Dübendorf ist nun viel unberechenbarer
Beim FC Dübendorf sind die Vorzeichen vielversprechend. Den Glattalern ist nach einer Transferoffensive im dritten Jahr in der 2. Liga interregional eine weitere Steigerung zuzutrauen.
Das sind die Lehren aus der letzten Saison
Es war ein Horrorstart des FC Dübendorf. Die ersten fünf Partien gingen verloren. Mitte Oktober 2024 waren die Glattaler nach der bereits achten Niederlage in zehn Spielen auf dem Gipfel der Harmlosigkeit – und am Tabellenende der Interregio-Gruppe 4. «Wir haben die Schwachstellen erkannt. Es haben zu viele Spieler gefehlt – und einige waren auch zu wenig fit», sagt FCD-Präsident Markus Herzog. Kein Grund, um in Panik zu verfallen und beispielsweise Trainer Shaip Krasniqi infrage zustellen.
Tatsächlich fingen sich die Dübendorfer – und überwinterten bereits über dem Relegationsstrich. In der zweiten Meisterschaftshälfte wurde weiter gefällig gepunktet. Und weil mitten in der Rückrunde noch die Abstiegsmodalitäten geändert wurden, schaffte der FCD letztlich als Tabellenelfter recht souverän den Klassenverbleib.
Und jetzt? Rangziele will Herzog mit Blick auf die bereits dritte Saison in der 2. Liga interregional nicht nennen. «Nichts mit dem Abstieg zu tun haben und Spass am Fussball», das ist sein primäres Ziel. Wichtig dürfte es zumindest sein, in der Offensive die Verantwortung auf mehr Schultern zu verteilen. Denn 19 der 43 Tore erzielte allein Delil Ferati. Coach Krasniqi hat insgesamt ein gutes Gefühl. «Wir sind noch mehr zusammengewachsen. Und die Jungen sind reifer geworden», findet er.
Das hat sich im Kader getan
Der FC Dübendorf kann gut und gerne als Transfersieger betitelt werden. Kein einziger Leistungsträger hat den Verein verlassen. Dafür sind im Team deutlich mehr Kadertiefe und individuelle Qualität vorhanden.
Gerade in der Offensive hat Trainer Krasniqi nun die Qual der Wahl. Mit Rückkehrer João Miguel Pereira (von Brüttisellen-Dietlikon), Kristijan Klincov (Thalwil) und Dionis Ramaj (Zürich City) hat er gleich drei neue Angreifer mit Knipserqualitäten zur Verfügung. Dazu ist der fast ein Jahr verletzt ausgefallene Severin Burkart zurück. «Sevi ist so quasi also auch neu», freut sich Krasniqi.
Dazu trägt der bisherige Ustermer Dominik Cennerazzo nun das Trikot des FCD. «Er kann fast alles spielen», sagt Krasniqi schon fast schwärmerisch. Das Zeug zum Stammspieler haben ausserdem der derzeit noch verletzte Dardan Ajeti (Horgen) sowie Elia Stefanetti (Gossau SG). Der junge Innenverteidiger Stefanetti ist in die Region Zürich gezogen und wechselte daraufhin auf Empfehlung seines bisherigen Trainers nach Dübendorf.
Die Transfers des FC Dübendorf
Abgänge: Baris Ürün (Brüttisellen-Dietlikon), Leandro Rodrigues Do Rosario (Bülach), Ilef Amari (Hinwil).
Zuzüge: Elia Stefanetti (Gossau SG), Dominik Cennerazzo (Uster), João Miguel Pereira (Brüttisellen-Dietlikon), Dionis Ramaj (Zürich City), Dardan Ajeti (Horgen), Kristijan Klincov (Thaliwl).
So soll die neue Saison für den FCD werden
«Ich habe mich zunächst geärgert. Die Gruppeneinteilung ist aus meiner Sicht sinnfrei», sagt Dübendorfs Markus Herzog. Der Präsident meint die Umteilung in die Gruppe 3, wodurch die Glattaler neuerdings vor allem in die Nordwestschweiz reisen müssen. Als einzige bisherige Gegner sind Uster, Red Star und Bülach geblieben. Zum Auftakt geht es für den FCD gleich nach Binningen. Und Herzogs anfängliches Missfallen über die veränderte Umgebung hat sich mittlerweile gelegt. «So treffen wir mal auf neue Gegner», sagt er.
Die Dübendorfer müssten zumindest das Zeug für eine Steigerung – und damit einen einstelligen Tabellenplatz – haben. Auffällig ist auch, dass kein einziger Gruppengegner sich in der letzten Meisterschaft in den Top 5 der 2. Liga interregional platzieren konnte. Zum Kreis der möglichen Spitzenteams zählen aber zumindest Dornach, Lachen/Altendorf, Thalwil und Aufsteiger Zürich City.
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