Zelgli-Park: Verspielt, beliebt und mit Nervpotenzial
Der grösste Spielplatz Dübendorfs macht kleinen und grossen Kindern Spass. Eltern müssen mit gewissen Einschränkungen umgehen können und Vorsichtsmassnahmen treffen, aber das ist machbar.
Okay, wir geben es zu, der Zelgli-Spielplatz ist kein Park im klassischen Sinne. Aber es hat Picknicktische und eine Wiese – also ist es ein Park. Doch halten wir uns nicht mit kleinkarierten Definitionen auf, sondern lassen den Blick über das Gelände schweifen: Wir sehen ein staubiges Fussballplätzli mit zwei kleinen Toren, ein tolles Schaukelangebot mit Holzschnitzeln als Fallschutz, Rutschen, einen Kletterturm und Hütten auf Hügeln, in denen sich prima Geheimnisse austauschen lassen. Und wenns doch mal langweilig werden sollte, dann findet man in einer Box eine schöne Auswahl an Kinderbüchern.

Das Beste aber sind die Wasserspiele mit Wasserrad, fest montierten Staustufen, einer Wasserschnecke und ganz vielen Möglichkeiten zum Planschen und Ins-Wasser-Fallen, um die Eltern zu nerven. Mal wieder die Ersatzkleider vergessen? Typisch!
Weiter gibt es aufgemalte Hüpfspiele, deren Sinn sich nicht in jedem Fall auf Anhieb erschliesst, und ein grosses Mühlespiel für die Grossen. Und eben: die eingangs erwähnten Picknicktische mit Sonnensegeln, jedoch – Väter müssen jetzt stark sein – ohne Grill.
Einkaufsmöglichkeiten sind in der Nähe nicht zu finden, Eltern wissen aber glücklicherweise mit solchen tendenziell lebensbedrohlichen Situationen umzugehen. Oder sie betteln in den benachbarten Familiengärten nach ein paar Zucchetti.








In schriftlichen Aufzeichnungen wird der «Park» immer mal wieder als Robinsonspielplatz bezeichnet. Aber von einem Abenteuerspielplatz, auf dem Kinder mit Holz und gefährlichen Werkzeugen nach Herzenslust bauen und sich verletzen können, ist das Ganze doch recht weit entfernt.
Die Anlage ist immer gut besucht und gepflegt, und die Katzen aus der Nachbarschaft scheinen die Durchkriechröhre nicht als Klo zu benutzen, was ihnen hoch anzurechnen ist. Oder vielleicht suchen sie auch das Kompost-WC auf, das, ganz im Gegensatz zur Bio-Toilette am Bettlipark, nicht regelmässig abgefackelt wird.
Die Kinder, die heute auf dem Spielplatz rumtoben, werden dereinst als Erwachsene auf dem Zelgli wohl ebenfalls auf ihre Kosten kommen. Denn die Stadt plant, die Familiengärten und die nahen Fussballplätze zu einer grossen Grün- und Erholungsfläche umzubauen. Spätestens dann ist es ein richtiger Park.
Sommerserie über die Dübendorfer Parks
Dübendorf ist auf dem Weg zur Parkstadt. Während der Aufwertung des öffentlichen Raums lange Zeit wenig Beachtung geschenkt wurde, hat die Stadt in den letzten Jahren verschiedene Grünflächen und Erholungszonen geschaffen oder in Zusammenarbeit mit privaten Bauherren realisiert. In einer Serie stellen wir diesen Sommer die fünf grössten Parks vor.
Bereits erschienen:
17. Juli: «Jabee-Park: Stylisch, offen, aber wenig bevölkert»
24. Juli: «Bettlipark und Glattquai: Grüne Oase, divers, mit Partypotenzial»
7. August: «Giessen-Park: Geheimtipp mit kleinen Schwächen»

