Schule Pfäffikon hat Lehrer nicht vor übergriffigen Eltern geschützt
Anstatt einen Lehrer vor haltlosen Anschuldigungen von renitenten Eltern zu schützen, forcierte die Schule Pfäffikon dessen Abgang. Der Bezirksrat verurteilt die Vorgänge scharf – und spricht klare Empfehlungen aus.
Es war eine folgenschwere E-Mail, verschickt um 22.49 Uhr: «Nach sorgfältiger Abwägung sind wir zum Schluss gekommen, dass die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dir und uns nicht mehr gegeben ist. Wir sehen uns deshalb gezwungen, das Arbeitsverhältnis mit dir aufzulösen.»
Geschrieben hat die E-Mail die Schulleiterin des Schulhauses Obermatt in Pfäffikon. Adressat: Lehrer Daniel Brunner, der eigentlich anders heisst. Er war zu diesem Zeitpunkt im Februar 2024 krankgeschrieben.
Der Grund: Der schwule Primarlehrer war ins Kreuzfeuer von wertkonservativen Eltern geraten. Sie deckten ihn mit Vorwürfen zu seinem Sexualkundeunterricht ein. Die Eltern wollten ihre Kinder gar nicht mehr in den Unterricht schicken, es kam zu tumultartigen Szenen im Schulhaus.
Die Anschuldigungen erwiesen sich als haltlos – den Rückhalt seiner Vorgesetzten verlor der Lehrer trotzdem. Brunner willigte schliesslich einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses in gegenseitigem Einvernehmen ein.

