Gesellschaft

Die Dübendorfer Parks – Teil 5

Giessenpark: Geheimtipp mit kleinen Schwächen

Im versteckten Giessen-Park in Dübendorf gibt es Schatten und den besten Sandhaufen der Stadt. Picknicker und Grillierer müssen sich allerdings etwas einfallen lassen.

Giessenpark: Geheimtipp mit kleinen Schwächen

Die Dübendorfer Parks – Teil 3

Im versteckten Giessenpark in Dübendorf gibt es Schatten und den besten Sandhaufen der Stadt. Picknicker und Grillierer müssen sich allerdings etwas einfallen lassen.

Während sich die anderen Parks in Dübendorf den Besuchern geradezu anbieten, verhält sich der Giessenpark ziemlich zurückhaltend. Er ist gut versteckt zwischen der Glatt und der in Etappen erstellten Giessen-Überbauung an der Überlandstrasse. Ausser Spaziergängern, Hündelern und den direkten Anwohnern dürfte er den wenigsten bekannt sein. Dafür bekommt er den Stempel «Geheimtipp» aufgedrückt. Zack.

Eine gezeichnete Karte als Situationsplan für einen Park.
Hier befindet sich der Giessenpark.

Den Mittelpunkt des Parks bildet eine fast kreisrunde Rasenfläche. Auf der einen Seite gibt es Liegen aus Gussbeton, die sich als bequemer herausstellen, als sie aussehen, aber effektiv unbequemer sind, als sie sein sollten. Neben ein paar Bäumchen gibt es noch einen alten Baumbestand – damit verfügt der Park über etwas, das man woanders vergeblich sucht: Schatten!

Gibt es da Indianer?

Der Picknickbereich mit zwei Tischen ist allerdings komplett ungeschützt. Hier findet man einen unzerstörbaren, aber schon etwas abgeranzten Metallgrill, einen kleinen Brunnen und einen Abfallbehälter für heisse Kohle, aber kein Holz weit und breit. Die Kohle bringt man also selber mit. Und das Essen sowieso, denn in der Umgebung sucht man vergeblich nach einem Laden oder Take-away-Restaurant. Dafür liegt auch kein Abfall rum.

Das Coolste am Park ist der Spielplatz. Für die lieben Kinderchen gibt es hier einen grimmig dreinblickenden Totempfahl, an den sie ihre Spielkameraden festbinden können. Kulturelle Aneignung, ja, aber wenns Spass macht, sollte man nicht so streng sein.

Im Hintergrund dröhnt die Givaudan

Gleich daneben ist eine Mini-Zipline. Und der beste Sandhaufen der Stadt mit Förderband und Seilwinde. Wer gerne buddelt und Bauarbeiter spielt, ist hier im Paradies. Mittendrin ein abenteuerlich aussehender, aber fest verschraubter Bretterpfad zu einem windschiefen Hüttchen, in dem man sich vor den Indianern – äh First Nations – verstecken kann.

Während es auf dem Spielplatz schon mal etwas lauter zu- und hergeht, ist im grossen Rest des Parks eher wenig los. Der Autor des Artikels nahm auf dem «Wie geht’s dir?»-Bänkli Platz und hätte gerne über die Hitze geklagt, aber es war halt niemand da zum Jammern.

In der Mittagspause kauen vereinzelte Angestellte der umliegenden Betriebe auf ihrem Sandwich herum. Und hin und wieder feiert eine Grossfamilie im Park Kindergeburtstag – mit selbst mitgebrachten Picknicktischen im Schatten der alten Bäume. Das sonore Dröhnen der Abluftreinigungsanlage der nahen Duft- und Aromastoffherstellerin Givaudan geht da schnell im Kindergeschrei unter.

Sommerserie über die Dübendorfer Parks

Dübendorf ist auf dem Weg zur Parkstadt. Während der Aufwertung des öffentlichen Raums lange Zeit wenig Beachtung geschenkt wurde, hat die Stadt in den letzten Jahren verschiedene Grünflächen und Erholungszonen geschaffen oder in Zusammenarbeit mit privaten Bauherren realisiert. In einer Serie stellen wir diesen Sommer die fünf grössten Parks vor.

Bereits erschienen:
«Jabee-Park: Stylisch, offen, aber wenig bevölkert»
«Bettlipark und Glattquai: Grüne Oase, divers, mit Partypotenzial»
«Zelgli-Park: Verspielt, beliebt und mit Nervpotenzial»
«Three-Point-Park: Gross, heiss und mit Knutschterrasse»

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