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Das schier endlose Hickhack um einen Gastrobetrieb am See

Vom Imbiss-Stand bis zum möglichen Seebistro. Die Posse um die Planung und die Bewilligung eines Gastro-Betriebs dauert schon Jahre an.

Zuletzt stand am Pfäffiker Seequai ein Pop-up-Imbiss. (Archiv)

Foto: Mirja Keller

Das schier endlose Hickhack um einen Gastrobetrieb am See

Pfäffiker Seequai

Den Wunsch nach einem Gastroangebot am Pfäffiker Seequai gibt es schon seit 2011. Seither ist viel passiert. Eine Übersicht.

«Biergarten», Seebistro, See-Imbiss, Pop-up, geplanter «Seegarten» – die Gastrosituation am Seequai präsentiert sich für so manchen Auswärtigen kompliziert und verworren.

Manche der bisherigen Institutionen existierten nebeneinander oder wurden vom selben Pächter betrieben. Fürs bessere Verständnis folgt hier eine historische Einordnung.

  • Die Gemeinde Pfäffikon kommt dem Wunsch der Bevölkerung nach einem Imbiss nach. Auf einem Grundstück des ehemaligen Bietenholz-Areals am See, das die Gemeinde nach einer Bürgerinitiative 2004 erstanden hat, erstellt sie einen temporären Imbissstand aus Holz: den See-Imbiss. Dieser darf in den ersten Wochen keinen Alkohol verkaufen.

    Juni 2011

  • Weil die Pächter des See-Imbisses nach zwei Jahren kündigen, muss die Gemeinde neue Betreiber suchen. Als Kündigungsgrund wird die suboptimale Lage angegeben.

    März 2013

  • Der Pfäffiker Unternehmer Heinz Rüegg übernimmt den See-Imbiss.

    Mai 2013

  • An der Gemeindeversammlung stimmt der Souverän einem Projekt des Gemeinderats zu. Dieses sieht vor, zwischen Ortsmuseum und WC-Anlage ein Bistro zu realisieren. Kosten für den einstöckigen Bau mit rund 30 Innensitzplätzen: 1,42 Millionen Franken. Der See-Imbiss muss dem Seebistro weichen.

    Mai 2016

  • Das Seebistro kann nicht gebaut werden. Der Bezirksrat hebt den Gemeindebeschluss vom Vorjahr auf und gibt zwei Beschwerdeführern recht. Sie hatten moniert, dass die Grundstückskosten sowie die Kosten für die Pachtausschreibung und die Projektreserven bei der Kreditberechnung nicht berücksichtigt worden seien.

    April 2017

  • Das Verwaltungsgericht, an welches der Pfäffiker Gemeinderat das Urteil weitergezogen hatte, bestätigt den Entscheid des Bezirksrats. Ein Bistro rückt in weite Ferne.

    Januar 2018

  • Der Gemeinderat will einen neuerlichen Anlauf starten und das Seebistro-Projekt an die Urne bringen. An der Gemeindeversammlung folgen die Stimmberechtigten jedoch einem Antrag der FDP und streichen aus finanziellen Gründen den für die weitere Projektierung nötigen Budgetposten in Höhe von 103’000 Franken aus der Rechnung.

    Dezember 2018

  • Die Gemeinde schreibt die betreffende Fläche zur Pacht neu aus.

    März 2019

  • Andreas Brüllmann betreibt «Brüll!Bier’s Garten» auf einem Landstück des Winterthurer Architekten Giovanni Cerfeda. Weil dieser auf dem Grundstück ein Bauprojekt plant, ist der «Biergarten» nur eine Zwischennutzung.

    2014 bis 2019

  • Brüllmann erhält den Entscheid, dass sein «Biergarten» endgültig weichen muss. Cerfeda hat sein Bauprojekt eingereicht.

    Oktober 2019

  • Brüllmann bewirbt sich um die Gemeindefläche und erhält mit seinem schlanken Konzept den Zuschlag. Der Pachtvertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren mit Option auf Verlängerung.

    Februar 2020

  • Die Gemeinde tritt von ihren Verpflichtungen mit dem bisherigen Pächter des See-Imbisses, Heinz Rüegg, zurück.

