Er schreibt sein eigenes Fussballmärchen
Elmin Rastoder zählt zu den Überfliegern dieser Saison. Der Rütner befindet sich nicht nur in Topform – sondern ist mit dem FC Thun auch auf Meisterkurs.
Elmin Rastoder aus Rüti sitzt im nüchternen Medienraum der Stockhorn-Arena, draussen lockt ein beinahe frühlingshafter Bilderbuchtag – doch der Stürmer des FC Thun strahlt auch ohne Sonne. Am Vorabend hat er seinen zehnten Saisontreffer erzielt. Sieben Tore in den letzten acht Partien, acht Siege in Serie für seine Mannschaft. Zahlen, die nach Euphorie klingen.
Rastoder aber bleibt ruhig. «Das hätte ich zwar nicht gedacht», sagt er über seine Quote und den Vorsprung an der Tabellenspitze. «Aber wir haben ein sehr geiles Team, das lebt. Ich spüre das Vertrauen von Trainer und Mitspielern – das lässt mich so performen.» Dann schiebt er nach: «Ich mache mir keinen Druck.»
Es ist dieser Kontrast, der derzeit vieles erklärt. Während rund um Thun das Wort vom Wunder die Runde macht, wirkt der Mann im Sturmzentrum beinahe unberührt.
Vielleicht auch, weil sein Leben bodenständig geblieben ist. Mit seiner Frau wohnt der 24-Jährige im Berner Bümpliz-Quartier. Zum Training fährt er meist gemeinsam mit Mitspieler Leonardo Bertone, der nicht nur in der Nähe lebt, sondern mit dem er sich auch «schnell angefreundet» hat und in der Freizeit viel unternimmt. Trainingsfreie Tage verbringt er gerne bei seiner Familie in Rüti, nach Spielen geht es nicht selten mit Frau und Eltern in eine Thuner Pizzeria. Viel Glamour passt nicht in diesen Alltag.

