Gesellschaft

Die Dübendorfer Parks – Teil 5

Three-Point-Park: Gross, heiss und mit Knutschterrasse

Der grösste Park in Dübendorf muss noch etwas gedeihen, denn am gemütlichsten ist es derzeit im Schatten der Wohntürme. Ein Highlight aber ist das Mini-Pärkli auf dem Turnhallendach.

Three-Point-Park: Gross, heiss und mit Knutschterrasse

Der grösste Park in Dübendorf muss noch etwas gedeihen, denn am gemütlichsten ist es derzeit im Schatten der Wohntürme. Ein Highlight aber ist das Mini-Pärkli auf dem Turnhallendach.

Wie die Grünfläche beim Jabee-Tower ist auch der Park bei den Three-Point-Hochhäusern als Kompensation für die dichte Bebauung auf dem Grundstück entstanden. Entsprechend grosszügig kommt die Anlage daher.

Den meisten Platz nimmt die Grasfläche ein, die etwa halb so gross ist wie ein Fussballfeld – und manchmal auch als solches genutzt wird. An einem anderen Tag ist die Grasfläche komplett verwaist, dann wiederum lümmeln ein paar Teenies rum und starren in ihre Handys, während sich ein Vater und sein Sohn daneben stumm ein Styroporflugzeug zuwerfen. Unter der Woche ist bei schönem Wetter zweimal am Tag am meisten los, denn der Park ist auch der Pausenplatz des Quartierschulhauses, das sich in den Hochhaustürmen befindet.

Eine gezeichnete Karte als Situationsplan für einen Park.
Hier befindet sich der Three-Point-Park.

Was dem Ganzen fehlt, ist Schatten. Zwar wurden diverse Bäume gepflanzt, doch die sind jung und winzig und werden erst die kommende Generation vor der Sonne schützen. Deshalb ziehen sich die Leute an heissen Tagen auch lieber auf den Platz zurück, der im Schatten zwischen den Wohntürmen liegt. Hier hat es Bäumchen und Sträucher, einen Brunnen, Stühle, Liegebänke, und vor allem weht aufgrund des für Hochhausschluchten typischen Düsenwinds immer ein Lüftchen. Eine passende Umgebung für ein Picknick, für das man sich im Lidl gleich auf der anderen Seite der dicht befahrenen Zürichstrasse eindecken kann.

Ohne Sonnensegel muss der Spielplatz auskommen, der in der aktuell gängigen Naturoptik gestaltet und für kleine Kinder ganz passabel ist. Keinen Spass macht der Sandhaufen. Denn er ist nicht nur winzig, sondern auch voller Kies. Eindeutig eine Fehlplanung.

Erwünscht ist der Kies hingegen auf dem Boule-Platz für unsere französischen Freunde, von denen es in Dübendorf immer mehr gibt, obwohl es schwierig bis unmöglich ist, in der Stadt ein passables Baguette zu bekommen. Noch weist die Fläche allerdings wenige Gebrauchsspuren auf. Deutlich besser genutzt ist der Basketballplatz mit einem Korb.

Ein hübsches Fleckchen haben die Landschaftsarchitekten auf dem Dach der Turnhalle am Parkrand gebaut. Hier hat es zwei Liegebänkli, auf denen es sich ausgezeichnet knutschen oder kiffen lässt. Oder man beobachtet in der Nacht Elon Musks Starlink-Satelliten beim Vorbeifliegen.

Eingebettet sind die Liegen in eine naturnah gestaltete Umgebung, die mit ihrem sorgsam drapierten, ausgebleichten Totholz inmitten der superurbanen Ambiance mit Wolkenkratzern und Zweckbauten ein fast schon alpines Flair versprüht. Auch sonst ist im Park rund ein Drittel der Fläche biodivers bepflanzt. Die Insekten freuts. Allerdings hört man es weder summen noch brummen, denn dafür ist die Umgebung dann doch zu laut.

Sommerserie über die Dübendorfer Parks

Dübendorf ist auf dem Weg zur Parkstadt. Während der Aufwertung des öffentlichen Raums lange Zeit wenig Beachtung geschenkt wurde, hat die Stadt in den letzten Jahren verschiedene Grünflächen und Erholungszonen geschaffen oder in Zusammenarbeit mit privaten Bauherren realisiert. In einer Serie stellen wir diesen Sommer die fünf grössten Parks vor.

Bereits erschienen:
17. Juli: «Jabee-Park: Stylisch, offen, aber wenig bevölkert»
24. Juli: «Bettlipark und Glattquai: Grüne Oase, divers, mit Partypotenzial»
7. August: «Giessenpark: Geheimtipp mit kleinen Schwächen»
14. August: «Zelgli-Park: Verspielt, beliebt und mit Nervpotenzial»

Fehler gefunden?

Jetzt melden.