parlament breit abgestützt und klar befürwortet.
Auch das Argument, der Masterplan diene vor allem privaten Grundeigentümern, greift zu kurz. Natürlich profitieren private Entwicklungen von einer guten öffentlichen Infrastruktur. Aber der öffentliche Nutzen ist offensichtlich: ein besserer Bushof, barrierefreie Zugänge, sicherere Wege, mehr Veloinfrastruktur, bessere Umsteigebeziehungen und ein Bahnhofsraum, der endlich als Stadtraum funktioniert.
Genau dafür ist ein Masterplan da: Er sorgt dafür, dass öffentliche und private Entwicklungen nicht zufällig
nebeneinander entstehen, sondern aufeinander abgestimmt werden. Wer das als Problem darstellt, verkennt
den Sinn koordinierter Stadtentwicklung.
Wetzikon braucht am Bahnhof keine Blockade und keine Scheintransparenz, sondern eine ehrliche Debatte. Und ehrlich ist: Wir müssen am Bahnhof sowieso handeln. Mit dem Masterplan tun wir es koordiniert, demokratisch begleitet und mit klarem Mehrwert für die heutige Bevölkerung und die kommenden Generationen. Darum sage ich am 14. Juni Ja zum Masterplan Stadtraum Bahnhof Wetzikon.
4. Juni: Handwerker beleidigt
Autorin: Kathrin Molinari-Looser, Esslingen
Zum Leserbrief ««An die 10-Millionen-Schweiz-Initianten», Ausgabe vom 23. Mai
Normalerweise reagiere ich nicht öffentlich auf Leserbriefe, doch diesmal kann ich nicht anders. Herr Urs Heinz Aerni schreibt im obengenannten Brief: «wenn Sie bereit sind, ihre Kinder nicht an die Uni, sondern in die Lehre für Berufe im Handwerk, in der Pflege und in der Gastronomie zu schicken, dann könnte man Ihre Absicht zu dieser Initiative ernster nehmen.»
Ich bin empört. Es geht mir nicht um Pro und Kontra der Initiative, sondern wie abschätzig und arrogant das gegenüber allen Handwerkern ist. Herr Aerni zeigt ganz klar, dass nach seiner Sicht Menschen, die nicht Akademiker sind, Menschen zweiter Klasse seien.
Ich frage mich, ob er den Zug gleich selber fährt oder sein Auto repariert, geschweige denn die Schienen oder Strassen dazu baut. Ob er den Strom im Haus wohl selber eingezogen und die sanitären Anlagen eingebaut hat? Schneidet er sich selber die Haare und wenn er ins Spital muss oder ein dementes Familienmitglied hat, pflegt er diese dann selber? Ich nehme an, er geht nie in ein Restaurant, wo für ihn gekocht und das Essen serviert wird.
Herr Aerni unterschätzt mit seiner Aussage die Wichtigkeit von Handwerkern und deren Arbeit und beleidigt diese. Ich richte an dieser Stelle ein grosses Danke an all diese Menschen, die mit ihren Händen und ihrer Arbeit unseren Alltag verschönern.
4. Juni: Gesunde Entwicklung statt wildes Wachstum
Autor: Lukas Adam, Gemeinderat Grüne, Uster
Wie Uster in 10 bis 20 Jahren aussieht, entscheidet sich nicht erst dann, sondern jetzt. Eine Stadt, die bezahlbar bleibt, gut erreichbar ist und Raum zum Leben lässt, brauchen wir alle.
Eine Stadt ist wie ein grosses Segelschiff: Wer den Kurs ändern will, muss früh und überlegt ans Steuer. Genau dafür ist der kommunale Richtplan da. Er legt die Leitplanken fest für Siedlung, Landschaft, Mobilität und Infrastruktur. Diese vier Bereiche müssen ineinandergreifen, damit Uster seine grössten Aufgaben anpacken kann: bezahlbaren Wohnraum schaffen, gerade für junge Menschen, die sich hier etwas aufbauen wollen. Natur und Kulturland erhalten. Mit gesicherten Gewerbeflächen lokale Betriebe und Lehrstellen stärken. Den Verkehr entflechten. Und in Sport und Bildung investieren.
Heute plant Uster mit Grundlagen aus den 1980er Jahren, aus einer Zeit, als viele von uns noch gar nicht geboren waren. Dass das nicht mehr passt, ist seit Jahren offensichtlich.
Ich habe im Gemeinderat miterlebt, wie dieser Richtplan entstanden ist: über fünf Jahre Arbeit, in parteilich gemischten Fachgruppen, intensiv diskutiert und am Ende breit verabschiedet. Mal hat sich die eine Seite durchgesetzt, mal die andere. Das Ergebnis ist kein grünes Wunschpapier, sondern ein ehrlicher Kompromiss.
Dass die Bürgerlichen trotzdem das Referendum ergriffen haben, ist vor allem Parteipolitik.
Bei einem Nein stünde Uster wieder bei null. Fünf Jahre Arbeit und Millionen an Steuergeldern wären verloren, und jedes künftige Bauprojekt bliebe jahrelang in der Schwebe, bis irgendwann ein neuer Anlauf käme. Dass der dann besser würde, glaube ich nicht. Deshalb stimme ich am 14. Juni Ja zum Richtplan.
4. Juni: Grenzenloses Wachstum in Uster?
Autor: Paul Stopper, Gemeinderat BPU, Uster
In Uster bestehen heute zirka 17 500 Wohnungen. Gemäss Richtplan sollen in den kommenden 15 Jahren noch 5000 dazukommen. Das wären rund 29 Prozent mehr.
Man fragt sich ganz einfach, wo diese 5000 neuen Wohnungen erstellt werden sollen. Das wird doch nur auf der grünen Wiese oder durch eine massive Verdichtung erreicht werden können.
Die Grünen und Grünliberalen von Uster unterstützen also dieses Wachstum mit Vehemenz? Man kann es kaum glauben. Die Ustermer Grünen kämpften noch vor Kurzem erfolgreich für die Freihaltung der grossen Landwirtschaftsflächen in Nänikon und gegen eine Einzonung des Landwirtschaftslandes im Eschenbühl. Mit der Zustimmung zu 5000 neuen Wohnungen müssten diese Flächen selbstverständlich verbetoniert werden. Das wäre also ein politischer Salto mortale der Grünen.
Mit dem Richtplan sollen auch im Bereich Mülliholz und nördlich des Schulhauses Hasenbühl weitere Einzonungen von Fruchtfolgeflächen als Bauland vorgenommen werden. Im kantonalen Richtplan sind aber beide Flächen als Fruchtfolgeflächen (FFF) eingetragen, sollen also der Ernährung unserer Bevölkerung in Krisenzeiten dienen. Das interessiert aber weder den Stadtrat noch die Mehrheit im Gemeinderat gross.
Der Kanton hat bereits vor der Gemeinderatsdebatte angemeldet, dass er diese Neu-Einzonungen nicht bewilligen werde. Es macht deshalb wenig Sinn, wenn die Ustermer einer Einzonung zustimmen, die zum Vornherein nicht genehmigungsfähig ist. Es ist stossend, dass sich ausgerechnet die Stadt Uster nicht an die kantonalen Vorgaben halten will.
In der Ustermer Gemeindeordnung steht seit November 2021 dank den Ustermer Grünen: «Die Gemeinde setzt sich aktiv für die Sicherung von Kulturland und den öffentlichen Grünraum auf dem gesamten Gemeindegebiet ein» (Art. 3, Abs. 6). Dieser Zusatz kam aufgrund einer kantonalen Volksinitiative der Grünen zum Schutz des Kulturlandes zustande.
Das soll ausgerechnet beim Ustermer Richtplan nicht gelten? Und: Weshalb wenden sich ausgerechnet diese Kreise vehement gegen die 10-Millionen-Initiative? Also Wachstum überall? Mehr Einwohner, mehr Wohnungen, mehr Verkehrswege, weniger Grün? Da versteht man die Welt nicht mehr.
Der Ustermer Richtplan widerspricht sowohl dem kantonalen Richtplan als auch der Ustermer Gemeindeordnung. Ichwerde ihn deshalb ablehnen.
4. Juni: Mit dem Ustermer Richtplan zu mehr oder weniger bezahlbaren Wohnungen?
Autor: Reto Büsser, Mitglied Sozialbehörde, Uster
Steigende Mieten und Kündigungen wegen Renovationen: Das erleben viele Menschen in Uster seit einigen Jahren. Familien und Einzelpersonen mit kleinem oder mittlerem Einkommen müssen die Stadt verlassen, weil sie keinen bezahlbaren Wohnraum finden. Die Zahlen sind klar: In den letzten 20 Jahren sind die Mieten pro Quadratmeter in Uster um 30 Prozent gestiegen.
Die Gegner des neuen Richtplans behaupten nun, dieser führe zu noch höheren Mieten. Gendern ist hier nicht nötig, es sind ausschliesslich Männer. Sie sagen, zusätzliche Regeln würden das Bauen teurer machen. Belege dafür liefern sie aber keine. Unterstützung erhalten sie von einem Bankpräsidenten
Klar ist: In Uster braucht es neue Wohnungen. Schon heute ist festgelegt, wo und wie viel gebaut werden darf. Damit mehr Wohnungen entstehen, werden die Regeln angepasst. Auf einer Parzelle darf künftig grösser und höher gebaut werden. Der neue Richtplan verlangt aber auch: Ein Teil dieser zusätzlichen Wohnungen soll preisgünstig oder gemeinnützig sein. Die Vorgaben dazu gibt es bereits heute im kantonalen Gesetz
Warum die Gegner trotzdem von steigenden Mieten sprechen, ist fraglich. Es stellt sich die Frage nach ihren Interessen. Liegt es daran, dass einer der grössten Immobilienbesitzer in ihrem Komitee ist? Schaut der Bankpräsident auf die Rendite oder auf günstige Wohnungen
Der neue Richtplan ist ein Kompromiss: Es darf mehr gebaut werden, und das Land gewinnt an Wert. Dadurch entstehen auch höhere Erträge. Gleichzeitig sorgt der Anteil an preisgünstigem Wohnraum dafür, dass nicht nur Investoren profitieren, sondern auch die Mieterinnen und Mieter. Weil ich in Uster mehr bezahlbare Wohnungen will, stimme ich am 14. Juni Ja zum Richtplan.
3. Juni: Der Masterplan ist eine Investition in den Standort Wetzikon
Autor: Andreas Wolfensberger, Wetzikon
Wetzikon ist ein wichtiger Wohn‑, Arbeits‑ und Wirtschaftsstandort im Zürcher Oberland. Wer diesen Standort stärken will, muss beim Bahnhof ansetzen. Er ist das Eingangstor der Stadt, der zentrale Verkehrsknoten und ein entscheidender Faktor für Gewerbe, Pendlerinnen und Pendler, Kundschaft und künftige Investitionen.
Meiner Meinung nach ist der Masterplan deshalb eine sinnvolle Investition in die Zukunft von Wetzikon. Er verbessert die Erreichbarkeit, ordnet den Verkehr, stärkt den öffentlichen Raum und schafft die Grundlage für eine koordinierte Entwicklung rund um den Bahnhof.
Genau das braucht es, wenn private und öffentliche Investitionen nicht zufällig nebeneinander entstehen sollen, sondern zusammen einen echten Mehrwert schaffen
Entscheidend ist für mich aber auch: Wetzikon braucht rund um den Bahnhof ein lebendiges Zentrum, in dem man sich gerne aufhält, arbeitet, einkauft, einen Kaffee trinkt oder sich trifft. Aufenthaltsqualität ist kein Selbstzweck. Sie ist auch wirtschaftlich wichtig. Wo Menschen gerne sind, entstehen Frequenz, Kundschaft und Chancen für Läden, Gastronomie und Gewerbe
Der heutige Bahnhofraum wird diesem Anspruch zu wenig gerecht. Der Masterplan bietet die Chance, aus einem reinen Durchgangsort einen attraktiven Stadtraum zu machen. Das stärkt nicht nur den öffentlichen Verkehr, sondern auch den Standort Wetzikon insgesamt.
Beobachtet man das Bevölkerungswachstum der Agglomeration – insbesondere im Zürcher Oberland –, stellt man fest, dass es höchste Zeit ist, Verantwortung für die Region von morgen zu übernehmen. Klug investieren für zukünftige Generationen.
Ein Nein wäre keine Sparpolitik, sondern ein Risiko. Nutzen wir die Chance. Ich stimmte daher Ja zum Masterplan und zu einer positiven Entwicklung von Wetzikon.
3. Juni: Der Ustermer Richtplan muss überarbeitet werden
Autor: Fred Siegrist, Wermatswil
Am Kommunalen Richtplan von Uster scheiden sich die Geister. In den Abstimmungsunterlagen der Stadt Uster sprechen die Befürworter von einem ausgewogenen Kompromiss, die Gegner von einem Kompromiss-Bschiss.
Was auffällt, ist die Diskrepanz zwischen der zur Kenntnisnahme des Stadtentwicklungskonzeptes (STEK) durch das Gemeindeparlament (11. Mai 2020 mit 32 zu 1 Stimmen) und der knappen Schlussabstimmung (19 zu 16 Stimmen am 22. September 2025).
Als unbescholtenem Bürger scheint mir, dass zwischen den beiden Abstimmungen im Planungsprozess vom Stadtrat viel ideologischer Ballast eingebaut wurde. Aus diesem Grund ist eine Überarbeitung dringend, damit dieser Richtplan eine bessere Zustimmung verdient.
Das heisst nicht, dass der ganze Prozess bei «null» beginnt und 1,67 Millionen Franken für diese Planung abgeschrieben werden müssen.
Bei einer Ablehnung können die strittigen Punkte nochmals überarbeitet werden. Dabei wird zwingend sein, dass beide Seiten nicht einfach auf ihren roten Linien beharren. Das kostet beileibe nicht die Welt.
Ich stimme Nein, weil Uster keinen spaltenden Richtplan, sondern eine Vorlage mit Augenmass, breiter Akzeptanz und Unterstützung verdient.
3. Juni: Für einen Bahnhof, der allen dient
Autor: Gian-Luca Weber, Gemeinderat FDP, Wetzikon
Der Bahnhof Wetzikon ist heute vor allem eines: ein Ort, durch den man möglichst schnell hindurch will. Enge Zugänge, schwierige Umsteigebeziehungen, zu wenig Aufenthaltsqualität und ein öffentlicher Raum, der seinem Potenzial nicht gerecht wird. Das ist für eine wachsende Stadt nicht gut genug.
Meine Meinung ist klar: Öffentliche Infrastruktur muss für alle funktionieren – für Pendlerinnen und Pendler, ältere Menschen, Familien, Menschen mit Behinderungen, Velofahrende, Fussgängerinnen und Fussgänger sowie für jene, die auf den öffentlichen Verkehr angewiesen sind.
Genau darum ist der Masterplan wichtig. Er bringt Bushof, Bahnzugänge, Fuss- und Veloverkehr, Barrierefreiheit, Sicherheit und Stadtraum in einen gemeinsamen Zusammenhang.
Besonders zentral ist die Barrierefreiheit. Ein moderner Bahnhof darf niemanden ausschliessen. Gute Zugänge, sichere Wege und funktionierende Umsteigebeziehungen sind keine Luxuswünsche, sondern Teil einer sozialen und alltagstauglichen Stadt.
Ja, das Projekt kostet viel Geld. Aber Nichtstun ist keine Lösung. Am Bahnhof müssen wir sowieso investieren. Die Frage ist, ob wir jetzt koordiniert handeln – oder später einen teuren Flickenteppich bezahlen. Der Masterplan ist breit im Parlament abgestützt und wurde über längere Zeit politisch begleitet. Das ist kein Schnellschuss.
Wetzikon braucht einen Bahnhof, der nicht nur Verkehr abwickelt, sondern Menschen verbindet. Darum stimme ich Ja zum Masterplan.
3. Juni: Der Masterplan – grün und finanzpolitisch verantwortungsvoll
Autor: Raphael Zarth, Gemeinderat Grüne, Wetzikon
Ich bin Grüner – und sage Ja zum Masterplan Stadtraum Bahnhof Wetzikon. Nicht, weil mir Kosten, Versiegelung oder Stadtklima egal wären. Im Gegenteil: Ich weiss, Geld wächst nicht auf den Bäumen, sondern muss verdient werden.
Und ich weiss auch: Bäume, Grünräume und Schatten entstehen in Wetzikon nicht von selbst – sie müssen geplant, angelegt und gepflegt werden. Genau deshalb müssen wir Investitionen auf Sinnhaftigkeit, Nachhaltigkeit und langfristigen Nutzen prüfen.
Am Bahnhof müssen wir sowieso früher oder später investieren. Die Frage ist nicht, ob etwas geschieht. Die Frage ist, ob wir jetzt koordiniert handeln – oder später einen teuren Flickenteppich bezahlen. Genau deshalb überzeugt mich der Masterplan. Er bringt Bushof, Bahnzugänge, Fuss- und Veloverkehr, Barrierefreiheit, Sicherheit, Parkplätze und Stadtraum zusammen.
Wer mehr ÖV, bessere Veloinfrastruktur und sichere Wege zu Fuss will, muss gerade am Bahnhof investieren. Ein funktionierender Verkehrsknoten ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für eine glaubwürdige Verkehrs- und Stadtentwicklung.
Ja, 82 Millionen Franken sind viel Geld. Wetzikon bezahlt jedoch nicht alles selbst. Der städtische Anteil liegt voraussichtlich bei rund 52 bis 56 Millionen Franken – verteilt über 10 bis 15 Jahre. Das ist mit seriöser Finanzplanung tragbar, ohne dass automatisch Steuererhöhungen nötig werden.
Ein Nein löst am Bahnhof nichts. Es verschiebt notwendige Investitionen nach hinten – und erhöht das Risiko, dass später unkoordinierter, viel teurer und vielleicht sogar schlechter gebaut wird.
Wetzikon soll keine Schlafstadt werden. Der Bahnhof ist das Eingangstor unserer Stadt. Darum braucht es dort eine Lösung, die Mobilität, Sicherheit, Aufenthaltsqualität und Stadtentwicklung zusammendenkt.
Deshalb sage ich am 14. Juni Ja zum Masterplan.
