Neben der Gegnerin muss sie auch den Wind im Griff haben
Badmintonspielerin aus Uster
Ihre Widersacherin in der Startrunde kennt Milena Schnider. Zurecht kommen muss sie an der Einzel-EM aber auch mit den Bedingungen in der Halle.
Es ist der bisherige Höhepunkt ihrer Karriere. Am Montagnachmittag ist Milena Schnider an der Einzel-EM in Saarbrücken im Einsatz. Im Nachwuchs nahm die Ustermerin schon an Europa- und Weltmeisterschaften teil. In der Elite aber versuchte sie nun zum ersten Mal überhaupt, ins Feld zu kommen.
40 Plätze gibt es, Ende 2023 war für Schnider klar, dass sie die Qualifikationsperiode auf einem Rang beendet, der ihr das EM-Ticket sicherte. Schnider ist eine von zwei Schweizerinnen im Einzel. Sie freut sich auf ihre Premiere, macht dabei aber einen unaufgeregten Eindruck.
Die Chancen, zu gewinnen, stehen wohl 50 zu 50.
Milena Schnider
Seit Kurzem weiss Schnider, auf wen sie in der Startrunde trifft. Kaloyana Nalbantova heisst ihre Gegnerin. Schnider kann gut einschätzen, was sie auf dem Court erwarten wird. Sie hat sich einige Videos der erst 18-jährigen Bulgarin angesehen. Um ihre Kenntnisse noch etwas zu vertiefen, denn Schnider hat mit Nalbantova schon mehrmals trainiert und kennt auch deren Coach, der einst in der Schweiz tätig war.
Viel wichtiger aber ist: Sie hat bereits gegen sie gespielt. Wie häufig genau, daran erinnert sich die Nummer 160 der Weltrangliste zwar nicht. Aber daran, dass sie eine der Partien gegen die im Ranking erheblich weiter vorne (83) klassierte Spielerin gewann. Schnider schliesst daraus: «Die Chancen, zu gewinnen, stehen wohl 50 zu 50.»
Souverän zum SM-Titel
Die zwei letzten Turniere in Holland und Portugal liefen für Schnider zwar nicht nach ihrem Gusto. Das hat ihr kurzzeitig etwas zu denken gegeben. Zuletzt schaffte sie es im Training aber, das Selbstvertrauen wieder aufzubauen.
Grundsätzlich gibt es für sie auch gar keinen Grund, mit den ersten Monaten unzufrieden zu sein. Schnider gewann ein Future-Series-Turnier in Island. Und an den Schweizer Meisterschaften in Genf marschierte sie ohne Satzverlust zum Titelgewinn.
Jetzt also soll der nächste sportliche Erfolg folgen. Was braucht es dafür? Schnider muss es gelingen, die offensiv agierende Gegnerin «ins eigene Spiel zu ziehen», wie sie sagt. Einen guten Start sieht sie als zentral an. «Da wir beide wohl nervös sein werden.» Und was sie unbedingt vermeiden will: Über längere Zeit keine Punkte zu machen. Auf diesem Niveau ist ein grosser Rückstand kaum mehr wettzumachen.
Schnider stellt sich auf schwierige Bedingungen ein. Sie kennt die Halle und weiss, dass die Lüftung eine Rolle spielt. Die Ustermerin spricht in diesem Zusammenhang von «Wind» und erläutert: «In eine Richtung ist es schneller, das kann relativ viel ausmachen. Man muss sich an die Bedingungen anpassen können.» Zwei oder drei Turniere stehen nach der EM noch auf ihrem Programm. Dann soll «ein guter Sommeraufbau» folgen, der sie ihrem Fernziel ein kleines Stück näher bringen soll: den Olympischen Spielen 2028.