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Wahlen

Zehn Kandidaten, vier Sitze

Kandidatenmangel? Nicht in Fischenthal

In Fischenthal treten zehn Kandidierende für vier Gemeinderatssitze an – und liefern sich einen überraschend intensiven Wahlkampf.

Zehn Kandidaten wollen in den Gemeinderat von Fischenthal – und damit ins Sitzungszimmer im Gemeindehaus.

Foto: Simon Grässle

Kandidatenmangel? Nicht in Fischenthal

In Fischenthal treten zehn Kandidaten für vier Gemeinderatssitze an – und liefern sich einen überraschend intensiven Wahlkampf.

Vor vier Jahren überstrahlte Barbara Dillier (parteilos) alle. Mit einem Glanzresultat wurde sie als Gemeindepräsidentin wiedergewählt. Doch ihre Ära in Fischenthal endete Ende 2024. Sie trat zurück – weil sie die Wahl zur Stadtpräsidentin in Rapperswil-Jona schaffte.

Im vergangenen Jahr wurde René Schweizer (SVP), der 2022 den Sprung in den Gemeinderat noch verpasst hatte, als ihr Nachfolger gewählt. In der Ersatzwahl im Mai setzte er sich gegen Polit-Neuling Matthias Lutz (parteilos) durch.

Noch nicht einmal ein Jahr im Amt, muss sich Schweizer nun den Erneuerungswahlen stellen – und erhält bereits wieder Konkurrenz. Denn ein weiterer Kandidat hat Ambitionen auf das Gemeindepräsidium: Martin Oberholzer (parteilos). Bei der Wahl der Gemeinderäte müssen sich die beiden aber in einem grossen Feld von Kandidaten behaupten.

Ein Schwinger mit politischen Ambitionen

Fünf Sitze umfasst der Fischenthaler Gemeinderat, einer davon ist für das Präsidium der Schulpflege reserviert. Sprich: Es gibt vier Sitze – und zehn Kandidaten. Je nach Stimmenverteilung scheint ein zweiter Wahlgang realistisch.

Von den bisherigen Gemeinderäten treten nur René Schweizer und der Parteilose Matthias Zürcher, Tiefbau- und Werkvorsteher, nochmals an. In der SVP-Hochburg Fischenthal (Wähleranteil bei den eidgenössischen Wahlen 2023: knapp 60 Prozent) schickt die Volkspartei neben dem Gemeindepräsidenten auch Eugenio Di Pomponio und Fabian Kindlimann ins Rennen.

Für den Schwinger und zweifachen Eidgenossen ist es der erste Wahlkampf. «Ich war an der Info-Veranstaltung der Gemeinde, und der Reiz für eine Kandidatur war da», sagt der 35-Jährige.

Im Hinblick auf die Wahlen ist er auch der SVP beigetreten. «Auf der Gemeindeebene geht es aber um die Sache, und die Partei steht nicht im Vordergrund», stellt er klar. Zudem sei ihm wichtig, dass er als Person und nicht als Schwinger antrete. «Schwingen ist nicht politisch», betont er.

Drei zusammen und ein Rückkehrer

Die weiteren sieben Kandidaten im Feld sind allesamt parteilos. Drei von ihnen machen aber gemeinsame Sache. Es sind dies der bereits erwähnte Präsidiumskandidat Martin Oberholzer, Marco de Boer und Jonas Weber. Zu diesem Zweck hat Marco de Boer sogar eine eigene Website gebaut, chatzimsack.ch.

Ihren Wahlkampf stellen sie dort unter das Motto: «Gute Gemeindepolitik braucht Sachlichkeit, Verantwortung und Transparenz.»

Ebenfalls im Gemeinderat politisieren will Matthias Gnehm. Für den ehemaligen Schulpräsidenten wäre es eine Rückkehr ins Gremium. Er war ab 2009 Mitglied der Schulpflege und übernahm 2014 das Präsidium – und nahm damit auch Einsitz im Gemeinderat. 2016 trat er jedoch vorzeitig zurück.

Gnehm brachte sich jedoch auch danach weiterhin in die Gemeindepolitik ein. So reichte er 2023 eine Initiative ein. Er wollte erreichen, dass Fischenthal eine Fusion mit einer Nachbargemeinde prüfe. Eine Mehrheit konnte sein Anliegen an der Gemeindeversammlung aber nicht finden.

Nun fasst Gnehm ein Comeback in der Gemeindepolitik ins Auge. Im Gegensatz zu früher aber nicht mehr als SVP-Mitglied, sondern als Parteiloser. Zu den Beweggründen seiner Kandidatur will sich der Zimmermann auf Anfrage aber nicht äussern.

Gerangel um Schulpflege

Neben den bereits erwähnten Kandidaten streben auch Andreas Wirz und Michael Kother einen Sitz im Gemeinderat an. Letzterer kandidiert gleichzeitig für die Schulpflege. Auch dort sind die fünf Sitze umkämpft.

Die bisherigen Mitglieder Cécile Mächler, Michaela Oberholzer und Sonja Wildhaber (alle parteilos) kandidieren erneut. Neu in die Schulpflege wollen ausserdem Ralph Eichenberger (SVP), Philipp Glauser, Kathrin Lenz und Tanja Spörri (alle parteilos).

Im Präsidium kommt es dabei ebenfalls zum Wechsel. Hans Lazzarotto (SVP) tritt nicht erneut an. Für seine Nachfolge stellen sich Cécile Mächler und Philipp Glauser zur Verfügung. Der neue Präsident oder die neue Präsidentin wird auch im Gemeinderat Einsitz nehmen.

Die Kandidaten für den Gemeinderat Fischenthal

Marco de Boer (parteilos, neu)

Eugenio Di Pomponio (SVP, neu)

Matthias Gnehm (parteilos, neu)

Fabian Kindlimann (SVP, neu)

Michael Kother (parteilos, neu)

Martin Oberholzer (parteilos, neu), auch als Präsident (neu)

René Schweizer (SVP, bisher), auch als Präsident (bisher)

Jonas Weber (parteilos, neu)

Andreas Wirz (parteilos, neu)

Matthias Zürcher (parteilos, bisher)

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