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Kulinarische Weltreise - Teil 2

Von Seoul nach Rüti: Hier gibt es südkoreanisches BBQ-Feeling

Letztes Jahr öffneten sich die Türen des koreanischen Restaurants «Seoul Kitchen and BBQ» in Rüti. Young Suk Chi und Kittiya Chi bieten mehrmals pro Woche ihren Gästen koreanisches BBQ und anderen nationalen Gerichte an.

Young Suk Chi und seine Frau Kittiya Chi eröffneten im März 2024 ihr Restaurant in Rüti – die Fingerherz-Geste stammt ursprünglich aus der koreanischen Popkultur und steht für Sympathie, Zuneigung oder Liebe.

Foto: Darina Bolt

Von Seoul nach Rüti: Hier gibt es südkoreanisches BBQ-Feeling

Letztes Jahr öffneten sich die Türen des koreanischen Restaurants Seoul Kitchen & BBQ in Rüti. Young Suk Chi und Kittiya Chi bieten mehrmals pro Woche ihren Gästen koreanisches BBQ und andere nationale Gerichte an.

Südkorea, ein Land voller jahrtausendealter Traditionen, lebendiger Kultur und vielseitiger Küche, hat auch längst die Schweiz erreicht. In Rüti zwischen eritreischer Küche und einem Döner Bistro versteckt sich das koreanische Restaurant Seoul Kitchen & BBQ.

Im März 2024 erfüllten sich Young Suk Chi und seine Frau Kittiya einen Traum: Sie eröffneten in Rüti ihr eigenes koreanisches Restaurant. Nach monatelanger Suche und mehreren Rückschlägen fanden sie endlich den passenden Ort – mitten im Zürcher Oberland.

Seither pendelt das Ehepaar, das in Solothurn lebt, beinahe täglich nach Rüti.

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Warum in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah: Wir präsentieren Restaurants der Region, in denen Ferienfeeling aufkommt, wenn es mit der Reise ins ferne Land nicht klappt.

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Young Suk Chi stammt ursprünglich aus Incheon, einer Hafenstadt in Südkorea, und arbeitete 20 Jahre lang in der Grossstadt-Metropole Seoul als Vermittler für Schauspieler. Eine Leidenschaft fürs Kochen hatte er aber schon immer. Diese wuchs, als er viele verschiedene Restaurants besuchte. «Kochen habe ich mir selber zu Hause beigebracht, mithilfe von Online-Tutorials und meinen Freunden in Korea, von denen manche Michelin Chefs sind», erklärt Chi.

Seit rund fünf Jahren lebt er nun in der Schweiz, wo er seinen Traum endlich verwirklichen konnte. Grund für seinen Umzug war seine heutige Frau, die er damals online kennenlernte. In der Schweiz war für ihn klar, dass er, um hier zu überleben, ins Gastrobusiness umsteigen muss. «Hier gab es praktisch keine koreanischen Restaurants, und ich vermisste mein Heimatland sehr, vor allem das Essen», sagt er.

Anfangs arbeitete der 45-Jährige noch in einem Sushi-Restaurant in Dietikon. Doch gleichzeitig suchte er täglich nach einem passenden Ort, um seinen Traum zu erfüllen. «Es war sehr schwierig, denn viele Kantone kamen schon gar nicht infrage, da man ein Wirtspatent braucht.» Ein solches besitzt Chi nicht, weshalb er sich für den Kanton Zürich, einen der wenigen Kantone, in denen kein solches Patent erforderlich ist, entschied.

Auch wenn er durch das Essen ein Stück Heimat zurückgewinnt, vermisst Chi einiges. «Vor allem die Tagesstruktur», sagt er. In Korea gehe man oft erst um drei Uhr ins Bett, stehe um elf Uhr auf und esse in einem der zahlreichen Restaurants. «Die Stadt schläft nie, egal wann, und es gibt immer Leute, die essen oder in den Ausgang gehen wollen», fügt er hinzu.

Chi besucht regelmässig seine Familie in Korea und umgekehrt. «Wenn meine Familie hier ist, haben sie nach zwei, drei Tagen genug von Pizza und Teigwaren und wollen ihr koreanisches Essen. Das können sie nun bei mir kriegen», sagt Chi und schmunzelt.

Mit seinem eigenen koreanischen Restaurant lebt Chi nun ein Stück Korea in der Schweiz. In ihrem Restaurant bieten sie authentisches Korean BBQ an, ein Konzept, das in Korea sehr beliebt sei. «Es ist schön zu sehen, wie Familien und Freunde zusammenkommen und einfach in Ruhe das Essen geniessen», sagt Kittiya Chi. Beim Korean BBQ müssen die Gäste das Fleisch und einige Beilagen selber am Tisch grillieren.

Beim Korean BBQ können die Gäste zwischen verschiedenem Fleisch und vegetarischen Varianten wählen. «Unsere Mixplatte ist am beliebtesten, da sie alle Fleischsorten enthält», sagt Kittiya Chi. Inbegriffen sind zahlreiche Beilagen, wie Reis, Kimchi, eine Suppe, Frühlingszwiebelsalat, ein Gemüsepfannkuchen und mehr. Von November bis Ende März bieten sie auch «Shabu Shabu» an – eine Art asiatisches Fondue chinoise.

