Das sind die bewegendsten Regionalsport-Geschichten des Jahres
Im Sport geht es nicht nur um Sieg und Niederlage, sondern vor allem um Emotionen, Schicksale und bewegende Momente. Wir haben vier besondere Geschichten herausgepickt.
Catia Gubelmann

«Mit dem Kopf durch die Wand, das kann ich.» Das Zitat stammt von Catia Gubelmann, und es passt zu ihrer Karriere, die gleich in mehrfacher Hinsicht speziell ist. Die Ustermerin hat sich noch nicht lange auf die 400 m spezialisiert und einen steilen Aufstieg hinter sich. Und auch wenn sie ihr Ziel, an der WM in Tokio als Einzelstarterin dabei zu sein, verpasst hat: Ihre Geschichte bewegt, weil sie unglaublich offen über ihr ADHS spricht.
Natalie Maag

Es war das Letzte, was sie vor einer Olympia-Saison brauchte: Im August trat die Wernetshauser Weltklasse-Rodlerin Natalie Maag wegen finanzieller Sorgen mit einem Crowdfunding an die Öffentlichkeit. Sie sah ihre Karriere in Gefahr aufgrund von Sparmassnahmen des Verbands. Diese wurden zwar später zurückgenommen, die Auszahlung der Beiträge folgte, wenn auch verspätet. «Es ging an meine Existenz», sagte die Wernetshauserin. Sie, die als Olympia-Medaillenhoffnung gilt, spielte gar mit dem Gedanken, aufzuhören.
Was dann folgte, war wie im Märchen. Nachdem wir über Maags Situation und das Crowdfunding berichtet hatten, ging es schnell, und die Wernetshauserin hatte nicht nur die angestrebten 13’000 Franken zusammen, sondern gar über 15’000 Franken. «Ein Megaaufsteller» war das für die 28-Jährige. Olympia kann für sie kommen.
Fabienne Schlumpf

Geduldig ist Fabienne Schlumpf von Natur aus nicht, vor allem dann nicht, wenn sie nicht laufen darf. Eigentlich wäre der New York Marathon ihr grosses Ziel gewesen – doch daraus wurde für die Wetzikerin nichts. Als die Schweizer Rekordhalterin im Marathon Anfang Oktober den Murtenlauf gewann, verletzte sie sich. «Ich hatte starke Schmerzen, und auf der Ziellinie hätte ich heulen können», sagt die 35-Jährige. Eine spezielle Verletzung setzte sie ausser Gefecht. Was sie hat, hatten noch nicht viele. «Ich bin weltweit die Dritte nach einem Rugbyspieler und einem Fussballer», weiss Schlumpf.
Fabian Kindlimann

Auf diesen Erfolg musste er ganz lange warten. Zwölf Jahre nachdem Fabian Kindlimann seinen ersten eidgenössischen Kranz gewonnen hatte, gelang dem Fischenthaler dieses Kunststück erneut. Am Eidgenössischen Schwingfest in Mollis GL Ende August reckte der 34-Jährige nach dem achten Gang die Fäuste in die Höhe, obwohl er eine seiner seltenen Niederlagen kassiert hatte. Der Kranz war ihm dennoch nicht mehr zu nehmen.
Dass er nur einen Tag nach diesem Grosserfolg im Hadliker Schwingkeller sein Amt als Trainer der Jungschwinger ausübte, sagt viel über ihn aus. «Es ist mir sehr wichtig, als Vorbild voranzugehen», sagt Kindlimann im Interview, in dem er seinen Erfolg einordnet. «Es fällt ein extremer Ballast von mir», erklärt der Fischenthaler, dessen 59 Kränze ein einsamer Bestwert im Schwingklub Zürcher Oberland sind.
