In eigener Sache

Tag des Lokaljournalismus

Das sagen «unsere» Sportler über uns

Vom Skirennfahrer bis zum Profifussballer, von der Marathonläuferin bis zum Formel-1-Team: Die ZO-Sportredaktion pflegt langjährige Kontakte zu Menschen, die längst über das Oberland hinaus Schlagzeilen machen.

Die ZO-Sportredaktion im Bild: David Schweizer, Florian Bolli und Oliver Meile (von links).

Foto: Simon Grässle

Das sagen «unsere» Sportler über uns

Tag des Lokaljournalismus

Vom Skirennfahrer bis zum Profifussballer, von der Marathonläuferin bis zum Formel-1-Team: Die ZO-Sportredaktion pflegt langjährige Kontakte zu Menschen, die längst über das Oberland hinaus Schlagzeilen machen.

Peter Sauber: «Der ZO hat uns immer begleitet»

So eine bedeutende Sportadresse haben nicht viele Regionalzeitungen in ihrer Nachbarschaft: Nur rund zwei Kilometer Luftlinie von unserer Redaktion entfernt liegt an der Hinwiler Wildbachstrasse die Fabrik des Formel-1-Teams von Audi. Der Name ist noch gewöhnungsbedürftig – meine Finger tippen automatisch «Sauber», wenn ich über den Rennstall schreibe, was ich seit nun schon 20 Jahren tue. Und schliesslich sprach man stets von «Sauber» – auch als die Firma zwischen 2006 und 2009 BMW mehrheitlich gehörte oder vor einigen Jahren mit dem Namen von Titelsponsor Alfa Romeo unterwegs war.

Das Unternehmen hinter dem Team gibt es schon seit 1970. Am 15. Mai ist es 56 Jahre her, seit Peter Sauber seine Firma gegründet hat. «Zu Beginn fanden wir mit den Rennwagen, die wir bauten, kein Echo in nationalen und internationalen Medien. Da waren wir froh, wenn die Lokalzeitung ab und zu einen Bericht schrieb», erinnert sich der Firmengründer. Mit dem Wachstum des Teams nahm die Berichterstattung zu. Sauber betrat die internationale Sportbühne und zog das Interesse von überregionalen Medien auf sich. Nicht nur mit dem Formel-1-Einstieg 1993, sondern auch schon vorher mit den Einsätzen und Erfolgen in Le Mans.

So etwas wie die «Hauszeitung» blieb der ZO aber doch. Exemplare unserer Zeitung lagen wohl nicht nur bei meinen Besuchen im Empfangsbereich des Werks in Hinwil auf. Die Wertschätzung war auch im Umgang mit verschiedenen Exponenten des Teams spürbar. Uns wurden exklusive Einblicke in die Fabrik gewährt, und wir erhielten dabei nie den Eindruck, wir müssten uns hinter grössere Medien in die Warteschlange stellen. Im Gegenteil: Die geografische Nähe und der gute Kontakt zu den verschiedenen Medienverantwortlichen über die Jahre sorgten auch schon dafür, dass sich ein Fahrer spontan über Mittag für ein Gespräch zur Verfügung stellte.

«Der ZO hat uns immer begleitet», sagt Peter Sauber. «Das war vor allem für unsere Mitarbeiter wichtig und eine Form der Anerkennung.» Dass er mit dem Inhalt unserer Berichterstattung nicht immer glücklich war, verschweigt er nicht. «In schwierigen Zeiten hätte ich mir gewünscht, dass man den Ball etwas flach hält», sagt er. «Doch kritische Berichte gehören dazu. Gerade bei einer Firma, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sportlich das Interesse auf sich zieht. Wenn der sportliche Erfolg ausbleibt, kann man das ja nicht positiv bewerten.» (fbo)

Alessio Miggiano: «Der Lokalzeitung treu zu bleiben, hat mit Wertschätzung zu tun»

Seine Nummer habe ich erst seit rund drei Jahren in meinem Handy gespeichert. Damals war Alessio Miggiano ein Skirennfahrer mit ersten vielversprechenden Resultaten im Europacup. Wir lernten uns telefonisch kennen, als ich über seine Aufnahme in ein Swiss-Ski-Kader schrieb. Und vor der neuen Saison trafen wir uns auf einen Kaffee. «Ich finde es am Anfang sehr schön, wenn man sich gegenübersitzt», sagt Miggiano. «Ich bin ein lockerer Typ und habe das Gefühl, dass ihr das von Grund auf auch seid. Die Atmosphäre ist immer sehr angenehm, und ich habe als Athlet nicht gleich das Gefühl, ich dürfe nichts Falsches sagen oder gerate gleich in einen Shitstorm.»