3. Juni: Echolot sagt Ja zum Richtplan – es darf aber immer wieder darüber nachgedacht werden
Autoren: Architekten-Gruppe Echolot Uster (Wolfhard Bischoff, Martin Eicher,
Ivar Heule, Detlef Horisberger, Roland Iten, Roger Moos, Erika Müller, Werner Reichle, Sandra Ryffel, Kaspar Thalmann)
Die Gruppe Echolot hat sich über die vielen Jahre der Planung immer wieder Gedanken gemacht; zum Beispiel gegen die geplanten Bahnunterführungen, die mehr Verkehr anziehen, für den Verzicht auf die Moosackerstrasse, welche die Landschaft zerschneidet, für die Überbauung des Eschenbühls anstatt Verdichtung durch Abbruch der vorhandenen Stadtstruktur, für den Ausbau des Bahnhofs als Verkehrs‑Drehscheibe, für ein Hochhauskonzept und anderes mehr.
Einige Anliegen sind in den Richtplan eingeflossen, vieles blieb jedoch in den alten Denkmustern stecken und wurde nicht berücksichtigt. So ist im Planwerk nirgends nachzulesen, wo genau die 7000 zusätzlichen Einwohnerinnen und Einwohner untergebracht werden sollen.
Eine Berechnung dazu hätte Echolot vor dem Verfahrensabbruch Eschenbühl als zwingend notwendig erachtet. Über die Frage «Verdichtung wo» werden wir im Ungewissen gelassen.
Im Verkehrsrichtplan wird an keiner Stelle auf die riesigen Chancen verwiesen, welche die «Lückenschliessung Oberlandautobahn» und der «Doppelspurausbau mit Takterhöhung der S‑Bahn» für den Stadtverkehr in Uster bieten. Stattdessen bildet der Plan die Gegenwart ab und setzt auf kurzfristige Massnahmen; zum Beispiel Strassenneubau Moosackerstrasse und MIV‑Unterführung Winterthurerstrasse.
Echolot trägt das vorliegende Planwerk mit, weil es viele gute Seiten hat. Echolot sagt Ja zum Richtplan, wird aber die grossen Themen im Auge behalten.
Es darf auch in den kommenden Jahren immer wieder neu nachgedacht werden, weil die Welt die nächs-
ten 25 Jahre nicht stehen bleibt und wir den Plan auch ändern können, wenn die Zeit dazu reif ist.
2. Juni: Was finden eigentlich die Revierförster?
Autor: Beat Stricker, Wald
Was sagen eigentlich unsere Revierförster zu den geplanten Windkraftanlagen auf dem Batzberg? Gibt es eine Stellungnahme des Forstreviers Rüti-Wald-Dürnten?
Für die Bevölkerung wäre es sehr interessant, diese zu lesen. Alternative Energien sind sinnlos, wenn sie genau das zerstören, was man durch sie schützen will.
Der Boden geht kaputt. Der Förster Josef Erhard, ehemaliger Leiter der Nationalparkwacht Bayerischer Wald, findet grosse Windkraftanlagen genau aus diesem Grund bedenklich.
2. Juni: Nachhaltig?
Autor: Paul Nievergelt, Wangen
Die «Keine 10-Millionen-Schweiz»-Initiative der SVP ist wieder einmal ein Klassiker, bei dem Emotionen und Fakten einander gegenüberstehen.
Ein Ja verändert bei uns im Land rein gar nichts, ausser, dass in ferner Zukunft Beamte dereinst entscheiden werden, wo und wie viele helfende Geister einreisen dürfen, um in den Spitälern, bei der Altenpflege, in der Landwirtschaft, im Gastgewerbe, im Baugewerbe, in der Industrie und in vielen anderen Bereichen zu einer funktionierenden Schweiz und zum Wohlstand beizutragen.
Den forcierten Gefühlen der Initianten bezüglich des Dichtestresses fehlt jede sachliche Grundlage. Unsere Beziehung zu Europa könnte damit schwer beschädigt werden. Ich zitiere Peter von Matt: «Die Heimat der Schweiz ist Europa.»
2. Juni: Masshalten statt Endlos-Wachstum
Autor: Heinz Keller, Dübendorf
Die Diskussion um die Zuwanderung droht, sich in einem endlosen Streit über Prozentzahlen und Statistiken zu verlieren. Doch wer nur auf Tabellen schaut, übersieht das lebendige System unseres Landes.
Wir müssen die Debatte vom Kopf wieder auf die Füsse stellen. Ein Ja zur Begrenzung ist kein Akt der Feindseligkeit, sondern eine notwendige Sorge um die Tragfähigkeit unserer Heimat. Drei einfache, systemische Argumente zeigen, warum Masshalten gesund ist:
1. Es wird argumentiert, wir bräuchten ständige Zuwanderung, um die AHV zu sichern. Doch das ist ein klassisches Schneeballsystem: Die jungen Zuwanderer von heute sind die Pensionierten von morgen. Um deren Renten zu sichern, bräuchten wir übermorgen noch mehr Zuwanderung – eine endlose Spirale, die das Problem nicht löst, sondern nur exponentiell vergrössert. Wir müssen unsere Sozialwerke strukturell reformieren, anstatt die Last auf Kosten unseres Lebensraums in die Zukunft zu verschieben.
2. Statistiken, die behaupten, es gäbe keinen Zusammenhang zwischen Zuwanderung, schwindenden Grünflächen und steigenden Mietpreisen, gehen an der Lebensrealität der Menschen im Glattal vorbei. Der Boden in der Schweiz ist ein endliches Gut. Wo immer mehr Menschen auf demselben Raum leben, steigen die Preise, die Infrastrukturen stossen an ihre Grenzen und die Artenvielfalt verliert ihren Platz. Ein gesundes System braucht Freiräume, um atmen zu können.
3. Jede Zelle in unserem Körper, jedes Haus und jedes funktionierende System hat eine Grenze. Eine Grenze schützt das Innere und ermöglicht erst den gesunden Austausch mit dem Äusseren. Der Schweiz eine «Isolation» vorzuwerfen, weil sie ihre Zuwanderung selbst steuern will, verkennt diese Naturgesetzmässigkeit. Selbstbestimmung und Masshalten waren immer die echten Pfeiler des Schweizer Erfolgsmodells.
Unsere Welt ist kompliziert, aber die Lösungen müssen nicht komplizierter sein als
die Probleme. Ein Ja am 14. Juni zur «Keine 10-Millionen-Schweiz!»-Initiative ist ein Ja zu einer Schweiz, die massvoll wächst und ihre Zukunft wieder selbst gestaltet.
2. Juni: Wenn KI den Verkehr leitet
Autor: Rolf Lienhard, Wetzikon
Zum Leserbrief «Halb intelligente Ausreden», Ausgabe vom 30. Mai
Der genannte Leserbrief hat mich zu einer Erwiderung bewegt: Weiss man etwas nicht, heisst das nicht, dass es das nicht gibt.
Im Artikel «Wenn Ampeln mitdenken» im Wissensmagazin P.M. (Ausgabe 5/2026) ist unter anderem beschrieben, dass der Stadtstaat Singapur ein nicht halb-, sondern eben intelligentes KI-gesteuertes Verkehrsleitsystem in Betrieb hat, mit dem rund 2700 Kreuzungen basierend auf dem aktuellen Verkehrsaufkommen flexibel gesteuert werden. Das System kann etwa selbständig auf Strecken mit hohem Verkehrsaufkommen dynamisch grüne Wellen zur Staureduktion schalten. Als Resultat wurde die Gesamtstauzeit und damit auch die Emissionen reduziert.
In San Francisco erkennt ein KI-basiertes System Rettungsfahrzeuge und eröffnet für sie selbständig grüne Korridore, was die Fahrzeit zum Einsatzort deutlich reduziert. Nebenbei gibt es auch weniger Unfälle mit Rettungsfahrzeugen im Einsatz.
Und diese Systeme sind ja erst am Anfang der Entwicklung. So werden etwa in Bielefeld und Leipzig von deutschen Unis entwickelte KI-gestützte und selbstlernende Verkehrsleitsysteme getestet.
2. Juni: Warum ich mich immer beengter fühle
Autor: Urs Mäder, Fehraltorf
Die Wogen gehen hoch über die «Keine 10-Millionen-Schweiz»-Initiative der SVP. Jeder meint, er wisse es besser. Doch sollten eigentlich Tatsachen zählen. Es wird aber viel Angst geschürt. Ich weiss selbst auch bald nicht mehr, was richtig und falsch ist.
Doch zufälligerweise bin ich im Internet auf die Seite worldometers.info gestossen. Die Zuverlässigkeit der Daten wird wie folgt begründet: Die Webseite wird von einem internationalen Team aus Entwicklern, Forschern und Freiwilligen betrieben, mit dem Ziel, Weltstatistiken einem breiten Publikum auf der ganzen Welt in einem zum Nachdenken anregenden und zeitlich relevanten Format zugänglich zu machen.
Ich habe nun einmal die beiden Länder Schweiz und Österreich verglichen. Sie sind sich in vielem ähnlich. Die Bevölkerung der Schweiz zählt laut worldometers.info derzeit rund 9 Millionen Einwohner, diejenige von Österreich rund 9,1 Millionen.
Nun habe ich die Fläche der beiden Länder mit der Personenzahl verglichen. Und das Resultat lässt aufhorchen. Die Schweiz hat bei einer Landfläche von rund 41 300 Quadratkilometern rund 218 Einwohner pro Quadratkilometer, Österreich bei einer Landfläche von rund 83 900 Quadratkilometern rund 108 Einwohner pro Quadratkilometer. Österreich hat also mehr als die doppelte Landfläche, aber mit nahezu der gleichen Einwohnerzahl wie wir.
Es ist gefühlsmässig schon länger so, dass ich mich immer beengter fühle. Nun ist die ganze Sache klar. Also auch diesen Aspekt gilt es zu berücksichtigen, wenn man am 14. Juni abstimmen geht.
2. Juni: Keine planwirtschaftlichen Experimente bitte
Autor: Daniel Frei, Uster
Ja: Eine unbegrenzte und unkontrollierte Migration ist nicht verträglich. Es braucht eine Steuerung. Und ja: Das Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre verunsichert etliche Menschen und verschärft die Wohnungsknappheit.
Aber nein: Die «Keine 10-Millionen-Schweiz»-Initiative löst keine Probleme. Im Gegenteil: Sie schafft neue Probleme. Sie atmet den planwirtschaftlichen Geist aus der Zeit, als in Osteuropa noch der Sozialismus herrschte.
Schon damals haben realitätsfremde Vorgaben nicht funktioniert. Kein Staat der Welt limitiert seine Bevölkerungsentwicklung. In Zeiten von Personalmangel von der Pflege über die Informatik bis zum öffentlichen Verkehr wäre dies wirtschaftlich und gesellschaftlich fatal und würde den Wohlstand gefährden.
Und in Zeiten von weltweiten antidemokratischen Tendenzen und verschiedenen sicherheitspolitischen Risiken ist es auch nicht ratsam, als Erstes die engen Verbindungen zu unseren europäischen Nachbarn und Partnern zu kappen und sich zu isolieren. Mit Nachhaltigkeit hat das nichts zu tun.
Echte Nachhaltigkeit bedeutet, sich gezielt Fachkräfte zu sichern und das inländische Potenzial stärker zu nutzen, bei der Integration das Prinzip von Fördern und Fordern anzuwenden, den bilateralen Weg mit der Europäischen Union fortzusetzen und die Zusammenarbeit mit den Nachbarn zu vertiefen, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und die Infrastrukturen modern zu halten. Deshalb sage ich am 14. Juni Nein zur SVP-Chaos-Initiative.
2. Juni: Masslose Chefgehälter bei explodierenden Prämien
Autor: Hansruedi Bicker, Wetzikon
Während die Versicherten jedes Jahr mit schockierenden Prämienerhöhungen konfrontiert werden, scheint die Realität in den Teppichetagen der Krankenkassen eine völlig andere zu sein. Es ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Haushalt, wenn man liest, dass sich Spitzenverdiener wie Roman Sonderegger (Helsana) oder Philomena Colatrella (CSS) Gehälter von fast einer Million Franken gönnen – mit Steigerungsraten von bis zu 25 Prozent.
Wie rechtfertigen diese Manager solche Sprünge, während das Volk unter der Last der steigenden Gesundheitskosten leidet? Besonders stossend ist dabei die Rolle der Politik: Dass im Bundeshaus kaum etwas gegen diese Exzesse unternommen wird, ist wenig verwunderlich. Viele Parlamentarier sitzen selbst in den Verwaltungsräten der Krankenkassen und kassieren dort lukrative Honorare. Wer selbst auf der Payroll der Kassen steht, wird kaum für einen harten Lohndeckel oder echte Transparenz stimmen.
Diese Interessenkonflikte verhindern seit Jahren eine wirksame Reform. Wir brauchen endlich ein Ende der Profitmaximierung in einem System, das für alle Bürgerinnen und Bürger obligatorisch ist. Wenn die Politik weiterhin wegschaut, während sich die Bosse die Taschen füllen, verliert die Bevölkerung endgültig das Vertrauen in unser Gesundheitswesen.
Wir brauchen keine Manager-Millionen in einer Pflichtversicherung, sondern Prämien, die für normale Haushalte wieder bezahlbar sind.
2. Juni: Wichtige Abstimmungen auf nationaler und auf kommunaler Ebene
Autor: Sebastian Eisenhart, Uster
Am 14. Juni finden wichtige nationale, kantonale sowie kommunale Abstimmungen statt. Die «Nachhaltigkeits-Initiative» der SVP kratzt an einem Unwohlsein, das nicht nur deren Parteisympathi-
santen empfinden.
Die Entwicklungen der vergangenen Jahre und der zunehmende Dichtestress wecken bei verschiedenen Personengruppen Sorgen und Ängste. Das Deckeln der nationalen Einwohnerzahl ist zwar eine selten undurchdachte Reaktion auf diese Themen (2050 wäre über die Hälfte der Schweizer Bevölkerung im AHV-Alter), doch das angesprochene Problem ist real. Nur leider viel vielschichtiger, als es die SVP wahrhaben will.
Doch auch die kommunale Abstimmung am 14. Juni in Uster ist wichtig: Der kommunale Richtplan, den der Gemeinderat mit Fachgruppen in jahrelanger, mühseliger Arbeit erstellt hat, schafft die Rahmenbedingungen, reellen Problemen konstruktiv zu begegnen.
Auch Uster kann und darf sein Wachstum nicht deckeln und muss im Gegenteil bestrebt sein, dieses konstruktiv zu gestalten. Damit die Lebensqualität möglichst hoch und die Lebenshaltungskosten von den Mieten bis zu den Steuern möglichst tief zu liegen kommen.
Mit ihrem Referendum gegen den fair austarierten, keineswegs linksgrünen Richtplan, der in zahlreichen Stunden durch zahlreiche Kompromisse erschaffen wurde, machen die Bürgerlichen kurzsichtige Politik, die bei Erfolg Uster langfristig schadet.
Wir brauchen den Richtplan für ein zukunftsfähiges Uster. Darum stimme ich klar Ja für den Richtplan.
30. Mai: Rücksicht statt Verdrängung
Autor: Res Kieser, Pfäffikon
Sie gibt zu reden, die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!». Und zu denken! Es gab eine Zeit, da waren die Menschen privilegiert, als sie alle das gleiche Recht bekamen.
Dafür kämpften sie und setzten sich die Politik ein.Und heute? Da bekomme ich den Eindruck, dass nur noch Macht zählt: Macht haben, mehr Wähleranteil gewinnen, Macht zementieren (die Zauberformel!). Ja, ein Parteipräsident vertritt seine Argumente sogar mit der Hellebarde: Das können ja nur Totschlagargumente sein.
Opfer sind die Schwachen
In diese Zeit der Macht passt auch diese Initiative. Sie redet von Platz haben, von der Schweiz, die nicht genug Platz hat für immer mehr Menschen. Darüber kann und soll man nachdenken: Platz haben oder Platz finden? Ich lebe gerne in einer Schweiz, wo alle Platz finden, ihren Platz finden.
Platz haben heisst andere verdrängen. Das erleben wir jeden Tag, wo Autos immer breiter werden. Verdrängt werden die Schwachen, die zu Fuss oder per Velo unterwegs sind.Platz finden, heisst Rücksicht nehmen. Und das wünsche ich der Schweiz: Mehr Rücksicht, damit alle ihren Platz finden können. Die Bundesverfassung ist da klipp und klar: Die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen. Das ist dann Nachhaltigkeit.
30. Mai: Keine 10-Millionen-Schweiz
Autor: Willy Brügger, Volketswil
Eine ungebremste Bevölkerungszunahme wäre für unser Land eine grosse Belastung bzw. Katastrophe. Die Schweiz darf nicht weiter zubetoniert werden. Auch unsere Kinder und Enkel sollen noch grüne Wiesen, Natur und Lebensqualität geniessen können – statt immer mehr Verkehr, überfüllte Züge und stundenlange Staus auf den Strassen.
Die Gegner der Initiative verharmlosen aus meiner Sicht die Folgen. Doch unsere Ressourcen, unsere Infrastruktur und unser Lebensraum sind begrenzt. Wenn wir nicht rechtzeitig handeln, bezahlen kommende Generationen einen hohen Preis dafür. Wer Verantwortung für die Zukunft unseres Landes übernehmen will, stimmt deshalb für die Initiative.
Signal nicht ignorierenBereits mehrere europäische Länder reagieren auf die ausufernde Zuwanderung und verschärfen ihre Massnahmen. Die Schweiz darf diese Warnsignale auf keinen Fall ignorieren. Unser Land stösst bei Infrastruktur, Wohnraum und Verkehr zunehmend an seine Grenzen. Seit 12 Jahren kennt die Zuwanderung in unser Land nur eine Richtung: Steil nach oben! Diesen Umstand müssen wir unbedingt bremsen.
Bei einer Annahme entsteht absolut kein Fachkräftemangel. Dieses Argument hinkt fürchterlich. Es werden heute schon sehr, sehr viele Arbeitskräfte aus Europa und anderen Weltstaaten in schweizerischen Unternehmen beschäftigt. Tatsache ist, dass unsere schweizerischen Fachkräfte von Grossunternehmen in die Frühpension gedrückt werden und in Spitälern ist seit längerem bereits Hochdeutsch die Amtssprache. Englisch wird sowieso schon überall gesprochen.
Bewahren wir, was wir lieben, bevor es zu spät ist und massive Renovierungskosten entstehen, die dann wieder vom Bundesrat elegant über zusätzliche Steuereinnahmen finanziert werden.
