Wahlen

Wahlen im Bezirk Uster

Pinto in Volketswil wiedergewählt, SP verliert in Mönchaltorf zwei Sitze

Egg, Greifensee, Maur, Mönchaltorf, Volketswil, Wangen-Brüttisellen: Wer zieht in diesen Gemeinden in die Exekutive ein? Alle Resultate in der Übersicht.

Jean-Philippe Pinto (Die Mitte): Er bleibt Volketswiler Gemeindepräsident.

Foto: Seraina Boner

Pinto in Volketswil wiedergewählt, SP verliert in Mönchaltorf zwei Sitze

Egg, Greifensee, Maur, Mönchaltorf, Volketswil, Wangen-Brüttisellen: Wer zieht in diesen Gemeinden in die Exekutive ein? Alle Resultate in der Übersicht.

Egg: Parteiloser schnappt FDP einen Gemeinderatssitz weg

Die FDP Egg verliert sehr knapp einen Sitz an einen Parteilosen. Roger Meister wurde mit sagenhaften 1724 Stimmen, dem besten erzielten Ergebnis, in den Gemeinderat gewählt. Ebenfalls neu im Gemeinderat ist Pascal Graf (FDP), der mit 1675 Stimmen das zweitbeste Resultat verbuchen kann. 

Die weiteren Plätze besetzen alle Bisherigen. Sie konnten ihren Sitz halten: Oliver Künzler (FDP), Markus Ramsauer (SVP), Leslie Bächler (Die Mitte) und Christoph Domeisen (GLP). Und auch der Parteilose Urs Rehhorn ist für weitere vier Jahre als Schulpräsident in der Exekutive vertreten. Gemeindepräsident wird neu Markus Ramsauer – der einzige Kandidat für dieses Amt.

Zu den Verlierern dieser Wahlen gehören gleich drei Personen. Denn für den Gemeinderat hatten sich übermässig viele Personen interessiert. Knapp wurde es beim erst 23-jährigen FDPler Ramon Baumann. Er verpasst die Wahl wegen gerade einmal 14 Stimmen.

Ebenso muss Sergio Oesch (proEgg) eine Niederlage einstecken. Er kandidierte bereits das dritte Mal für die Exekutive. Von Baumann trennten ihn gut rund 150 Stimmen. Und zu guter Letzt verpasste auch Lorenz Kunz (SVP) die Wahl deutlich – er erzielte erreichte das absolute Mehr von 1071 nicht. Seine Partei strebte – wie auch vor vier Jahren – einen zusätzlichen Sitz an. Erfolg hatte sie jedoch nicht.

Somit bleiben die SVP, die Mitte und die GLP mit gleich vielen Sitzen in der Exekutive vertreten. Die FDP stellt ab dem Sommer nicht mehr drei, sondern noch zwei Sitze. Neu besteht der Gemeinderat zudem aus zwei Parteilosen. (jgu)


Volketswil: Pinto schlägt Herausforderer Frei deutlich

Jean-Philippe Pinto (Die Mitte) hat es nochmals geschafft. Der langjährige Gemeindepräsident von Volketswil liess am Sonntag seinen Konkurrenten James Frei (parteilos) nach einem harten, emotional geführten Wahlkampf deutlich hinter sich. 2555 Volketswiler wollten ihn weiterhin als Gemeindepräsidenten, Herausforderer Frei erhielt 1585 Stimmen.

Für Pinto, der seit 1998 im Gemeinderat sitzt und diesen seit 2017 präsidiert, wird es die letzte Amtszeit sein. Am Wahlpodium der Volketswiler Gewerbler von Anfang Februar hatte er angekündigt, dass er in vier Jahren nicht noch einmal antreten werde.

Frei wurde erst vor einem Jahr in den Gemeinderat gewählt, bei der Ersatzwahl setzte er sich damals deutlich gegen seine Konkurrenz durch. Im Wahlkampf ums Präsidium trat er als Aushängeschild all derjenigen an, die lautstark einen vermeintlichen Stillstand in der Gemeinde anprangerten und eine Erneuerung einforderten. Nun hat sich also gezeigt, dass der Ruf nach frischem Wind nicht gereicht hat, um den bestens vernetzten Pinto vom Thron zu stossen.

