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Glattaler Interregio-Klub

Harmlose Offensive, viele Ausfälle – und doch Hoffnung in Dübendorf

Den Abstiegskampf kennt der FC Dübendorf bereits. Vor der Rückrunde prägen personelle Fragezeichen und Neuigkeiten um Trainer Shaip Krasniqi die Ausgangslage.

Hochs und Tiefs wechselten sich beim FC Dübendorf (Jannis Gil, rechts) in der Vorrunde ab. (Archiv)

Foto: David Kündig

Harmlose Offensive, viele Ausfälle – und doch Hoffnung in Dübendorf

Den Abstiegskampf kennt der FC Dübendorf bereits. Vor der Rückrunde prägen personelle Fragezeichen und Neuigkeiten um Trainer Shaip Krasniqi die Ausgangslage.

Die Ausgangslage: Abstiegsplatz und ein Offensivproblem

Zu wenig Tore, ein Platz unter dem Strich: Der FC Dübendorf geht von Rang 12 aus in die zweite Meisterschaftshälfte der 2. Liga interregional – und damit aus unmittelbarer Relegationsgefahr.

Dabei war die Hoffnung zu Saisonbeginn gross gewesen. Nach den Verpflichtungen mehrerer Offensivkräfte schien ein Schritt nach vorne realistisch. Doch gerade einmal 15 Tore erzielte der FCD in der Hinrunde. Der einzige Spieler mit mehr als zwei Treffern ist mit Eldin Omerovic (5) ein Mittelfeldakteur.

Für die bislang magere Torquote gibt es Gründe. Mehrere Schlüsselspieler fielen immer wieder aus. Allen voran Identifikationsfigur Delil Ferati, der in den vergangenen drei Saisons jeweils zweistellig getroffen hatte, im Herbst aber wochenlang fehlte. Ähnliches gilt für den neuen Stürmer Dionis Ramaj und für Severin Burkart, der in der Meisterschaft bis anhin gänzlich ohne Einsatz blieb.

Gründe für Zuversicht gibt es trotzdem im Dübendorfer Lager. «Wir waren in der Rückrunde stets besser», sagt Präsident Markus Herzog. Tatsächlich war der FCD im letzten Frühjahr das siebtbeste Team der gesamten Gruppe, wodurch recht souverän der Ligaerhalt bewerkstelligt werden konnte. «30 Punkte sind wohl dafür nötig», rechnet Herzog vor. Davon sind die Dübendorfer mit 12 Zählern derzeit allerdings noch weit entfernt.

Die personelle Situation: Wenige Wechsel und doch Sorgen

Aufwärmzeit gibt es keine: Am Sonntag muss der FC Dübendorf im ersten Heimspiel gleich liefern. Zu Gast ist der direkt über dem Strich klassierte SC Binningen. Die Glattaler kämpfen allerdings bereits vor dem Auftakt in die zweite Meisterschaftshälfte mit personellen Sorgen. Mit Delil Ferati (Knie), Dionis Ramaj (Ferse), Cadima Lusiola (Fuss) und Stammgoalie Labinot Bytyci (Leiste) schlagen sich mehrere Leistungsträger derzeit mit Verletzungen herum. Gerade der Ausfall des routinierten Bytyci, der in der Vorrunde keine einzige Minute verpasste, dürfte schmerzen. Vertreten wird ihn wohl in dieser Zeit ein auf diesem Niveau unerfahrener Nachwuchskeeper.

Überhaupt haben die Dübendorfer auf dem Papier eher etwas an Substanz verloren. Selbst wenn mit Nino Simic ein erfahrener Innenverteidiger vom gleichklassigen FC Klingnau aufs Zelgli wechselte. Die weiteren Neuen, Lorik Idrizi (von Rapperswil-Jona 2) und Dario Dantoni (Thalwil), dürften nicht sogleich eine tragende Rolle einnehmen. Im Gegenzug haben Shahid Malhis, Malik Sow (beide zu Zürich City) und Victor De la Rosa Almanzar (Horgen) den Verein verlassen.

Trainer Shaip Krasiqi spricht ungeachtet davon von einer guten Vorbereitung. Mut macht ihm insbesondere die Hauptprobe gegen das Interregio-Team von Altstätten (2:2), wo sein junges Team trotz namhaften Absenzen einen gefestigten Eindruck hinterliess.

Dübi Trainer Shaip Krasniqi
Trainer Shaip Krasniqi verlässt den FC Dübendorf im Juni nach insgesamt drei Jahren Amtszeit. (Archiv)

Der Trainer: Warum seine Zeit im Sommer endet

Auch während sportlicher Durststrecken war Trainer Shaip Krasniqi bei Markus Herzog unumstritten. «Weil ich absolut überzeugt bin von ihm und die Mannschaft geschlossen hinter ihm steht», betonte der Präsident beispielsweise während Krasniqis zweiter Saison, als sich sein Team wiederholt über längere Zeit schwertat.

Der Rütner hatte im Sommer 2023 nach dem Wiederaufstieg in die 2. Liga interregional bei den Glattalern übernommen. In der Folge klassierte sich der FCD zweimal auf Platz 11. Dieses Kunststück will der 45-Jährige nun ein drittes Mal schaffen. «Es liegt mehr drin. Die Qualität dafür ist im Kader vorhanden», ist er überzeugt. Dazu ist aber – wie schon in der Vorsaison – eine Steigerung unabdingbar.

Ob Ligaerhalt oder Abstieg, so viel ist bereits klar: Im Juni wird Krasniqi nach drei Jahren im Amt abtreten. Der Ur-Rütner will dann eine Pause einlegen. Schwach würde er wohl nur bei einem Angebot aus der 1. Liga werden. «Es müsste etwas wirklich Gutes sein», sagt er. Auf dieser Stufe war Krasniqi bereits in der Saison 2022/23 für einige Wochen als Cheftrainer beim damaligen Erstligisten Linth 04 tätig.

Der FC Dübendorf muss sich somit in den nächsten Wochen um einen Nachfolger bemühen – einen Trainer, der im schlechtesten Fall auch bereit wäre, in der 2. Liga regional zu arbeiten. Klubchef Herzog spricht in diesem Zusammenhang von einem Entscheid bis «Mitte der Rückrunde».

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