30. Mai: Ein wertvoller Kompromiss
Autor: Marco Zarotti, Uster
Zum Leserbrief «Kurswechsel nötig – nein zu Feldmanns Richtplan in Uster», Ausgabe vom 19. Mai.
In seinem Leserbrief bezeichnet Daniel Schnyder, Präsident SVP Uster, den Richtplan der Stadt Uster als «Feldmannschen Richtplan». Das Wahlergebnis habe einen ersten Kurswechsel eingeleitet. Davon kann meines Erachtens keine Rede sein.
Der zur Abstimmung kommende Richtplan ist das Produkt jahrelanger Arbeit der Verwaltung mit partizipativem Prozess, mit Vernehmlassungen, Einwendungen, Berichten, umfangreichster Kommissionsarbeit sowie einer Parlamentsdebatte über mehrere Sitzungen. Herausgekommen ist ein wertvoller Kompromiss.
Die Gegnerschaft argumentiert mit Verkehrskollaps und Parkplatzabbau. Im Weiteren wird behauptet, der Wohnungsbau werde teurer. All diesen Behauptungen fehlen die Fakten. Aktuell spricht die SVP mit ihrer 10-Millionen-Initiative (welche hoffentlich abgelehnt wird) von zu wenig günstigen Wohnungen. Tatsächlich ermöglicht genau dieser Richtplan zukünftig den Bau preisgünstiger Wohnungen, welche dringend benötigt werden.
Mit anderen Worten: Herausgekommen ist ein überzeugender Richtplan, welcher dafür sorgen wird, dass sich Uster weiterentwickeln wird. Ich stimme deshalb mit Überzeugung Ja. Und wenn der Richtplan angenommen wird, dann freue ich mich, diesen als Feldmannschen Richtplan zu bezeichnen.
30. Mai: Scheitert der Richtplan Uster an der Politik?
Autorin: Dagmar Bach, Uster
Nach 40 Jahren soll Uster endlich einen neuen Richtplan erhalten, der für die nächsten 10 bis 20 Jahre einen Rahmen gibt. Es geht dabei um eine Stadt für alle: Kinder kommen selbständig und sicher zur Schule. Familien und Singles finden auch mit kleinem Lohn eine angemessene Wohnung zur Miete. Flächen für lautes und leises Gewerbe stehen zu tragbaren Mietzinsen und an geeigneten Orten zur Verfügung. Es besteht ein breites Angebot an Einkaufsmöglichkeiten, Sport, Musik und anderen Freizeitaktivitäten. Kurz: Uster soll für Firmen, Familien, Sportbegeisterte, Alte und Junge weiterhin attraktiv sein und die gut durchmischte Stadt bleiben, die es heute ist.
Grundlage dafür ist der Richtplan, der Strategien zum Siedlungsgebiet, zu Landschaft, Verkehr und den städtischen Infrastrukturen festlegt. Niemand ist damit rundum zufrieden, das ist so bei einem über viele Jahre hinweg ausgehandelten Kompromiss.
Neue Sportanlagen und Gewerbeflächen kosten Kulturland. Die Gewinne aus verdichtetem Bauen sollen nicht nur an die Grundeigentümer gehen, sondern auch an die Stadt, in Form eines Anteils an preisgünstigem Wohnraum.So verspricht sich die Ratslinke mehr bezahlbare Wohnungen, während die Rechte schon den Sozialismus am Horizont sieht. Beides ist zu kurz gegriffen. Ohne interessierte private Bauherrschaft entstehen trotz Aufzonungen nicht mehr Wohnungen, und ohne den Rahmen, der die gesamte Bevölkerung im Auge hat, bildet sich ein Wohnungsangebot, das am Bedarf vorbei geht.
Der schwächere Teil der Bevölkerung – Alte, Kinder, Leute mit wenig Geld – muss geschützt werden.Die Schlagworte der politischen Auseinandersetzungen lenken ab von den beiden Gründen für ein Ja: Erstens lässt der vom Gemeinderat verabschiedete kommunale Richtplan den politischen Entscheidungsträgern weiterhin grossen Spielraum. Zweitens ist nicht zu erwarten, dass dieser Kompromiss in weiterer jahrelanger Arbeit verbessert werden kann.
Bei einem Nein an der Urne fehlt auf Jahre hinaus eine aktuelle Richtschnur für die städtische Entwicklung – und die über 1,5 Millionen, die der Richtplan bis jetzt gekostet hat, wären für die Katz. Mit einem Ja können die planerischen Herausforderungen Usters gezielt angegangen werden.
30. Mai: Mit dem neuen Richtplan wird Wohnen noch teurer
Autor: Andres Ott, Gemeinderat SVP, Uster
Es sind die immergleichen linken Rezepte von mehr Staat, mehr Regeln, mehr Bürokratie, Enteignung und Bevormundung, welche den ganzen Richtplan durchziehen. Damit werden die nötigen Gelder, welche Private und Firmen in den Ustermer Gebäudepark investieren würden, ausgebremst.
Der Staat allein kann die Menge an Investitionen, welche die angespannte Wohnsituation erleichtern würden, unmöglich selber leisten, was auch nicht seine Aufgabe ist.
Bei verschiedenen Projekten hat die Stadt Uster bewiesen, dass sie keine Projekte realisieren kann, welche zu preisgünstigem Wohnraum führen.Damit die Mieten trotzdem erschwinglich bleiben, müssen die Steuerzahler diese Wohnungen subventionieren. Das bedeutet: Alle bezahlen für wenige.
Es ist meiner Meinung nach aber auch nicht die Aufgabe der Stadt. Sie soll für gute Rahmenbedingungen sorgen, die Prozesse verschlanken und beschleunigen, dadurch werden Anreize geschaffen, mehr Wohnraum zu erschaffen. Bei geringeren Kosten und mehr Angebot werden die Wohnungen auch wieder günstiger. Wir brauchen ein schlankes Planungsinstrument, wo nur die nötigen Leitplanken festgelegt sind.
Wir brauchen nicht eine falsche Flughöhe, die zu detailliert ist und die weiter nötigen Planungsschritte vorwegnimmt. Wir brauchen kein ideologisches Instrument, in dem die Parteiideen zementiert werden. Wir brauchen einen vorausschauenden Richtplan, der allgemeine Regeln festlegt, die wieder für dreissig Jahre Bestand haben können. Wir brauchen einen Neustart, damit ein gutes Planungsinstrument entstehen kann.Deshalb sage ich nein zu diesem neuen Richtplan.
30. Mai: Unreife Abstimmungsvorlage
Autor: Ernst Hauser, Turbenthal
Am 14. Juni wird über die Anpassung der Gemeindeordnung und den Anschlussvertrag der Sekundarschulen Wildberg / Turbenthal abgestimmt.
Nach der Informationsveranstaltung vom 27. April habe ich die Behörden gelobt für die gelungene Präsentation dieser Vorlage. Grundsätzlich bin ich immer noch der Auffassung, dass die Revision der Gemeindeordnung schon im Hinblick auf die Bereinigung der verschiedenen Grenzfragen sinnvoll und nötig ist.In der Zwischenzeit habe ich mich etwas intensiver mit dem Anschlussvertrag befasst und dabei sind mir ein paar Zweifel gekommen.
Vernehmlassung
Ein derart wichtiger Vertrag hätte einer breiteren Vernehmlassung in den Gemeinden Turbenthal, Wildberg und Pfäffikon unterstellt werden müssen. Damit alle Interessierten genügend Zeit für die Meinungsbildung gehabt hätten oder allenfalls noch Einfluss auf den Inhalt hätten nehmen können.
Zeitpunkt
Angesichts des anstehenden Fusionsentscheids zwischen Pfäffikon und Wildberg wäre es sinnvoll gewesen, die Abstimmung bis zum Vorliegen des Resultats hinauszuschieben. Der Anschlussvertrag ist praktisch auf ein positives Resultat dieser Abstimmung ausgerichtet. Was aber, wenn die Fusion nicht zustandekommt? Ein entsprechender Vorbehalt fehlt.
Finanzielle Konsequenzen
An der Informationsveranstaltung wurden die Überlegungen lediglich mit Zahlen aus der Jahresrechnung 2024 unterlegt. Angesichts der langfristigen Vertragsdauer hätte eine entsprechend mehrjährige Finanzplanung dazugehört. Und dies in Varianten: wie entwickeln sich die Finanzen der neuen Schulgemeinde mittelfristig mit und ohne neuen Anschlussvertrag? Insbesondere wären dabei wohl die für die neue Sekundarschule Turbenthal negativen Auswirkungen von sinkenden Wildberger Schülerzahlen ersichtlich geworden.
Gewinnausschüttung
Mit dem neuen Anschlussvertrag Art. 8 verbleiben alle Vermögenswerte der ehemaligen Gemeinde bei der neuen Sekundarschulgemeinde.Die Gemeinde Wildberg verzichtet auf ihren Anteil, was der üblichen Praxis in solchen Fällen entspricht. Im Gegenzug erfolgt korrekterweise keine Einrechnung von Abschreibungen des Verwaltungsvermögens bei der Berechnung des Schulgeldes für Wildberger Schüler.
Widersprüchlich ist dagegen Art. 9, mit welchem Wildberg an Verkaufserlös und Bucherfolg von allfälligen Grundstückverkäufen der neuen Sekundarschule bis ins Jahr 2060 beteiligt werden soll.Bei einem Verzicht auf Vermögenswerte (Art. 8), wozu auch Grundstücke gehören, verfällt auch der Anspruch auf einen Gewinnanteil bei einem allfälligen Verkauf.
Abstimmungsfrage
Ich zweifle an der Empfehlung des kantonalen Gemeindeamts, die zwei Vorlagen in einer einzigen komplizierten Abstimmungsfrage zusammenzufassen. Die Stimmberechtigten können so ihren Willen nicht zum Ausdruck bringen: man kann z.B. für die Revision der Gemeindeordnung sein, aber den ausgehandelten Anschlussvertrag ablehnen. Bei der vorliegenden Fragestellung kann man in diesem Fall nur Nein stimmen. Damit wird das Resultat juristisch anfechtbar.
Ich würde mir eine Zustimmung zur neuen Gemeindeordnung und eine Nachbesserung des Anschlussvertrags wünschen.
27. Mai: Für das Schulpräsidium braucht es mehr als «40 Jahre Schulerfahrung»
Autor: Markus Grunder, Bäretswil
Am 14. Juni entscheidet Bäretswil über das Schulpräsidium. Dieses Amt gehört heute zu den anspruchsvollsten Führungsaufgaben in einer Gemeinde. Die Anforderungen an Schule und Bildung haben in den letzten Jahren stark zugenommen: Fachkräftemangel, steigende Erwartungen von Eltern, usw. verlangen Erfahrung, Fachwissen und strategische Führungskompetenz.
Die Aufgaben der Schulpflege und der Schulleitung sind im Volksschulgesetz und der Funktionsbeschreibung für die Mitglieder der Schulpflege Bäretswil festgelegt. Sie stellen grosse Anforderungen an Schulpflege und Schulleitung.
Erstaunliche Diskussion
Gerade deshalb erstaunt mich die aktuelle Diskussion im Wahlkampf. Es reicht schlicht nicht «40 Jahre Schulerfahrung» anzuführen, weil die eigenen Kinder die Schule besucht haben. Viele Eltern engagieren sich über Jahre für ihre Kinder und unsere Schule – das verdient Respekt. Doch das allein qualifiziert nicht automatisch für die operative und strategische Führung einer modernen Schule.
Für das Schulpräsidium braucht es Menschen, die das Bildungssystem verstehen und die schulischen Prozesse kennen. Das erfordert im Minimum vier Jahre Mitarbeit in einer Schulpflege.
Genau diese Voraussetzungen bringt Daniela Schoch mit. Als erfahrene Schulleiterin kennt sie die Herausforderungen der heutigen Schule aus erster Hand. Sie weiss, wie Schulentwicklung funktioniert, wie Teams geführt werden, wie mit Eltern, Lehrpersonen, Behörden und Fachstellen zusammengearbeitet wird und welche Entscheidungen in anspruchsvollen Situationen nötig sind.
Zudem ist sie kantonal hervorragend vernetzt und bringt breite Führungs- und Projekterfahrung mit.
Erstaunlich finde ich im aktuellen Wahlkampf, dass plötzlich nicht mehr sichtbar ist, dass es sich beim Gegenkandidaten von Daniela Schoch um einen offiziellen SVP-Kandidaten handelt. Offenbar versucht man bewusst, die Parteizugehörigkeit in den Hintergrund zu stellen. Die Stimm-bürgerinnen und Stimmbürger dürfen aber erwarten, dass transparent und authentisch kommuniziert wird.
Für mich ist klar: Wer Verantwortung für die Schule von Bäretswil übernehmen will, sollte nicht nur gute Absichten, sondern auch die notwendige Erfahrung und fachliche Kompetenz mitbringen. Darum wähle ich aus Überzeugung Daniela Schoch als Präsidentin der Schulpflege.
27. Mai: Kommunaler Richtplan Uster im Klartext
Autor: Markus Zoller, Gemeinderat SVP, Uster
Der neue kommunale Richtplan wird als notwendiger Fortschritt verkauft. Im offiziellen Erklärvideo ist sogar von «Unsicherheiten» die Rede, falls die Bevölkerung den Richtplan ablehnt. Diese Argumentation überzeugt mich nicht.
Alt bedeutet nicht schlecht
Denn bei einem Nein bleibt nicht plötzlich ein planerisches Chaos zurück. Vielmehr gilt weiterhin der bisherige Richtplan, der über Jahre eine ausgewogene Entwicklung Usters ermöglicht hat. Alt bedeutet nicht automatisch schlecht. Mir ist ein bewährter und ausgewogener Richtplan lieber als ein neues, ideologisch geprägtes Planungswerk mit weitreichenden Einschränkungen.
Einseitige Prioritäten
Der neue Richtplan setzt einseitige Prioritäten. Besonders deutlich zeigt sich das beim Verkehr: Wichtige Verbindungen rund um den Bahnhof, die Bankstrasse oder die Brunnenstrasse sollen zunehmend eingeschränkt werden. Gleichzeitig drohen kostspielige Umgestaltungen und zusätzliche Hindernisse für die Bevölkerung. Gerade ältere Menschen, Familien, Pendler oder das lokale Gewerbe sind jedoch auf funktionierende Verkehrswege und eine gute Erreichbarkeit angewiesen. Der Richtplan nimmt auf diese Bedürfnisse zu wenig Rücksicht.
Nicht ohne Grund haben mehrere Parteien gemeinsam das Referendum ergriffen. Es geht nicht um eine Verhinderung der Entwicklung Usters, sondern um eine vernünftigere und ausgewogenere Planung mit Augenmass.
Darum sage ich am 14. Juni Nein zum Richtplan Uster.
26. Mai: Es braucht noch mehr Namen
Autor: Ruedi Lerch, Mönchaltorf
Eine wundervolle Idee den fünf Störchen, im Nest auf dem Gemeindehaus einen Namen zu geben. Nicht nur die Jungen auch deren Eltern kennen nun ihren Namen und werden sicher stolz darauf reagieren, wenn sie gerufen werden. Nun haben wir aber weitere Störche und deren Jungen in Mönchaltorf. Ich schätze wir haben etwa mindestens zwanzig Storchennester. Das ergibt vierzig Altstörche. Wenn sich in jedem Nest nun durchschnittlich zwei Jungstörche befinden ergibt das vierzig Jungstörche in diesem Jahr in Mönchaltorf. Für fünf haben wir einen Namen gefunden, nun sollten wir im Sinne der Solidarität, und darauf sind wir doch stolz in Mönchaltorf, auch für die restlichen Jungstörche einen Namen finden. Ja ich meine, wo kommen wir denn dahin, wenn im nächsten Frühling wieder einige zurückkommen und wir nur fünf mit Namen begrüssen können. Aber im Ernst, lieber Gemeinderat, mir scheint es hat nun genug Störche und Nester in unserem Dorf. Sollte man sich da nicht überlegen ob es nicht zu viel sein könnte, oder ist es schon so weit?
26. Mai: Gemeinde-Nachwahlen Gossau – Wahlwerbung
Autor: Mario Cometti, Grüt
Ich bin als Gossauer Stimmbürger sehr erstaunt über die Wahlwerbung für den für mich unbekannten Gemeinderatskandidaten Hans Schenkel, laut offizieller Wahlliste parteilos, und der SVP-Kandidatin für das Schulpräsidium, Debora Heusser.
Wie kommt es dazu, dass die Wahlwerbung der beiden genannten Kandidaten im Auftritt identisch ist – Flyer und Plakat? Ist dieser identische Auftritt rein zufällig? In welcher Parteiennähe bewegt sich Hans Schenkel? Ich muss es den Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Gossau überlassen, wie sie meine Feststellung beurteilen.
Dies ist für mich ein weiterer Grund, bei den Gossauer Gemeinde-Nachwahlen vom 14. Juni 2026, Mirko Strik, 1973, FDP (fdp-gossau-zh.ch), als neuen zuverlässigen und engagierten Gemeinderat zu wählen und zu empfehlen. Mit Kandidat Mirko Strik wissen wir, mit wem wir es zu tun haben.
«So heissen die Störche von Mönchaltorf»
26. Mai: Ein Richtplan, der an den Bedürfnissen vorbeigeht
Autor: Benjamin Streit, SVP Gemeinderat, Sulzbach
Mit dem Richtplan wird der motorisierte Verkehr in Uster zum Störfaktor degradiert. Für Unternehmen und Gewerbe bedeutet das höhere Kosten und weniger Flexibilität, für die Bevölkerung bedeutet dies eine Bevormundung und Beschneidung der Mobilität. Damit schwächt Uster seine eigene Wettbewerbsfähigkeit und schränkt die Freiheit in der Mobilität ein.
Die Erreichbarkeit und Alltagstauglichkeit von Uster leidet, der Richtplan plafoniert den motorisierten Individualverkehr auf dem Stand von 2020. Wie dieses Ziel erreicht werden soll, ist im Richtplan nicht näher beschrieben. Wachstum wird verhindert, obwohl Uster auf funktionierende Verkehrswege angewiesen ist. Parkplatzabbau, Einbahnregime zum Beispiel auf der Wermatswilerstrasse und Strassenumbauten erschweren den Alltag von Familien, Pendlern, Seniorinnen und Senioren sowie Dienstleistern und benachteiligen das lokale Gewerbe als Arbeitgeber und als Standortfaktor. Liefer- und Kundenverkehr werden behindert, Wege werden länger, Abläufe teurer. Eine Stadt, die den motorisierten Verkehr pauschal zum Störfaktor erklärt, schwächt sich selbst.
