Ein Quintett aus der Region startet an der Universiade: Doch was ist das überhaupt?
Welchen Stellenwert haben die World University Games? Sind sie mit Olympia vergleichbar? Und wie gross sind die Medaillenchancen der regionalen Athletinnen und Athleten? Hier sind die Antworten.
Was ist die Universiade?
Am Mittwoch beginnt in Deutschland die Universiade. Wobei die Veranstaltung offiziell World University Games heisst. Die bis zum 27. Juli dauernden Sommer-Welthochschulspiele sind nach den Olympischen Sommerspielen der grösste Multisportanlass auf Leistungssportniveau. Die Wettkämpfe sind Studierenden zwischen 17 und 25 Jahren vorbehalten, die die Selektionskriterien erfüllt haben. Die Sommerversion umfasst 15 Kernsportarten. Die jeweiligen Veranstalter können maximal drei zusätzliche Disziplinen ins Programm nehmen. Heuer sind dies Rudern, Beachvolleyball und 3x3-Basketball.
Welche Dimensionen weist der Anlass auf?
Für die 33. Sommerausgabe sind 9200 Personen aus mehr als hundert Ländern gemeldet. Die Wettkämpfe werden in 23 verschiedenen Anlagen in der Region Rhein-Ruhr ausgetragen, in den sechs Städten Bochum, Duisburg, Essen, Mühlheim an der Ruhr, Berlin und Hagen. Über 10’000 freiwillige Helferinnen und Helfer sind im Einsatz.
Wer startet aus dem Oberland und dem Glattal?
Fünf Sportlerinnen und Sportler aus der Region gehören dem 79-köpfigen Schweizer Universiade-Aufgebot an. Die Leichtathletinnen Lena Wernli (Laupen) und Catia Gubelmann (Uster) feiern ebenso ihre Universiade-Premiere wie die Kunstturnerin Martina Eisenegger aus Grüningen. Die Ustermer Badmintonspielerin Milena Schnider sowie Kunstturner Ian Raubal aus Fällanden starteten schon an den letzten World University Games im chinesischen Chengdu. Schnider scheiterte damals in der 2. Runde, Raubal wurde im Mehrkampf Zwölfter. Einen Bezug zur Region haben derweil auch zwei Schwimmer. Der Österreicher Leon Opatril und Daniil Sokolovskiy sind beide Mitglied im SC Uster.




Welchen Stellenwert hat die Universiade?
Einen hohen. So findet man beispielsweise Olympia-Starter in den Feldern. Die Bedeutung lässt sich aber auch daran erkennen, dass dem Schweizer Leichtathletikteam mehrere Athletinnen und Athleten angehören, die schon an Welt- und Europameisterschaften bei den Aktiven teilnahmen. Oder etwa auch an der Haltung des in den USA studierenden Fällanders Ian Raubal. Der Kunstturner, der heuer erstmals eine Elite-EM bestritt und da zwei Medaillen gewann, sagte bei der Saisonplanung: «Die Universiade wird das zweite Highlight sein.»
Wie grosse Medaillenchancen haben die regionalen Starter?
Das ist schwierig zu beurteilen. Auch für die Startenden selbst, wie sich stellvertretend bei Lena Wernli zeigt. Die Laupner Hürdenspezialistin ist seit Wochen in Topform und hat ihre persönliche Bestzeit mehrfach verbessert. Die 24-Jährige kann ihre Chancen an der Universiade trotzdem nicht einschätzen. «Kommt drauf an, wer da ist», sagt Wernli, «mein Ziel ist aber sicher, in den Final zu kommen.» Wernli hat im Gegensatz zu vielen anderen Teilnehmenden zwei Möglichkeiten, um zu brillieren. Sie gehört zusammen mit Catia Gubelmann der Schweizer 4x400-m-Staffel an, der gute Aussichten auf einen Spitzenplatz attestiert werden. An den World University Games 2023 gewann die Schweiz sieben Medaillen. Eine davon holte Judoka Gioia Vetterli aus Uster.
Inwiefern ist die Universiade mit Olympia vergleichbar?
Vom Format her ist die Universiade nahe an Olympischen Spielen, inklusive Eröffnungs- und Schlussfeier. Die Länder treten sportartübergreifend als Einheit auf. Die Universiade-Veranstalter sprechen davon, den Teilnehmenden Olympia-ähnliche Bedingungen bieten zu wollen. Die Sportlerinnen und Sportler erhalten die Gelegenheit, Erfahrungen an einem Grossanlass zu sammeln. Ein Plus, das laut Lena Wernli nicht unterschätzt werden darf. Die Laupner Läuferin hat im Nachwuchs mehrere internationale Meisterschaften bestritten und war 2024 als Ersatz an Olympia dabei. «Es war hilfreich, das Prozedere mehrfach durchgespielt zu haben. Jetzt weiss ich, was auf mich zukommt.»
