Sportbahnen Atzmännig AG rutscht in die roten Zahlen
Viel Regen, kaum Schnee
Zum vierten Mal in Folge gab es am Atzmännig einen Winter (fast) ohne Schnee. Das Resultat ist der erste Jahresverlust seit der Corona-Zeit.
Das Titelbild des aktuellen Jahresberichts der Sportbahnen Atzmännig AG könnte passender nicht sein: Zu sehen ist eine Familie auf dem Holzturm ganz oben am «Spatz Männi Erlebnisweg», der von der Bergstation über zwei Kilometer zur Talstation führt und dank acht sogenannten Erlebnisstationen auch kleinen, lauffaulen Wandergästen Beine macht.
Im Hintergrund des Fotos sieht man einen wolkenverhangenen, trüben Himmel über dem Goldingertal. Sinnbildlich für das Geschäftsjahr 2024 der kleinen Ganzjahresdestination.

«In unserer Sommersaison waren lediglich der Juli und der August gut, sonst litten wir unter dem vielen Regen im Frühjahr und vor allem auch sehr oft an Wochenenden», sagt Geschäftsführer Roger Meier. Die Wintersaison war wegen des Schneemangels kaum der Rede wert – zum vierten Mal in Folge.
Entsprechend sank der Umsatz der Sportbahnen Atzmännig AG im vergangenen Jahr auf 4,5 Millionen Franken. Dies entspricht einem Rückgang von 310’000 Franken oder 6,4 Prozent.
Einnahmen fehlen, Kosten bleiben
Auf der einen Seite fehlen im Geschäftsjahr 2024 wichtige Einnahmen, auf der anderen Seite bleiben die Kosten für den Unterhalt der Anlagen und für das Personal. Das in der Jahresrechnung ausgewiesene Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) beträgt noch knapp 100’000 Franken, eine halbe Million weniger als im Vorjahr.
Das Geschäftsjahr 2023 hatte das Unternehmen unter dem Strich mit einer schwarzen Null abgeschlossen. Davon war man 2024 mit einem Jahresverlust von 233’000 Franken weit entfernt. Hätte man die Abschreibungen im Vergleich zum Vorjahr nicht um 200’000 Franken reduziert, wäre der ausgewiesene Verlust noch deutlich höher ausgefallen.

«Das Ganze zeigt, wie wichtig das Generationenprojekt am Atzmännig ist», sagt Roger Meier. Von möglichen 120 Betriebstagen im Winter hätten die Bahnen in den letzten Jahren nur an 30 Tagen fahren können, «und nochmals deutlich weniger davon waren Schneesporttage». Wenn dann noch das Wetter in der Hauptsaison von April bis Oktober nicht mitspielt, wird es eng.
Deshalb möchte sich die Sportbahnen Atzmännig AG mit einer neuen Seilbahn und einer neuen Sommerrodelbahn unabhängiger von der Witterung machen.
Weniger Ertrag abgeworfen haben 2024 die Gastronomie und der Campingplatz. Im Camping sank der Ertrag aufgrund der Unsicherheiten rund um die Räumung eines Teils des Platzes um 80’000 Franken. Das Unternehmen wehrt sich auf juristischem Weg gegen die Räumungsverfügung wegen Hochwassergefahr. Nichtsdestotrotz haben im vergangenen Jahr rund 60 der betroffenen 75 Jahresmieter die Mietvereinbarung aufgelöst.
Bei der Gastronomie betrug das Minus im Vergleich zum Vorjahr 286’000 Franken oder 14 Prozent. Doch daran war nicht nur das Wetter schuld.
Knatsch in der Gastronomie
Im Jahresbericht schreibt Verwaltungsratspräsidentin Claudia de Boni von «zunehmenden Differenzen und unterschiedlichen Auffassungen zwischen der Bereichsleitung und der Geschäftsführung». Diese seien dem Betriebsklima nicht förderlich gewesen. Der schwelende Konflikt mündete im vergangenen Herbst in der kompletten Neubesetzung der Führungspositionen in der Gastronomie.
Doch es gab auch Positives im letzten Jahr: So wurde in nur gerade sechs Monaten das Projekt «Atzmännig-Kultur» aus dem Boden gestampft, das jeweils am Mittwochnachmittag Kinderkonzerten, Puppenspielen oder Clowns und Zaubershows eine Bühne bietet. An 30 Veranstaltungen konnten total 1400 Besucherinnen und Besucher begrüsst werden.
Und das Generationenprojekt?
Weiter arbeitet das Team um Geschäftsführer Roger Meier am Generationenprojekt, das die Zukunft der Tourismusdestination sichern soll. In den nächsten Tagen wird der vom Kanton St. Gallen geforderte Sondernutzungsplan bei der Standortgemeinde Eschenbach aufgelegt. Dass es dabei zu zeitraubenden Rekursen kommt, ist nicht auszuschliessen.
«Im optimalen Fall» hatte Roger Meier einst das Jahr 2026 als Zielgrösse für die Inbetriebnahme genannt. Mittlerweile hofft er, 2027 mit dem Bau der neuen Anlagen starten zu können.