Für die Ustermer Bevölkerung aus den Aussenwachten, die kaum noch über Geschäfte und Läden verfügen, bedeutet die Verdrängung des Autos aus der Stadt, dass sie sich in den Nachbargemeinden umsehen müssen für ihre Einkaufsbedürfnisse.
Die Konzentration des motorisierten Individualverkehrs (MIV) auf wenige übergeordnete Strassen, meist Kantonsstrassen, sorgt für ein Verkehrschaos und wird die Buslinien und damit den ÖV in die Unzuverlässigkeit stürzen. Für die willkürliche Erstellung von Grünflächen mit Bäumen in den Strassen werden weitere Parkplätze abgebaut.
Dieser Richtplan setzt die falschen Prioritäten in der Mobilitätsfrage. Er ist unausgewogen und schadet der Erreichbarkeit von Uster. Unsere Stadt braucht einen Richtplan, der die Mobilitätsanforderungen der Ustermer Bevölkerung erfüllt. Für eine funktionierende und leistungsfähige Mobilität in Uster braucht es ein Nein zu diesem Richtplan.
26. Mai: Mehr Wohnraum braucht mehr Bautätigkeit – nicht mehr Staat
Autor: Gianluca Di Modica, FDP-Gemeinderat Uster
Die Wohnsituation in Uster beschäftigt viele Menschen. Wohnungen sind knapp und teuer. Umso wichtiger wäre eine Politik, die mehr Wohnraum ermöglicht, Investitionen fördert und private Bautätigkeit erleichtert. Doch genau hier geht der neue Richtplan in die falsche Richtung.
Unter dem harmlos klingenden Begriff «aktive Bodenpolitik» will sich der Stadtrat neue Eingriffe in den Bodenmarkt legitimieren. Im Richtplan steht wörtlich: «Wo notwendig, betreibt [die Stadt] dafür eine aktive Bodenpolitik.» Damit soll die Stadt künftig selbst als Käuferin von Bauland auftreten – finanziert mit Steuergeldern.
Das ist kontraproduktiv. Wenn die öffentliche Hand als finanzstarke Käuferin auftritt, steigen die Bodenpreise weiter. Leidtragende sind Familien, Gewerbe und private Investoren. Statt mehr Bautätigkeit zu fördern, wird Bauland dem freien Markt entzogen.
Besonders widersprüchlich: Während die Entwicklung des Eschenbüels mit Wohnraum für rund 2100 Menschen gestoppt wurde, setzt der Stadtrat lieber auf staatliche Marktinterventionen. Dabei hat die Bevölkerung bereits klar Stellung bezogen: Den überteuerten Landkauf an der Wagerenstrasse lehnte das Stimmvolk ab.
Uster braucht Lösungen für mehr Wohnraum – aber keine Stadt, die als Immobilienspekulantin auftritt. Dieser überladene und kostspielige Richtplan ist der falsche Weg. Ein Nein am 14. Juni schafft die Grundlage für eine vernünftige, schlankere und liberalere Neuauflage.
26. Mai: Die wichtigsten Fragen wurden nicht gestellt
Autoren: Hans Temperli, Werner Kessler und Paul Stopper, Uster
Ja, das fragen sich die 5405 Ustermer auch, die am 24. November 2012 die kommunale Volksinitiative «Für eine Unterführung Winterthurerstrasse» in Uster angenommen haben (3622 waren dagegen). Bauvorstand Th. Kübler liess ein einfaches Unterführungsbauwerk mit zwei Autofahrbahnen und auf jeder Seite einem kombinierten Velo- und Fussweg von 3 Metern ausarbeiten. Kosten: 13 Millionen Franken. Damit bestätigten sich die Kostenberechnungen des Initiativkomitees, welches auf eigene Kosten auch ein Projekt ausarbeiten liess. Kosten: 11 Millionen Franken .
Nach Einreichung des stadträtlichen Projektes zur Genehmigung beim Regierungsrat verbot dieser der Stadt Uster, das Projekt weiterzuverfolgen. Der Regierungsrat schrieb, dass die Winterthurerstrasse eine Kantonsstrasse sei und dort befehle er. Der Stadtrat nahm diese Absage des Regierungsrats dankend entgegen, weil er ja immer gegen die Ufü Winterthurerstrasse war. Der Stadtrat kämpfte damit weiterhin für das Strassenprojekt «Uster West». Bis das Verwaltungsgericht entschied, das Projekt «Uster West» dürfe nicht gebaut werden. Danach passierte nichts mehr.
2020 wollten drei Ustermer Stimmberechtigten dem Kanton Beine machen (Hans Temperli, Werner Kessler, Paul Stopper) und reichten am 7. Juli 2020 beim Kantonsrat eine Einzelinitiative (EI) mit folgendem Text ein: «Für den Ersatz des Barrieren-Überganges Winterthurerstrasse in Uster durch eine Strassen-Unterführung mit zwei Fahrbahnen und beidseits je baulich abgetrennten Rad- und Fusswegen wird ein Kredit von 15 Millionen Franken bewilligt». Am 16. November 2020 unterstützten 74 Kantonsräten die EI. Der Regierungsrat musste nun dazu einen Antrag erstellen. Am 30. März 2022 überwies der Regierungsrat dem Kantonsrat den Bericht. Darin bekundete er zwar Verständnis für das Anliegen, lehnte die Initiative aber trotzdem ab. Dabei kämpfte er mit unfairen Mitteln. Er behauptete, die Unterführung solle 30 bis 60 Millionen Franken kosten. Berechnungsunterlagen fehlten gänzlich.
Der Regierungsrat versuchte mit diesen Schreckzahlen, das Volk zu beeinflussen. Seither – das heisst seit mehr als vier Jahren – liegt die Einzelinitiative in irgendeiner Schublade des Kantonsrates.
Die vier Kantonsräte fragten nicht, welche Grundlagen zu den horrend hohen Kostenberechnungen geführt hätten. Die anfragenden Kantonsräte hätten auch das Kantonsratsbüro direkt anfragen können, wo die Einzelinitiative steckt – nämlich beim Kantonsrat. Das Verwirrspiel geht weiter.
26. Mai: Die Zukunft der Schule Bäretswil
Autor: Peter Herger, Bäretswil
Am 14. Juni 2026 entscheidet Bäretswil nicht einfach über ein neues Schulpräsidium. Es geht um die Frage, wie unsere Schule mit den grossen Veränderungen der kommenden Jahre umgehen wird.
Als Vater von zwei Kindern, die bald in die Schule kommen, als Unternehmer und als jemand, der sich seit Jahren intensiv mit Weiterbildung sowie den Auswirkungen technologischer Veränderungen auf Arbeitswelt und Bildung, beschäftigt mich diese Wahl sehr.
Unsere Kinder wachsen in einer Zeit auf, in der sich Bildung grundlegend verändert. Künstliche Intelligenz, neue Arbeitsformen und die rasante Entwicklung von Wissen werden Schule und Lernen stark prägen. Gerade deshalb braucht es an der Spitze unserer Schule nicht nur allgemeine Führungserfahrung, sondern fundierte Erfahrung im Bildungsbereich wie sie Daniela Schoch mitbringt.
Die von Philippe Delitroz betonte Unabhängigkeit und der Blick von aussen haben durchaus ihren Wert. Genau dafür ist ein breit zusammengesetztes Milizgremium wichtig. Das Präsidium selbst ist heute jedoch mehr denn je eine anspruchsvolle Führungsaufgabe. Es braucht Verständnis für pädagogische Entwicklungen, Erfahrung im Schulumfeld und die Fähigkeit, notwendige Veränderungen gemeinsam mit Lehrpersonen, Eltern und Behörden wirksam umzusetzen.
Ich bin überzeugt, dass Daniela Schoch dafür die richtigen Voraussetzungen mitbringt. Sie kennt die Herausforderungen der Schule aus fachlicher, strategischer und familiärer Perspektive und bringt die notwendige Erfahrung mit, um unsere Schule in einer anspruchsvollen Zeit verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.
Für mich geht es bei dieser Wahl nicht um den grösseren Wahlkampf oder den sympathischeren Auftritt. Es geht um die Zukunft unserer Kinder und darum, wer unsere Schule mit Kompetenz, Erfahrung und Weitsicht führen kann und das ist eindeutig Daniela Schoch.
26. Mai: Lieber einen guten Richtplan als gar keinen Plan
Autor: Thomas Wälchli, Wermatswil
Der kommunale Richtplan Uster ist keine «linksgrüne Agenda», wie es die bürgerlichen Referendumsparteien darstellen. Diese waren an allen rund 250 Detailentscheiden beteiligt und konnten sich bei gut der Hälfte der Geschäfte auch durchsetzen. Dass sie dieses für Uster wichtige, ausgewogene und demokratisch abgestimmte Planungsinstrument mit ihrem Referendum verwerfen wollen, ist politisch motiviert und geradezu fahrlässig: Ein Stillstand und Neuanfang in dieser Sache würde Uster um Jahre zurückwerfen und teuer zu stehen kommen.
Beklagt wird von SVP, FDP und Co. vor allem eine vermeintlich sozialistische Wohnbauförderung sowie befürchtete Einschränkungen des motorisierten Individualverkehrs (MIV). Beide Argumente sind mehr Polemik als Realität:
Die Förderung von preisgünstigem bzw. gemeinnützigen Wohnraum entpuppt sich bei genauer Lesung des Richtplans als eine Massnahme, die sich nur auf Zonen bezieht, in denen künftig höher gebaut und mit mehr Wohnungen auch mehr Gewinn erzielt werden kann. Dass kommerzielle Immobilienfirmen für die von der Stadt gewährte Aufwertung ihrer Grundstücke mit in Kostenmiete angebotenen Wohnungen einen «Gegenwert» leisten müssen, ist faire Geschäftslogik und nicht Sozialismus.
Beim motorisierten Individualverkehr wiederum wird von bürgerlicher Seite verdrängt, dass im urbanen Strassennetz vor allem immer mehr, immer grössere und schlecht ausgelastete Fahrzeuge für Staus und Probleme sorgen. Doch auch die Fussgänger und Velofahrer brauchen Platz – sowie auch die wachsende Zahl an Bussen, die bis an den Bahnhof fahren. Ohne eine intelligente Verkehrssteuerung gibt es für alle bald kein Durchkommen mehr. Der Richtplan sieht vor, den Anteil des MIV am Ustermer Stadtverkehr auf dem Stand von 2020 zu deckeln. Das ist keine Autoverhinderung, sondern reiner Sachzwang und stellt sicher, dass man in Zukunft überhaupt noch mit dem Auto in das Stadtzentrum kommt.
Kurz und gut: Der Richtplan ist fachlich fundiert und politisch sorgfältig erarbeitet worden. Deshalb stimme ich am 14. Juni Ja zum kommunalen Richtplan.
23. Mai: Streit ums Feuerwerk: Verbot oder halbe Lösung?
Autor: Urs Lüscher, Uster
Dieser Artikel betitelt die parlamentarische Initiative «Einschränkung von Feuerwerk in der Stadt Uster, Änderung von Art. 12 der Polizeiverordnung» als gescheitert. Dies mag wohl formal richtig sein, ist aber inhaltlich komplett falsch. Der Grundsatz der Initiative, nämlich dass jegliches Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen verboten werden soll, wird im Antrag der KöS (Kommission für öffentliche Dienste und Sicherheit) wortwörtlich übernommen.
Der Antrag der Kommission beinhaltet lediglich folgende Präzisierungen: Bei der Aufzählung der vom Verbot ausgenommenen Aktivitäten wurde das Wort «insbesondere» ergänzt, weil die Aufzählung nicht abschliessend zu betrachten ist. Im Weiteren wurden die Begriffe Fakeln und Höhenfeuer gestrichen, weil diese sinngemäss nichts mit Feuerwerk zu tun haben. Ebenfalls wurde aus der Aufzählung der Ausnahmen Laser- und Lichtshows gestrichen, weil diese bereits durch übergeordnetes Recht reguliert werden. Als letzte Änderung wurde dem Stadtrat die Kompetenz für die Erteilung von Ausnahmebewilligungen bei besonderen Anlässen zugesprochen, im Gegensatz zur Initiative, welche die Ausnahmen nur für Veranstaltungen mit überregionaler Bedeutung vorgesehen hätte.
Mit diesen Detailanpassungen sind die beiden Erstunterzeichnenden der Initiative, Ursula Räuftlin (GLP) und Urs Lüscher (EVP und Schreibender), absolut einverstanden. Die eher formalistischen Anpassungen der Fachkommission ändern am grundsätzlichen Verbot für lärmendes Feuerwerk nichts.
Ganz anders verhält es sich beim Antrag der Kommissionsminderheit bestehend aus FDP und SVP. Dieser Gegenantrag will, dass das Abbrennen von lärmigem Feuerwerk nach wie vor an Feiertagen, wie dem 1. August, Silvester und Fasnacht, erlaubt bleiben soll. Lediglich eine teilweise zeitliche Beschränkung ist darin vorgesehen.
Dieser Pseudo-Gegenvorschlag ändert praktisch nichts, sodass weiterhin Mensch, Tier und Umwelt mit Knallern, Böllern und dergleichen belastet werden. Erstaunlich auch die Argumentation der Minderheit, dass die zeitliche Begrenzung polizeilich durchsetzbar sein soll, ein komplettes Verbot jedoch nicht. Somit entscheidet schlussendlich der Gemeinderat, ob die sinnlose Knallerei ein Ende hat oder ob alles beim Alten bleiben soll.
Bleibt zu hoffen, dass die Ratsmehrheit den meisten umliegenden Gemeinden und der Mehrheit der Bevölkerung folgt und die Polizeiverordnung mit dem Feuerwerksverbot ergänzt wird.
«Zeitlich beschränkt oder ganz verboten? Uster diskutiert über Feuerwerk»
23. Mai: Der Richtplan schwächt den Wirtschaftsstandort Uster
Autor: Jürg Krauer, Uster
Als Ustermer Unternehmen erleben wir täglich, wie wichtig verlässliche Rahmenbedingungen für ein funktionierendes Gewerbe sind. Genau diese Rahmenbedingungen werden durch den vorliegenden Richtplan jedoch zunehmend verschlechtert. Deshalb empfehle ich am 14. Juni ein klares Nein.
Der Richtplan bringt zahlreiche neue Vorschriften, Einschränkungen und zusätzliche Auflagen mit sich. Bauprojekte werden komplizierter, teurer und zeitaufwendiger. Gerade für lokale Unternehmen bedeutet dies weniger Planungssicherheit und mehr bürokratische Hürden. Investitionen werden hinausgezögert oder ganz verhindert – mit direkten Folgen für Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Entwicklung in Uster.
Besonders problematisch sind die vorgesehenen Verkehrsmassnahmen. Geplante Sperrungen von Bahnübergängen, neue Einbahnregime sowie die Abklassierung wichtiger Strassen wie der Zürich-, Zentral- oder Seestrasse erschweren den gewerblichen Verkehr massiv. Handwerker, Lieferdienste und Mitarbeitende werden zu Umwegen gezwungen. Das kostet Zeit, verursacht zusätzliche Kosten und schwächt die Wettbewerbsfähigkeit der Ustermer Unternehmen.
Auch der fortlaufende Abbau von Parkplätzen trifft das lokale Gewerbe empfindlich. Kundinnen und Kunden sollen möglichst unkompliziert einkaufen, Termine wahrnehmen oder Dienstleistungen beziehen können. Fehlende Parkmöglichkeiten führen jedoch dazu, dass viele auf andere Standorte ausweichen. Darunter leiden am Ende die lokalen Geschäfte und Dienstleister.
Selbstverständlich braucht Uster eine nachhaltige Entwicklung. Doch dieser Richtplan schiesst über das Ziel hinaus. Er belastet Unternehmen, erschwert Investitionen und schwächt den Wirtschaftsstandort Uster unnötig.
Wer ein starkes lokales Gewerbe, sichere Arbeitsplätze und eine wirtschaftlich gesunde Stadt will, sollte diesen Richtplan ablehnen. Darum empfehle ich am 14. Juni ein Nein zum Richtplan.
23. Mai: Stille Wahl, hoher Preis
Autor: Thomas Gsell, Rüti
In Rüti schaut es ähnlich aus. Für den ersten Wahlgang wurden zwei Kandidierende zu wenig vorgeschlagen, für den zweiten Wahlgang einer. Wer die Wahlvorschläge auf der Gemeindekanzlei einsieht, bemerkt, dass nur eine bestimmte Gruppe von Kirchenmitgliedern überhaupt Kandidierende vorgeschlagen hat. Niemand hat eine Erklärung zur Lage der reformierten Landeskirche in Rüti abgegeben. Ausser ein paar oberflächlichen Infos zur Person im Kirchenblatt hat man so gut wie nichts von den Plänen der Kandidierenden erfahren.
Ich beobachte im Interesse der Landeskirche die Kirchenpflegewahl in Rüti und bin nicht zufrieden. Das Wahllokal am Sonntag wurde noch vor Ende des Gottesdienstes um elf Uhr geschlossen. Ich habe keine Ankündigung zu dieser Wahl in der Zeitung gelesen. Das Kirchenvolk scheint nicht darüber informiert zu sein, dass es nicht einfach den Zettel einlegen, sondern eine Behörde hätte bestellen müssen. Jeder Wahlgang kostet mehrere tausend Franken aus der Kirchenkasse.
«Kirchenpflege mit nur noch sechs Mitgliedern», Ausgabe vom 22. April
21. Mai: Weitsicht statt Abschottung
Autorin: Kiki Jungfer, Schwerzenbach
Ich lebe gerne in Schwerzenbach. Unser Dorf ist lebendig, es ist lebenswert und bietet viel. Das ist kein Zufall. Es sind Menschen, die das möglich machen. Viele davon sind zugezogen, aus anderen Kantonen, aber auch aus anderen Ländern.
Jetzt soll die Schweiz per Verfassung auf zehn Millionen Einwohnerinnen und Einwohner gedeckelt werden. Die SVP nennt das Nachhaltigkeit. Ich nenne es, was es ist: ein Etikettenschwindel.
