Das würzige Indien in Uster erleben – ganz ohne Jetlag
Kulinarische Weltreise – Teil 5
Im «Maharana» in Uster entführt Shaqi Rana seine Gäste auf einen Trip nach Indien und Pakistan – ohne Reisestress und lange Warteschlangen am Flughafen.
Kaum öffnet man die Tür zum «Maharana», umweht einen ein verheissungsvoller Duft aus Curry, Kreuzkümmel und Koriander. Draussen plätschert der Regen, drinnen lassen exotische Düfte das Wasser im Mund zusammenlaufen. Das Restaurant an der Brunnenstrasse in Uster ist einer jener Orte, an denen das Fernweh mit jedem Bissen wächst.
Hinter dem Tresen steht ein Mann mit viel Erfahrung und noch mehr Ideen: Shaqi Rana. Der 50-Jährige lebt in Weisslingen, ist aber in Uster kein Unbekannter. Bevor er sich ganz dem indisch-pakistanischen Essen widmete, hatte er elf Jahre lang im Wagerenhof gearbeitet.
Sommerserie «Kulinarische Weltreise»
Warum in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah: Wir präsentieren Restaurants der Region, in denen Ferienfeeling aufkommt, wenn es mit der Reise ins ferne Land nicht klappt.
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Nach seiner Zeit in Uster sammelte Rana Erfahrungen in verschiedenen Zürcher Gastrobetrieben. Den Anfang machte er in einem italienischen Restaurant in Zürich. Später führte er ein gutbürgerliches Lokal im Kanton Luzern, bevor er 2017 mit dem «Maharana» in Hinwil erstmals seine eigene Vision von indisch-pakistanischer Küche verwirklichte.
Zwischenzeitlich führte er vier Lokale gleichzeitig, heute konzentriert er sich auf zwei Standorte: Hinwil und Uster, Letzteres seit dem 1. Januar 2025.
Shaqi Rana stammt aus dem pakistanischen Teil des Bundesstaats Punjab. «Dort leben Menschen mit grossem Herzen – meistens sind das sehr gute Gastgeber», sagt er augenzwinkernd. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 liegt das traditionsreiche Gebiet teils in Pakistan, teils in Indien. Die kulinarische Vielfalt aber kennt keine Grenzen und schmeckt an beiden Orten ziemlich ähnlich.
Prinz sein in Uster
Der Name Maharana bedeutet auf Hindi «grosser Prinz». Ein bisschen königlich geht es im Restaurant und auch auf den Tellern zu, ein reichhaltiges Buffet mit vegetarischen und fleischhaltigen Currys, Reis und diversen Chutneys.
Auch der Innenraum des «Maharana» erinnert an einen kleinen Palast: blaue Samtstühle, goldene Details. Wer hier Platz nimmt, fühlt sich schnell wie ein Maharadscha auf Kurzurlaub.
Laut Rana gibt es einen grossen Irrtum. Denn nach seinem Empfinden ist indisches Essen nicht scharf. «Indisches Chili verliert beim Braten an Schärfe – dies jedoch nur, wenn man die Kerne entfernt.»
Rana liebt die Vielfalt. So hat er auch schon Fusionsküche ausprobiert und Chicken Tikka Lasagne oder Pouletbrust mit Mango angeboten. Sein liebstes Gericht ist jedoch das klassische Chicken Tikka Masala. Dieses schmeckt intensiv würzig und ein wenig süsslich, mit einer cremigen, leicht rauchigen Note. Die Marinade des Hähnchens verleiht ihm einen herzhaften Geschmack, während die Tomaten-Rahm-Sauce eine angenehme Säure hinzufügt.
Wie Fondue auf indische Art
Das Rezept, welches der Wirt zur Verfügung stellt, ist jedoch ein anderes: das klassische Palak Paneer. Das ist cremig-würziger Spinat mit Frischkäsestücken. «Dieses Essen mögen die Gäste bei uns besonders.» Ein einheitliches Rezept für Palak Paneer existiere allerdings nicht, da jeder Koch und sogar jede Familie ihr eigenes Geheimrezept besässen.
«Uster ist in Bezug auf die Möglichkeiten zum Auswärtsessen sehr kosmopolitisch», findet Rana. Seine eigenen Lieblingsorte für eine kulinarische Weltreise in der Stadt? Ein griechisches Essen im «Poseidon», libanesische Spezialitäten im «House of Mezze» oder ein türkischer Kebab.
Und für alle, die nach dem Essen tatsächlich Lust bekommen, nach Indien zu reisen, hat der Wirt noch Tipps für den Besuch auf dem indischen Subkontinent: Die Stadt Lahore in Pakistan habe kulinarisch und kulturell viel zu bieten. Und bei einem Ausflug über die Grenze könne man in Indien gleich noch den goldenen Tempel von Amritsar besuchen.
Weitere Informationen zum Restaurant Maharana: www.maharana-uster.ch
«Maharana»-Rezept für Palak Paneer
Ein typisch indisch-pakistanisches Gericht ist Palak Paneer. Spinat und Käse, angereichert mit indischen Gewürzen – und zur grossen Überraschung verfeinert mit Rahm, nicht etwa Kokosmilch. Als Beilage bereichert Reis das Menü.
Zutaten für 4 Portionen:
– 1 Zwiebel
– 1 Knoblauchzehe
– frischer Ingwer (nach eigenem Ermessen)
– 3 EL Garam-Masala-Gewürz geröstet
– 800 Gramm Palak (frischer Spinat oder tiefgekühlter Blattspinat)
– 1 frische Tomate, gehackt
– Gemüsebouillon (nach eigenem Ermessen)
– 400 g Paneer (Käse)
– 2 dl Rahm
– 1 Prise Salz und etwas Pfeffer (nach eigenem Ermessen)
Zubereitung:
Kokosbutter in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel bei mittlerer Hitze 10 bis 15 Minuten goldbraun und weich braten. Ingwer und Knoblauch dazugeben, 3 bis 4 Minuten mitbraten. Garam-Masala-Gewürz einrühren, 5 bis 7 Minuten mitrösten.
Spinat (Palak) und gehackte Tomate zugeben, 5 bis 7 Minuten in der Gemüsebouillon einköcheln lassen. Rahm und Paneer hinzugeben, auf niedriger Stufe 20 Minuten einkochen lassen.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit einigen Ingwerstückchen garnieren. Am besten schmeckt Palak Paneer mit einem buttrigen Naan-Brot und Reis.
Tipp von Shaqi Rana: «Für zu Hause kann man auch direkt Rahmspinat zum Kochen nehmen.»