Abo

Wahlen

Schulpräsidium geht an EVP

Wetziker Stadtrat rückt nach links

Pascal Bassu (SP) bleibt Wetziker Stadtpräsident. Und die FDP verliert einen ihrer bisher drei Sitze in der Exekutive.

Pascal Bassu (SP, mitte) bleibt als jetziger und neuer Stadtpräsident eine Stufe höher als sein Mitbewerber Henry Vettiger (SVP, rechts).

Simon Grässle

Wetziker Stadtrat rückt nach links

Schulpräsidium geht an EVP

Pascal Bassu (SP) bleibt Wetziker Stadtpräsident. Und die FDP verliert einen ihrer bisher drei Sitze in der Exekutive.

Die Ausgangslage versprach Spannung. Für die insgesamt sieben Sitze im Wetziker Stadtrat haben sich neun Kandidatinnen und Kandidaten beworben. Neben fünf Bisherigen gleich vier Neue. Und zum dritten Mal hintereinander traten Pascal Bassu (SP) und Henry Vettiger (SVP) im Kampf ums Stadtpräsidium gegeneinander an. 2018 scheiterten beide noch am damaligen Amtsinhaber Ruedi Rüfenacht (EVP). Vier Jahre später hatte dann Bassu knapp die Nase vorne.

Auch diesmal macht Bassu das Rennen, wobei der Vorsprung deutlicher ist. Machten vor vier Jahren nur 100 Stimmen den Unterschied, geht der SP-Politiker diesmal mit gut 500 Stimmen Vorsprung auf Vettiger über die Ziellinie. «Das ist wunderbar. Und es geht nicht einmal in einen zweiten Wahlgang», hält Bassu fest. Das Resultat gebe ihm Rückenwind, sei es doch eine Bestätigung seiner Arbeit und der Politik der SP.

Fehlende bürgerliche Allianz

Vettiger zeigt sich vor allem enttäuscht, dass es nicht zu einer bürgerlichen Allianz gekommen ist. Solange das nicht geschehe, werde die Linke weiter zulegen. «Jetzt sind wir in Wetzikon so etwas wie ein Uster 2.0.» Damit spielt der SVP-Politiker auf den Umstand an, dass Marie-Therese Büsser (GLP) den Sprung in die Exekutive geschafft hat. Sie politisierte in den 1990er Jahren noch für die Grünen. «Diese Wahl ist wahnsinnig schön und das Resultat einer guten Zusammenarbeit der Brücken-Parteien GLP, EVP und Die Mitte sowie der SP und der Grünen», erklärt sie ihr gutes Abschneiden. Bezüglich ihres künftigen Ressorts zeigt sie sich offen: «Ein Wunschressort habe ich nicht.»

Demgegenüber konnte Vettigers Parteikollege Bruno Bertschinger den vor vier Jahren verlorenen zweiten SVP-Sitz im Stadtrat nicht zurückerobern. Mit 2326 Stimmen scheidet er als überzählig aus der Wahl.   

Die Reihenfolge für die Wahl in den Stadtrat führt Bassu mit 2872 Stimmen an. Ihm folgen die anderen vier Bisherigen Stefan Lenz (FDP, 2796 Stimmen), Sandra Elliscasis (FDP, 2721 Stimmen), Henry Vettiger (SVP, 2489 Stimmen) und Christine Walter Walder (Grüne, 2488 Stimmen). Noch vor Vettiger platziert sich Marie-Therese Büsser mit 2524 Stimmen.

Schulpräsidium geht von der FDP zur EVP

Der eigentliche «Linksrutsch» ergibt sich aber durch die Wahl von Andrea Grossen-Aerni (EVP) mit 2205 Stimmen zur neuen Schulpräsidentin. Sie nimmt als Siebte in die Exekutive Einsitz. Sie setzte sich gegen Thomas Ineichen (FDP) durch, der 2016 Stimmen auf sich vereinte. Mit dem Musikschuldirektor wollten die Freisinnigen den Sitz ihres zurücktretenden Schulpräsidenten Jürg Schuler verteidigen.

SVP-Parteipräsident Rolf Müri ist trotz dem verpassten zweiten Sitz im Stadtrat überzeugt, dass sie alles richtig gemacht hatten. «Wir haben mit Bruno Bertschinger einen valablen Kandidaten gehabt.» Was ihn vor allem beschäftige, sei die tiefe Wahlbeteiligung von gerade einmal 32 Prozent. «Zwei Drittel der Stimmberechtigten gingen nicht an die Urne. Wie können wir die motivieren?»   

FDP-Parteipräsident Sven Zollinger erklärt sich die Niederlage beim Schulpräsidium damit, dass sie erst spät mit Thomas Ineichen in den Wahlkampf eingestiegen sind. Und umgekehrt habe Andrea Grossen-Aerni die Unterstützung von vielen anderen Parteien gehabt, während sie mit Ineichen lediglich die Hilfe durch die EDU gehabt hätten.

Auch er bilanziert nach dem Wahltag: «Im Stadtrat schwindet nun die bürgerliche Mehrheit.» Das dürfte auch eine Folge davon sein, dass die FDP Vettiger nicht für das Stadtpräsidium unterstützt hatte und aus diesem Grund die SVP auf eine Wahlempfehlung von Ineichen verzichtete. «Man kann es auch so sagen: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte», meint Vettiger dazu.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.