    Mai 2020

  • Aufgrund von Verzögerungen bei Cerfedas Baubewilligung kann Brüllmann nochmals eine letzte Saison mit dem «Biergarten» anhängen. Doch nun ist wirklich Schluss. Zudem reicht Brüllmann seine Baupläne für den «Seegarten» ein.

    November 2020

  • Die Sommersaison im «Seegarten» kann nicht wie geplant starten. Das Baubewilligungsverfahren zieht sich hin, weil sich die Pfäffiker Ortsbild- und Denkmalschutzkommission (ODK) sowie das kantonale Amt für Raumentwicklung (ARE) einschalten. Brüllmann führt deshalb mit dem alten Team des See-Imbisses diesen temporär weiter. Der Pachtvertrag beginnt vereinbarungsgemäss zu laufen.

    März 2021

  • Die Übergangslösung, den See-Imbiss weiterzuführen, wird nicht verlängert. Stimmen aus der Bevölkerung beschweren sich über das Team des alten Pächters. Die Gemeinde entscheidet, die Holzhütte zurückzubauen.

    Juli 2021

  • Brüllmann zieht mit seinem markanten grünen Gastrocontainer, der bereits im «Biergarten» stand, vom alten Standort auf dem Bietenholz-Areal auf die Fläche der Gemeinde um. «Brüll’s Pop-Up» feiert seine Eröffnung. Ob der «Seegarten» im Frühling 2021 bezugsbereit ist, ist nach wie vor unklar.

    August 2021

  • Brüllmann beantragt aufgrund der Verzögerungen durch den eingegangenen Rekurs die Anpassung der Pachtvertragslaufzeit. Zudem soll die Frist der aktuellen Bewilligung für den Gastrocontainer und das Pop-up verlängert werden.

    Dezember 2021

  • Der Gemeinderat entspricht Brüllmanns Gesuch. Die Bewilligung für die Betreibung des Gastrocontainers und des Pop-ups wird bis zum 31. Oktober 2023 verlängert. Gleichzeitig kommt der Gemeinderat Brüllmann entgegen. Neu soll der Pachtbeginn bei Inbetriebnahme des Neubaus oder spätestens per 31. Dezember 2023 erfolgen. Die Pachtdauer von fünf Jahren und die Option auf Verlängerung bleiben bestehen.

    März 2022

  • Die Verhandlungen zwischen dem Gastronomen und den rekurrierenden Anwohnern scheitern. Nun muss das Baurekursgericht ein Urteil fällen.

    August 2022

  • Andreas Brüllmann zieht das Baugesuch für den geplanten «Seegarten» zurück. Der zuständige Richter des Baurekursgerichts hatte bei einer Begehung vor Ort unter anderem ein fehlendes Parkierungskonzept sowie die fehlende WC-Anlage für Restaurantgäste kritisiert. Damit beginnt die Planung wieder von vorne.

    Januar 2023

  • Ein neues Projekt für ein Seebistro steht. Diesmal auch mit einer WC-Anlage. Die Ausrichtung des Bistros soll die Anwohner noch besser vor möglichem Lärm schützen. Bekannt wird auch, dass die Übergangslösung bestehen bleibt. Die Gemeinde verlängert die Bewilligung für den Pop-up-Imbiss. Gleichzeitig will auch die Gemeinde ein Gesuch für eine neue öffentliche WC-Anlage einreichen, Diese soll an der Westfassade des «Seegartens» errichtet werden.

    Januar 2024

  • Der Kanton hat dem neuen Bauprojekt bezüglich der Vorgaben zum Ortsbildschutz eine Verweigerung ausgesprochen. Fast zeitgleich streicht der Pfäffiker Souverän an der Gemeindeversammlung den Posten für den Neubau der öffentlichen WC-Anlage beim Seequai aus dem Budget 2025. Somit bleiben WC-Anlage und Bistro zwei einzelne Gebäude. Andreas Brüllmann muss das nächste, bereits dritte Bauprojekt ausarbeiten. Dieses wird allerdings erst im März 2025 publik.

    Herbst 2024

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