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Wirtschaft

Atzmännig will Millionenbetrag in neue Anlagen investieren

Eine kleine Destination will hoch hinaus: Die Sportbahnen Atzmännig AG wollen ihre Anlagen mit einem zweistelligen Millionenbetrag komplett erneuern.

Eine neue Lebensader am Atzmännig: So wird die neue Bergstation der kombinierten Sessel- und Gondelbahn aussehen.

Foto: PD

Atzmännig will Millionenbetrag in neue Anlagen investieren

Kleine Arena, grosse Pläne

Ein kleines Voralpen-Resort will hoch hinaus: Die Sportbahnen Atzmännig AG planen ein «Generationenprojekt». Das Preisschild: 15 bis 18 Millionen Franken.

Eine kombinierte Gondel- und Sesselbahn, eine neue Sommerrodelbahn und ein neues Verwaltungsgebäude: Der Atzmännig soll fit werden für die Zukunft. Ein «Generationenprojekt» nennt Geschäftsführer Roger Meier das Vorhaben im zweistelligen Millionenbereich.


Hier geht’s zum Nachgefragt mit Roger Meier.


Denn die Infrastruktur am 1200 Meter hohen Berg ist in die Jahre gekommen. Der Atzmännig-Skilift stammt aus dem Jahr 1961, die Sesselbahn wurde 1971 gebaut, die Sommerrodelbahn 1977.

Menschen sitzen auf einer Sesselbahn. Sommeraufnahme.
Die Sesselbahn aus dem Jahr 1977 wurde zwar über die Jahre stetig erneuert, ist aber in die Jahre gekommen.

Die Hightech-Rodel der geplanten Bahn wiegen immerhin 65 Kilogramm. Zu viel, um sie von Hand zu bewegen. Sie werden im Tal automatisch an die Sessel an- und auf dem Berg wieder abgehängt.

Geplant ist daher eine Bahn, mit der sowohl Sessel als auch geschlossene Gondeln zirkulieren. «Pro Achter-Gondel sind drei Vierer-Sessel vorgesehen», erklärt Meier. Die Kapazität der neuen Bahn beträgt maximal 1700 Personen pro Stunde. Das ist gleich viel wie die bestehende Sesselbahn und der Bügellift derzeit gemeinsam schaffen.

Ein Mann mit Kugelschreiber, über einen Plan gebeugt, lächelt in die Kamera.
«Eingriffe ins Gelände auf einem absoluten Minimum»: Roger Meier, Geschäftsführer der Sportbahnen Atzmännig AG, mit dem Plan der neuen Bergstation.

Eine Erweiterung der Transportkapazität ist nicht das Ziel. Darum wird der Atzmännig-Skilift, der parallel zur jetzigen Sesselbahn auf den Berg führt, nach mehr als 60 Betriebsjahren abgebrochen. Die neue Bahn führt von der Talstation zur heutigen Bergstation des Bügellifts. «Damit können wir die Eingriffe ins Gelände auf einem absoluten Minimum halten», so Meier.

Der Abriss des alten Skilifts bringt zwei Vorteile mit sich: Einerseits benötigen die Sportbahnen im Betrieb weniger Personal, da nur noch eine Transportinfrastruktur zu bedienen ist. Andererseits werden weniger Masten das Landschaftsbild am Atzmännig beeinträchtigen. Roger Meier: «Der grösste Vorteil ist aber die Gewährleistung eines garantierten Jahresbetriebs, was wiederum Arbeitsplätze und Wertschöpfung sicherstellt.»

Gebaut wird die neue Bahn von der Firma Bartholet aus Flums SG.

Ein Mann und ein Kind fahren auf einer Sommerrodelbahn.
Die neue Rodelbahn auf dem Atzmännig basiert auf einem Einschienen-System. Das macht sie wetterunabhängig. Und sie wird deutlich länger als die bestehende.

Neue Rodelbahn

Ein Meilenstein wird auch die geplante Rodelbahn sein. Sie wird von heute 700 Meter auf rund 1,9 Kilometer Länge ausgebaut. Start würde nicht mehr bei der Mittelstation sein – diese wird aufgehoben –, sondern an der neuen Bergstation.

Die heutige Rodelbahn, auf der die Schlitten in einer Wanne frei fahren, soll durch eine topmoderne Einschienenbahn ersetzt werden. «Sobald das Führungsrohr eisfrei ist, können wir die Bahn betreiben», sagt Geschäftsführer Meier. Ein Riesenvorteil im Vergleich zur aktuellen Rodelbahn, die stillsteht, sobald die Fahrwanne feucht ist – weil die Bremsen bei Nässe nicht funktionieren und die alten Schlitten ungebremst zu Tal donnern würden.

Das dritte Teilprojekt ist ein zentrales Gebäude für Administration, Kasse und Check-in. Es soll neben dem heutigen Restaurant zu stehen kommen und quasi das Portal in die kleine Freizeitarena bilden. Damit werden die betrieblichen Abläufe vereinfacht, gleichzeitig erhält das Personal zeitgemässe Arbeitsplätze. Roger Meier: «Heute funktionieren wir auf wahnsinnig engem Raum. Wir haben nicht einmal ein Sitzungszimmer.»

Wie weiter?

Aktuell laufen Verhandlungen mit zwei betroffenen Landbesitzern, die ihre Einwilligung für die nach oben verlängerte Rodelbahn geben müssen.

Ende Jahr möchten die Sportbahnen Atzmännig AG das sogenannte Plangenehmigungsverfahren (PGV) beim Bundesamt für Verkehr (BAV) eingeben. Das BAV prüft dann, ob das Projekt den technischen Vorschriften entspricht, die Rechte der Betroffenen wahrt und die bundesrechtlichen Bestimmungen zu Raumplanung sowie Umwelt-, Natur- und Heimatschutz einhält.

«Im optimalen Fall könnten wir in neun Monaten eine Baubewilligung erhalten», schätzt Roger Meier. In diesem «optimalen Fall», den der Geschäftsführer sehr sportlich einschätzt, würden die neuen Anlagen 2026 stehen: «Wir haben aber noch etwas Puffer nach hinten zur Verfügung.»

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