Meinung

Geschichten, die in Erinnerung bleiben

Restaurant Speck: Schicksalsschläge, Erinnerungen und Hoffnung

Diese Geschichten, Reportagen, Portraits, Geschehnisse und Schicksale haben unsere Redaktorinnen und Redaktoren dieses Jahr nachhaltig geprägt. Heute: Wie der Brand des Restaurants «Speck» Erinnerungen weckte.

Der Brand im Restaurant Speck beschäftigt unsere Redaktorin. (Archiv)

Foto: Simon Grässle

Restaurant Speck: Schicksalsschläge, Erinnerungen und Hoffnung

Geschichten, die in Erinnerung bleiben

Diese Geschichten, Reportagen, Porträts, Geschehnisse und Schicksale haben unsere Redaktorinnen und Redaktoren 2025 nachhaltig geprägt. Heute: Wie der Brand des Restaurants Speck Erinnerungen weckte.

Das Jahr 2025 nähert sich dem Ende. Auch in diesem Jahr blickt die Redaktion auf die spannendsten Momente, packendsten Geschichten und interessantesten Menschen zurück. In persönlichen Einblicken erzählen Redaktorinnen und Redaktoren von ihren High- und Lowlights. (zo)

Das Restaurant Speck wurde am 1. April 2000 eröffnet. Als geborene Fehraltorferin hatte ich bereits als kleines Mädchen erste Berührungspunkte mit dem Lokal. Flugzeuge bestaunen und Schnipo mit viel Ketchup schnabulieren – daran kann ich mich noch gut erinnern.

Seit einigen Jahren hat der Ort jedoch eine andere Bedeutung für mich, nämlich seit ich für den «Zürcher Oberländer» schreibe. 2018 das erste Mal, als es um den Aufbau der Highland Games ging. Einer der letzten Artikel stammt aus diesem Jahr – und dreht sich um die Folgen des vernichtenden Brands vom 13. Juli.

Zwischen diesen Ereignissen ist viel passiert auf dem Flugplatz. Gründer Chrigi Kessler verstarb Anfang 2020 an Krebs; ein grosser Verlust für die Schweizer Highlander-Szene und darüber hinaus. Aber auch mich persönlich traf sein Tod, erlebte ich ihn immer als sehr charismatischen, sympathischen und offenen Interviewpartner. Im Restaurant steckte sein ganzes Herzblut. Und das spürte ich in jedem Gespräch mit ihm.

So war es dann auch, als ich mit Sabrina Gisler sprach, die das Restaurant Anfang 2025 übernommen hatte. Seit 15 Jahren arbeitete sie im «Speck» und trat dann in Kesslers Fussstapfen – eine Entscheidung, die ihr nicht leichtfiel.

Als ich die Fotos des bis auf die Grundmauern niedergebrannten Restaurants sah, kamen mir die Tränen. Ich musste an Kessler denken und an seine Art, wie er über sein Restaurant, sein Team und seine Spiele gesprochen hatte. Sabrina Gisler und Markus Zürcher kreuzten meine Gedanken, wie sehr sie sich auf die bevorstehende Zeit im «Speck» gefreut und wie viel Herzblut sie in den Betrieb investiert hatten.

Mit dem «Speck» hat die Region ein traditionsreiches Restaurant verloren. Und während ich die News dazu verfasste und mir das Ausmass des Brands vor Ort ansah, wurde mir bewusst, dass dieser Ort weit mehr war als nur ein Betrieb. Er war Treffpunkt, Bühne, Gemeinschaft – und für viele ein Stück Zuhause.

Doch die Geschichte des «Speck» endet nicht in den Flammen. Gisler, Zürcher und ihr Team wollen das Restaurant wieder aufbauen; bis dahin läuft der Betrieb in einem winterfesten Zelt weiter. Und vielleicht ist es genau das, was diesen Ort ausmacht: Menschen, die neue Kapitel schreiben, statt aufzugeben.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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