Plötzlich merkte er: «Daraus könnte doch noch etwas werden»
Der Ustermer Gian-Luca Gartmann war nicht immer auf Leistung fixiert und hatte lange Flausen im Kopf. Nun nimmt er erstmals an Weltmeisterschaften teil.
Er ist einer von sechs Schweizer Schwimmerinnen und Schwimmern, die für die Weltmeisterschaften selektioniert sind. Und er reiste mit Athletinnen und Athleten nach Singapur, die fast alle an internationalen Meisterschaften schon Medaillen gewonnen haben. Sein Name steht neben Grössen wie Noè Ponti, Antonio Djakovic, Lisa Mamié oder Roman Mityukov. Hätte ihm das vor einigen Jahren jemand gesagt, Gian-Luca Gartmann hätte ihn wohl für verrückt erklärt.
Mit seiner ersten WM-Teilnahme geht für den 22-jährigen Ustermer ein Traum in Erfüllung. Dass die WM in Singapur stattfindet, ist für Gartmann dazu das Tüpfelchen auf dem i, «das Nonplusultra». Weil er den asiatischen Kontinent mag und ihm die asiatische Kultur zusagt. Vor allem aber auch wegen der Distanz. Sein Sport führte ihn bisher noch nicht oft weit weg. «Das Weiteste war das EYOF», erinnert er sich. 2019 war das, da fand das European Youth Olympic Festival in Baku statt, der Hauptstadt Aserbaidschans.
Im Nachhinein kann man dieses EYOF quasi als Startschuss nehmen für Gartmanns Karriere als Spitzensportler. Seine Karriere als Schwimmer begann zwar schon, als er sieben Jahre alt war. Und das im Hallenbad Uster – schwimmtechnisch ist er also ein Ur-Ustermer.
Doch lange ging es für Gartmann nicht in erster Linie um Leistung, sondern um den Spass und die Freude. Vor allem in der Pubertät. «Mein damaliger Coach hat seine grauen Haare wohl wegen mir bekommen», sagt er. Ins Schwimmtraining ging er wegen der Kollegen, und einmal fragte er einen von ihnen: «Was gibst du mir, wenn ich in zehn Minuten nach Hause geschickt werde?» Flausen hatte er im Kopf und spricht auch unumwunden darüber.
