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«Jeder wird hier scheitern»

Unendliche Geschichte des Pfäffiker Seebistros kommt zu einem Ende

Nach 15 Jahren Hin und Her kommt die Ernüchterung: Am Seequai in Pfäffikon wird es kein neues Restaurant geben. Dafür neue Toiletten.

Seit mittlerweile fünf Jahren steht der Gastrocontainer von Andreas Brüllmann am Seequai in Pfäffikon – und bleibt auch dort.

Foto: Lea Chiapolini

Unendliche Geschichte des Pfäffiker Seebistros kommt zu einem Ende

«Jeder wird hier scheitern»

Nach 15 Jahren Hin und Her kommt die Ernüchterung: Am Seequai in Pfäffikon wird es kein neues Restaurant geben. Dafür neue Toiletten.

«Abbruch und Neubau Toilettengebäude» hiess es kürzlich in den Ausschreibungen der Pfäffiker Bauprojekte. Doch der erste Blick trügt. Hinter dem Baugesuch versteckt sich nicht nur ein Neubau von Toiletten, sondern das nächste Kapitel in der unendlichen Geschichte um das Seebistro am Pfäffiker Seequai. Es dürfte allerdings auch das Letzte sein.


>> Lesen Sie hier unseren Kommentar zum Thema.


Der Bierbrauer Andreas Brüllmann aus Tagelswangen musste seinen «Biergarten» am Seequai Ende 2020 schliessen, da auf dem Land gebaut wurde. Dafür übernahm er 2021 die Pacht für das Seebistro. Die Gemeinde hatte damals jemanden gesucht, der bereit war, in den Standort zu investieren, namentlich ein neues Bistro zu bauen.

Andreas Brüllmann steht vor seinem «Biergarten».
Bis Ende 2020 leitete Andreas Brüllmann den «Brüll!Bier’s Garten» am Seequai. (Archivbild)

Er investierte – aber in Planungs- und Anwaltskosten statt in Baufirmen. Das erste Projekt für den neuen «Seegarten» scheiterte Ende 2022 an den Ansprüchen der Nachbarn. Vor Baurekursgericht wurde unter anderem die WC-Situation kritisiert. Die Gäste des Restaurants hätten die öffentlichen Toilettenanlagen nebenan benutzen müssen, was zum Ende des Projekts führte.

Das zweite Projekt samt WC-Anlage und besserem Lärmkonzept wurde Ende 2024 vom Kanton sistiert. Er sprach bezüglich der Vorgaben zum Ortsbildschutz eine Verweigerung aus. 

Status quo bleibt

Seither sind rund eineinhalb Jahre vergangen. Wird Brüllmann also bald sein drittes Projekt präsentieren? «Nein», sagt dieser auf Anfrage klar. «Jeder, der versucht, alle Auflagen zu erfüllen, und gleichzeitig einen rentablen Restaurantbetrieb will, wird hier scheitern.»

Auch die Pfäffiker Gemeindeversammlung ist nicht ganz unschuldig an diesem Umstand. Diese hatte den Posten für den Neubau der öffentlichen WC-Anlage im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts mit Brüllmann aus dem Budget 2025 gestrichen.

«Wenn auf der Parzelle wieder zwei einzelne Gebäude zu stehen kommen, ist aufgrund der Abstandsvorschriften nur ein winziges Restaurant möglich», sagt Brüllmann. «Wir Gastronomen wissen, was funktioniert und was nicht. Und die mögliche Fläche wäre klar zu klein für einen rentablen Betrieb.»

So wird die bereits fünfjährige Übergangslösung – der grüne Gastrocontainer mit der Aufschrift «Brüll!Bier’s Garten» und einem beschränkten Food- und Getränkeangebot in den warmen Monaten – endgültig zum Dauerzustand am Seequai.

«Wir haben nach wie vor ein grosses Interesse, hier am See zu bleiben», sagt Andreas Brüllmann. «Der Betrieb läuft wunderbar. Wir hatten ein sehr gutes 2025, und auch das aktuelle Jahr ist vielversprechend, trotz dem neuen Bistro in unmittelbarer Nähe.» Damit meint er das «Coco Riva», das im März in einem Neubau eröffnet hat – an dem Ort, wo bis Ende 2020 Brüllmanns «Biergarten» in Betrieb war.

Doch als eigentliche Konkurrenz sieht er das «Coco Riva» nicht. «Wir haben ein bodenständigeres Konzept. Und wir werden jetzt mit dem Status quo weitermachen.»

Angebot trotzdem erweitert

Im Gemeindehaus habe man «mit einem Seufzen» feststellen müssen, dass ein Betrieb, so, wie ihn sich Gemeinderat und Andreas Brüllmann gewünscht hätten, nicht realisierbar sei. «Aber es kann uns niemand vorwerfen, wir hätten es nicht versucht», sagt Gemeindeschreiber Daniel Beckmann. «Obwohl der Leidensweg wirklich bemerkenswert ist.»


>> Lesen Sie hier, was bisher im Streit um das Bistro am Pfäffiker Seequai passiert ist.


2011 wurde der erste Seeimbiss am aktuellen Ort eröffnet, seit Mai 2016 wurden diverse Projekte ausgearbeitet, um einen fixen Bau zu erstellen. Alle scheiterten an verschiedenen Auflagen. «Der Kanton hat auch seine Vorgaben, an die er sich halten muss», sagt Beckmann.

Das Wichtigste sei jedoch, dass die Bevölkerung ein ausreichendes Angebot am Seequai habe. «Und mit der Eröffnung des ‹Coco Riva›, bei dem man bei schlechtem Wetter auch sitzen kann, wurde die Situation bereits etwas entschärft», so der Gemeindeschreiber. Darum sei das Thema seitens des Gemeinderats nun ad acta gelegt. Der Pachtvertrag mit Andreas Brüllmann läuft noch bis Ende 2028. «Mit Aussicht auf Verlängerung», betont Beckmann.

Der Neubau der öffentlichen Toiletten werde nun aber angegangen. Die Anlage ist mehr als nur in die Jahre gekommen und wird wieder im bisherigen Rahmen aufgebaut, einfach angepasst an die aktuellen Vorschriften.

Zudem werde der Eingang zum kleinen Gebäude weg von den bewohnten Häusern und zur Seeseite hin verlegt, um Emissionen zu verringern, sagt Daniel Beckmann. «Zumindest hier gibt es einen kleinen, positiven Schritt.»

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