Echte Nachhaltigkeit bedeutet, die Erde für künftige Generationen zu erhalten – nicht, eine Obergrenze für Menschen festzuschreiben und dafür die Personenfreizügigkeit mit Europa zu opfern. Wenn die Initiative angenommen wird und die Bevölkerungsgrenze erreicht ist, muss die Schweiz das Freizügigkeitsabkommen kündigen. Das haben Bundesrat und Parlament klar gesagt. Die Folgen träfen uns alle: Überalterung, weniger Fachkräfte in Spitälern und Pflegeheimen, höhere Preise, Stagnation, kurz: weniger Wohlstand.
Das eigentliche Problem für die Umwelt ist nicht, wie viele Menschen hier leben – sondern wie. Pro-Kopf-Konsum, Flächenversiegelung, Baupolitik: Das sind die Stellschrauben. Wer statt echter Klimapolitik eine Bevölkerungsobergrenze fordert, lenkt ab. Die SVP redet von Natur schützen und meint: Grenzen dicht.
Schwerzenbach ist eine Gemeinde, die gut funktioniert, weil Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen hier zusammenleben und arbeiten. Stimmbevölkerung und Gemeinderat haben zuletzt mit der sorgfältig erarbeiteten neuen Zonenordnung bewiesen, wie sich die Gemeinde positiv entwickeln soll und ein attraktiver Ort für Jung und Alt bleibt. Diese Weitsicht braucht es, nicht Abschottung oder Deckel.
Am 14. Juni sage ich Nein zur sogenannten Nachhaltigkeitsinitiative. Ich hoffe, Sie auch.
21. Mai: Ein Schulpräsident für unsere Bevölkerung
Autor: Rico Schaffer, Bäretswil
Am 14. Juni dürfen wir das Schulpräsidium neu wählen. Für mich ist klar, dass wir Personen in der Schulpflege brauchen, welche die Bedürfnisse von uns Eltern kennen und diese möglichst gut in die Schule einbringen können. Zudem wird das IT-Thema die Schule in den nächsten Jahren massiv beschäftigen. Daher bin ich überzeugt, dass mit Philippe Délitroz eine sehr fähige Person zur Wahl steht.
Dank seiner jahrzehntelangen Erfahrung im IT-Bereich, seiner sehr offenen und kommunikativen Art wird er sich da sicherlich zum Wohle von unseren Kindern und der Schule Bäretswil einsetzen. Da er die Volksschule als Vater von Vier Kindern, welche alle die Schulzeit in Bäretswil durchlebt haben, kennengelernt hat – bin ich mir sicher, dass er die Sorgen und Erwartungen der Eltern und Kinder gut verstehen kann.
21. Mai: Mehr Respekt für Fussgänger
Autor: Fred Caan, Uster
Wir älteren Fussgänger leiden wegen den Velofahrern.
Velos sind schnell und geräuschlos. Früher war wenigstens eine Klingel für Warnung da. Warum wurde sie abgesetzt? Früher hatten Velobesitzer eine obligatorische Haftpflichtversicherung. So wurden die von Velounfällen betroffenen Opfer geschützt. Warum wurde dies abgesetzt?
In einem Lande voller Regeln unverständlich.
Fussgänger, im Gegensatz zu Velofahrern, haben keine Fürsprecher. Wohl existiert ein Seniorenrat, der durch Stille glänzt.
Neue Velowege werden von allen Politikern entworfen, wo bleiben Fussgängerwege?
Fussgänger, wehrt Euch.
21. Mai: Guyer-Zeller-Strasse wird zum Bushof, Zumutung für Anwohner
Autor: Konrad Wintsch, Wetzikon
Professionelle Planung, kurze Wege, bessere Anbindung an Quartiere, besseres Stadtklima wird versprochen. Nicht so für das Morgenhalden-Quartier, das Wohlfühl-Klima wird sich hier stark verschlechtern und der Zugang zu Bahnhof und Stadt erschweren. Auf die Guyer-Zeller-Strasse soll der Bushof für Busse Richtung Hinwil und Grüt platziert werden. Das Trottoir welches unser Zugang zur Unterführung ist wird neu auch zum Busperron. Vier Haltekanten für wegfahrende Busse, von Anfang Suva-Gebäude bis grünes Haus. Eine Kante auf Gleisseite für ankommende wie gehabt. Ab 2035 noch Erweiterung mit Wendemöglichkeit in diesem Raum.
Das bedeutet für die Fussgänger aus dem Quartier, darunter Mütter mit Kinderwagen, alte Leute mit Rollator, Kindergärtler und Primarschüler auf ihrem Schulweg, sie müssen sich künftig auf dem Trottoir durch die wartenden Buspassagiere drängen. Zudem sind hier noch Ein-, und Ausfahrten für Tiefgaragen und Parkplatz. Hunderte Passagiere täglich werden die Strasse zu den Bussen überqueren, zirka 350 Busse von 3 Linien anhalten und wegfahren. Autofahrer werden Nerven brauchen hier noch durchzukommen, Staus unvermeidlich, gefährlich für alle Fussgänger. Mit der Ruhe und Gemütlichkeit wäre es vorbei. Was für eine Zumutung!
Dann diese Schönfärberei, überall Bäume, grosskronig, schattenspendend. Solche Bäume kann man nicht pflanzen, diese Eigenschaften haben sie erst in zirka 50 Jahren, was aber die wenigsten erleben werden was folgendes zeigt. Für diesen Bushof werden 20 Bäume gefällt die jetzt Schatten spenden und die Luft verbessern, eine Schande.
Der einzig logische und vernünftige Ort für diesen Bushof ist der Parkplatz beim Schweizerhof. Dort baut man natürlich lieber grosse Gebäude mit Rendite, Schönes kann leider nicht erwartet werden wie Neubauten in der Umgebung zeigen, Kühlschrank-, bis Gefängnis-Charme.
Aus all diesen Gründen kann man dieses Projekt so nur ablehnen!
Noch zum Schluss: Etwas Teer aufreissen und dadurch wird das Stadtklima besser, während rundherum alles überbaut wird tönt auch nicht gerade seriös. Wetzikon ist ja bekannt um alles zu begrünen und aufgeheizte Wände zu vermeiden. Wer’s nicht glaubt laufe durch die Schellerunterführung, dann weiter der neuen Stützmauer an der Weststrasse entlang und hoch zu den herrlich bepflanzten Kreiseln, sollen die schönsten im Kanton sein.
21. Mai: Wenn Rücksicht zur Verkehrsgefahr wird
Autorin: Kathrin Molinari-Looser, Esslingen
Ein Phänomen, welches ich immer häufiger erlebe: viele Fahrer wissen nicht mehr, wie man einen Verkehr flüssig hält und sollten vielleicht wieder einen Theoriekurs über Verkehrsregeln besuchen. Jüngstes Beispiel, welches wirklich böse hätte ausgehen können: Ich fahre in Egg auf die Beschleunigungsstrecke (die heisst übrigens so, weil man beschleunigen soll) zur Forchstrasse und fädel mich ein. Am Ende der Strecke steht ein Auto und der Lenker, der von Zürich her kommt, bremst bis zum Stillstand ab. Zum Glück konnte ich und die hinter mir rechtzeitig bremsen..... Eine Situation, welche ich auch zu häufig auf der Autobahn sehe (da zum Glück nicht bis zum Stillstand). Leute, ein Fahrzeug, welches sich in eine Schnellstrasse einfädeln will, muss zusehen, dass es reinkommt. Hört auf zu bremsen, das kann überaus böse Folgen haben.
«Langsam fahrender Töfffahrer verurteilt», Ausgabe vom 6. Mai
21. Mai: Nachwahlen Gemeinderat Gossau – FDP-Kandidat Mirko Strik
Autor: Mario Cometti, Grüt
In Gossau muss der noch nicht besetzte Gemeinderatssitz am 14. Juni in einer Nachwahl besetzt werden. Mirko Strik (FDP), erstmals Gemeinderatskandidat, hat mit 1750 Stimmen an der Hauptwahl das absolute Mehr klar erreicht, konnte aber aus den bekannten Gründen (noch) nicht im Gemeinderat Einsitz nehmen.
Ich hatte das Glück, während der Wahlvorbereitungen in den letzten Monaten Kandidat Mirko Strik persönlich näher kennenzulernen. Eine sehr umgängliche und engagierte Persönlichkeit, zielstrebig und als Gemeinderatskandidat mit klaren Vorstellungen für seine (hoffentlich) zukünftigen Aufgaben im Gemeinderat. Mirko Strik ist seit 2022 und noch bis Ende 2026 der Kommandant der Feuerwehr Gossau. Dies bedeutet, dass er zum richtigen Zeitpunkt eine neue Aufgabe zugunsten unserer grossartigen Gemeinde übernehmen kann. Mirko Strik kennt unsere Gemeinde sehr gut und ist, wie ich selbst erfahren durfte, in der Gemeinde bestens bekannt.
Seine Führungsaufgaben als Kommandant der Feuerwehr Gossau und als IT-Teamleiter in seiner beruflichen Tätigkeit sind beste Voraussetzungen für die Führung des Arbeitsteams innerhalb des Gemeinderats. Zudem kann er mit seinem Jahrgang 1973 ebenfalls etwas zur Verjüngung unserer Gemeindeführung beitragen.
Seine Gründe (siehe fdp-gossau-zh.ch/), sich auch für die Nachwahlen als Kandidat zur Verfügung zu stellen, bedeuten für mich ein klares Ja zugunsten von Mirko Strik, unter anderem:
«Für den Gemeinderat kandidiere ich, weil mir unsere Gemeinde und die Menschen, die hier leben, wirklich am Herzen liegen und ich mich für unser aller Wohlbefinden einsetzen will.»
«Gesundung der Gemeindefinanzen. Die Schuldenbremse sehe ich als Chance und nicht als Hindernis für unser Gossau.»
«Unser Dorf ist mehr als ein Ort – es ist unser Zuhause. Und genau deshalb liegt mir die Zukunft unseres grossartigen Dorfs am Herzen. Unsere Mitbewohner sollen ihr Leben hier so leben können, wie sie es möchten – frei, selbstbestimmt und mit Vertrauen in unsere Gemeindeverwaltung und unsere Behörden.»
Ich bin als Stimmbürger von Gossau überzeugt, dass wir mit Mirko Strik einen Gemeinderatskandidaten zur Wahl haben, der sich für unsere Gemeinde «voll» einsetzen wird, frische Impulse setzen kann und als Teamplayer die Gemeindeführung positiv ergänzen wird. Darum meine Empfehlung: Mirko Strik, 1973, FDP, gehört auf den Wahlzettel der Gossauer Gemeindenachwahlen vom 14. Juni.
20. Mai: Seniorenrat stimmt Ja zum Richtplan am 14. Juni
Autor: Peter Bünter, Uster, Mitglied Seniorenrat Uster
Vor über zwei Jahren reichten Mitglieder des Seniorenrats Uster und weitere Personen die Einzelinitiative «Preisgünstiger Wohnungsbau für Uster» ein. Mittlerweile wurde diese Initiative im Gemeinderat beraten und ein Gegenvorschlag des Stadtrats zur Initiative angenommen.
Unter anderem beinhaltet der Gegenvorschlag wichtige Festlegungen im Richtplan zugunsten von mehr bezahlbarem Wohnraum. Das war auch das Anliegen der Mehrheit des Ustermer Parlaments. Diese Bestimmungen im Richtplan sollen dann in der nächsten Phase – in der sogenannten Nutzungsplanung – konkretisiert werden.
So soll es zum Beispiel möglich werden, dass bei zusätzlicher Schaffung von Wohnraum (zum Beispiel durch Verdichtung und erhöhte Ausnutzung) ein Anteil von preisgünstigem Wohnraum verlangt werden kann. Oder wenn Reservezonen aktiviert werden für Wohnnutzungen, soll es auch möglich werden, einen Anteil an preisgünstigen Wohnungen bereits bei der Einzonung festzulegen. Bei Auf- oder Umzonungen, mit denen zusätzlicher Wohnraum geschaffen wird, kann ein Anteil von preisgünstigen oder gemeinnützigen Wohnungen zum Beispiel für den Bau von Alterswohnungen verlangt werden.
Diese planerischen Instrumente schaffen zwar im Moment der Festlegung im Richtplan noch keinen Wohnraum. Sie sind aber wichtig als Grundlage für zukünftige Entscheidungen bei der Nutzungsplanung und später dann in der konkreten Umsetzung.
Bezahlbarer Wohnraum ist für alle Generationen ein immer drängenderes Thema. Der Seniorenrat Uster setzt sich dafür ein, dass es für ältere Menschen mehr geeignete und bezahlbare Wohnungen gibt. Damit wird Wohnraum für Familien frei.
20. Mai: Zuwanderung, um die Zugewanderten zu versorgen
Autorin: Ruth Maurer, Adetswil
Während dem letzten Halbjahr musste ich ein paarmal in die Universitätsklinik Balgrist zu Abklärungen. Vielleicht war es Zufall. Fachkräfte haben Schweizerdeutsch gesprochen, von den Patienten in den Warteräumen hörte man Sprachen aus sehr vielen Nationen.
Mein Schwiegersohn musste kürzlich in Aarau auf die Notfallstation. Er musste zwei Stunden warten, vor ihm fast nur Anderssprachige.
Und warum haben wir jetzt Fachkräftemangel? Wenn wir die Zuwanderung nur brauchen, um die Zugewanderten zu versorgen, ist das eine gefährliche Endlosschlaufe. Dies ein Gedanke zur 10-Millionen-Schweiz-Abstimmung vom 14. Juni. Ich stimme ja.
20. Mai: Gedanken nach einem Besuch im Pflegeheim
Autor: Lukas Eigenmann, Seegräben
Meine Mutter ist seit einigen Jahren auf der Demenzabteilung des Sophie-Guyer-Alterszentrums in Pfäffikon zu Hause. Es fällt uns immer wieder auf, wie umsichtig und fürsorglich die Bewohnerinnen und Bewohner auf der Demenzabteilung gepflegt und umsorgt werden. Man hat das Gefühl, es herrsche eine gute und fröhliche Stimmung, wenn man zu Besuch kommt.
Der Grund dafür liegt meiner Ansicht nach vor allem beim Pflegepersonal. Es ist bewundernswert, wenn man beobachtet, wie rücksichtsvoll und empathisch die Pflegenden mit den Bewohnerinnen und Bewohnern umgehen. Ein grosses Dankeschön an das Personal im Sophie-Guyer.
Sollte ich einmal in die Situation kommen, dass ich solche Pflegeleistungen in Anspruch nehmen muss, wäre ich froh, wenn mir dann auch solch einfühlsames Personal zur Verfügung stünde, das sämtliche Aufgaben, angefangen bei der Körperpflege, über die Wäscherei, das Putzen der Zimmer, die Zubereitung der Mahlzeiten und die medizinische Vorsorge, erledigt. Und vermutlich das Wichtigste: die persönliche Empathie und Zuwendung, welche die Bewohnenden täglich erfahren.
Das brachte mich nach dem letzten Besuch meiner Mutter im Sophie-Guyer etwas ins Grübeln. Ich gehöre zur «Boomer-Generation». Diese Welle kommt erst noch auf unsere Alters- und Pflegeheime zu. Kommt dazu, dass sich unsere Lebenserwartung stetig erhöht, und wir vermutlich in Zukunft vermehrt auf Pflegeleistungen angewiesen sein werden. Mir ist aufgefallen, dass die Pflegenden auf der Demenzabteilung fast ausschliesslich einen Migrationshintergrund haben, während es sich bei den Bewohnenden hauptsächlich um Schweizerdeutsch sprechende Menschen handelt. Es sind also genau jene Menschen, die wir mit der 10-Millionen-Initiative begrenzen wollen, die uns im Alter mit grosser Hingabe pflegen. Gut, dass wir sie haben. Darum lehne ich die 10-Millionen-Initiative entschieden ab.
20. Mai: Der SVP geht es nicht um ökologische Nachhaltigkeit
Autor: Martin Pestalozzi, Rüti
Unter dem Titel «Zubetonierung stoppen!» inseriert die SVP für ihre sogenannte «Nachhaltigkeitsinitiative» im ZO vom 13. Mai (und anderswo). Sie beklagt, dass pro Sekunde rund ein Quadratmeter Grünfläche zubetoniert wird, beste Ackerflächen für immer verschwinden und unsere Lebensqualität und schöne Landschaft zerstört werden.
Diese Klage ist berechtigt. Sie fällt allerdings auf die SVP zurück. Ich habe mich seit mehr als einem halben Jahrhundert für Umweltfragen interessiert und mich immer wieder für Natur und Umwelt eingesetzt. Fast nie in dieser Zeit fanden solche Anliegen die Unterstützung der SVP. Seit ich mich erinnern kann, setzt sich die SVP gegen die Reduktion von Bauzonen und für eine Lockerung der Raumplanungs- und Bauvorschriften ein – auch und gerade ausserhalb der Bauzonen. Landschaftsschutz und Erhalt der Ackerflächen sieht anders aus.
Die SVP kämpft für den Ausbau des Strassennetzes, insbesondere der Nationalstrassen. Die damit verbundene Zubetonierung ist ihr egal. Die SVP ist gegen die Ökologisierung der Landwirtschaft, gegen Vorschriften im Tier-, Gewässer- und Umweltschutz und gegen die Revitalisierung von Gewässern, gegen Naturparks, gegen Schutzzonen sowie für eine Lockerung des Waldschutzes. Damit trägt die SVP selber zur Zerstörung der Lebensqualität bei.
Das alles kann man in ihrem Parteiprogramm nachlesen. Die Liste liesse sich fast unendlich verlängern, wenn man alle Abstimmungsresultate in den Parlamenten und die Parteiparolen zu den eidgenössischen und kantonalen Abstimmungen der letzten Jahrzehnte hinzunehmen würde. Fast immer war die SVP gegen Vorlagen, welche die Schutzinteressen von Natur und Umwelt gestärkt hätten.
Wenn sie sich nun als «grüne» Alternative gebärdet, beschränkt sich ihr «Grün» auf die von ihr gepachtete Parteifarbe. Der Rest ist reine Propaganda, und nachhaltig ist da im Sinne der ökologischen Nachhaltigkeit nichts. Ein Nein zu ihrer Initiative, über die wir am 14. Juni abstimmen müssen, ist deshalb meine klare Antwort auf solche Doppelbödigkeit.