Veränderungen hingegen gibt es im Gemeinderat. Zwar schafften es mit Pinto, Frei und Michael Läubli (GLP) drei Bisherige in die Top 3, danach aber kommt bereits der Neue Matthias Buob von der FDP. Das fünftbeste Resultat schaffte mit Karin Ayar (parteilos) wiederum eine Bisherige, gefolgt von Herausforderer Dejan Malcic (SVP). Die Bisherige Ioana Mattle (GLP) erreichte zwar das absolute Mehr, schied aber als überzählig aus. Abgeschlagen auf Platz neun von elf Kandidierenden landete Marcel Egloff (parteilos). Ihn könnte der Ausstieg aus der FDP vor wenigen Wochen die Wahl gekostet haben; bei den Erneuerungswahl vor vier Jahren hatte er noch den fünften Platz erreicht.

Ebenfalls nicht gereicht hat es für Sarah Fischer (neu, parteilos), die den Einzug in den Gemeinderat bereits bei der Ersatzwahl vor einem Jahr verpasst hatte, sowie für Sabrina Montilla-Ariano (parteilos). Deutlich abgeschlagen auf dem letzten Platz landete der Grüne Michael Grüebler.

Im Vergleich zum Gemeinderat verlief der Wahlkampf für die Schulpflege geradezu geräuschlos. Gewählt wurden Raffaela Fehr (FDP, bisher), Sabina Hostettler (SVP, bisher), Maja Roca (parteilos, bisher), Sabine Wegmann (parteilos, bisher), Matthias Lüthi (parteilos, bisher), Christoph Tschanz (FDP, neu), Dimitrios Gakidis (FDP, bisher), Birgit Dell’Ava (parteilos, neu) und Gabriel Hürlimann (SVP, neu). Als überzählig schied Fabienne Donofrio-Scherrer (parteilos, neu) aus.

Für das Schulpräsidium kandidierte einzig die Bisherige Raffaela Fehr, sie steht damit im Gemeinderat dem Ressort Bildung vor.

In die Sozialbehörde gewählt wurden Patricia Forrer (parteilos, bisher), Gabriela Stüssi (FDP, bisher) Urs Diriwächter (SVP, bisher) und Andreas Pinsini (GLP, neu). Als überzählig ausgeschieden ist Dominik Vogt (SVP, neu).

Komplett neu besetzt werden musste die Volketswiler Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission (RGPK), die auf die neue Legislatur hin mit einem erweiterten Aufgabenbereich die bisherige Rechnungsprüfungskommission (RPK) ersetzt. Für das Präsidium kandidierten Tobias Wehr (parteilos) und Samuel Bond (FDP). Mit einem Unterschied von gerade mal 24 Stimmen war das Resultat denkbar knapp. Doch weil beide das absolute Mehr verpasst haben, müssen sie im Juni zum zweiten Wahlgang antreten.

Auch für die «normalen» fünf RGPK-Sitze kam es zur Kampfwahl. Gewählt wurden neben den beiden Kandidaten fürs Präsidium Marco S. Marty (SVP), Claudio Gugliotta (GLP) und Miloje Cvetic (SVP). Nicht gereicht hat es für Timur Demiral von der GLP.

Auch die Wahl in die Reformierte Kirchenpflege geht in eine zweite Runde, denn von den sieben Sitzen konnten am Sonntag lediglich deren fünf besetzt werden – und zwar mit Claudia Kühni Eggenberger (parteilos, neu), Christina Atland (FDP, bisher), Karin Reichlin (parteilos, bisher), Cornelia Alder (parteilos, neu) und Daniela Boelsterli (Die Mitte, bisher). Für das Präsidium gab es keine offiziellen Wahlvorschläge. (tba)


Wangen-Brüttisellen: Ruth Dettwiler setzt sich durch

Die neue Gemeindepräsidentin von Wangen-Brüttisellen heisst Ruth Dettwiler (FDP). Sie erhielt 746 Stimmen, auf Kontrahent Martin Kull (Forum) entfielen 498 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 38,9 Prozent.

Dettwiler tritt das Erbe von Marlis Dürst (Forum) an, die das Präsidium 2010 übernommen hatte und heuer nicht mehr zur Wahl antreten wollte.

Spannung versprach auch die Wahlentscheidung um den Gemeinderat, der ab dem 1. Juli 2026 von sieben auf sechs Mitglieder reduziert wird.

Neu in den Gemeinderat gewählt wurden Félicie Bozzone (Forum) und Simon Wüst (SVP). Bozzone erzielte mit 1105 Stimmen zudem das beste Ergebnis. Bei Wüst wurde es deutlich knapper: Auf den ersten überzähligen Kandidaten Thomas Maurer (FDP) hatte er einen Vorsprung von lediglich 10 Stimmen.

