Thomas Renggli will in den Gemeinderat von Maur
Sprengkandidat
Das ist eine Kandidatur mit Sprengkraft: Der Journalist und Autor Thomas Renggli will als Parteiloser in die Exekutive der Gemeinde Maur.
Thomas Renggli? War da mal was?
Wir erinnern uns: Von Mai 2023 bis März 2024 war Renggli interimistischer Chefredaktor der «Maurmer Post». Sein befristeter Vertrag bei der gemeindeeigenen Wochenzeitung wurde damals nicht verlängert, worauf der heute 53-Jährige das Konkurrenzprodukt «Maurmer Zeitung» ins Leben rief. Zuerst als Printausgabe, später ausschliesslich online schreibt Renggli, wie ihm die Feder gewachsen ist.
Kritisch und unbequem, oft mit Hang zur Polemik, fährt der frühere Sportjournalist von NZZ und «Blick» der siebenköpfigen Gemeindeexekutive regelmässig an den Karren. Ausgerechnet Renggli will im kommenden Frühjahr einen Sitz in dieser Exekutive ergattern.
Sieben Sitze, acht Kandidaten
Vor einer Woche hatte Maur eine Liste mit den provisorischen Wahlvorschlägen für die Periode 2026 bis 2030 auf der gemeindeeigenen Website publiziert. Von den Bisherigen als Kandidaten aufgeführt sind Yves Keller (Gemeindepräsident/FDP), Claudia Bodmer-Furrer (Die Mitte), Catherine Gerwig (SVP), Thomas Hügli (GLP) sowie Rob Labruyère (parteilos), dem als Präsident der Schulpflege ein Sitz in der Exekutive zusteht. Dazu stellen sich die Neuen Roland Bischofberger (FDP) und Reto Surbeck (SVP) zur Verfügung.
Seit Mittwoch ist mit Thomas Renggli ein achter Kandidat im Rennen. Die Kandidatur sei eingegangen und gültig, bestätigt Anette Fahrni, die Kommunikationsbeauftragte der Gemeinde.
Ihn habe gestört, dass sich sieben Kandidaten für die sieben Sitze beworben hatten, erklärt Renggli: «In einer demokratischen Wahl braucht es eine Auswahl.»
Politisch verordnet sich der Parteilose als «eingemitteter Linker», klingt dann aber sehr bürgerlich: Er stehe für das Gewerbe ein und sei gegen Geldvernichtung und ausufernde Bürokratie. Als Sportjournalist liege ihm der Sport sehr am Herzen: «Der FC Maur muss einen Kunstrasenplatz erhalten!»
«Es ist kein Rachefeldzug»
Dass er mit seiner eben lancierten Politkarriere lediglich eine weitere Möglichkeit entdeckt habe, der aktuellen Exekutive auf den Wecker zu gehen, weist Renggli entschieden von sich: «Meine Kandidatur ist weder ein Rachefeldzug noch ein Revanchefoul.» Natürlich sei mit seinem unfreiwilligen Abgang bei der «Maurmer Post» einiges an Geschirr zerschlagen worden, «aber irgendwann muss man auch mal den Deckel draufmachen und nach vorne schauen».
Man berichte in der «Maurmer Zeitung» zwar durchaus kritisch über die Gemeindepolitik, meint Renggli: «Aber wir geben allen Beteiligten eine Plattform.» Er sei überzeugt, dass er mit seinem Background und seiner Lebenserfahrung etwas für das Gemeinwesen in Maur tun könne, sagt der zweifache Familienvater, der fast 50 Jahre seines Lebens in Ebmatingen verbracht hat.
Will er in die Exekutive gewählt werden, muss der Sohn der verstorbenen Sportreporter-Legende Sepp Renggli am 8. März 2026 voraussichtlich rund 1000 Maurmerinnen und Maurmer von seinem Background und seiner Lebenserfahrung überzeugen. Das absolute Mehr an den Wahlen 2022 lag bei exakt 966 Stimmen.