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Das Tösstal im Bild – letzter Teil

Schlaue Wetterstationen, friedliche Drohnen – wir beantworten Leserfragen

Mit der Foto-Sommerserie «Frage, wo du stehst» wollten wir Sie dazu animieren, Ihre Umgebung genauer unter die Lupe zu nehmen. Nun präsentieren wir die Antworten auf Ihre Fragen.

Die Sommerserie «Frage, wo du stehst» endet mit neuen Erkenntnissen über die Region.

Foto: André Gutzwiller

Schlaue Wetterstationen, friedliche Drohnen – wir beantworten Leserfragen

Mit der diesjährigen Foto-Sommerserie «Frage, wo du stehst» wollten wir Sie dazu animieren, Ihre Umgebung etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Nun präsentieren wir die Antworten auf Ihre Fragen.

In unserer Foto-Sommerserie «Frage, wo du stehst» haben wir die Geschichten hinter vermeintlich alltäglichen Gegenständen aufgedeckt – von roten Plättchen an der Bahnlinie über langlebige Hydranten bis hin zu grasgrünen Lebensrettern.

Ausserdem haben wir Sie aufgerufen, Ihre Umgebung etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Zwei Phänomene, die aufgeklärt werden wollten, haben uns erreicht. Hier verraten wir, was wir dazu herausgefunden haben.

Wetterstationen mit Kameras am Strassenrand

Leser Christoph Pohl aus Wila hat in der Nähe von Schalchen einen Mast mit Kameras und Solarzellen fotografiert. Bereits herausgefunden hat er, dass es sich dabei um eine Strassenwetterstation für den Winterdienst handelt. Mehr verrät die entsprechende Hinweistafel allerdings nicht.

Eine Nachfrage beim kantonalen Tiefbauamt gibt Aufschluss. Die Anlagen sammeln Daten über die Wetterverhältnisse auf den entsprechenden Strassenabschnitten und dienen dazu, die Einsätze des Winterdiensts zu koordinieren.

Ähnliche Anlagen gibt es bereits auf den Zürcher Autobahnen. Wie aber funktioniert das? Die Kamera erkennt, ob die Strasse trocken, nass oder schneebedeckt ist. Ein Sensor misst, ob die Temperatur unter dem Gefrierpunkt liegt. Mit diesen Daten wertet die Einsatzzentrale des Winterdiensts aus, wo Schneefall oder Eisglätte eine Gefahr darstellen.

Man sieht eine Strassenwetterstation und den dazugehörigen QR-Code.
Diese Wetterstationen messen, wann und wo der Winterdienst ausrücken muss.

«Durch diese neuen Stationen entfallen in Zukunft die personell aufwendigen Kontrollfahrten – rund 320'000 Kilometer pro Jahr», erklärt Sprecher Thomas Maag. Die Mitarbeitenden des kantonalen Winterdiensts können so gezielt ausrücken, wenn ihr Dienst auch nötig ist. «Das schont die personellen Ressourcen und die Umwelt.»

Zwar müssten die Anlagen auch einmal pro Jahr gewartet werden, das stehe aber in keinem Verhältnis zum grossen Aufwand, den die Kontrollfahrten mit sich gebracht hätten. Das eingesparte Personal wird übrigens nicht abgebaut, sondern anderweitig im Strassenunterhalt eingesetzt.

Im ganzen Kanton sollen bis Ende dieses Sommers rund 120 Anlagen stehen – aktuell gibt es in jedem Oberländer Bezirk zwischen 10 und 12 solcher Stationen. Eine Messstation kostet zwischen 15’000 und 20’000 Franken. Ursprünglich stammt das System aus Nordeuropa. Es kommt auch in anderen Kantonen zum Einsatz.

Wo Kampfdrohne und Beiz koexistieren

Leser Martin Kieser aus Oberhofen wusste zwar bereits, dass im ehemaligen Kinoraum des Turbenthaler «Schwanen» heute Drohnen hergestellt werden – sinnbildlich dafür steht die Modelldrohne auf dem Dach des Firmensitzes. Doch er wollte wissen, für wen und wozu diese hergestellt werden.

Niklas Hagen von der Firma PM Robotics nimmt dazu auf Anfrage Stellung. «Wir beschäftigen uns mit Entwicklung, Produktion und Betrieb von Zieldarstellungssystemen», schreibt er. «Diese stellen wir vollständig in der Schweiz her.»

Somit ist das Turbenthaler KMU der landesweit einzige Hersteller von «Unmanned Aerial Vehicles», also unbemannten Luftfahrzeugen, der alle Kernbereiche, von der Struktur über die Elektronik bis zur Software, im eigenen Haus abdeckt.

Man sieht eine Kampfdrohne auf einem Firmendach.
Auf dem Dach der PM Robotics GmbH in Turbenthal thront eines der Hauptprodukte der Firma, eine MTX-Zieldarstellungsdrohne.

Doch was ist eine Zieldarstellungsdrohne? «Es ist genau so, wie es klingt, eine fliegende Zielscheibe.» Diese werde unter anderem benutzt, um Luftabwehr- und Radarsysteme zu entwickeln, zu testen, zu demonstrieren oder auf solchen Systemen zu trainieren. Man spreche also von einem Werkzeug für den Test von Verteidigungssystemen.

Die Firma hat ein «sehr gemischtes Portfolio» und beliefert auch Kunden in den Bereichen Medizin, Logistik und Vermessung. Über den genauen Kundenstamm und Besuche aus der Politik kann das Unternehmen keine Auskunft geben – womit Kiesers Frage «Ist Bundesrat Pfister auch schon aufgetaucht? Oder eher ausländische Kundschaft?» leider offenbleibt.

Hagen versichert aber: «Ganz im Gegenteil zum Artikel wird hier nichts im Geheimen oder versteckt gemacht, sonst würden wir ja nicht offensichtlich eines unserer Hauptprodukte aufs Dach schrauben.» 

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