Von den Bisherigen wurden alle wiedergewählt. Neben Ruth Dettwiler und Martin Kull ist auch Marco Gamma (FDP) wieder mit von der Partie.

Um den Einzug in die fünfköpfige Rechnungsprüfungskommission (RPK) buhlten sechs Kandidaten. Die Hürde genommen haben Thomas Bindschädler (SVP), Mirko Basso (Forum), Alina David (FDP), Alessandra Pfenninger (GLP) und Patrick Waser (FDP), der zudem als RPK -Präsident bestätigt wurde. Jan Ziegler (SP) erreichte zwar das absolute Mehr, schied als Überzähliger jedoch aus.

Ebenfalls zur Kampfwahl kam es in der vierköpfigen Sozialkommission. Durchgesetzt haben sich Laura Angst (SP), Markus Guhl (FDP), Kathrin Kobelt Baumann und Barbara Moriggl-Wyder (beide Forum).

In die fünfköpfige Schulpflege wurden alle Bisherigen wiedergewählt: Kevin Arman (parteilos), Uwe Betz-Moser (Forum), Olivier Korda (FDP), Adrian Sartory (parteilos) Michèle Ulrich (FDP). Uwe Betz-Moser ist zudem als gewählter Schulpflegepräsident von Amtes wegen das sechste Mitglied des Gemeinderats.

In die evangelisch-reformierte Kirchenpflege Brüttiseller Kreuz wurden mit Rolf Gall (BVD), Markus Guhl (FDP), Moni Müller (parteilos), Ruth Oschwald (parteilos) und Christian Zuber (parteilos) alle vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten gewählt. Zuber ist als Präsident gewählt worden. (dam)


Mönchaltorf: SP verliert beide Sitze im Gemeinderat

Die Mönchaltorfer SP ist nicht mehr im Gemeinderat vertreten. Nachdem sich sowohl Gemeinderätin Marlis Schlumpf als auch Schulpräsidentin Andrea Larry gegen eine weitere Amtszeit entschieden hatten, drohte die SP aus der Exekutive zu verschwinden. Die einzige SP-Kandidatin Laura Brändli konnte nicht genügend Stimmen für sich gewinnen, um die Partei vor dem Ausscheiden zu bewahren.

Sie erreichte 484 Stimmen und damit nicht einmal halb so viele wie der parteilose Timo Sulzer (1023 Stimmen), der an der Seite der fünf bisherigen Gemeinderäte für die neue Legislatur in die Exekutive gewählt wurde. Es sind dies Bernhard Kaderli (FDP), Stefan Rotschi (FDP), Christina Thomas (parteilos), Stefan Zollinger (parteilos) und Gemeindepräsident Urs Graf (FDP). Graf stellte sich konkurrenzlos für eine dritte Amtszeit zur Verfügung.

Als Schulpräsident wurde Florian Hofmann (GLP) gewählt, der ebenfalls ohne Gegenkandidatur antrat und damit von Amtes wegen Einsitz in den Gemeinderat nimmt. In der Schulpflege hingegen kam es zur Kampfwahl: Sieben Kandidierende wollten einen der fünf Sitze ergattern. Geschafft haben dies neben Florian Hofmann auch Tom Ballaman (FDP, neu), Pia Hunkemöller (SP, neu), Suani Reichmuth (parteilos, bisher) und Beat Rusterholz (parteilos, bisher). (lcm)


Greifensee: FDP-Kandidat zieht in Gemeinderat ein

Sieben Kandidatinnen und Kandidaten für sechs Sitze: Das Rennen in den Greifenseer Gemeinderat schaffte neu der Biotech-Ingenieur Konrad Sägesser (FDP) mit 1011 Stimmen.

Dies während fünf der bisherigen Mitglieder des Gemeinderates zur Wiederwahl anraten: Sie alle wurden wiedergewählt. Monika Keller (FDP) – ihr gelang auch die Wiederwahl als Gemeindepräsidentin – , Franziska Graf Schläppi (Aktion G), Stefan Karl (Die Mitte), Barbara Rodrigues (Aktion G) und Patrick Schoch (Aktion G). Der Ökonom Marcel Erni (SVP) hat es als weiterer neuer Kandidat nicht in den Gemeinderat geschafft.

Der Greifenseemer Gemeinderat ist nach dem Rücktritt des Grünen Gemeinderats Thomas Honegger und seiner Parteikollegin, der Schulpflegepräsidentin Martina Aliag, neu deutlich bürgerlicher als zuvor. Ein Umstand, den Gemeindepräsidentin Monika Keller bereits vor den Wahlen bedauert hatte.

