Curry und Co. – seit 20 Jahren kocht Noina in Maur thailändisch
Mit dem «Noina Thaifood» hat sich Orasa Yavongsa in Maur einen Namen gemacht. Im September feiert sie das grosse Jubiläum und denkt noch nicht ans Aufhören.
Drei Monate lang musste Orasa Yavongsa, die sich selber Noina nennt, damals überlegen, ob sie den Schritt von Seebach nach Maur wagen soll. Im September feiert sie mit ihrem thailändischen Restaurant Noina Thaifood nun das 20-Jahr-Jubiläum im Maurmer Dorfzentrum.
Obwohl sie sich zuerst daran gewöhnen musste, dass sich hier alle «Grüezi» sagen, könnte sie sich ihr Landleben nicht mehr wegdenken. «In der Stadt waren alle etwas hektischer unterwegs, und jeden Tag kamen neue Leute zu mir», erzählt Noina. «Hier in Maur kennt man sich, und es ist ruhiger.»
Sommerserie «Kulinarische Weltreise»
Warum in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah: Wir präsentieren Restaurants der Region, in denen Ferienfeeling aufkommt, wenn es mit der Reise ins ferne Land nicht klappt.
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In Seebach arbeitete die 57-Jährige im Badi-Restaurant und war gleichzeitig Kochlehrerin in der Hotelfachschule Belvoirpark und für den Coop-Ableger Betty Bossi. Inzwischen liegt ihr Fokus auf ihrem Betrieb in Maur, wo sie neben dem Restaurant und dem Take-away auch Catering und Kochevents anbietet.

Das Schönste in den letzten 20 Jahren für Noina, die inzwischen in Riedikon wohnt, ist die Nähe zu den Leuten. «Wer früher als Kind mit seinen Eltern zu mir kam, kommt heute mit seinen eigenen Kindern an der Hand ins Restaurant. Das ist so schön zu sehen.» Man entwickle dadurch eine spezielle Bindung zu seinen Kunden.
Die Heimat nie vergessen
Noina ist im Nordosten von Thailand aufgewachsen und hat dort auch noch Familie. Obwohl sie seit über 30 Jahren in der Schweiz lebt und das Land inzwischen als ihre Heimat bezeichnet, hat sie ihre Wurzeln nie vergessen und hilft gerne, wo sie kann.
Besonders am Herzen liegt ihr die Schule in ihrem Heimatdorf in Thailand. Ein Schulhaus war dort sehr verwahrlost, und 55 Kinder wurden von einer einzigen Lehrerin unterrichtet. «Es erinnerte mich an meine eigene Schulzeit», erzählt Noina. «Auch wir hatten als Kinder nur ein Dach und eine Wandtafel als Schulzimmer. Wenn es regnete, wurden wir zum Teil nass.»
So entstand 2016 die Idee, mit einem selbst geschriebenen Kochbuch Geld an die Schule zu spenden. «Die Kommunikation mit der sechsstündigen Zeitverschiebung war zu Beginn nicht ganz einfach», erzählt Noina. Und doch habe es funktioniert. Mit dem gesammelten Geld konnte Noina Essen, Trinken, Schreibzeug, Turnkleider und Stipendien vor Ort finanzieren. Ausserdem hätten die Kinder mittlerweile vier Lehrer.
Corona hat Spuren hinterlassen
Obwohl Noina in Maur viele gute Zeiten erleben durfte, waren schwierige auch Teil davon. Das grösste Tief erlebte sie während der Corona-Pandemie. «Es gab Tage, da wusste ich nicht, wie es noch weitergehen soll.»
Diese Zeit habe die Gastrobranche nachhaltig verändert. «Die Menschen gehen weniger ins Restaurant essen als noch vor Corona. Da holt man sich eher kurz etwas im Take-away und geht wieder nach Hause.»
Bei Noina war das Mitnehmen von Essen zwar schon vor der Pandemie möglich, seither überwiegt die Gastronomie für unterwegs aber im Vergleich zum normalen Restaurantbetrieb.


Noina verspricht ihren Kunden qualitativ hochwertiges Essen, möchte sich aber nicht mit anderen thailändischen Restaurants vergleichen. Denn für sie ist das Kochen immer mit der persönlichen Note des Kochs verbunden. Kein Koch kreiere dasselbe Curry. «Das ist mal schärfer, mal weniger scharf», meint sie. Und so passt Noina die Menüs auch gerne an Kundenwünsche an. «Für diejenigen, die es gerne extra scharf haben, habe ich immer Chilisauce in petto.»
Die Zeit der Sommerferien, in der viele weg sind, nutzt Noina, um sich etwas zu erholen. Aber nicht nur. So plant sie schon weitere Ideen und Projekte für die Zukunft und vor allem, um ihr Jubiläum gebührend zu feiern. Wenn alles nach Plan verläuft, möchte Noina am Samstag, 6. September, ein kleines Jubiläumsfest organisieren.
Weitere Informationen zum Restaurant Noina Thaifood finden Sie unter www.noina-thaifood.ch.
«Noina Thaifood»-Rezept: Panaeng Curry mit Poulet

Das Panaeng Curry ist ein thailändisches rotes Curry, das man mit Poulet- oder Rindfleisch oder für die vegetarische Version mit Tofu zubereiten kann. Es gehört zu den milderen Thai-Currys und zeichnet sich durch seinen dickeren Kokossauce-Anteil aus.
Zutaten für 4 Portionen:
500 g Pouletbrust (in Stücken)
6 oder 7 Kaffirblätter
½ Bund Thai-Basilikum (zirka 50 g)
2 rote Chilis
2 Dosen Kokosmilch (à 400 g)
1½ EL Panaeng-Curry-Paste
4 EL Fischsauce
1 TL Palm- oder Rohzucker
Die Kokosmilch (zuerst nur den dickflüssigen Teil) in einer Pfanne erhitzen. Unter ständigem Rühren zirka 5 Minuten kochen, bis die Masse leicht fettig wird. Die Panaeng-Curry-Paste darin auflösen und das Fleisch oder den Tofu sowie die fein geschnittenen Kaffirblätter dazugeben. Weitere 8 Minuten kochen lassen.
Den Rest der Kokosmilch (flüssiger Teil) in die Pfanne geben, den Zucker und die Fischsauce dazugeben.
Als Letztes das Basilikum und die aufgeschnittenen Chilis darüberstreuen und servieren.
Dazu passt: Jasminreis.
