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Planung begonnen

Die «Hochwacht» auf dem Pfannenstil soll 2028 saniert werden

Der Kanton Zürich plant seit Jahren eine Renovation des Restaurants «Hochwacht» auf dem Pfannenstil. Nun gibt es einen neuen Zeitplan.

Seit knapp 120 Jahren thront die «Hochwacht» auf dem Pfannenstil über dem Nebelmeer. Ein Umbau soll ihr neuen Glanz verleihen. (Archiv)

Foto: Eleanor Rutman

Die «Hochwacht» auf dem Pfannenstil soll 2028 saniert werden

Planung begonnen

Der Kanton Zürich plant seit Jahren eine Renovation des Restaurants «Hochwacht» auf dem Pfannenstil. Nun gibt es einen neuen Zeitplan.

Nur wenige Sonnenstrahlen drängen sich durch die dicke Wolkendecke im Flachland. Sanfte Regentropfen prasseln auf die Strassen und färben die Welt grau. Wer während des Spaziergangs mit dem Hund noch etwas Vitamin D tanken möchte, muss höher hinaus – beispielsweise auf den Pfannenstil zum Restaurant «Hochwacht».

Doch schon beim ersten Blick auf das Gebäude fällt auf: Es ist in die Jahre gekommen. Der Boden ächzt bei jedem Schritt, die Farbe an der Fassade blättert ab und heimtückische Absätze warten nur auf einen Stolperer. Auch die Küche – sie wurde in den Nullerjahren erneuert – erfüllt ihren Zweck nur noch mit Mühe und Not.

Der Kanton ist Inhaber des fast 120 Jahre alten Restaurants. Als die heutigen Pächter Zaki Abdullah und Michal Polak 2022 den Betrieb des Restaurants übernahmen, stand bereits fest, dass das Gebäude saniert werden soll. Der Kanton wollte mit der Renovation 2024 beginnen. So war beim Pächterwechsel anfangs lediglich von einer Übergangslösung die Rede.

Die Pläne wurden jedoch nach hinten verschoben. Thomas Maag, stellvertretender Leiter Kommunikation der Baudirektion des Kantons, begründet auf Anfrage: «Die Machbarkeitsstudien haben mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant.» Die Baudirektion rechne nun damit, dass die Sanierungsarbeiten 2028 starten und rund zwei Jahre dauern werden.

Ein Baustart sei 2028 möglich, sofern bis dann die entsprechenden Bewilligungen vorliegen und der Regierungsrag die Ausgaben bewillige. «Ein konkretes Projekt gibt es noch nicht und damit verbunden auch noch kein Baugesuch. Die Planung hat eben erst begonnen», präzisiert Maag. In welchem Rahmen sich die Kosten befinden werden sei bislang unklar.

Übergangslösung vorgesehen

Der Betreiber Michal Polak blickt zuversichtlich auf die Bauarbeiten. «Es ist eine Komplettsanierung geplant – und das ist auch notwendig.» So spüre er und sein rund 20-köpfiges Team das Alter des Hauses in jedem Raum.

Der Kanton geht davon aus, dass es während der Bauphase ein Provisorium mit einem niederschwelligen Gastronomieangebot geben wird. «Ich hoffe sehr, dass es dazu kommt. Dann betreiben wir das sicherlich weiter», ergänzt Polak. So würde sich sowohl für die Gäste als auch für das Personal während der Bauphase möglichst wenig verändern.

Wie die mögliche Übergangslösung aussehen könnte, ist noch unklar. Polak erklärt, dass ein Provisorium beispielsweise auf der Wiese vor dem Restaurant oder allenfalls in der Garage errichtet werden könne. Er stellt sich eine ähnliche Überbrückung wie auf dem Bachtel vor, als bei der Sanierung des Bachtel Kulm ein Provisorium in einem Rinderstall eingerichtet wurde.

Mehr als nur ein Arbeitsplatz

Ein Grossteil der Angestellten wohnt in den Personalzimmern im Obergeschoss der «Hochwacht» – manche schon seit über einem Jahrzehnt. Diese müssten während des Umbaus anderswo unterkommen. Polak sieht dort jedoch kein Problem. «Wir führen noch das Restaurant Freihof in Grüningen», dort gebe es ebenfalls Zimmer. «Das sollte schon aufgehen», meint er locker.

Im Winter sei erstmals ein Architekt auf den Pfannenstil gekommen. Dieser hat eben erst mit einer konkreten Plaunung begonnen. «Verraten wollte er leider noch nichts», erzählt Polak seufzend. Der Wirt erhofft sich insbesondere mehr Parkmöglichkeiten und einen Ausbau des Balkons. «Ich bin ja kein Profi, aber ich finde bei dieser Aussicht lohnt sich das bestimmt», sagt er schmunzelnd.

Ob das Gastgeberduo Polak-Abdullah die «Hochwacht» nach der Sanierung weiter betreibt, steht noch offen. «Das ist zu weit weg. Wir nehmen es Stück für Stück», so Polak. Das Gebäude liegt ihm spürbar am Herzen. «Egal wer es danach führt: Das Restauant darf seinen urchigen Charme nicht verlieren. Das macht es einfach aus.»

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