Füllt er die Lücke in der Ustermer Erfolgsgeschichte?
An der Langbahn-WM in Singapur sind gleich vier Schwimmer vom SC Uster am Start. Einer könnte für einen historischen Erfolg sorgen.
Der Schwimmclub Uster führt seine Erfolgsstatistik fein säuberlich auf seiner Website. Da gibt es nicht nur einen Medaillenzähler für Schweizer Meisterschaften, sondern unter anderem auch einen für internationale Titelkämpfe. 20 Gold – 27 Silber – 27 Bronze zeigt er an.
Wer die Statistik etwas genauer studiert, dem fällt auf: Zwei Kategorien fehlen noch im Ustermer Medaillenspiegel. Neben den Olympischen Spielen sind das die Langbahn-Weltmeisterschaften.
Es gibt also in der Erfolgsgeschichte tatsächlich noch Lücken. Doch es ist gut möglich, dass eine davon schon in den nächsten Tagen geschlossen wird.
Denn in Singapur geht es ab Sonntag während einer Woche um WM-Medaillen im 50-Meter-Becken – und mit Noè Ponti ist der grösste Schweizer Trumpf auch die grösste Ustermer Medaillenhoffnung.
Der Tessiner, der vor rund einem Jahr zum SCU wechselte, gehört am Sonntag über 50 m Delfin und am Samstag, 2. August, über 100 m Delfin zu den Medaillenkandidaten. In beiden Disziplinen gehört er zu den Jahresweltbesten – und in beiden Disziplinen wurde er letztes Jahr in Budapest Kurzbahn-Weltmeister. Ein Podestplatz an einer Langbahn-WM fehlt in seinem Palmarès noch.
Für die Schweiz gab es im 50-Meter-Becken schon sechsmal Silber und zweimal Bronze. Einen Langbahn-Weltmeister aus der Schweiz gab es noch nie.
Djakovic will endlich wieder einmal sein Potenzial abrufen
Klar also, dass der Druck vor allem auf Ponti lastet. Doch er ist nicht der einzige Athlet des Schwimmclub Uster, der in Singapur an den Start geht. Neben ihm und dem WM-Debütanten Gian-Luca Gartmann, der am Dienstag über 50 m Brust seine Premiere erlebt und am Mittwoch in seiner Spezialdisziplin 200 m Lagen an den Start geht, ist auch Antonio Djakovic im Einsatz. Für den Crawl-Spezialisten gilt es am Sonntag über 400 m und am Montag sowie Dienstag über 200 m ernst.
Auf der Langbahn holte er über diese beiden Distanzen an der EM 2022 Silber und an der EM 2024 Bronze. Vor allem mit letzteren beiden Medaillen sorgte er für aufsehen, weil er mitten in der Vorbereitung für die Olympischen Spiele in Paris stand und die EM lediglich als Formtest bestritt.
Olympia verlief dann aber enttäuschend für ihn – auch, weil er mit einer Erkältung gesundheitlich angeschlagen war. Und an der Kurzbahn-WM im letzten Dezember litt er unter Hämorrhoiden.
Zuletzt schwamm er an der U23-EM in der Slowakei aus dem Training heraus und blieb klar über seinen Bestzeiten. An der WM geht es nun deshalb vor allem darum, endlich wieder einmal an einem Grossanlass mit vollen Kräften zu starten – und auch sein volles Potenzial abzurufen. Wie gross es ist, hat er schon mehrfach bewiesen.
Ein weiterer SCU-Schwimmer ist in Singapur am Start: Der aus Konstanz stammende Timo Sorgius, der in der deutschen 4x200-m-Crawl-Staffel gemeldet ist, trainiert seit diesem Jahr in Uster.