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Neue Wendung

Rettet ein Investor das GZO Spital in Wetzikon?

Unerwartete Wendung im Fall des GZO Spitals. Eine Investorengruppe hat ein Angebot abgegeben, das einen längerfristigen Weiterbetrieb gewährleisten soll.

Kommt alles nochmals anders? Dem GZO Spital Wetzikon liegt ein Angebot vor, mit dem der Konkurs abgewendet werden soll. (Archiv)

Foto: Simon Grässle

Rettet ein Investor das GZO Spital in Wetzikon?

Neue Wendung

Unerwartete Wendung im Fall des GZO Spitals. Eine Investorengruppe hat ein Angebot abgegeben, das einen längerfristigen Weiterbetrieb gewährleisten soll.

Mit Investoren hat das Spital Wetzikon, das sich seit mittlerweile zwei Jahren in Nachlassstundung befindet, zuletzt wenig Fortune gehabt. Da war zuerst ein (unbekannter) Geldgeber, der die Anleihenobligation über 170 Millionen Franken hätte refinanzieren sollen und im Januar 2024 unerwartet absprang.

Nach diesem Rückzieher fanden die GZO-Verantwortlichen nicht mehr aus der Sackgasse, in die sie sich mit dem teuren (und bis heute nicht fertiggestellten) Neubau manövriert hatten.

Gläubigerversammlung mit dem GZO in der «Krone» in Wetzikon.
Gregor Greber wollte das GZO Spital in den Konkurs schicken. (Archiv)

Und dann ist da noch die GZO Creditor Group um den Zürcher Investor Gregor Greber, die die GZO AG am liebsten in den Konkurs schicken würde. Ein Szenario, das die Spitalleitung um Verwaltungsratspräsident Andreas Mika und Spitaldirektor Hansjörg Herren um jeden Preis verhindern will.

Einen grossen Teil dieses Preises sollen die Gläubiger der überfälligen Obligationenanleihe bezahlen. Neben den Aktionärsgemeinden, die 50 Millionen Franken frisches Eigenkapital einschiessen, würden sie im aktuellen Sanierungsplan mit einer Nachlassdividende von 30 bis 35 Prozent abgespiesen. Das heisst, sie würden auf 110 bis 120 Millionen Franken verzichten.

Mitte Mai findet die Gläubigerversammlung statt. Ob dieser Plan vor den enttäuschten Anlegern Bestand hat, ist zumindest fraglich.

Steigt eine Freiburger Beteiligungsgesellschaft ein?

Doch nun scheint kurz vor dieser Versammlung ein gänzlich anderes Szenario möglich. Wie das Finanzportal finews.ch meldet, soll die Beteiligungsgesellschaft Aevis Victoria bereitstehen, «sich für eine Lösung zu engagieren, mit der die Weiterführung des Spitalbetriebs in Wetzikon gesichert werden könnte».

Wie diese Lösung konkret aussehen soll, ist noch unklar. Laut finews.ch soll es sich um eine Barkomponente und eine Refinanzierungsanleihe handeln. Damit könne ein Konkurs vermieden und der Spitalbetrieb reibungslos aufrechterhalten werden. Auch hier sollen die Obligationäre auf Geld verzichten müssen, aber auf deutlich weniger als im bislang vorliegenden Sanierungsplan.

«Es liegt ein schriftliches Angebot vor», bestätigt GZO-Kommunikationschefin Nadine Wozny auf Anfrage. Über den Absender und den Inhalt hält sie sich bedeckt. Immerhin scheint unter den Gläubigern etwas Hoffnung aufzukeimen: Die überfällige GZO-Anleihe – sie wird an der Börse noch immer gehandelt – stieg im Lauf des Mittwochs um 17 Prozent.

See-Spital in Horgen als Beispiel

Aevis Victoria mit Hauptsitz in Freiburg ist an der Schweizer Börse kotiert. Zu ihren Beteiligungen gehören die Swiss Medical Network Holding SA, eine Schweizer Privatklinikgruppe, und die Infracore SA, ein auf Spital- und Gesundheitsinfrastruktur spezialisiertes Unternehmen. In deren Portfolio befinden sich unter anderem die Klinik Bethanien in Zürich und das Spital Zofingen.

Erst am vergangenen Montag hat Aevis Victoria bekannt gegeben, dass die Infracore SA die Liegenschaft des See-Spitals in Horgen erwerben und diese gleichzeitig im Rahmen eines langfristigen Mietvertrags in einem sogenannten Sale-and-Lease-Back-Verfahren an das Spital zurückvermieten werde.

Das See-Spital befand sich in einer ähnlichen Lage wie das GZO Spital: Auch in Horgen war eine Anleihe über 100 Millionen Franken ausstehend. Diese war 2018 ausgegeben worden, um einen Neubau zu finanzieren, und wird im Juli 2026 fällig. Mit dieser Sale-and-Lease-Back-Lösung sichert das See-Spital die Refinanzierung der ausstehenden Anleihe.

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