20. Mai: Wenige Schweizer steigen in die24-Stunden-Berufe ein
Autorin: Agatha Gachnang, Rüti
Zuerst danke ich bestens für die Bilder von Einsatzkräften rund um die Uhr, in ihren besten Jahren. Wir brauchen diese dringend, und zu wenig Schweizerinnen und Schweizer steigen in diese 24‑Stunden-Berufe ein.
Als unregelmässige Pendlerin zwischen der Schweiz und den Niederlanden, durch das dicht besiedelte Ruhrgebiet und das Rheinland staune ich über die Argumente der anstehenden Abstimmung. Genanntes Gebiet ist um einiges dichter besiedelt als die Schweiz, aber lebendig, offen, kreativ mit einer florierenden Wirtschaft.
Wie anders zeigt sich das Oberengadin, das ich dieses Jahr in der Zwischensaison mehrmals durchfuhr: Reihenweise recht neue Blockwohnungen für den Mittelstand und Besserbezahlende, aber offensichtlich aktuell nicht bewohnt, die Campingplätze fast leer. Die Strassen sind leer gefegt, die grossen Ladenketten sind offen, Senioren und Seniorinnen geniessen die Ruhe, Angestellte reisen von weiter an. Kurz: Zweitwohnungen werden auf Vorrat gebaut.
Der Mangel an «bezahlbaren Wohnungen» in den Grossstädten ist teilweise hausgemacht. In den Spitälern arbeiten, wegen den unregelmässigen Arbeitszeiten, fast mehrheitlich Zugezogene; überhaupt im Gesundheitswesen.
Wenn man in der kleinen Schweiz unter sich bleiben will, verrostet man doch. Und bleibt man zufrieden, bis ins hohe Alter, wenn es nichts mehr zu meckern gibt? Es sind mehrheitlich Auswärtige, die mir helfen mit dem Koffer, dem Radwechsel, dem Billettlösen und so weiter.
20. Mai: Keine Billetautomaten mehr auf den Zwischenperrons
Autor: Jürg Streuli, Wetzikon
Die SBB haben auf dem Bahnhof Wetzikon den nun zweiten Billetautomaten entfernt. Damit stehen den Kunden auf den beiden Zwischenperrons keine Billetautomaten mehr zur Verfügung. Noch vorhanden sind zwei Billetautomaten an Gleis 1.
Kommen jedoch Fahrgäste zum Beispiel vom Morgenrainquartier, so verlängert sich der Fussmarsch deutlich und führt dann häufig wieder zurück auf Gleis 5 für die S-Bahnen via Uster nach Zürich.
Die SBB sparen mit der Entfernung von Billetautomaten das Personal für deren Unterhalt und das Einkassieren des Bargeldes ein. Als wäre dies ein wesentlicher Kostenfaktor für den grossen Bundesbetrieb. Wenn man etwa zum Vergleich an das Desaster mit den Fernverkehrs-Doppelstockzügen denkt.
19. Mai: Dorfwechsel wegen eines hochbegabten, leidenden Kindes
Autorin: Ursula Mörgeli, Bubikon
Liebe Eltern von hochbegabten Kindern, längst bin ich pensioniert, aber in meiner zirka 45‑jährigen Musiklehrerzeit habe ich einige hochbegabte Schüler unterrichtet. Ich freue mich jedes Mal sehr, wenn ich wieder von ihnen und ihrem Weg durch das Leben höre, und vor allem, wo sie beruflich gelandet sind.
Viele erfolgreiche Musiker waren hochbegabte Kinder, aber nicht jedes hochbegabte Kind muss ein erfolgreicher Musiker oder eine berühmte Musikerin werden.
Aber das Beste was man einem in der Schule unterfordertem Kind bieten kann ist Musikunterricht in Einzelstunden. Individuell kann die Lehrperson dem Schüler das Lerntempo, die Forderungen und die Führung zum emotionalen Ausdruck anpassen. Gerade mathematisch Hochbegabte haben oft hohe musikalische Fähigkeiten.
Ein Instrument zu spielen erfordert komplexes Denken und Erfassen von horizontalen Linien und vertikalen Harmonien. Für das Umsetzen von Musik braucht es ein feinmotorisch trainiertes Geschick.
Während die Ohren bereits Gespieltes kontrollieren, agieren die Finger in der Gegenwart, Augen und Verstand sind bereits in der Zukunft um die Befehle an die Hände zu geben. Und alles muss rhythmisch , mit mathematischer Genauigkeit geschehen, denn die Musik fliesst weiter. Gibt es eine komplexere Tätigkeit?
Für eine Lehrperson ist das Unterrichten eines hochbegabten Schülers unter Umständen kein Honigschlecken. Das Tempo des Denkens muss mitgehalten werden, Fantasie und schnelle Anweisungen sind gefragt sowie das ständige Reflektieren der Persönlichkeit des Schülers. Im Einzelunterricht kann eine tiefe, persönliche Beziehung entstehen, die auch zur Entlastung im Familienalltag führen kann.
Ein hochbegabtes Kind kann seine Emotionalität in der Musik ausleben, erst recht wenn es zum Zusammenmusizieren in Gruppen oder Orchestern kommt.
Ein Klavier erträgt vieles, auch Temperaments- und Wutausbrüche. Die am Körper gefühlten Schwingungen eines Saiteninstrumentes beruhigen und Gitarre spielend im kleinen Kämmerlein kann man sich zurückziehen vom Frust des Lebens.
Ich wünschte mir vermehrt Psychologen, welche verzweifelte Eltern auf den Musikunterricht hinweisen.
«Er wollte so nicht mehr leben – wie ein hochbegabtes Kind in der Schule untergeht», 6. Mai
19. Mai: Hochbegabung ist keine Einbahnstrasse
Autor: Heinz Keller, Dübendorf
Der Bericht über das Leid hochbegabter Kinder ist wichtig, doch er lässt eine entscheidende Seite der Medaille aus. Als Gesellschaft neigen wir dazu, Hochbegabung als reinen IQ-Wert zu betrachten. Dabei vergessen wir: Ein hoher IQ ist nur das Potenzial – der Charakter ist das Werkzeug, um dieses Potenzial zu nutzen.
Wenn ein begabter Schüler sich bei schwierigen Aufgaben verweigert und lieber das wiederholt, was er schon kann, dann ist das kein schulisches Problem, sondern ein psychologisches. Es fehlt an der Fähigkeit, Frust auszuhalten und Scheitern als Teil des Lernens zu akzeptieren. Wenn wir Eltern unseren Kindern dann Ratschläge geben, die dem sozialen Miteinander widersprechen oder die Schule nur als «Dienstleister» für die Förderung des eigenen Kindes sehen, lassen wir sie im Regen stehen.
Interessanterweise nennen Schüler, wenn man sie nach dem Sinn der Schule fragt, fast immer zuerst soziale Werte: fair sein, nicht auslachen, sich an Regeln halten. Erst viel später kommen Lesen, Schreiben und Rechnen. Das zeigt uns: Kinder spüren genau, wo ihr grösstes «Manko» liegt – im sozialen Lernen und in der Charakterbildung.
Die Schule darf nicht zum Sündenbock für Erziehungsprobleme gemacht werden. Wir helfen unseren Kindern nicht, indem wir sie als «Hochbegabte» auf ein Podest stellen und bei jedem Widerstand das System kritisieren. Wir helfen ihnen, indem wir ihnen zu Hause eine klare Führung in Liebe und Geborgenheit geben, die auch das Aushalten von Anstrengung beinhaltet. Charakterbildung ist die eigentliche Knobelaufgabe für uns Erwachsene – und sie beginnt lange vor dem ersten Schultag.
«Er wollte so nicht mehr leben – wie ein hochbegabtes Kind in der Schule untergeht», 6. Mai
19. Mai: Kurswechsel nötig – Nein zu Feldmann’s Richtplan in Uster
Autor: Daniel Schnyder, Gemeinderat Uster, Präsident SVP Uster
Die Abwahl von SP-Stadtrat Stefan Feldmann war ein deutliches politisches Signal. Viele Bürgerinnen und Bürger haben damit ihre Unzufriedenheit über die Entwicklung Usters und die zunehmende links-grüne Bevormundung zum Ausdruck gebracht.
Mit dem neuen Richtplan soll nun ausgerechnet diese Politik langfristig festgeschrieben werden: mehr Vorschriften, mehr Einschränkungen, weniger Erreichbarkeit und zusätzliche Belastungen für Bevölkerung, Gewerbe und Steuerzahler. Das Auto wird zunehmend verdrängt, Parkplätze verschwinden und immer neue Auflagen verteuern das Wohnen und erschweren Investitionen.
Dabei geht es längst nicht mehr nur um ein technisches Planungsinstrument. Der aktuell vorliegende Richtplan würde die zukünftige Entwicklung von Uster und den Handlungsspielraum kommender Generationen unnötig einschränken.
Genau deshalb haben SVP, FDP, EDU und BPU gemeinsam das Referendum ergriffen. Über eine derart grundlegende Weichenstellung soll die Bevölkerung selbst entscheiden können.
Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben mit den Wahlen bereits einen ersten Kurswechsel eingeleitet. Nun bietet sich in Uster am 14. Juni die Gelegenheit, mit einem klaren NEIN auch beim Richtplan ein klares Zeichen für eine vernünftige, ausgewogene und alltagstaugliche Stadtentwicklung zu setzen.
19. Mai: Subjektive Stellungnahme Spital Uster contra Spital Wetzikon
Autor: Theodor Sulzer, Schmidrüti
Ich bin ein 85-jähriger, alter Mann mit ein wenig Lebenserfahrung. Ich habe realisiert, dass die Frau 20 Prozent mehr Leistung erbringen muss, um die selbe Stellung wie ein Mann zu erreichen. Sie ist also im Allgemeinen auf gleicher Stellung 20 Prozent kompetenter als der Mann, sei es Lohn, Prestige, Anerkennung und so weiter.
Wenn Intelligenz die Fähigkeit ist, Zusammenhänge zu erkennen, hat Intelligenz im Grunde mit Wissen nur beschränkt zu tun. Wissen ist eine Fleissleistung, Intelligenz hat eventuell einen anderen, höheren (?) Stellenwert.
Als ich las, das Spital Uster sei von einer Frau geleitet, wurde mir einiges klar. Fusst männliches Handeln primär auf Wissen, Erarbeiten eines Diploms, Papiers und weibliches Handeln primär auf Intelligenz?
Sicher bringt eine Frau auf gleicher Stellung durchschnittlich 20 Prozent mehr Kompetenz mit, siehe oben.
Frauen sind in unserer Gesellschaft in der Mehrheit. Man sagt, wir leben in einer Demokratie. Wann endlich erkämpfen sich die Frauen den Status, den sich die Männer längst erkämpft haben? Wann endlich geben sie Familienpflichten an den Mann weiter und geben Hausfrauenpflichten an den Mann weiter, zu ihrer Befreiung?
Wäre dem Spital Wetzikon gedient, wenn eine Frau an dessen Spitze stände?
19. Mai: Was Vereine leisten und was die offene und aufsuchende Jugendarbeit kostet
Autorin: Barbara Schnyder, Hinwil
An der letzten Gemeindeversammlung vom 18. März 2026 hatte uns die Gemeinderätin Gabriela Casutt, Vorsteherin Ressort Soziales, ein düsteres Bild von Hinwil aufgezeigt.
Für die offene und aufsuchende Jugendarbeit müsse zwingend ein Kredit in der Höhe von 972 000 Franken genehmigt werden. Es gebe neun bekannte «Hotspots» in und rund um Hinwil. Diese müsse man nun in den Griff bekommen. Sie selber meide den Bahnhof Hinwil am Abend und in den späten Nachtstunden. Ein entsprechendes Projekt zur Verbesserung der Situation sei schon länger hängig. Auf verschiedene Fragen aus der Bevölkerung konnte Frau Casutt jedoch keine befriedigenden Antworten geben. Deshalb wurde dieses Projekt bei der Abstimmung von der Bevölkerung auch nur knapp angenommen.
In den letzten Wochen habe ich mir die Mühe gemacht, einige «Hotspots» aufzusuchen und auch mit Anwohnern zu sprechen. Es scheint so, dass sich in den letzten vier Jahren die Situation beruhigt hat. Manchmal konnte ich auch spät abends keine Menschenseele am Bahnhof Hinwil antreffen. Im Übrigen halten sich dort auch Randständige auf, welche keinen Ort mehr haben, wo sie sich treffen können (Schliessung Restaurant Bahnhöfli und Feldegg).
Auch in Ringwil hat sich die Lärmbelästigung gemäss Auskunft von Anwohnern beruhigt. Einzig in den Sommermonaten gibt es an schönen und warmen Abenden vermehrt Lärm, wenn sich die Menschen zum Baden am Weiher treffen. Das ist eine kurze Zeit und wird von den Anwohnern mehrheitlich toleriert.
Es ist zudem bekannt, dass es auch in Hinwil ein Drogenproblem gibt. Auch dieses kann mit der Auslagerung der Jugendarbeit an eine Drittfirma nicht gelöst werden.
Junge Erwachsene beklagen sich, dass es für sie in Hinwil keinen geeigneten Treffpunkt gibt ausser dem «Pirates». Deshalb stellt sich für mich die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, wenn wir die gesprochene knappe Million sowohl für die Jungen wie auch für die Randständigen in unserer Gemeinde einsetzen würden.
Im Jahr 2025 besuchten 1062 Hinwiler Kinder verschiedene Vereine. Diese leisten grossartige Arbeit. Sie fördern das Gemeinschaftsgefühl, stärken den Zusammenhalt und geben den Kindern die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen. Diese wertvollen Vereinsarbeiten werden aktuell mit lediglich 70 000 Franken pro Jahr unterstützt. Für all die geleistete Freiwilligenarbeit erscheint dieser Betrag eher bescheiden.
«Nächste Gemeinde zieht nach: Auch Hinwil erhält ein Feuerwerksverbot», 20. März
16. Mai: Ein Ja zum Sport, zum Gewerbe und für Uster
Autor: Balthasar Thalmann, Gemeinderat SP Uster
Am 14. Juni findet in Uster die Abstimmung über den neuen Richtplan statt. Die Gegner sagen, dass der Richtplan überladen, kostenintensiv und einseitig sei und den Wirtschaftsstandort schwäche.
Ich war eng in die Diskussionen eingebunden und kann die Argumente der Gegner bei bestem Willen nicht nachvollziehen. Was den Wirtschaftsstandort betrifft, schafft der Richtplan die Voraussetzungen dafür, dass Industrie- und Gewerbebetriebe Entwicklungsmöglichkeiten erhalten und nicht verdrängt werden. Weiter soll mehr und vor allem mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, damit sich in Uster auch ältere Menschen und Familien eine Wohnung leisten können.
Eine Herzensangelegenheit für mich ist, dass die Sportinfrastrukturen weiterentwickelt werden können, am See, auf der Heusser-Staub-Wiese oder im Buchholz. Nur mit einem Ja zum Richtplan bleibt die Heusser-Staub-Wiese als Fussballplatz erhalten, nur mit einem Ja können die Sportinfrastrukturen im Buchholz erweitert werden. Ich glaube, ein Ja sind wir den Sportvereinen schuldig, die sich tagtäglich für unsere Kinder und Jugendlichen einsetzen.
Im Richtplan sind viele Elemente drin, die gewährleisten, dass Uster auch in Zukunft eine lebenswerte Stadt mit Identität ist. Besonders spannend ist zum Beispiel eine neue, komfortable Verbindung zwischen dem Norden und dem Süden des Bahnhofs Uster. Oder der Gschwaderplatz: An der Kreuzung von Winterthurer-/Oberland-/Gschwa- derstrasse ist heute eine Fläche so gross wie das Zeughausareal unbebaut. Diese soll nicht einfach ideenlos zubetoniert werden, sondern ein Ort mit Charakter und Qualität werden.
Im Werk des Richtplans hat es auch Punkte drin, die ich nicht so gut finde. Deswegen würde ich das ganze Werk nicht ablehnen, das würde Uster nicht gerecht werden, und viele Projekte würden blockiert. Mit dem neuen Richtplan kann ein Uster entstehen, das uns allen Freude machen wird. Mit einem Ja machen wir uns auf diesen Weg.
16. Mai: Wahl Schulpräsidium Bäretswil
Autorin: Erika Wolf, Bäretswil
Am Sonntag, 14. Juni, findet in Bäretswil der zweite Wahlgang für das Schulpräsidium statt.
Für dieses Amt braucht es eine Person mit Führungsqualitäten, die es versteht, nebst dem Schulbetrieb in erster Linie die Ziele der Gesamtschule richtig umzusetzen. Das erfordert Weitsicht und die Fähigkeit, anstehende Probleme oder Änderungen im Schulbetrieb zu erkennen und die richtigen Entscheide zu treffen.
Der zur Wahl vorgeschlagene Philippe Délitroz ist verheiratet und hat vier Kinder, durch die er über viele Jahre täglich Einblick in den Schulbetrieb hatte und immer noch hat. Aufgrund seiner beruflichen Laufbahn in der Privatwirtschaft verfügt er über viel Führungserfahrung und soziale Kompetenz. Er ist der ideale Kandidat als Schulpräsident. Im Gegensatz zu seiner Kontrahentin, welche beruflich Lehrerin und Schulleiterin ist, bringt er, als in schulischer Hinsicht nicht vorbelasteter Kandidat, frischen Wind in die Schulbehörde.
Ich bin der Meinung, dass unsere Schule dringend eine Auffrischung nötig hat und wähle deshalb Philippe Délitroz.
16. Mai: Mehr Struktur statt Zahlenchaos
Autor: Heinz Bertschinger, Gutenswil
Es ist erfreulich, dass das Ustermer Spital erneut mit einem Gewinn abschliesst. Etwas mager ist hingegen die Berichterstattung im ZO/AvU. Obwohl eine ganze Seite zur Verfügung steht, wird keine allgemein verständliche Bilanz (Aktiven/Passiven) und Erfolgsrechnung (Aufwand/Ertrag) publiziert – was für eine transparente Einordnung hilfreich wäre.