Denn ins Präsidium der Schulpflege wurde Ueli Sonderegger Matos (GLP) gewählt. Für die Schulpflege der Gemeinde Greifensee waren es sieben Personen, die sich um fünf Sitze bewarben. Der Bisherige Jeffrey Santana (FDP) wurde wieder gewählt. Zudem Patricia Simone Losser (FDP), Beatrice Heldt Viganò (Aktion G) und Caroline Waldburger-Vögtli (parteilos).

Ins Präsidium der Rechnungsprüfungskommission (RPK) ist Dario Frattini (GLP) gewählt. Zudem sind als Bisherige Isak Etemi (Aktion G) Christina Stettler (Aktion G) in der Kommission. Ergänzt wird das Feld neu durch Tobias Bauer (FDP), während ein Sitz weiterhin vakant ist, da dafür keine Kandidatur eingereicht worden ist. (eru)

Anmerkung der Redaktion: In einer älteren Version haben wir fälschlichjerweise berichtet, dass Zaneta Barbulovic-Milosevic (parteilos) und Marco Corso (parteilos) in die Schulpflege gewählt worden seien.

Richtig ist: Neu in die Schulpflege Greifensee gewählt wurden Beatrice Heldt Viganò (Aktion G) und Caroline Waldburger-Vögtli (parteilos). Sie gehören künftig zusammen mit Patricia Simone Losser (FDP) und Jeffrey Santana (FDP) der Schulpflege an. Das Präsidium übernimmt Ueli Sonderegger Matos (GLP).


Maur: Renggli und Gantner verpassen Wahl in Gemeinderat

Im Maurmer Gemeinderat machen die Parteien das Rennen, die Parteilosen gehen fast leer aus. Mit 2452 Stimmen erzielte Yves Keller (FDP) das beste Ergebnis. Der 49-Jährige wurde zudem auch als Gemeindepräsident klar wiedergewählt.

Und auch die anderen Bisherigen werden ihr Amt für weitere vier Jahre ausüben dürfen. Dies sind: Claudia Bodmer (Die Mitte), Catherine Gerwig (SVP) und Thomas Hügli (GLP). Zudem wurde der bisherige Schulpräsident Rob Labruyère (parteilos) in seinem Amt bestätigt.

Ein grosser Erfolg verzeichnet einer der Neuzugänge. Und zwar erhielt Roland Bischofberger (FDP) 2443 Stimmen. Somit liegt er ganz knapp – wegen 9 Stimmen – hinter seinem Parteikollegen Keller auf Platz 2 und wird Teil des Gemeinderats. Ebenso glückte Reto Surbeck (SVP, neu) die Wahl mit 1955 Stimmen.

Die Parteienstärken haben sich im Gemeinderat demnach verändert: Die SVP stellt neu zwei Sitze, zuvor war es einer. Da Urs Rechsteiner (Die Mitte) nicht mehr zur Wahl angetreten war, vertritt nur noch Claudia Bodmer die Partei in der Exekutive. Die FDP konnte ihre zwei Sitze, und die GLP ihren einen Sitz, zudem halten. 

Einen Gemeinderatssitz verpasst haben die beiden parteilosen Kandidaten Thomas Renggli und Alex Gantner. Beide machten in den vergangenen Wochen Stimmung gegen den Gemeinderat – unter anderem mit Beiträgen in der «Maurmer Zeitung». 

Renggli verpasste die Wahl letztlich wegen 300 Stimmen. Auf den Misserfolg angesprochen, zeigt sich Renggli enttäuscht, meint jedoch: «Wenn man das Ergebnis anschaut, ist es ein gutes Resultat. Denn das absolute Mehr habe ich erreicht.» Weshalb hat es aber mit der Wahl nicht geklappt? «Mir kam es so vor, als ob alle gegen Renggli waren», sagt der 53-Jährige. Konkret wurde er von keiner Partei zur Wahl empfohlen. Nichtsdestotrotz gratuliert er den gewählten Gemeinderäten zu ihrer Wahl. 

Bei Alex Gantner spricht das Ergebnis ausserdem eine deutliche Sprache. Gerade mal 336 Stimmen erhielt der 57-Jährige, wobei er wegen seiner kurzfristig verkündeten Kandidatur nicht auf der offiziellen Wahlliste aufgeführt war. (jgu)


So präsentierten sich die Ausgangslagen

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