«Viele Zutaten besorgen wir im Aligro, einem Grosshandelsanbieter, den Rest importieren wir direkt aus Korea», erklärt Chi.

Neben dem kulinarischen Angebot organisieren sie auch regelmässig Events. «An Neujahr hatten wir eine Karaoke-Nacht veranstaltet, die war sehr toll», sagt Chi. «Einige Gäste blieben bis drei Uhr morgens, tanzten und sangen gemeinsam», ergänzt Kittiya Chi.

Den beiden ist das Restaurant sehr ans Herz gewachsen. «Meine Inspiration, ein koreanisches BBQ zu eröffnen, habe ich gekriegt, als ich sah, wie stark das Thema durch BTS auch in der Schweiz an Bekanntheit gewonnen hat», sagt Chi. BTS ist eine K-Pop-Band aus Südkorea, die nicht nur die internationale Musikszene beeinflusst hat, sondern auch das Interesse an koreanischer Kultur und Küche geweckt hat.

Daraufhin hatte Chi viele koreanische Restaurants hier in der Schweiz ausprobiert, aber war oft enttäuscht, weil die Gerichte für ihn nicht authentisch geschmeckt haben. «Genau dies war sein Antrieb», sagt Kittiya Chi. Er wollte ein Restaurant eröffnen, das echtes, traditionelles Korean BBQ bietet, so, wie er es von zu Hause in Erinnerung hat.

Am wohlsten fühlt sich der 45-Jährige in der Küche seines Restaurants. «Ich bin ganz allein in einer relativ grossen Küche, kann Musik hören und Youtube-Videos schauen», sagt er und lacht. Wenn die Bude voll ist, könne es recht schwierig für ihn werden, da er alles allein zubereitet. Am Wochenende hilft aber seine Frau im Service aus, die sonst in Solothurn in einem Uhrengeschäft arbeitet.

Seit Kurzem haben sie auch einen Aussenbereich eröffnen dürfen. «Im Sommer wird es drinnen sehr heiss, vor allem wegen der Grillgeräte», sagt Kittiya Chi.

«Wir schauen momentan, ob wir so bald wie möglich in die Nähe des Restaurants ziehen können, um so auch den langen Weg zu sparen», sagt Chi.

Weitere Informationen zum Restaurant Seoul Kitchen & BBQ finden sie unter: www.seoulkitchen.ch

«Seoul Kitchen & BBQ» – Rezept: Kimchi-Eintopf

Kimchi Eintopf aus dem Restaurant Seoul Kitchen & BBQ
Kimchi-Eintopf aus dem Restaurant Seoul Kitchen & BBQ.

Kimchi gilt als eines der Nationalgerichte Südkoreas. Es ist eine Zubereitungsart, um Gemüse, meist Chinakohl, zu fermentieren. Jahrhunderte reichen zurück, als Gemüse schon in Tongefässen fermentiert wurde – vor allem für den kalten Winter waren die Vitamine und Mineralien im gelagerten Kohl ideal. Heute gehört Kimchi zu fast jeder Mahlzeit in Korea.

Zutaten für 4 Portionen:

600 g Kimchi und 100 ml Kimchi-Flüssigkeit aus der Kimchi-Dose

300 g Schweinefleisch (z.B. Bauchfleisch, klein geschnitten)

1 Zwiebel, 1 Lauch oder eine Frühlingszwiebel

0,5 Block fester Tofu (ca. 150 bis 200 g)

1 EL gehackter Knoblauch

2 EL Sojasauce und 1 EL Essig

2 EL koreanisches Paprikapulver (Gochugaru, nicht scharfes Chili!)

1 TL grobes Salz

Etwas Speiseöl

Ca. 1 Liter Wasser

Zwiebel würfeln und Lauch in dünne Streifen schneiden,

Tofu in ca. 0,5 cm dicke Scheiben schneiden.

Kimchi in mundgerechte Stücke schneiden, falls noch nicht geschnitten.

Einen grossen Edelstahltopf vorheizen und Speiseöl hineingeben. Das Schweinefleisch auf mittlerer Hitze anbraten, bis es leicht gebräunt ist.

Sobald das Fleisch durch ist und das Wasser verdampft ist, den gehackten Knoblauch dazugeben und kurz anbraten, bis er duftet.

Das Fleisch etwas zur Seite schieben. In die Mitte des Topfs die Sojasauce geben, leicht aufkochen und alles gut verrühren.

Hitze reduzieren oder Herd ausschalten. Das Paprikapulver dazugeben und gut verrühren, bis sich ein aromatisches Paprikaöl bildet.

1 Liter Wasser hinzufügen und auf hohe Hitze stellen. Dann Zwiebeln, Lauch, Kimchi, Kimchi-Flüssigkeit hineingeben. Zum Kochen bringen.

Wenn es kocht, Hitze auf mittel stellen. 1 TL Salz hinzufügen, Deckel darauf und ca. 40 Minuten köcheln lassen.

Zum Schluss den Essig und den geschnittenen Tofu dazugeben. Noch ein paar Minuten mit kochen, bis der Tofu warm ist.

Tipp: Mit Reis servieren. Dazu passen auch gerösteter Sesam und ein Spiegelei obendrauf.

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