Unterdessen hat der Bubiker seine erste ganze Weltcup-Saison hinter sich. Und gemeinsame Kaffeetermine gibt es zwar noch, aber sie müssen in seinen vollbepackten Rennkalender passen. Der Kontakt per Telefon muss reichen, und dieser ist nicht minder ergiebig. «Gerade wenn man sich schon über mehrere Jahre kennt, ist das für mich völlig okay, den Kontakt auf diese Weise zu pflegen», sagt Miggiano.

Nicht nur mit seinen Resultaten – Miggiano war nahe an einem Weltcup-Podest und an einem Olympia-Startplatz –, sondern auch mit seiner lockeren und zugänglichen Art hat der Bubiker das Interesse überregionaler Medien auf sich gezogen. Es spricht für ihn, dass er für uns genauso unkompliziert erreichbar geblieben ist. Und vielleicht spricht es auch ein bisschen für uns. «Denen, die schon früh da waren, will ich treu bleiben», sagt er und meint damit neben Gönnern und Sponsoren auch die Lokalzeitung. «Das hat für mich mit Wertschätzung zu tun. Auch wenn ich selber davon nicht mehr denselben Benefit habe wie früher.» (fbo)

Anja Weber: «Es geht um den Menschen und nicht um möglichst viel Zirkus»

Als ihr Name erstmals bei uns in einer Langlauf-Resultatmeldung auftauchte, war Anja Weber gerade einmal zehn Jahre alt. 15 Jahre ist das her, unterdessen ist sie im Langlauf an die Weltspitze vorgestossen und betreibt auch Triathlon auf Leistungssportlevel. Und die Sammlung, die ihre Mutter angelegt hat, dürfte eine eindrucksvolle Grösse erreicht haben. «Es ist cool, sie hat immer alles ausgeschnitten», sagt Anja Weber. Und nicht nur das: Immer wieder erhält die Hinwilerin Reaktionen auf Artikel, die wir über sie geschrieben haben, von Freunden und Bekannten, die in der Region leben. «Das ist schön, und es fühlt sich familiär an», sagt sie.

Familiär und vertrauensvoll – so beschreibt Weber auch den Umgang mit der ZO-Sportredaktion. Als sie im Februar vorzeitig von den Olympischen Winterspielen abreiste und per Social Media kritische Worte gegenüber Swiss Ski publizierte, liessen die Interviewwünsche nicht lange auf sich warten. Neben Kontaktversuchen von Journalisten, von denen sie teilweise noch nie gehört hatte, poppte auch meine Anfrage auf ihrem Handy auf. Weber beantwortete sie mit einem Telefongespräch, das über eine Stunde dauerte und in dem sie ganz offen auch vieles sagte, das sie nicht an die Öffentlichkeit tragen wollte. Daraus entstand das einzige Interview zu dieser Angelegenheit. Bereut hat Weber das nicht. Sie sagt: «Ich schätze es sehr, dass es bei Euch um den Menschen und um die Hintergründe geht – und nicht um möglichst viel Zirkus.» (fbo)

Elmin Rastoder: «Es ist schön, wenn das Interesse nicht erst kommt, wenn es gut läuft»

Vier Jahre ist es her, als ich Elmin Rastoder aus Rüti erstmals eine WhatsApp-Nachricht schrieb und ihn um ein Telefonat bat. Er hatte gerade seinen ersten Einsatz in der Super League für die Grasshoppers hinter sich. 13 Minuten später antwortete er bereits – und bedankte sich für das Interesse. Nach dem Gespräch schickte er unkompliziert ein Foto, auf dem er ein mit seinem Namen beschriftetes GC-Dress in die Kamera zeigte, aufgenommen auf der Rütner Schützenwiese.

An seiner offenen Art hat sich bis heute nichts geändert. Dabei verläuft seine Karriere nicht nur in eine Richtung. Beim GC bleibt ihm der Durchbruch verwehrt, er wird zweimal zum FC Vaduz in die Challenge League ausgeliehen und wechselt schliesslich fix zum FC Thun.

Mit den Berner Oberländern schreibt er ein Fussballmärchen: Zuerst gelingt der Aufstieg, in dieser Saison wird er sogar zu einem der ganz grossen Überflieger der Super League. Als ich ihn im Februar erstmals persönlich treffe, nach einem Training in der Stockhorn-Arena, ist Rastoder mittlerweile nordmazedonischer Nationalspieler und bei grösseren Klubs ein Thema. Und doch freut er sich sichtbar über den Besuch aus seiner alten Heimat. «Das bedeutet mir viel», sagt er über den Kontakt zu unserer Sportredaktion. «Es ist schön, wenn das Interesse nicht erst kommt, wenn es gut läuft.» Solche Beziehungen fühlten sich «ehrlicher und persönlicher» an.

