Sie holt SM-Silber – und wird nun zum Fan
Am Eidgenössischen Turnfest in Lausanne stach am ersten Wochenende Elite-Kunstturnerin Martina Eisenegger aus Oberländer Sicht heraus.
Speziell ist ein Erfolg an einem Eidgenössischen Turnfest (ETF) immer, da dieses Turnfest nur alle sechs Jahre stattfindet. Dieses Jahr in Lausanne war es für die Kunstturnerinnen noch spezieller, denn anlässlich des ETF wurden die Schweizer Meisterschaften ausgetragen. Und das in einem historischen Gebäude, dem Palais de Beaulieu, einem Wahrzeichen des Messezentrums in Lausanne.
Dort waren trotz hohen Temperaturen Spitzenleistungen zu sehen – und dabei stach in der höchsten Stufe P6 eine Turnerin aus dem Oberland heraus. Martina Eisenegger aus Grüningen lieferte ihren besten Wettkampf der Saison ab und sicherte sich die Silbermedaille. «Ich bin sehr glücklich über diese Medaille, trotz ein paar Fehlern hie und da», sagte die 20-Jährige.
Die Vorbereitungen verliefen für sie alles andere als einfach. In der Woche vor dem ETF hat sie erfahren, dass sie aufgrund eines Sehnenrisses am Daumen im August ihre Hand operieren muss. Der Start in Lausanne war daher ungewiss. «Aber im Endeffekt konnte ich meinen Daumen so tapen, dass ich turnen konnte. Daher bin ich umso stolzer, dass ich meine Übungen trotzdem so zeigen konnte, wie ich wollte.»
Eisenegger überzeugte am Schwebebalken mit der besten Übung, und an ihrem Paradegerät Stufenbarren zeigte sie trotz «Daumenhandicap» die schwierigste Kür.
Am Samstag will sie Rüti unterstützen
Das Turnfest geniessen konnte Eisenegger allerdings noch nicht so richtig. «Am Wettkampf selbst habe ich keinen grossen Unterschied wahrgenommen, ausser dass es mehr Zuschauende als sonst gab. Das Besondere war, dass man bereits bei der Hinreise viele Leute sah, die auch ans Turnfest gingen. Und natürlich auch bei der Autogrammstunde, die wir vor dem Wettkampf hatten, war es schön zu sehen, wie das Turnen verbindet», sagt sie.
Nun hofft sie auf das zweite Wochenende, das am Donnerstag mit den Vereinswettkämpfen beginnt. «Am Samstag habe ich noch Semesterprüfungen an der Uni und hoffe sehr, dass ich rechtzeitig in Lausanne bin, um meinen Stammverein Turnsport Rüti sehen zu können», sagt sie.
Medaillen fürs Oberland – aber wie viele?
Am ETF wurde erstmals auf eine rein digitale Übermittlung der Resultate gesetzt – was ja eigentlich zur Folge haben sollte, dass die Ranglisten sehr schnell verfügbar sind. Nicht so in Lausanne. Stieg wegen der grossen Hitze die Elektronik aus? War das System überlastet? Oder lag es gar am mangelhaften Eintippen der Resultate?
Tatsache ist: Zum Zeitpunkt der Publikation dieses Artikels am Dienstag waren noch nicht alle Ranglisten verfügbar. Es ist also nicht klar, ob sich zu den bereits bekannten sieben Medaillen noch weitere hinzugesellen.
Im Kunstturnen P5 überzeugten die Oberländer Turnerinnen mit einem kompletten Medaillensatz: Es siegte Emma Schwaller (Satus Uster) vor Nala Pête und Loa Walser (beide Rüti). Im P4 der Männer gewann Leano Frangao (TV Rüti). Im Trampolinturnen gewann in der Kategorie U15 Girls Luna Sulzer (TV Grüningen).
Das Gymnastikteam ohne Handgeräte bei den Aktiven des TV Wetzikon mit Sandy Luginbühl, Laura Siegenthaler, Remo Curcuruto und Zoé Lehmann durfte sich mit der hohen Note von 9,92 Punkten über die Bronzemedaille freuen.

Und in der Einzelgymnastik ohne Handgeräte Aktive konnte mit Shayla Di Martino eine weitere Wetzikerin eine Medaille bejubeln – die silberne.