Man findet zwar umfangreiches, aber unstrukturiertes Zahlenmaterial. Nachdem die KV-Lehre die bis heute am weitesten verbreitete Berufsbildung ist und viele andere Berufe im Rahmen einer Weiterbildung ebenfalls mit wirtschaftlichen Daten konfrontiert werden, kann man davon ausgehen, dass eine grosse Mehrheit in der Lage wäre, Bilanzzahlen richtig zu interpretieren und dabei mehr erfahren würde als beim offerierten «Kennzahlensalat».
«Spital Uster schreibt bereits das dritte Jahr in Folge einen Gewinn», 8. Mai
16. Mai: Tiefe Stimmbeteiligung – kein neues Phänomen
Autor: Max Homberger, Wetzikon
Die Zahlen zur Wahlbeteiligung bei den Exekutivwahlen von vier Zürcher Parlamentsgemeinden sind wirklich nicht berauschend. Dübendorf: 25 %, Wetzikon: 32 %, Uster: 34 %, Illnau-Effretikon: 47 %.
Die professorale Ursachenerklärung ist wenig behelflich. Historisch gesehen nimmt die Wahlbeteiligung in der Schweiz schon länger ab. An den Nationalratswahlen von 1919 nahmen 80,4 % teil. 2023 waren es noch 46,6 %. 1919 war die Schweiz ein Armenhaus, 2023 war sie eine Wohlstandsinsel. Der Trend ist klar; und der Jammer ist immer noch derselbe. Gemäss Statistischem Amt des Kantons Zürich gab es bei den Kantonsratswahlen vom 18. April 1926 einen Wähleranteil von 77,9 %.
Unter dem Titel «Die Nichtwähler in Zürich» klang es frustriert «Die jüngeren Staatsbürger haben kein Interesse mehr an der Politik». Somit gilt: nichts Neues unter der Sonne. Das Resultat 32 % in Wetzikon ist nicht dramatisch; 2010 waren es 21,85 %, 2018 waren es 29,45 %. Weshalb wählen so wenige? Weil es uns hervorragend geht. 106 000 Franken Nettoverdienst trägt der Schweizer jährlich nach Hause; der Bulgare 13 000 Franken. Das Schulsystem überzeugt, das Krankenwesen ist eines der weltweit besten, die sozialen Hängematten sind eng geflochten. Was soll man sich da noch kümmern?
Weshalb fällt Dübendorf mit «nur» 25 % stark ab? Weil es sehr stark wächst, weil es in seinen grossstädtischen Wohnsilos einen besonderen Menschen anzieht. Und allgemein: die Unrast der Bevölkerung, ein wachsender Nomadismus und die zunehmende Entwurzelung steigern die Beteiligung am Gemeinwesen nicht.
«Viele Politikämter, wenige Wählende: Sind Wahlen unwichtig?», 25. April
16. Mai: Verpasste Chance! Nimmt der Ustermer Stadtrat die Gemeindeordnung ernst?
Autor: Alex Muheim, Uster
Der Ustermer Stadtrat hat dem Gemeinderat kurz vor und nach den Wahlen eine grössere Anzahl von umstrittenen Vorlagen zukommen lassen. Interessant: Keine betrifft den öffentlichen Verkehr. Dies, obschon seit 2022 in der Ustermer Gemeindeordnung in Art. 3 Abs 5 Folgendes festgehalten ist: «Die Stadt Uster setzt konsequent auf den öffentlichen Verkehr».
Einige Ustermer Quartiere und Aussenwachten sind nicht ans Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen.
Es sind dies unter anderem: Nänikon, Werrikon, Winikon
Quartiere: Seestrasse; Wühre/Heime Dietenrain, Steigstrasse/Oberuster
Arbeitsplatzgebiete: Ackerstrasse; Oberuster/Trümpler Areal
Direktbuslinie Bahnhof – Schifflände Niederuster fehlt, respektive wurde sogar aufgehoben
Die Ustermer Stimmberechtigten haben nach der Annahme der neuen, modernen Gemeindeordnung 2022 gehofft, dass der Stadtrat die empfindlichen Bus-Lücken in Uster schliessen würde. Leider vergebens.
Gemeinderat von 1991 war zukunftsorientierter
Im Jahr 1991 setzte der damalige Gemeinderat den kommunalen Gesamtverkehrsplan fest. In diesem war ein markanter Ausbau des Ustermer Busnetzes vorgesehen. Alle Ustermer Quartiere sollten einen Busanschluss erhalten, insbesondere auch Werrikon und Nänikon. Seit 35 Jahren hält der Stadtrat diesen Plan im Dornröschentiefschlaf.
Letztes Jahr machten sich einige Näniker auf und lancierten die Einzelinitiative für eine Busverbindung vom Bahnhof Uster via Gschwader–Werrikerstrasse–Werrikon–Nänikon– zum Bahnhof Nänikon/Greifensee (evtl. mit Verlängerung zum Städtli Greifensee). Auch diese Buslinie war bereits im Plan von 1991 enthalten. Die Initiative wurde im Juni 2025 dem Stadtrat mit rund 350 Unterschriften eingereicht. Der Gemeinderat hat die Einzelinitiative innert Monatsfrist behandelt und mit 32 Stimmen an den Stadtrat überwiesen (notwendiges Quorum:12 Stimmen).
Wer nun gehofft hat, der Stadtrat würde das Anliegen aus Werrikon/Nänikon zeitnah behandeln, wurde einmal mehr enttäuscht. Bis heute herrscht Funkstille aus dem Stadthaus.
Vernehmlassung zum ZVV-Fahrplan für 2027/2028
Im Gegensatz zum Stadtrat Wetzikon hat der Stadtrat von Uster eine weitere Chance verpasst, im Rahmen der Vernehmlassung zum ZVV-Fahrplan 2027/2028 die berechtigten Anliegen aus Werrikon/Nänikon sowie die fehlenden Buslinien aus dem Jahr 1991 beim ZVV einzubringen.
«Wetziker Stadtrat fordert mehr Busse der Linien 850 und 851», 22. April
9. Mai: Verschnaufpause – auch im Zürcher Oberland
Autor: Daniel Schnyder, Gemeinderat Uster, Präsident SVP Uster
Das Interview mit Ständerätin Heidi Z’graggen in der NZZ am Sonntag bringt es auf den Punkt: Der Schweiz täte «eine Verschnaufpause gut».
Was sie beschreibt, ist auch in Uster längst Realität. Volle Züge und Busse im Pendlerverkehr, Stau in und um Uster, steigende Mieten und eine immer dichtere Überbauung prägen unseren Alltag. Gleichzeitig verschwinden Grünflächen, und der Druck auf Infrastruktur und Lebensraum nimmt spürbar zu.
Natürlich ist Wachstum nicht per se schlecht. Doch wenn es – wie selbst Z’graggen sagt – vor allem «in die Breite» geht und den Wohlstand pro Kopf nicht erhöht, stellt sich die Frage nach den Grenzen. Genau hier setzt die Nachhaltigkeits-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» an: Sie will das Bevölkerungswachstum so steuern, dass Umwelt, Infrastruktur und Lebensqualität Schritt halten können.
Gerade für stark wachsende Regionen wie das Zürcher Oberland ist diese Diskussion zentral. Eine Verschnaufpause wäre kein Rückschritt – sondern eine Chance, die Entwicklung wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ich stimme wie Mitte-Ständerätin Heidi Z’graggen der Initiative am 14. Juni zu.
9. Mai: Warum 3 dB nicht doppelt so laut sind
Autor: Heinz Bachmann, Bubikon
Der VCS schreibt, dass die Temporeduktion von 50 km/h auf 30 km/h eine Schallreduktion von 3 dB bewirkt. Das ist sicher richtig. Diese Messungen wurden schon früher gemacht. 3 dB Differenz entsprechen der halben oder auch der doppelten Schallleistung. Durch diese Tatsache zieht der VCS den Schluss, dass das auch der halben oder doppelten Wahrnehmung für den Menschen entspricht.
Dies ist nicht richtig. Wäre das so, hier ein kurzes Beispiel: Autoverkehr ca. 70 dB, Disco laut 100 dB. Wären 3 dB für den Menschen eine Verdoppelung der empfundenen Lautstärke, dann würden wir die Disco ca. 800-mal so laut empfinden wie den Strassenverkehr. Dann hätten die Discos keine Besucher mehr.
Richtig ist, dass ungefähr 10 dB Differenz (10‑fache Schallleistung) eine wahrnehmbare doppelte oder halbe Lautstärke sind und nicht 3 dB. Der VCS sollte mal mit einem Akustiker Kontakt aufnehmen oder einfach KI konsultieren.
Möchte der VCS einfach die Bevölkerung zu 30 km/h motivieren? Für mich ist nicht der Lärm das Massgebende. Ich bin für die 30 km/h. Die Sicherheit bewerte ich weit höher, da sich der Bremsweg quadratisch mit der Geschwindigkeit erhöht.
«Mit Tempo 30 gegen Verkehrslärm», 28. April.
9. Mai: Politische Instrumente richtig verstehen können
Autor: René Rothe, Wetzikon
Mit einem sehr breit angelegten Rundumschlag – über den Linksrutsch in Wetzikon bis zu einem geplanten Moscheebau und weiter zur Schule Pfäffikon bis hin zum Osterhasen – greift Frau Obrist die neu gewählte Schulpflegepräsidentin Andrea Grossen-Aerni unnötig scharf an. Im Kern geht es dabei eigentlich um die Interpellation zum geplanten Projekt einer Moschee in Wetzikon des albanisch-islamischen Kulturvereins.
Diesen Punkt kann man einfach klären: Eine Interpellation stellt keine Forderung für oder gegen ein Vorhaben dar, sondern dient dazu, dem Stadtrat Fragen zu stellen und Transparenz zu schaffen. Genau darum geht es hier: um Klärung der Finanzierung sowie um Fragen der gesellschaftlichen Integration.
Hätte die Leserbriefschreiberin als langjährige Parlamentarierin die Interpellation gelesen, wäre ihr das auch klar. Gerade letzterer Punkt ist Andrea Grossen-Aerni ein wichtiges Anliegen – nicht als Kritik, sondern auch als Chance. Denn häufig leisten solche Organisationen wertvolle Integrationsarbeit, oder es ergeben sich im Dialog neue Möglichkeiten des Zusammenlebens.
Vor diesem Hintergrund ist es wenig nachvollziehbar, daraus eine Stigmatisierung oder gar eine «religiös motivierte Intervention» abzuleiten.
6. Mai: Integrierte Praxen als Chance für das Oberland
Autorin: Rakel Kaiser, Uster
Der Artikel vom 7. April beschreibt ein Problem, das ich aus meinem Praxisalltag gut kenne: Eltern, die verzweifelt einen Kinderarzt suchen. Die Studie der Universität Zürich bestätigt, was viele Familien im Oberland längst spüren.
Was in der Diskussion oft untergeht: Das Problem ist nicht nur der Mangel an Pädiaterinnen und Pädiatern, sondern auch die Struktur, in der sie arbeiten sollen. Frau Moser-Bracher beschreibt es treffend: das Gründungsrisiko, die psychische Belastung, die Isolation auf dem Land. Das schreckt junge Ärztinnen und Ärzte ab, obwohl sie die Arbeit an sich gerne machen würden.
Ein Teil der Lösung liegt in integrierten Praxismodellen: Pädiaterinnen und Pädiatern, die in eine bestehende Hausarztpraxis eingebettet sind, tragen kein Gründungsrisiko, haben ein eingespieltes Team um sich und können sich auf die Medizin konzentrieren. Gleichzeitig profitieren Familien davon, dass Kinder und Eltern am selben Ort betreut werden. Es braucht nicht immer eine neue Kinderarztpraxis, manchmal reicht es, pädiatrische Kompetenz in bestehende Strukturen zu bringen.
Solche Modelle gibt es bereits. Sie müssten aber breiter bekannt und gezielt gefördert werden, damit die Versorgungslücke im Zürcher Oberland nicht weiterwächst.
«Wer übernimmt die Praxis? Kinderärzte im Oberland finden oftmals keine Nachfolger», 7. April
6. Mai: Wo Kinder mehr lernen als Mathematik
Autorin: Vreni Hertig, Wald
Am Samstag, 11. April, konnte die Bevölkerung die neue Schulanlage in Laupen besichtigen. Generell bin ich eher eine Liebhaberin von Fachwerkhäusern (am liebsten auf Kopfsteinpflaster) aber der Rundgang durch das neue Schulhaus bereitete mir auch viel Freude. Die unteren Bereiche der Gebäude waren aus Beton (Schutz der Fassaden) die oberen Bereiche wurden in Holzbauweise ausgeführt und waren mit viel Licht durchflutet.
Ein Spruch, befestigt an einer Zimmerwand, berührte mich als Mami, Grossmami und als Mensch.
«Wir sind verschieden und doch gehören wir zusammen»
Wenn die Kinder in einer solchen Atmosphäre lernen dürfen nehmen sie mehr mit als Kenntnisse in Sprachen und Mathematik. Ist nicht auch das ein Weg dem Rassismus Gegensteuer zu geben?
Ich wünsche den Kindern und den Fachkräften viele schöne gemeinsame Stunden im Schulhaus Laupen.
6.Mai: Die Hälfte unterschlagen
Autor: Uwe Scheibler, Wetzikon
Zu Recht sorgt sich Urs Fischer in seinem Leserbrief wegen der tiefen Stimmbeteiligung. Dass ein ehemaliger Gemeindepräsident nur gerade die Stimmberechtigten seiner Gemeinde im Blick hat, kann man als pragmatisches Verhalten abtun. Dass dabei aber fast die Hälfte der Bevölkerung «vergessen» gerät, ist dann keine Peinlichkeit mehr, sondern ein veritabler Tritt ins Fettnäpfchen.
In Wetzikon leben knapp 28 000 Menschen und davon sind nur 15 800 oder 56 Prozent stimmberechtigt. Damit repräsentieren die 5055 abgegebenen Stimmzettel also nur knapp 19 Prozent der Bevölkerung. Und mit 10 Prozent wurden die Mitglieder des Stadtrats gewählt.
Möglicherweise hätte die zweite Bevölkerungshälfte, wenn sie denn stimmen dürfte, ein grösseres Interesse an einer Wahl?
Leserbrief «Nicht einmal ein Drittel hat in Wetzikon gewählt», 27. April
6. Mai: Rennstrecken-Feeling im Dorf
Autorin: Maja Krüttli, Bauma
Eine traurige Zahl, die uns die Statistiker hier vorlegen. Kümmert das jemanden ausser die direkt Betroffenen? All meine Beschwerden, Polizeimeldungen und Leserbriefe blieben die letzten Jahre so gut wie wirkungslos. Ich höre nur immer wieder, dass das Problem bekannt ist usw. Um möglichst gesund zu bleiben ernähren sich viele gesund, bewegen sich regelmässig, rauchen und trinken nicht. Das haben wir in unseren eigenen Händen, aber gegen den unerträglichen Lärm können wir anscheinend nichts machen.
Viele sind sicher mit mir einig, dass vor allem der absichtlich verursachte Lärm krank macht. Bei gutem Wetter fühlt es sich bei uns so an, als ob eine Rennstrecke durch unser Dorf führt und die Agrola Tankstelle ist sozusagen die Boxenstrasse. Die Basis für den Lärmstress bildet auch das permanente Geräusch der Autowaschanlage bei, vor allem an Sonn- und Feiertagen werden Autos gewaschen was das Zeug hält.
Die Freude am Balkon, offene Fenster und schönes Wetter, davon ist schon lange nicht mehr die Rede. Lebensqualität praktisch gleich null.
Ich frage mich nur, wo sind all die Feuerwerk-Gegner, die sich um die kleinen Kinder und Tiere sorgen. Habe ich absolutes Verständnis dafür, auch wenn es normalerweise «nur» zweimal pro Jahr stattfindet. Also bei uns in Bauma kann man die Auspuff-Knallerei und das Motoren-Dröhnen praktisch jeden schönen Tag bis in die Nacht hinein haben.
«Lärm verursacht bis zu 2000 Tote», 27. April
4. Mai: Die Augen vor der Realität verschlossen – jetzt braucht es eine Kehrtwende
Autorin: Anita Borer, Kantonsrätin SVP, Uster
Es ist schon bemerkenswert, wie SP-Nationalrätin Jacqueline Badran im Interview mit CH Media und auch in ihrem Auftritt in der Arena (beide vom 10. April) jeden Zusammenhang zwischen der hohen Zuwanderung in die Schweiz und der Wohnungsknappheit bestreitet. Zu behaupten, steigende Mieten hätten nichts damit zu tun, widerspricht nicht nur dem gesunden Menschenverstand, sondern auch den Fakten.
Allein 2024 sind netto über 8 000 Personen in die Schweiz eingewandert. Diese Menschen brauchen Wohnraum. Die Nachfrage steigt, und zwar massiv. Seit 2000 gibt es 1,3 Millionen Wohnungen mehr in der Schweiz – und trotzdem fehlt Wohnraum. Warum? Weil die Nachfrage durch die unkontrollierte Zuwanderung zu schnell wächst. Vier von fünf neuen Wohnungen entstehen genau aus diesem Grund.
Die Folge ist offensichtlich: Grünflächen verschwinden. Jede Sekunde wird ein Quadratmeter Land verbaut – und trotzdem reicht der Wohnraum nicht. Das ist keine nachhaltige Entwicklung, sondern eine Endlosspirale, die die Mieten in die Höhe treibt und die Lebensqualität von uns allen minimiert.
Wer das Problem lösen will, muss die Ursache angehen, nicht die Symptome. Die Nachhaltigkeits-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!», die am 14. Juni zur Abstimmung gelangt, setzt genau dort an: Sie begrenzt die Zuwanderung auf ein gesundes Mass und schützt damit unsere schöne Schweiz.
4. Mai: Velofahrer bevorzugt
Autor: Remo Meier, Uster
Und wieder werden wir Autofahrer benachteiligt und die Velofahrer bevorzugt. Die Parkplätze für die Autofahrer bei der Badi Auslikon werden ersatzlos abgebaut, und für die Velofahrer werden dafür 100 Abstellplätze neu errichtet. Da kann man die Badi doch gleich zumachen, weil viele von ausserhalb Auslikon nicht mehr kommen werden.
