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Kommentar zur unendlichen Planungsgeschichte

Die Posse um das Seebistro ist ein Armutszeugnis für Pfäffikon

15 Jahre. Das ist keine normale Bauzeit, das ist eine Ewigkeit. Seit 2011 versucht Pfäffikon, ein Bistro am Seequai zu etablieren – und landet 2026 wieder exakt dort, wo alles begann: beim grünen Blechcontainer.

Wollte und plante viel: Andreas Brüllmann. Jetzt kommen die Pläne für sein Seebistro allerdings zum endgültigen Stillstand.

Archivfoto: Paulo Pereira

Die Posse um das Seebistro ist ein Armutszeugnis für Pfäffikon

Kommentar zur unendlichen Planungsgeschichte

15 Jahre. Das ist keine normale Bauzeit, das ist eine Ewigkeit. Seit 2011 versucht Pfäffikon, ein Bistro am Seequai zu etablieren – und landet 2026 wieder exakt dort, wo alles begann: beim grünen Blechcontainer.

Man muss sich die Chronologie dieses planerischen Elends einmal auf der Zunge zergehen lassen: Seit nunmehr 15 Jahren versucht die Gemeinde Pfäffikon an ihrer Vorzeigepromenade einen fixen, attraktiven Restaurationsbetrieb auf die Beine zu stellen. Es wurde debattiert, projektiert, gestritten und verworfen.

Der Lauf der Ereignisse liest sich wie eine Farce: Erst scheitern die Pläne an den Ansprüchen der Nachbarn. Dann streicht die Gemeindeversammlung das Budget für die nötige WC-Anlage. Schliesslich blockiert der Kanton wegen des Ortsbildschutzes. Es ist ein bürokratisches Pingpong, bei dem am Ende alle verloren haben: der Gastronom, der investieren wollte, und die Bevölkerung, die lediglich ein vernünftiges Angebot suchte.

Das glanzvolle Resultat nach anderthalb Jahrzehnten? Eine neue WC-Anlage. Inklusive bürokratischen Leerlaufs, zahlloser Ehrenrunden und horrender Planungskosten. Und die endgültige Festschreibung von Brüllmanns «Biergarten» als Provisorium.

Natürlich kann man einwenden: Wo ist das Problem? Andreas Brüllmanns «Biergarten» läuft gut, das Bier ist kalt, und die Stimmung im Sommer ist gemütlich. Doch dieser Blick greift zu kurz. Das blecherne Pop-up, das eigentlich längst Geschichte sein sollte, mutiert unfreiwillig zum Mahnmal einer Gesellschaft, die sich selbst im Weg steht. Es zeigt exemplarisch, dass in unseren Gemeinden kaum noch ein mutiges Projekt realisierbar ist, wenn nur genug Instanzen mitreden dürfen.

Wenn Gemeindeschreiber Daniel Beckmann das Thema nun mit einem Seufzen ad acta legt und bilanziert, man könne der Behörde ja nicht vorwerfen, sie hätte es nicht versucht, ist das an Mutlosigkeit kaum zu überbieten. Es ist die Absolution für ein System, das sich in seinen eigenen Vorschriften verheddert hat.

Andreas Brüllmann hat recht mit seiner bitteren Bilanz: «Jeder wird hier scheitern.» Wer in Pfäffikon investieren, anpacken und etwas für die Lebensqualität der Bevölkerung aufbauen will, wird vom bürokratischen Apparat zermürbt. Das frisch eröffnete «Coco Riva» in unmittelbarer Nachbarschaft mag die Situation am See etwas entschärfen. Doch der grüne Container daneben bleibt ein blechernes Denkmal für das Pfäffiker Behördenversagen. Prost.

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