Jabee-Park: Stylisch, offen, aber wenig bevölkert
Die Dübendorfer Parks – Teil 1
Der Park beim Jabee-Tower in Dübendorf ist schön und gepflegt, aber löst er auch den Anspruch ein, der Quartiermittelpunkt zu sein?
Der Jabee-Park war die erste grosse, öffentlich zugängliche Grünfläche in Dübendorf, die von der Bauherrschaft als Kompensation für die dichte Bebauung auf dem Grundstück erstellt wurde. Mittlerweile wurde ebenfalls im Hochbord unterhalb der Three-Point-Tower ein Park nach demselben Schema erstellt. Und sollte die Überbauung Am Ring an der Giessenkreuzung dereinst tatsächlich realisiert werden – also so wirklich, wirklich –, folgt ennet der Ringstrasse ein weiterer.
Fürs Auge macht der Park durchaus was her: geschwungene Wege, eine klare Geometrie mit scharfkantiger Hecke als Abgrenzung zur Hochbordstrasse, ein paar Bäumchen, der Rasen stets sorgsam getrimmt (für den betrieblichen Unterhalt ist die Stadt Dübendorf zuständig). Eigentlich findet man im Jabee-Park das kuscheligste Gras der Stadt, aber das trockene und heisse Wetter der vergangenen Wochen hat auch hier seine Spuren hinterlassen.

Am meisten aber sticht die rund 60 Meter lange Pergola heraus. Diese besteht aus Gussbetonbögen und bricht so radikal mit der gängigen Vorstellung eines gemütlichen Rückzugsorts, wie der Jabee-Tower sich mit seinen Rundungen und der glitzernden Fassade von den Zweckbauten in der Nachbarschaft abhebt.
Ein stylischer Grill
Unter den Bögen gibt es Bänkli und einen kleinen Brunnen. Und passend zum urbanen Flair eine stylische Plancha-Grillstation, die in der Regel tadellos sauber ist – ebenso wie die Gratistoilette gleich daneben. Das gastronomische Angebot in der näheren Umgebung ist gar nicht mal schlecht. Gleich über die Strasse gibt es Tenz-Momos zum Mitnehmen und ein Minicafé mit Glace, Kaffee und italienischen Leckereien. 400 Meter entfernt sind die Migros und ein Kiosk.





Trotz visuellen Bestnoten ist der Park auffallend wenig bevölkert. Das mag einmal am fehlenden Schatten liegen. Das Blätterdach der noch immer kleinen Bäume bietet wenig Schutz vor der Sonne; eine vierköpfige Familie muss schon stark zusammenrücken, um keinen Sonnenbrand zu riskieren. Auch die Pergola ist erst zaghaft bewachsen. Mit etwas Glück (oder Timing) erwischt man den richtigen Sonnenstand, dann hat man mit dem Jabee-Tower einen riesigen Sonnenschirm.
Der Spielplatz ist Standard
Toben sich nicht gerade die Kinder des benachbarten Lycée Français auf dem Rasen aus, herrscht weitgehend Stille auf dem braun gewordenen Grün. Ab und zu lümmeln ein paar Teenies auf den Bänkli rum, oder es wagt sich dann doch mal jemand mit Badetuch und Bikini aufs Gras.
Der Standardspielplatz mit Klettergerüst, Schaukel, Rutschi und kleinem Sandhaufen wird noch am besten frequentiert. Dass die manuelle Wasserpumpe immer mal wieder defekt ist, schmälert im Sommer die Aufenthaltsqualität für die Kinderchen allerdings beträchtlich.
Fazit: Es scheint so, dass die Leute lieber durch den Jabee-Park spazieren, als ihn zu nutzen. Aber eben, hübsch aussehen tut er schon.
Sommerserie über die Dübendorfer Parks
Dübendorf ist auf dem Weg zur Parkstadt. Während der Aufwertung des öffentlichen Raums lange Zeit wenig Beachtung geschenkt wurde, hat die Stadt in den letzten Jahren verschiedene Grünflächen und Erholungszonen geschaffen oder in Zusammenarbeit mit privaten Bauherren realisiert. In einer Serie stellen wir diesen Sommer die fünf grössten Parks vor.

