«Schwuler Lehrer» kommt auf die Bühne – der Fall aus Pfäffikon bewegt
Homosexualität als Tabu
Der preisgekrönte Regisseur Piet Baumgartner hat die Mobbing-Geschichte des Lehrers in Pfäffikon inszeniert. Ein Stück, das zum Denken anregt.
Der Fall eines homosexuellen Lehrers aus Pfäffikon sorgte landesweit für Aufsehen. Nun bringt ihn der Regisseur Piet Baumgartner als Stück auf die Bühne des Theaters Neumarkt. Eine Inszenierung, die weniger anklagt als vielmehr sichtbar macht – und gerade deshalb nachwirkt.
Ausgangspunkt ist die Geschichte eines Lehrers, der nach einem Sexualkundeunterricht massiv unter Druck geriet. Wertkonservative und freikirchliche Eltern weigerten sich, ihre Kinder weiterhin von ihm unterrichten zu lassen. Vordergründig wegen des Inhalts der Lektion – hintergründig lief es darauf hinaus, dass die sexuelle Ausrichtung der Lehrperson eine Gefahr für ihr Weltbild darstellte.
Wir berichteten über das Schicksal der Lehrperson zum ersten Mal im Frühling 2024. Zwar trennte sich die Schule offiziell «im gegenseitigen Einverständnis» von dem Lehrer. Doch zu diesem Zeitpunkt war Daniel Brunner (Name der Redaktion geändert) bereits krankgeschrieben. Zudem hatte er den Rückhalt der Schulleitung verloren. Diese setzte ihn zunehmend unter Druck, auch, weil sie eine öffentliche Eskalation befürchtete.

