Druck auf Stadtrat Uster steigt – Stadtpräsidentin hält sich bedeckt
Viele Fragen, wenig Antworten
Die Affäre um die Stadtpolizei Uster weitet sich aus: Der Stadtrat wusste vor den Wahlen schon über die regelwidrigen Vorgänge Bescheid. Nun liegt eine erste Stellungnahme der Stadtpräsidentin dazu vor.
In Uster haben sich die Ereignisse in den vergangenen Tagen überschlagen. Zunächst wurde bekannt, dass nicht nur innerhalb der Stadtpolizei Uster Kosten auf verschiedene Rechnungen aufgeteilt wurden, sondern dass auch Sicherheitsvorsteherin Beatrice Caviezel (GLP) solche Rechnungen regelwidrig freigegeben hatte. Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) räumte dann am Mittwoch ein, dass der Stadtrat bereits Ende März und damit vor den Gesamterneuerungswahlen im April davon Kenntnis hatte.
Ebenfalls am Mittwoch machte die Stadt Uster öffentlich, dass ein stadträtlicher Ausschuss die Vorkommnisse rund um die Stadtpolizei untersuchen und bewerten wird und Massnahmen vorschlagen soll. Zum Ausschuss gehören Stadtpräsidentin Thalmann (SP) sowie Bauvorsteher Richard Sägesser (FDP) und Finanzvorsteher Daniel Frei (GLP), die zwei neu gewählten Stadträte.
Doch die neuesten Erkenntnisse werfen Fragen auf: Warum machte der Stadtrat die Information vor den Wahlen nicht öffentlich? Wie soll das Vertrauen der Bevölkerung wiederhergestellt werden? Welche Massnahmen sind denkbar – und ist der Stadtrat in seiner aktuellen Besetzung noch tragbar?

