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Vor den Playouts

Die Riders verpassen das Ziel – und sprechen doch von einer guten Saison

Diese Saison waren die Floorball Riders Dürnten-Bubikon-Rüti am Sprung in die NLA-Playoffs so nahe wie nie seit dem Aufstieg 2020. Und zittern jetzt doch wie immer um den Platz in der höchsten Liga.

Die Floorball Riders (Vendula Stolbova, links) müssen einmal mehr in die Playouts.

Foto: Robert Pfiffner

Die Riders verpassen das Ziel – und sprechen doch von einer guten Saison

Diese Saison waren die Floorball Riders Dürnten-Bubikon-Rüti am Sprung in die NLA-Playoffs so nahe wie nie seit dem Aufstieg 2020. Und zittern jetzt doch wie immer um den Platz in der höchsten Liga.

Visualisierungen spielen im Sport eine wichtige Rolle. So sagte etwa Giovanni Marti über sein Ziel als Sportchef mit den Floorball Riders Dürnten-Bubikon-Rüti: «Wir wollen aus dem Tal zur Mittelstation.» Wobei er die Playoffs als Mittelstation betrachtete.

Nur: Seit November ist Marti bei den Oberländer NLA-Frauen weg. Die wiederum sind unterhalb der Mittelstation stecken geblieben, sprich haben die Playoffs verpasst. Wie immer, seit dem Aufstieg in die NLA 2020, muss man festhalten.

Auf Rang neun beendeten die Riders die Qualifikation, drei Punkte hinter dem achtplatzierten Team aus Winterthur. Statt einer Kür folgt einmal mehr der Kampf ums sportliche Überleben in der höchsten Liga. Gegner in der Best-of-7-Serie ist ab Samstag Uri.

Das Schlusslicht brachte in 18 Spielen lediglich einen einzigen Sieg zustande. Es ist aber auch eine Wundertüte, die die Oberländerinnen nicht unterschätzen sollten.

Steigerung bleibt unbelohnt

In den letzten paar Jahren waren die Floorball Riders jeweils weit entfernt von den Playoffs. Zwischen sieben und zwölf Punkten betrug die Differenz auf den Trennstrich stets. Und statt aufwärts ging es bestenfalls seitwärts. In dieser Saison aber durften sich die Oberländerinnen nach der Verpflichtung von mehreren starken Ausländerinnen Chancen ausrechnen, den lang ersehnten Schritt nach vorne hinzukriegen. Und so im Ringen um Schweizer Spielerinnen auch eine attraktivere Adresse zu werden.

Die Riders haben Fortschritte erzielt, das ist keine Frage. Das Oberländer Team tritt mutiger als in der Vergangenheit auf und hat sich spielerisch entwickelt. Das hat sich ausbezahlt. Die Riders schossen beinahe doppelt so viele Tore wie in der letzten NLA-Meisterschaft und sammelten mit 13 Punkten fast dreimal so viele Zähler wie in der Vorsaison.

Sportchef Philipp Meier findet darum trotz verpasstem Sprung über den Trennstrich positive Worte. Er spricht von einer «soweit guten Saison». Und sagt: «Wir waren in der Qualifikation wettbewerbsfähiger als in den letzten Jahren.»

Die Riders kassierten aus seiner Sicht zu viele Gegentore. Und realisierten mehrfach mögliche Punktgewinne nicht. Den verpassten Playoff-Einzug will Meier jedenfalls nicht an der entscheidenden Niederlage gegen Winterthur in der vorletzten Runde festhalten. Und er sagt offen: «Die Umstellungen halfen sicher nicht.»

Worauf der Sportchef anspielt: Im November verliessen mit Co-Cheftrainer Thomas Appenzeller und Sportchef Giovanni Marti zwei erfahrene und in der Szene gut vernetzte Kräfte die Floorball Riders abrupt. Im Zuge der zwei Abgänge entschied sich zudem Captain Esther Jeyabalasingam, nicht mehr für die Oberländerinnen zu spielen. Die Stürmerin hatte bis zu ihrem Ausscheiden rund einen Punkt pro Spiel erzielt.

Aus fünf mach siebzig

Die angestrebte Konstanz war damit dahin, in der dritten Saison in Serie kam es im Staff im Lauf der Meisterschaft zu Veränderungen. Dieses Mal beförderten die Riders den bisherigen Co-Headcoach Katrin Kivirand zur neuen Chefin, später stiess Giacomo Bütler als Assistenztrainer hinzu.

Auf die Resultate hatten die Umwälzungen keinen merklichen Einfluss. «Aber sie kosteten Energie», sagt Meier. Der Sportchef ist bei aller Enttäuschung über die verpassten Playoffs überzeugt: «Die Richtung stimmt.»

Daran tragen die Ausländerinnen einen grossen Anteil. Malin Hansson ist mit 18 Toren und 15 Assists die viertbeste Skorerin in der NLA und auf dem Transfermarkt wohl entsprechend begehrt. Die Schwestern Malin und Emma Hansson, Jenna Taivaloja, Wilma Johansson und Vendula Stolbova erzielten zusammen 70 Prozent der Riders-Tore.

Das ist ein Zeichen ihrer Qualität, zugleich aber Klumpenrisiko fürs Team. Mehr Ausgeglichenheit wäre wünschenswert, das sieht auch der Sportchef so. Er würde gerne auf nächste Saison die eine oder andere versierte Schweizer Spielerin verpflichten, hat bei den Verhandlungen derzeit aber einen grossen Nachteil – frühestens am 21. März und nach dem vierten Spiel der Playout-Serie ist klar, in welcher Liga die Floorball Riders die Saison 2026/2027 in Angriff nehmen.

Was würde ein Abstieg bedeuten? Meier schweigt lange. Und tut sich dann schwer, adäquate Worte zu finden. «Es wäre eine Riesenenttäuschung und für den Verein sehr belastend», sagt er schliesslich. Meier ist zuversichtlich: So weit kommt es nicht. Und er geht davon aus, dass beim Ligaerhalt das Team grösstenteils zusammenbleibt.

Zu diesem könnten auch die Hansson-Schwestern weiterhin gehören. Sie sind laut Meier offen für eine zweite Saison im Oberland. Die Estin Katrin Kivirand bleibt derweil wohl Headcoach – und nimmt mit den Riders den nächsten Anlauf Richtung Mittelstation.

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