Uster wurde getäuscht – und braucht deshalb jetzt Neuwahlen
Kommentar zur Rechnungsaffäre
Glaubwürdigkeit und Vertrauen sind die höchsten Güter unserer Politikerinnen und Politiker. Weil genau das in Uster verspielt wurde, fordert der stellvertretende Chefredaktor Erik Hasselberg harte Konsequenzen.
Es ist nichts weniger als eine Bombe, die Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) am Mittwochnachmittag platzen lässt.
Noch am Dienstag hatte diese Redaktion sie zum Interview getroffen und gefragt. Thema des Gesprächs: die Rechnungsaffäre der Stadtpolizei Uster und visierte Rechnungen der zuständigen Stadträtin. Wann wusste der Stadtrat, dass Sicherheitsvorsteherin Beatrice Caviezel (GLP) persönlich aufgeteilte Rechnungen unterzeichnet und ihre Finanzkompetenz überschritten hatte?
Thalmanns Antwort: «Im zweiten Quartal wurde der Stadtrat informiert.» Auf die konkrete Nachfrage, ob man nicht bereits vor den Wahlen davon wusste – schliesslich wurde die unkorrekte Aufteilung der Rechnungen schon bei der Revision im März offensichtlich –, folgte ein klares Nein.