«Parkplätze der Badi Auslikon werden ersatzlos gestrichen», 24. April
2. Mai: Die Wahl des Verkehrsmittels ist eine rationale Entscheidung
Autor: Thomas Leu, Adetswil
Der Bevölkerungsanteil in den Oberländer Gemeinden, der für die Fahrt zum Arbeitsplatz die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt, wird mit dem Vorhandensein eines S-Bahn-Anschlusses sowie der Länge des durchschnittlichen Fusswegs bis zur nächsten Haltestelle des öffentlichen Verkehrs erklärt. Wenig überraschend weisen Orte ohne Bahnanschluss oder mit langen Reisezeiten in die urbanen Zentren eine tiefere ÖV-Nutzung auf.
Als weitere Erklärung dafür, dass durchschnittlich aus dem Zürcher Oberland nur 15 Prozent der Pendler mit dem ÖV zur Arbeit fahren, müssen auch die monetären Ausgaben beigezogen werden. Beim Vergleich der Kosten des Automobils mit denjenigen des öffentlichen Verkehrs fällt auf, dass der grösste Anteil der Kosten beim Automobil Fixkosten sind. Diese fallen an, sobald ein Auto eingelöst ist, selbst wenn es nur in der Garage steht.
Gemäss TCS-Musterauto (Neupreis 45 000 Franken, jährliche Laufleistung von 15 000 Kilometer) betragen die Kilometerkosten 74 Rappen. Zieht man die jährlichen Fixkosten von 7000 Franken (Motorfahrzeugsteuern, Versicherungen und so weiter) ab, dann resultieren variable Kilometerkosten von bloss 27,5 Rappen. Fazit: Besitzer eines Autos rechnen vernünftigerweise nur mit den variablen Kilometerkosten. Wer beispielsweise die Strecke Bäretswil – Zürich als Pendler an Werktagen mit dem Auto zurücklegt, fährt pro Tag hin und zurück zirka 65 Kilometer. Auf ein Arbeitsjahr ergeben sich variable Kosten von maximal 4111,25 Franken (46 Wochen × 5 Tage × 65 km × 0,275 Fr./km). Ein ZVV-Jahresabonnement kostet 2308 Franken (2. Klasse) und 3812 Franken (1. Klasse). Vergleichbar mit dem Auto wäre aus Komfortgründen eher die 1. Klasse.
Werden zusätzlich die Unannehmlichkeiten des öffentlichen Verkehrs, zum Beispiel das Umsteigen, der durchschnittlich höhere Zeitbedarf, die tiefere Flexibilität sowie die Möglichkeit, das Auto gemeinsam zu benutzen, berücksichtigt, dann rechnet sich offenbar für 85 Prozent der Oberländer der öffentliche Verkehr nicht.
Das hohe Bevölkerungswachstum wird zu einem weiteren Anstieg des Verkehrs (Auto und ÖV) führen. Falls aus diesen Gründen die Anreize zugunsten des öffentlichen Verkehrs verändert werden sollen, dann müssten, zusätzlich zu besseren Anschlüssen vor allem in peripheren Gebieten, die Fixkosten für Autos durch kilometerabhängige Motorfahrzeugsteuern und Versicherungen ersetzt werden. Das wäre auch volkswirtschaftlich sinnvoll, weil damit die Benutzer der Strasse, statt pauschal, proportional zur Nutzung an deren Kosten beteiligt würden.
«Gibt es in Ihrer Gemeinde eher Zugliebhaber oder Autofans?», 17. April
2. Mai: Ängste, Unkenntnis, Mutlosigkeit
Autor: Ernst Eberhard, Dürnten
Mit solchen Worten wie der Titel dieses Leserbriefes könnten einige Stimmen aus dem Nationalrat umschrieben werden, wenn es um die Sicherung der Energieversorgung unter Einbezug moderner Kernkraftwerke geht. Da sind einmal die ewig Gestrigen, die aus Prinzip an einem Schnellschuss – nach Fukushima – festhalten wollen. Dann gibt es einige Ehrliche, die sich noch fürchten vor der veralteten Technologie des letzten Jahrhunderts.
Es ist an der Zeit, dass auch Politiker sich sauber über die Möglichkeiten informieren lassen, welche moderne Kernkraftwerke heute bieten und wie sicher sie heute betrieben werden können. Der Atomunfall von Fukushima bleibt an erster Stelle ein Mahnmal für menschliche Fahrlässigkeit. Denn hätte man diese Anlagen etwas schlauer aufgestellt, nicht mit der ungeschützten Breitseite zum offenen Meer, so wäre beim Tsunami kein Gebäude und kein Reaktor zu Schaden gekommen. So viel einfach zur Erinnerung – aber gerade diese Grobfahrlässigkeit gab den Auslöser für die Reaktion der Bundesrätin Doris Leuthard. Sie war einfach überrumpelt und wollte das Beste machen. Aber acht Jahre später wissen wir, dass es damals nicht hätte passieren müssen – und dass es mit modernen Systemen gar nicht passieren könnte.
Leider wurden viele Jahre der Entwicklung neuer Systeme zur Serienreife verschlafen. Das heisst aber nur, dass jetzt umso mehr Energie darauf verwendet wird, aufzuholen. In solchen Situationen ist es erst dann zu spät, wenn man aufgibt. Die Solarenergie und alle grünen Technologien sind willkommen, aber bei Weitem ungenügend. Darum ist ein pragmatischer Schritt zu neuen Kernkraftwerken dringend angesagt.
2. Mai: So schnell fallen Masken
Autor: Bigi Obrist, Wetzikon
Andrea Grossen-Aerni, die sich im Wahlkampf links der Mitte positioniert hat, wurde als neue Schulpräsidentin in Wetzikon gewählt. Ob der Stadtrat mit ihr tatsächlich nach links rückt, darf jedoch bezweifelt werden. Denn kaum ist der Wahlsonntag vorbei, reichen SVP, EDU und EVP gemeinsam eine Interpellation ein, die auch von Andrea Grossen unterzeichnet wurde.
Mit diesem Vorstoss stellen die Interpellanten dem Stadtrat baurechtliche und finanztechnische Fragen zum Kauf bzw. Umbau einer Liegenschaft des albanisch-islamischen Kulturvereins. Gleichzeitig werden diverse Fragen zur gesellschaftlichen Integration des Vereins und seiner Mitglieder sowie zur Zusammenarbeit mit Stadt und Schule aufgeworfen – lauter Fragen, die man ebenso gut evangelikalen Freikirchen stellen könnte.
Unter dem Deckmantel von Öffentlichkeitsinteressen zeugt der Vorstoss von Misstrauen und Vorurteilen gegenüber einem Verein, der sich regelmässig in Integrations-Austauschgefässen engagiert und Partner bei interreligiösen Anlässen ist. Besonders stossend wirkt, dass dieselben Kreise, die sonst die Gleichstellung von Frauen erschweren, mit Geschlechtergerechtigkeit argumentieren. Während ein solcher Vorstoss von rechtskonservativen fundamentalistisch-religiösen Kreisen kaum überrascht, ist es verwerflich, dass die EVP und vor allem die angehende Schulpräsidentin ihn mitträgt.
Eine Schulpräsidentin ist für alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihrer Religion, gewählt. Ihre eigene evangelikal-christliche Werthaltung darf nicht zu Stigmatisierung und Stereotypisierung beitragen. Man erinnere sich an den Fall in Pfäffikon, wo sich religiös-konservative Kreise unter einem EVP-Schulpräsidenten massiv in Lehrpläne und Personalpolitik einmischten, was zum Ausschluss eines Lehrers führte. Öffnet Andrea Grossen nun auch in Wetzikon Tür und Tor für religiös motivierte Interventionen?
In ihrem eigenen Leserbrief vom 1. April schrieb sie noch von Ostersymbolen, die von Hoffnung, Schutz und einem neuen Start in eine gute Zukunft erzählten. Kurz darauf unterschreibt sie eine von Vorurteilen getriebene Interpellation. So schnell können Masken fallen. Aber vielleicht war ihr Wahlkampfauftritt am Ende einfach nur ein schlechter Aprilscherz.
«Der Stadtrat rückt nach links», 13. April, und zum Leserbrief «Von Hasen und Schutz, Eier und Hoffnung», 1. April
2. Mai: Dichtestress wegen des Schneeballsystems
Autor: Tobias Infortuna, Kantonsrat SVP Egg
Schon vor Jahren hat der Dichtestress auch die Badis erreicht. Neu ist, dass eine Zugangsbeschränkung eingeführt wird, um die Besucherzahl auf einem akzeptablen Niveau zu halten. Auch das ist eine Konsequenz der Zuwanderung, die inzwischen in allen Bereichen erkennbar ist.
Man kann die Folgen jeden Tag erleben. Die Züge sind chronisch überfüllt, auf den Strassen herrscht Dauerstau, und überall wird gebaut und gebaut, aber es reicht trotzdem nicht. Das ist keine schwierige Rechnung: Wenn jedes Jahr 80 000 Menschen zusätzlich in unser kleines Land kommen, müssen diese irgendwo wohnen und leben. Die Folgen sind eine Zubetonierung unserer Natur und ein massiver Verlust an Lebensqualität.
Zudem unterliegt das Argument mit dem Fachkräftemangel einem Denkfehler. Heute leben zwei Millionen mehr Menschen in der Schweiz als im Jahr 2000. Der Fachkräftemangel ist aber schlimmer denn je. Nicht trotz, sondern wegen der hohen Zuwanderung. Denn immer mehr Zuwanderer benötigen immer mehr Fachkräfte: Zugewanderte Fachkräfte pflegen Zuwanderer in den Spitälern, Fachkräfte bauen Wohnungen für Fachkräfte, Zuwanderer füllen die Regale mit Lebensmitteln für die Fachkräfte und so weiter. So etwas nennt man Schneeballsystem, denn auch bei einer Bevölkerung von 20 oder 30 Millionen wäre damit nicht Schluss. Es wäre gar nie Schluss. Ein Schneeballsystem rettet man nicht mit immer noch mehr Schneebällen.
Die Nachhaltigkeitsinitiative ermöglicht, die Zuwanderung auf die wirklich benötigten Fachkräfte zu konzentrieren. Die wenigsten Zuwanderer sind nämlich gesuchte Fachkräfte. Andere Länder wie Kanada oder Australien kontrollieren die Zuwanderung schon lange. Nur auf diese Weise kann das Schneeballsystem beendet und die Schönheit und Lebensqualität unserer Heimat bewahrt werden.
«Rüti will die Besucherzahl in der Badi beschränken», 16. April
2. Mai: Künstliche Begrenzung löst Probleme nicht
Autorin: Aline Fritzenwallner, Illnau
Am 14. Juni wird in der Schweiz über die sogenannte 10-Millionen-Schweiz-Initiative abgestimmt. Die Zuwanderung stellt uns zweifellos vor Herausforderungen. Wohnraum wird knapper, Mieten steigen, und Züge sind überfüllt. Dabei entstehen schnell Fragen: Haben wir genug Platz, Ressourcen und Kapazitäten? Die Schlussfolgerung, dass diese Probleme durch eine künstliche Begrenzung der Bevölkerung gelöst werden könnten, erscheint auf den ersten Blick nachvollziehbar. Doch sie greift zu kurz.
Die Initiative verlangt, dass die Schweiz bei Überschreiten von 9,5 Millionen Einwohnenden Massnahmen ergreift, um die Zuwanderung massiv einzuschränken. Gelingt dies innerhalb von zwei Jahren nicht, müsste das Personenfreizügigkeitsabkommen gekündigt werden. Damit würden die Bilateralen I wegfallen, wobei die Folgen gravierend wären: Wegfall des Lohnschutzes, eingeschränkter Zugang zum EU-Binnenmarkt, Unsicherheit für Unternehmen, insbesondere exportierende KMU – deren wichtigster Absatzmarkt die EU ist.
Auch das Gesundheitswesen wäre stark betroffen. Rund ein Drittel des Gesundheitspersonals stammt aus der EU. Bereits heute fehlen 14 500 Fachkräfte, und ohne die Zuwanderung würde sich dieser Mangel weiter verschärfen. Dazu kommt ein massives Finanzierungsproblem der AHV, da viele Zuwandernde jung sind und mehr einzahlen, als sie beziehen. Ohne sie gerät das System zusätzlich unter Druck. Besonders problematisch ist schliesslich, dass die Initiative im Extremfall die Kündigung des internationalen Menschenrechtsabkommens bedeuten würde, was das Asylrecht faktisch aushebeln würde – ein Schritt, der kaum mit den Werten eines Rechtsstaates vereinbar ist.
Die Herausforderungen im Zusammenhang mit Zuwanderung sind real, eine Obergrenze der Bevölkerung zieht jedoch schwerwiegende Konsequenzen nach sich. Deshalb stimme ich am 14. Juni Nein zur Nachhaltigkeitsinitiative.
2. Mai: Raumfahrt gefährdet Rettungsboot
Autor: Uwe Scheibler, Wetzikon
Der Jubelartikel über die sogenannte Mondmission der NASA zeigt die extreme Widersprüchlichkeit dieses Unternehmens beispielhaft auf. Die gelandeten Astronautinnen fühlen sich – wieder auf der Erde angekommen – «wie in einem Rettungsboot». Und in der Tat, aus dem Weltraum wird deutlicher als auf Erden, dass unser Planet mit seiner Biosphäre nur wie ein kleiner Stecknadelkopf in der grossen Leere treibt.
Und – abgesehen von allem anderen Wahnsinn, den die Menschheit auf dieser verletzlichen Erdkugel veranstaltet – trägt auch die Raumfahrt massiv zur Umweltverschmutzung bei. Allein die aktiven Satellitensysteme erfordern ständig mehr und mehr Raketenstarts, und Vorhaben wie die Besiedlung des Mondes führen zu einem erheblichen Verlust an wertvollsten Rohstoffen. Erkenntnisgewinne sind dabei nicht mehr zu verzeichnen.
Besonders peinlich mutet deshalb dann auch die Gratulation unseres Bundespräsidenten zu dieser ganz überflüssigen Mission an. Aber Herr Parmelin hat sich ja auch bisher vor allem durch Aktivitäten gegen eine nachhaltige Entwicklung profiliert.
«Mondmission abgeschlossen», 13. April
2. Mai: Regulierung statt Anreize
Autor: Manfred Bögli, Russikon
Die Situation auf dem Wohnungsmarkt ist angespannt und beschäftigt viele Menschen. Richtige Anreize zu setzen, wäre jetzt fundamental. Die Wohnschutz-Initiative macht leider das Gegenteil. Sie führt zu mehr Regulierung, verlängerten Verfahren und schafft damit zusätzliche Unsicherheit für Investoren. Die Folgen sind absehbar und lassen sich bereits beobachten. In Basel sind die Baugesuche nach Einführung strenger Wohnschutzregeln um 76 Prozent eingebrochen. Weniger Baugesuche bedeuten weniger Wohnungen. Und weniger Wohnungen verschärfen die Knappheit.
Wir brauchen bessere Rahmenbedingungen, schnellere Verfahren und mehr Anreize für Neubauten. Genau hier setzt der Gegenvorschlag an. Er stärkt den Wohnungsbau, statt ihn zu bremsen. Darum stimme ich am 14. Juni Nein zu den Wohnungsinitiativen und Ja zum Gegenvorschlag.
27. April: Niemand sieht seine persönliche Freiheit wegen Tempo 30 bedroht
Autor: Res Kieser, Pfäffikon
«Prüft alles und behaltet das Gute» – mit diesem Bibelzitat verabschiedete sich in Uster Stadtrat Cla Famos. Das Bibelwort lässt sich auch auf die Situation rund um die Tempo-30-Zonen in Wetzikon (und Dübendorf!) anwenden. «Prüft alles»: SVP, FDP und die EDU starten für die Prüfung der 30er-Zonen eine Initiative. Über jede dieser Zonen soll Parlament und Stimmvolk abstimmen können. Grund dafür: Die drei Parteien sehen die persönliche Freiheit in Gefahr und ersetzen darum «Prüft alles» mit «Stimmt über alles ab».
Als Pfäffiker verfolge ich diesen Kampf verwundert und erlebe ihn als schlichte Zwängerei. In Pfäffikon ist seit Jahren in allen Quartieren flächendeckend Tempo 30 eingeführt. Und niemand sieht seine persönliche Freiheit bedroht. Und niemand hat bisher eine Rückkehr verlangt. Und überall funktioniert die Verkehrsberuhigung problemlos. Kinder haben sichere Schulwege und die Quartiere mehr Ruhe.
Wieso soll denn das in Wetzikon anders sein? Ich kann den drei Parteien, die so ängstlich auf die geplanten Änderungen schauen, nur empfehlen, mal über den Tellerrand zu schauen! 160 Gemeinden hat der Kanton Zürich, und gefühlt 158 davon leben gut mit ihren Tempo-30-Zonen. Und wollen «das Gute behalten».
«Entscheidet bald das Stimmvolk über neue Tempo-30-Zonen?», 15. April
27. April: Nicht einmal ein Drittel hat in Wetzikon gewählt
Autor: Urs J. Fischer, Alt-Gemeindepräsident Wetzikon
Eigentlich wollte ich als ehemaliger Gemeindepräsident nie einen Leserbrief schreiben. Die Wahl der Exekutive vom 12. April lässt mich meinen Grundsatz über Bord werfen. Wir haben in Wetzikon mehr als 15’500 stimmberechtigte Personen. An der für die kommenden vier Jahre für Wetzikon wichtigsten Wahl hat nicht einmal ein Drittel davon teilgenommen. Ein Stadtrat brauchte gerade einmal die Stimme von 16 Prozent der Berechtigten, um gewählt zu werden.Wir haben am selben Wochenende gesehen, was die Ausübung des aktiven Wahlrechts in Ungarn für eine Kraft haben kann, über 76 Prozent haben daran teilgenommen.
68 Prozent der Wetziker Stimmberechtigten haben die Chance verpasst, die Kandidaten zu wählen, denen sie vertrauen und zutrauen, in ihrem Sinn Wetzikon weiterzuentwickeln. Sicherlich wäre es auch für die jetzt gewählten Exekutivmitglieder wertvoller gewesen, wenn sich von den rund 15’500 Stimmberechtigten wesentlich mehr als 2500 Wähler für sie ausgesprochen hätten. Legitimation und Vertrauen der Bevölkerung sind für jedes Exekutivmitglied wichtig.
Diese enorme Wahlabstinenz macht mir Sorgen. Damit will ich mich keinesfalls zum Ausgang der Wahl geäussert haben, ich will lediglich ein Votum für eine viel intensivere Ausübung unserer demokratischen Rechte abgeben.
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