Der 24-Jährige gehört inzwischen zu den erfolgreichsten Stürmern der Liga. Am vergangenen Wochenende ist Rastoder nun tatsächlich mit Aufsteiger Thun vorzeitig Schweizer Meister geworden. Einer, der seinen Weg gemacht hat – ohne seine Wurzeln zu vergessen. «Rüti wird immer ein wichtiger Teil von mir bleiben», sagt er. «Die Werte wie Bodenständigkeit, Respekt und Disziplin nehme ich bis heute mit.» (dsc)

Fabienne Schlumpf: «Es stimmt einfach»

An mein erstes Gespräch mit Fabienne Schlumpf oder meinen ersten Artikel über die Topläuferin erinnere ich mich nicht mehr. Es ist weit über ein Jahrzehnt und damit schlicht zu lange her. Zwischen uns hat sich längst ein Vertrauensverhältnis entwickelt. 35 ist die dreifache Olympia-Teilnehmerin und beste Schweizer Marathonläuferin mittlerweile. Die Wetzikerin ist bei ihrem Lauf an die Weltspitze so geblieben, wie sie immer war: eine Frohnatur, nahbar, unkompliziert, gut erreichbar und immer offen für Ideen. Die schweizerische Medienbank listet in den letzten 15 Jahren fast 50 Schlumpf-Artikel von mir auf. Da kommen viele Telefonate und Begegnungen zusammen, in denen es auch immer etwas zu lachen gab. Unvergessen bleibt mir etwa, wie ich für ein Videointerview mit ihr auf ein dickes Buch steigen musste, um den Unterschied zur 1,83 Meter grossen Profiläuferin abzufedern. Schlumpf lacht, als ich sie daran erinnere.

«Es stimmt einfach», sagt die Wetzikerin zur Zusammenarbeit mit der ZO-Sportredaktion. Was sie besonders schätzt? «Ihr seid zuverlässig, der Umgang ist unkompliziert, und die Artikel sind gut geschrieben.» Schlumpf hat in ihrer langen Karriere viel Medienerfahrung gesammelt. Auch mit der internationalen Presse. Die regionalen Medien findet sie gleichwohl wichtig. «Nicht nur für mich, sondern generell für Sportlerinnen und Sportler, weil sie eine Plattform bieten.» Nach ZO-Artikeln erhält die Profiläuferin regelmässig Feedbacks, was ihr gefällt. «Das ist cool.» (ome)

Natalie Maag: «Ich schätze es extrem, dass ich nicht jedes Wort abwägen muss»

Eine Frau steht mit verschränkten Armen auf der Tartanbahn.

Auch über ein halbes Jahr später findet Natalie Maag es noch immer «krass», was im letzten Herbst passierte. Ausgerechnet vor der Olympia-Saison plagen die Weltklasse-Rodlerin finanzielle Sorgen, die sie per Crowdfunding lindern will. Ich interviewe die Spitzensportlerin dazu, deren entbehrungsreichen Weg als Einzelkämpferin in einer Randsportart ich seit Langem begleite. Die Wirkung des Artikels ist verblüffend. Schon zwei Tage nach dessen Erscheinen hat die Wernetshauserin die noch benötigten 9000 Franken für den Zielbetrag von 13’000 Franken zusammen. «Ohne dieses Interview hätte ich es nicht geschafft», glaubt sie und sagt zugleich, dass die regelmässige Berichterstattung im ZO ihre Bekanntheit in der Region stark gesteigert hat. «Viele Leute kennen mich – das habe ich Euch zu verdanken.»

Die Vize-Weltmeisterin im Sprint von 2024 findet für die langjährige Zusammenarbeit mit der ZO-Sportredaktion lobende Worte: «Ihr seid immer da. Ich kann offen reden und schätze es extrem, dass ich nicht jedes Wort abwägen muss.» Sie stellt fest: «Wir haben Hochs und Tiefs erlebt.» Wobei Maag mit diesem Satz ausschliesslich auf ihre Resultate zielt. Olympia 2026 etwa wird für die 28-Jährige wegen des verpassten Diploms zur grössten Enttäuschung der Karriere. Und doch antwortet sie zügig auf meine Anfrage per WhatsApp, telefoniert später mit mir, kämpft dabei noch immer mit ihren Emotionen. «Ich weiss nicht, ob ich das bei jemand anderem gemacht hätte», sagt Maag dazu. Ich finde es derweil beeindruckend, dass die stets offene und unkomplizierte Athletin auch in jenem Moment hinsteht, in dem sie am liebsten allein wäre. (ome)

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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