Langlebige Hydranten in Schlatt und eine grüne Säule in Bauma
Das Tösstal im Bild – Teil 5
Mit der diesjährigen Foto-Sommerserie «Frage, wo du stehst» möchten wir Sie dazu animieren, Ihre Umgebung etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Idee dahinter hat etwas mit Geschichtsforschung zu tun.
Vergangene Woche sind uns die etwas veraltet aussehenden Hydranten in Schlatt aufgefallen. In der Gemeinde setzt man voll auf Funktionalität. Nur damit die Hydranten schöner aussehen, ist das noch lange kein Grund, die alten Modelle zu ersetzen.
Alle Hydranten werden von der Herstellerfirma jährlich gewartet und in Schuss gehalten. Die Kosten dafür werden von der Gebäudeversicherung getragen.
Der älteste Hydrant, der in Schlatt seinen Dienst verrichtet, hat Jahrgang 1972 und wird wohl noch eine Weile in Betrieb bleiben. Der einzige Grund, ein altes Modell auszutauschen, scheint wirklich nur der Kontakt mit Fahrzeugen zu sein, die von der Fahrbahn abkommen.
Darum hat jeder Hydrant auf Terrainhöhe eine Sollbruchstelle. Diese soll sicherstellen, dass er bei einem Unfall einfach nur ausgetauscht werden kann und nicht die ganze Wasserzuleitung aufwendig ausgegraben werden muss.
Die Hydranten hängen am selben Netz wie das Trinkwasser, das von der Wasserversorgung unterhalten wird. Diese sorgt auch dafür, dass im Brandfall genügend Löschwasser zur Verfügung steht und das Trinkwassernetz deswegen nicht zusammenbricht.

Die alten Hydranten wurden mit einer verzinkten Oberfläche ausgeführt und eigneten sich bestens zum Bemalen. Auch in Schlatt wurden sie einst dekorativ bemalt, Farbreste zeugen heute noch davon. Wer die Löschwasserspender damals gestaltet hat, ist auch im Gemeindehaus nicht mehr in Erfahrung zu bringen. Die der neusten Generation sind vollflächig emailliert, auf dieser glasähnlichen Oberfläche haftet keine Farbe. Ein Aufhübschen durch Schülerhand wird es darum in Zukunft nicht mehr geben.
Die Standorte der Hydranten sind kartiert. Unter anderem arbeitet auch die Feuerwehr im Einsatz mit diesen Karten. Darum ist es nicht zwingend, dass sie sich von der Umgebung mit knalligem Limettengelb abheben. Der Lebensdauer ist somit kein Limit gesetzt, es geht eben nichts über «Made in Switzerland».
«Frage, wo du stehst» – Teil 5
Beim Gemeindehaus in Bauma buhlen ein grosser Info-Kasten und eine grüne Säule mit der Aufschrift «AED» um die Gunst der Passanten. Die grüne Säule ist clever und hat sich ein Blinklicht einbauen lassen, das in der Nacht in einem dem menschlichen Herzschlag ähnlichen Rhythmus aufblitzt.
Sie gewinnt den Wettbewerb um die Aufmerksamkeit, obwohl sich der Zweck der grünen Säule nicht einfach so erschliesst. Grün als Signalfarbe wird für die Beschilderung der schnell befahrenen Autobahn verwendet. Und Verkehrsampeln sind grün, wenn die Fahrbahn frei ist.

Die Säule will uns also sagen, dass hier keine Gefahr besteht, wenn wir schnell handeln. Beim Herantreten wird der Blick auf den Inhalt der Säule gelenkt, der offenkundig herausgenommen werden will. Ein dreisprachiger Text auf dem transparenten Türchen klärt uns auf. Die kleine Tür steht unter Alarm, der Inhalt soll nur im Notfall verwendet werden.
Eine ikonografische Abfolge bittet darum, zuerst die Telefonnummer 144 anzurufen und erst dann den Inhalt an sich zu nehmen. Anscheinend brauchen die Entnahme und die Benutzung ein Beratungsgespräch. Wir klinken uns da ein und lassen uns beraten. Nächsten Dienstag teilen wir unsere Erkenntnisse mit Ihnen.
Machen Sie mit – fragen Sie, wo Sie stehen
Senden Sie uns Ihre Fragen und die möglichen Antworten mit Bild. Gesucht sind Begebenheiten oder Dinge, die sich in Ihrer Umgebung als selbstverständlich etabliert oder unauffällig eingefügt haben. Suchen Sie nicht zu weit, gehen Sie einfach vor Ihre Haustür und schauen Sie mit einem etwas kritischeren Blick als sonst. Senden Sie uns Ihre Gedanken mit Bild bis zum 15. August per E-Mail redaktion@toessthaler.ch.
