ZHAW-Dozent: «Der Thurmed-Deal ist für Gläubiger die sinnvollste Lösung»
Gastbeitrag zum GZO-Sanierungskonzept
Andreas Schweizer ist Experte für Fragen rund um Kreditrisiko- und Turnaround-Management. Er erklärt, warum er den Einstieg der Thurmed-Gruppe beim GZO Spital Wetzikon für die beste Sanierungsoption hält.
Andreas Schweizer ist Dozent am Institut für Financial Management der ZHAW School of Management and Law, wo er sich unter anderem mit Fragen rund ums Kreditrisikomanagement inklusive Turnaround-Management sowie Sustainable Finance beschäftigt. In einer früheren Funktion war er von 2012 bis 2015 Mitglied des Spitalfinanzierungsteams der Zürcher Kantonalbank. Er ist im Oberland aufgewachsen, wohnt in Wetzikon und hat bereits 2025 in einem Gastbeitrag die Lage am GZO eingeschätzt. (erh)
Das GZO Spital Wetzikon befindet sich bekanntlich in Nachlassstundung, weil eine 2014 aufgenommene Obligation über 170 Millionen Franken, die für den Erweiterungsbau bestimmt war, nicht refinanziert werden konnte. Der Neubau selbst ist ebenfalls noch nicht fertiggestellt. Der Spitalbetrieb dagegen läuft unabhängig davon geordnet weiter und erwirtschaftet einen positiven Cashflow. Das Spital scheint somit seine Daseinsberechtigung unter Beweis gestellt zu haben.
Im Oktober entscheiden die Gläubiger über einen Sanierungsvorschlag, dem neben dem bisherigen Szenario drei geprüfte Varianten mit externen Parteien vorausgingen: ein Kaufangebot von Kawa/Swiss Medical Network (SMN), ein Sale-and-lease-back-Angebot von Infracore, einer Schwestergesellschaft der SMN, und eine strategische Beteiligung durch die Thurmed AG, die öffentliche Spitalgruppe aus dem Thurgau.

