Gesundheit

Spitalretterin gesucht und gefunden

Von Uster ins Engadin: Sacha Geier übernimmt das Ruder in Samedan

Die Verwaltungsratspräsidentin der Spital Uster AG hat einen neuen Posten. Sie soll das Spital Oberengadin in Graubünden aus der Krise führen.

Sacha Geier, Verwaltungsratspräsidentin des Spitals Uster: Ihre Expertise wird jetzt auch in Graubünden benötigt.

Foto: PD

Von Uster ins Engadin: Sacha Geier übernimmt das Ruder in Samedan

Die Verwaltungsratspräsidentin der Spital Uster AG hat einen neuen Posten. Sie soll das Spital Oberengadin in Graubünden aus der Krise führen.

Ab dem 1. April weht im Oberengadin ein neuer Wind – und der kommt aus dem Oberland. Sacha Geier, Verwaltungsratspräsidentin der Spital Uster AG, wird neue CEO der Spital Oberengadin AG.

Wer Sacha Geier kennt, weiss: Sie redet nicht gerne um den heissen Brei herum. Die Medizinerin und Betriebswirtschafterin gilt als äusserst strukturiert, führungserfahren und zielstrebig. Seit dem 1. Januar 2023 präsidiert sie den Verwaltungsrat der Spital Uster AG und hat das kleinere der beiden Regionalspitäler im Oberland in einer anspruchsvollen Phase massgeblich geprägt.

Unter ihrer strategischen Führung hat das Spital Uster wichtige Meilensteine erreicht. Nach unruhigen Zeiten und dem Abgang der damaligen operativen Führung sorgte sie mit dem interimistischen Leiter Vital Schreiber für Ruhe. Mit der Wahl von Martin Werthmüller zum neuen CEO etablierte sie ein Führungsteam, das stark in der Region verankert ist.

Zudem konnte das Spital Uster nach herausfordernden Jahren wieder schwarze Zahlen vermelden und steht inzwischen auf einem soliden Fundament.

Die Mittfünzigerin bringt über 30 Jahre Erfahrung im Gesundheitswesen mit, sitzt in fünf weiteren Verwaltungsräten und führt mit Next Change ihre eigene Beratungsfirma. Sie verfügt über breite Führungserfahrung und vertieftes Know-how in der Spitalführung, die beim wichtigen Transformationsprozess in Samedan benötigt werden. Denn das zweitgrösste Spital Graubündens steckt wie auch das GZO Spital Wetzikon in finanzieller Schieflage.

Neustart im Bündnerland

Sowohl das GZO als auch das Spital Oberengadin mussten den Gang zum Nachlassrichter antreten. In beiden Fällen war die Liquidität am Ende, der Schuldenberg zu hoch. Das Instrument der Nachlassstundung soll Zeit für eine Sanierung kaufen.

In Wetzikon hofft man noch immer auf einen Investor oder ein politisches Wunder, um die bestehende AG zu retten. Im Engadin hingegen ist dieser Zug bereits abgefahren: Die bisherige Trägerschaft (die Stiftung Gesundheitsversorgung Oberengadin) wird per Ende März liquidiert. Sie ist offiziell gescheitert. Auch ein harter Sanierungsplan, Stellenabbau und Redimensionierung der Angebote konnten diesen Schritt nicht verhindern.

Um die medizinische Grundversorgung für die Bevölkerung und die zahlreichen Touristen im Oberengadin nicht kollabieren zu lassen, wurde als Auffangbecken die neue Spital Oberengadin AG gegründet. Diese wird den Betrieb ab dem 1. April im Mietverhältnis am alten Standort in Samedan weiterführen – stark gestützt durch das Kantonsspital Graubünden und die St. Moritzer Klinik Gut, die beide auch im neuen Verwaltungsrat vertreten sind.

Kein Einfluss für Uster

Geier soll nun als Geschäftsführerin der neu gegründeten Auffanggesellschaft den Transformationsprozess bis Ende Jahr begleiten und das Spital operativ leiten. «Im Vordergrund stehen ein sicherer Übergang, funktionierende Abläufe und ein gutes Arbeitsumfeld für die Teams. Meine Priorität hat die Sicherung der Kontinuität für Patientinnen und Patienten», wird Geier in einer Mitteilung zitiert.

Parallel sucht der neue Verwaltungsrat nach einer langfristigen Lösung für den CEO-Posten.

Für das Spital Uster bedeutet dieser temporäre operative Einsatz im Bündnerland keinen Abschied ihrer Verwaltungsratspräsidentin. Auf Anfrage heisst es, dass Sacha Geier weiterhin und unverändert ihr Verwaltungsratsmandat ausüben wird.

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